Worum handelte esich bei dem Altar für einen "unbekannten Gott", den Paulus in Athen sah?

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8 Antworten

Zu dieser Stelle heißt es in einer Bibelübersetzung: "Man baute Altäre für unbekannte Götter, weil man nicht den Zorn von Gottheiten auf sich ziehen wollte, die man zufällig nicht kannte und deshalb auch nicht gebührend verehrte." Die Athener räumten damit also ein, dass es einen Gott gab, den sie nicht kannten. Genau das nahm Paulus als Aufhänger, um über die gute Botschaft zu sprechen, und erklärte ihnen: "Das nun, dem ihr unwissentlich Gottergebenheit erweist, dies verkündige ich euch" Apostelgeschichte 17:23. Das war ein eleganter und zudem effektiver Schachzug. Er predigte ihnen keinen neuen oder fremden Gott, wie es ihm einige vorwarfen, sondern erzählte ihnen etwas über den Gott, den sie nicht kannten: den wahren Gott.

Auszug aus dem Buch: "Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich" Seite 143 Abs. 10.

Für die Griechen war der Versuch, einen Gott, den sie wegen Nichtverehrung erzürnten (weil sie ihn nicht kannten und deshalb logischerweise nicht verehren konnten), zu beschwichtigen, durchaus wichtig. Zornige Götter konnten Naturkatastrophen herbeiführen (Dürren, Überschwemmungen, Feuersbrünste, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Tsunamis, alles Phänomene, die den Griechen durchaus bekannt waren), und deshalb war dieser "unbestimmte" Altar halt ein "Platzhalter" für jeden Gott, der seine Verehrung irgendwann beanspruchen wollte.

Richtig, aber eine kleine Ergänzung: Die Griechen hatten Angst, einen Gott, den sie nicht kannten, nicht zu verehren und sich so seinen Zorn zu zuziehen. Also schufen sie einen Altar für den unbekannten Gott, d.h. alle unbekannten Götter sie nicht kannten.

Paulus nutzte diese Verehrung geschickt aus, im dem er behauptete, das sie seinen Gott schon lange verehren, es ihnen nur nicht bewusst war. Und stellte so, ohne es auszusprechen in den Raum, dass an diesen Altar nur der Gott Abrahams verehrt wurde, der den Griechen aber bis Dato noch unbekannt war.

Da handelte es sich um einen Altar, den die Griechen aufgestellt hatten, weil sie von einem Gott gehört hatten, den sie bisher noch nicht kannten.

Da die Griechen die Existenz von Göttern nicht leugneten, haben sie für diesen Gott einen Altar gebaut, damit auch er verehrt werden konnte und sich nicht möglicherweise zurückgesetzt fühlen musste.

Der griechische Polytheismus sah ja für jeden Lebens- und Naturbereich eine Gottheit vor. Dabei waren die Griechen sich bewusst, längst nicht alle Bereiche erfasst zu haben. Es handelt sich nach meinem Verständnis um eine Art "Reserve-Gott". Einen höchsten Gott gab es ja, den Göttervater Zeus. Also handelt es sich nicht um den höchsten Gott, der den Griechen möglicherweise unbekannt gewesen wäre.

Paulus knüpft, gut missionarisch, an die Kultur der Griechen an, und sagt, dass sie unwissentlich einen Gott verehren, den er ihnen bekannt machen will.

Die Philosophen wenden sich allerdings ab, damals so wie immer: "Wir wollen ihn ein anderes Mal dazu hören!" M.a.W.: Wir wollen das überhaupt nicht hören.

um einen schrein für irgendeine andere gottheit als jahwe ?

In Athen war ein solcher aufgestellt und dem unbekannten Gott geweiht (Apg 17,23). Auch nicht-biblische Autoren schreiben von "anonymen Altären". Bei Diogenes Laertius ist die Rede davon, dass einst solche gebaut wurden um eine Plage abzuwenden.

Dieser "unbekannte Gott" war eigentlich ein Altar für den ewigen Schöpfer, von dem die Griechen gehört hatten (Verse 23-31).

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