Vorurteile sind Klischees, die pauschalierend und undifferenziert auf alle Angehörigen einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe projiziert werden.

Natürlich kann ein homosexueller Mann bereits von sich aus sehr feminin agieren - aber hunderte andere Homosexueller machen womöglich genau das Gegenteil.

Nur weil eine Person zufällig Verhaltensweisen zeigt, die dem Klischee entsprechen, bestätigt das nicht die Wahrheit einer generalisierenden Pauschalaussage.

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Hat dein Pizzalieferant dir gesagt, dass er zu Fuß unterwegs ist, weil sein Arbeitgeber wegen der Benzinpreise vorerst auf Lieferfahrzeuge verzichtet?

Ansonsten ist nämlich all das was du erzählst pure Mutmaßung.

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Das hat verschiedene Gründe

Realpolitik: Wohnungsnot und Inflation sind konkrete Probleme der Gegenwart, die einen Einfluss auf alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben.

Instanzen: Vor Beschlussfassungen werden spezielle Sachverhalte in die dafür zuständigen Ausschüsse verwiesen, wo Lösungsmodelle ausgearbeitet werden

Zuständigkeiten: Nicht immer ist die Zuständigkeit klar - betrifft die Umbenennung eines historischen Bahnhofs etwa nur den Verkehr, oder auch andere Stellen?

Politik: Allgemein kann festgestellt werden, dass je nach lokaler Regierung die Prioritäten für öffentliche Belange auch teils gänzlich anders gesetzt werden.

Was der einen Stadtverwaltung ein politisches Herzensanliegen, ist der anderen die lästige Forderung von Minderheiten, die man am Liebsten überhören würde

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Wenn du selbst nicht bereit bist dich mit persönlichem Einsatz für eine Sache anzustrengen, wirst du auch gesellschaftlich nichts verändern.

Sich selbst nur über vermeintliche oder echte Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft und Politik zu beschweren, ohne selbst aktiv etwas zu einer Veränderung beizutragen, wird keinerlei Effekt haben. Wer Veränderung will, muss selbst handeln.

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Ich bin mir meiner Privilegien sehr bewusst, insbesondere seit ich weitgehend minimalistisch lebe, also keine überflüssigen Dinge mehr dazukaufe und für mich unwichtige Dinge verschenkt oder verkauft habe.

Damals wurde mir bewusst, wie wenig wir tatsächlich brauchen und dass selbst das wenige, wenn wir es reduzieren, immer noch mehr ist, als in anderen Teilen der Welt - Frieden, Trinkwasser, Obdach, Gesundheits- und Sozialsystem, um einige zu nennen

Es war für mich auch erschreckend zu sehen, wie sehr manche Menschen ihr Glück von äußeren Dingen abhängig machen. Ich habe tatsächlich mal jemanden getroffen, der wütend im Supermarkt brüllte, weil er seine Lieblingsschokolade nicht bekam.

Es ist auch schon bezeichnend, wenn man gefragt wird, ob man "in einer Sekte ist", nur weil man sagt, dass man freiwillig auf Mobilgeräte wie Smartphones verzichtet.

Ich benötige keins, also besitze ich keins.

Ich bin einfach dankbar für meine Möglichkeiten und versuche, mit den mir zur Verfügung gestellten Ressourcen schonend umzugehen.

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Ich glaube nicht an Gott ...

Gott

Es gibt nach meiner Kenntnis keinen naturwissenschaftlichen Beweis für die Existenz eines Gottes, der als Konsens in der Fachwelt anerkannt ist.

Darüber hinaus widersprechen die Eigenschaften dieses Wesens wie Ewigkeit, Allwissenheit usw. den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Warum soll ich also an etwas glauben, dass sowohl unplausibel als auch unbewiesen ist? Das ist für mich persönlich so, wie der Glaube an den Weihnachtsmann.

Religion

Das Problem bei Religionen ist dann, dass sie nicht nur die Hypothese von der Existenz Gottes aufstellen, sondern daraus auch gleich Gebote und Verbote ableiten

Dann wird es aus meiner Sicht richtig kritisch.

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Mir ist er als Privatperson völlig egal.

Vielleicht haben wir das gleiche Lieblingsessen oder hören gerne die gleiche Musik. Vielleicht gehen wir auch in den selben Bioladen, haben uns aber immer verpasst.

Seine politische Haltung ist es, die ich ablehne.

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Sehr es anders

Ich finde es bedauerlich, wenn Bürger auf die rechte Propaganda reinfallen, durch eine nationalistische Politik könnten internationale Probleme gelöst werden.

