Wozu ist Hass gut?

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Aggression ist, genau wie der Fluchtreflex, im Menschen angelegt und hat sich durch die Evolution hinweg schließlich bis heute erhalten.

Aggression mobilisiert Kräfte, indem Hormone ausgeschüttet werden und damit die Fähigkeit zur körperlichen Verteidigung steigt. Es geht darum, sich bei einem Konflikt durchsetzen zu können.

Im Alltag wird Aggression dagegen oft eher verbal und durch Sozialverhalten ausgeübt - positiv als Selbstbehauptung und negativ als Mobbing.

Hass ist eine Form von Aggression, bei der die Vernichtungsabsicht im Vordergrund steht. Es geht nicht nur darum, einen Konflikt siegreich zu beenden, sondern man strebt die Vernichtung des Anderen an.

Für mich ist Hass damit eine Form pathologischer Aggression.

Wow danke :)

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Hass ist doch aber eher das bohrende Gefühl, in dem Wut, Ohnmacht, auch Vergeltungswille bis hin zum Vernichtungswunsch  wirksam sind. Aggression ist dagegen mehr die ausgelebte Reaktion. Von da aus würde ich definitorisch den Hass besser als Vorbereiter oder Auslöser zur Aggression betrachten.

Verwundert hat mich, dass Du - nachdem Du in den ersten Sätzen das evolutionsbiologische Gewordensein des Hasses darstellst, dann im letzten Satz schreibst, dass für Dich Hass eine pathologische Aggression ist. Was evolutionsbiologisch fundiert ist, kann jedoch nicht pathologisch sein, denn pathologische Strukturen sind per se nachteilig für das Individuum, also krankhaft.

Dass man Hass, obwohl er sich in der Stammesgeschichte des Menschen entwickelt hat, dennoch als Gefühl bei sich selbst versuchen sollte zu eliminieren, ist eine Frage der persönlichen Hygiene. Hier würde ich Dir unbedingt Recht geben, denn - speziell lang andauernde - Hassgefühle führen in der Regel zu einer weniger guten Veränderung der Persönlichkeitsstruktur, die liebenswerte Anteile vermehrt in den Hintergrund treten lässt. 

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Vielen Dank für den Stern. :-)

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Wenn ein bestimmtes Verhalten bei fast allen Individuen einer Art anzutreffen ist, dann muss es ganz offensichtlich auf angeborene Dispositionen zurückzuführen sein. Da nun solche angeborenen Verhaltensanteile sich in der Evolution immer nur halten konnten, wenn sie lebens- und arterhaltend waren, sollte man diese leben- und arterhaltende Funktion des Hasses finden können.

Hass tritt auf, wenn ein Mensch sich ungerecht behandelt fühlt, wenn er von einem anderen beleidigt, gedemütigt, benachteiligt oder körperlich mißhandelt wurde. Auch Übervorteilung bei einem Geschäft führt zu Hassgefühlen, selbst wenn man sich sagen kann, dass man besser hätte aufpassen müssen. Die Niederlage wird als Kränkung erlebt und erzeugt in der Regel Hass. 

Der Hass ist eine starke Emotion, die erhebliche Kräfte freisetzt, die nun wiederum zur Kompensation der erlittenen Leidensmomente verfügbar gemacht werden können. Durch den Hass wird man z.B. angehalten, sich soweit zu verbessern, dass man in einer zukünftigen Konfliktsituation nicht wieder als Verlierer dastehen muss, dass man seinem Gegner etwas entgegenhalten kann, dass ihn seinerseits klein machen kann. Den dadurch möglichen Triumph kann man dann als Bestätigung des geleisteten Einsatzes erleben. Evolutionsbiologisch kann es also durch das Hassgefühl zu einer Verbesserung der Lebenssituation beim ehedem Unterlegenen kommen.

Ein weiter Punkt ist noch der Hass, der zur Rache führt. Wenn jemand einem anderen etwas stiehlt und aus einem Gefühl der Macht heraus dieses Unrecht bestehen lässt (z.B. ein betrügerisches Geschäft abschließt), dann muss er prinzipiell damit rechnen, dass der Geschädigte Rache üben wird. So eine Rache wird wiederum durch Hassgefühle genährt, und die Tatsache, dass solchermaßen Geschädigte tatsächlich oftmals zu Vergeltungsmaßnahmen greifen, läßt den Aggressor vielleicht sein den anderen schädigendes Verhalten überdenken und davon abhalten. Damit wird mitmenschliches Unrecht durch den zwangsweise sich einstellenden Hass und die daraus entwickelte mögliche Rache erfolgreich unterbunden, wiederum ein evolutionsbiologischer Vorteil, der sich für das Zusammenleben der Urhorde positiv auswirkte.

hass ist ein mechanismus um eine nichterwartete und ungewollte aktionen abzufangen. bei vielen menschen funktioniert der mechanismus anders. bei menschen mit einem starken willen reagiert dieser mechanismus bei ungewollten aktionen positiv und lässt die person gelasen um eine kreative lösung zu finden. bei menschen mit einem schwachen willen wird diese aktion in hass ujmgewandelt da der körper nicht weiss wie sie anders reagieren soll. hass macht zornig und man denkt dann mann ist stark und unverwundbar aber in wirklichkeit ist hass wie das betrunken sein. man hat sich selbst nicht unter kontrolle und versucht nichtmal eine lösung oder sonstwas zu finden stattdessen wil man nur frustrich hasserfühllt sein

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