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Ja, größtenteils schon

Ich bin Mitglied der Partei DIE LINKE, daher ist es für mich von Bedeutung.

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Die meisten modernen Vorstellungen über diese Geheimgesellschaft sind im Wesentlichen auf die "Illuminatus"-Trilogie von Robert Anton Wilson zurückzuführen.

Diese Erzählungen mischten sich dann mit Ideen über Freimaurerlogen.

Das dürfte allerdings vielen Lesern von Dan Browns Romanen ebenso unbekannt sein, wie den Fans der antisemitischen Verschwörungsmachwerke von Jan Udo Holey.

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Ich bin Soto-Zen-Buddhist und sehe das so:

Wir alle haben bereits das Erwachen, doch steht uns lediglich die Identifikation mit dem Ego im Weg, diesen Umstand zu erkennen. Daher drückt es sich nicht in unserem Geist und unserem Handeln aus.

Das ist einer der Gründe für das Leiden - mangelnde Erkenntnis darüber führt zum Gefühl des Mangels, zu Unzufriedenheit und Aggession gegen uns und andere.

Als Folge davon laufen viele "spirituelle Sucher" wie der Esel hinter der Mohrrübe hinterher, ohne zu bemerken, dass sie am eigenen Geschirr befestigt ist und man nur die Fixierung auf ein scheinbar unendlich fernes Ziel aufgeben muss.

Still stehen bleiben und die Mohrrübe genießen.

Mit der Überwindung von Emotionen, dem vorherrschen einer einzelnen Emotion, wie etwa eines Glücksgefühls, oder der Beseitigung von körperlichen Bedürfnissen hat Erwachen ebenso wenig zu tun, wie mit irgendwelchen übernatürlichen Fähigkeiten

Ewige Glückseligkeit ist aus meiner Sicht eine Illusion und inneres Gleichgewicht sollte nicht von äußeren Umständen abhängig gemacht werden - das wäre nur wieder eine weitere egoistische Anhaftung.

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Aktuelles Thema von mindestens europaweiter Bedeutung:

Welche Ähnlichkeiten, Zusammenhänge oder sogar Kontinuitäten bestehen zwischen dem italienischen Faschismus unter Mussolini und der nun angetretenen post-faschistischen Regierung Italiens? Ist es überhaupt angemessen, von Post-Faschismus zu sprechen, wo sich doch solche Tendenzen erhalten haben?

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Die wehrhafte Demokratie ist die Verteidigung der Demokratie gegen Kräfte, die einen undemokratischen Umsturz beabsichtigen, etwa um totalitäre Strukturen zu schaffen.

In einer Demokratie ist der "Volkswille" nur dann gewahrt, wenn die Kollektivrechte und Individualrechte ein gewisses Gleichgewicht haben.

Die Abwehr antidemokratischer Bewegungen mit verhältnismäßigen Mitteln ist daher im entsprechenden Fall als erforderlich, legitim und angemessen zu bewerten.

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Geld als Tauschmittel

Stell dir vor, du renovierst meine komplette Wohnung - Putz runterklopfen, neuer drauf, tapezieren, streichen, die Spüle, das Badezimmerwaschbecken und andere Sanitäreinrichtungen erneuern, Parkett und Teppich rausnehmen und neu verlegen...

...und ich gebe dir dafür ein gekochtes Ei.

Du findest diese Bezahlung dann nicht angemessen und bist der Meinung, dass du wenigstens ein großzügiges Frühstück mit Eiern, Speck, Toast, Croissants, Marmelade, Pfannkuchen, Kaffee verdient hast.

Ich bleibe aber dabei, dass deine Renovierungsarbeiten genau ein Ei Wert sind.

Dann ist Streit vorprogrammiert.

Gibt es aber einen Stundenlohn in Höhe von X Euro und eventuell Zusatzkosten für Material oder aufwendige Arbeiten, kannst du mir bereits in einem ersten Kostenvoranschlag sagen, wie teuer die gesamte Maßnahme wird.

Insofern hat Geld als Tauschmittel schon eine gewisse Berechtigung. Je einheitlicher die Zahlungsmodalitäten, desto einfacher ist das Geschäft.

Kapital und Gesellschaft

Problematisch ist der soziale Faktor, dass wir nämlich Menschen mit viel Geld einen höheren sozialen Status zuerkennen - obwohl er sich das Geld womöglich nicht einmal durch eigene Arbeit verschafft, sondern einfach reich geerbt hat.

Auch die Moral - ob er etwa durch Betrug, ungerechte Arbeitsverträge, schonungslose Ausbeutung der Arbeitskraft und Umweltzerstörung zu Geld gekommen ist - bleibt in der Regel egal - wer viel Geld hat, erhält gesellschaftliche Anerkennung.

Und diese Überbewertung des Geldes - "Mammon als Gott" - schafft erhebliche gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, weil man Menschen mit viel Geld an vielen Stellen gewisse Privilegien einräumt, ohne dass es eine gerechte Grundlage gibt.

Gerade "abstrakte Geldgeschäfte" - Spekulation, Aktienmärkte, Zinsen - sind dabei Faktoren, die eine besondere Rolle spielen.

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Grundsätzlich kannst du natürlich politisch aktiv sein.

Als Polizeibeamter unterliegt man dem politischen Mäßigungsgebot nach § 33 BeamtStG, man sollte sich überlegen, ob derartiges politisches Engagement klug ist

Auch muss berücksichtigt werden, ob deine politische Tätigkeit deiner Arbeitsleistung schmälert, denn dein Dienstherr hat Anspruch auf vollen Einsatz nach § 34 BeamtStG

Hier müssen also zur Klärung des Einzelfalls gegebenenfalls individuelle Grundrechte gegen die Dienstpflicht abgewogen werden.

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Die Ansicht oder Forderung kann durchaus richtig sein - nur die gewalttätigen Methoden sie durchzusetzen, sind in den meisten Fällen nicht akzeptabel.

Häufig wird zu Gewalt gegriffen, wenn man rhetorisch schwach ist und nicht inhaltlich argumentieren kann. Also wendet man Zwang an, um sich durchzusetzen.

In anderen Fällen ist Gewalt, im Sinne von Zwang, aber auch notwendig, beispielsweise um die Einhaltung von verbindlichen Normen durchzusetzen.

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Eine Einladung bedeutet für mich, eine oder mehrere Personen willkommen zu heißen, sie zu bewirten oder anderweitige Kosten, etwa für einen gemeinsamen Kinobesuch zu übernehmen. Das macht für mich eine Einladung aus.

Ist es ein zwangloses Treffen, etwa weil man gemeinsam ein neu eröffnetes Restaurant ausprobieren möchte, kläre ich vorher ab, wie man sich in Bezug auf die Bezahlung einigt (z.B. "Ich die Speisen - du die Getränke").

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Ich habe die Bibel komplett gelesen. Ich bin ...

Ich habe längerfristig an mehreren Bibelkreisen evangelischer und katholischer Gemeinden, sowie einem Heimbibelstudium der Zeugen Jehovas teilgenommen, weil mich die unterschiedlichen Herangehensweisen interessiert haben.

Am "besten" fand ich eine Gemeinschaft, in der wir in einem Stuhlkreis saßen, eine Passage aus der Bibel vorgetragen wurde und anschließend alle schwiegen. Dann sollte jeder nur einen Satz dazu sagen, wie es auf ihn wirkt bzw. was er empfindet...

Dieses Element der Stille und dann die unterschiedlichen Impulse waren sehr interessant, eben weil manchmal ein Satz fiel, von dem man dachte, dass er gar nicht passt, man es aber durch nachfühlen und nachsinnen verstehen konnte.

Ich habe aber beispielsweise auch den Quran, die Bhagavadgita und andere religiöse Schriften gelesen, um mein Verständnis für Religionen zu erweitern.

Vorgehen

Ich bewahre alle Bücher die als "heilige Schriften" gelten, nebeneinander auf einem sauberen Regalbrett über Kopfhöhe auf, so dass niemand auf sie herabblickt. Ich schlage sie in saubere Tücher, damit sie keinen Staub ansetzen und bevor ich darin lese, putze ich mir die Zähne, wasche Hände und Gesicht.

Das ist einerseits meine Art, Respekt auszudrücken, andererseits ist es auch ein Ritual, dass eine bestimmte geistige Atmosphäre fördert - die Geisteshaltung ist subjektiv eine andere, wenn man sich stattdessen auf das Sofa gammeln würde.

Wie ich sie dann lese, hängt davon ab, was ich beabsichtige. Möchte ich einfach eine Inspiration, schlage ich das Buch an einer zufälligen Stelle auf und befasse mich mit der Textzeile, auf die mein Blick fällt.

Wünscht jemand eine Interpretation von mir, lasse ich mir die genaue Stelle nennen, schlage dort nach und versenke mich dann in den Text um aufzunehmen, welches Verständnis sich daraus ergibt.

Suche ich eine bestimmte Textstelle zur Recherche verwende ich dagegen einfach das Internet - das ist weniger aufwändig.

Ich bin

Ordinierter Soto-Zen-Buddhist mit jüdischen Wurzeln.

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