Woran erkennt man das ein Pferd "unterfordert" ist?

6 Antworten

Das mit der Unterforderung halte ich für eine Mär. Es gibt zwar Pferde, die haben echt Freude an der Arbeit und sind mit Eifer dabei. Aber die fangen auf der Weide dann nicht an Seitengönge und Traversalen zu üben, weil es beim Reiten nicht genüg war. Es gibt auch übereifrige Pferde, die einem gerne auf der Diagonalen den Wechsel klauen wollen, weil sie meinen genau zu wissen, was nun kommt. Aber die gleichen Pferde lieben es mitunter auch genauso, einfach auf der Weude abzuschimmeln.

Überforderte Pferde sehe ich immer wieder. Pferde, die inkonsequent geritten werden, einen konfusen Trainingsplan absolvieren müssen, die nicht auf etwas vorbereitet und hingearbeitet werden, sondern vom Reiter mit irgendwelchen Dingen regelrecht überfallen werden und dann nicht wissen, wie sie das händeln sollen. Diese Pferde machen dann dicht, verweigern ihre Mitarbeut, sperren sich, klemmen und zeigen ihre Überforderung deutlich - auch wenn sie dann oft vom Reiter nicht erkannt wird.

Unterforderung gibt es meiner Meinung nach eher nicht - aber es gibt eine Menge Pferde, die viel zu wenig Bewegung haben, die 23 Stunden in der Box stehen und dann 45 Minuten geritten werden. Für ein Bewegungstier, wie es das Pferd nun mal ist, eine Katastrophe. 

Und es gibt auch Pferde, die trotz Weide nicht ausreichend gymnastiziert sind, weil der Reiter nicht den richtigen Plan davon hat. Diese Pferde werden dann unterm Reiter nicht locker, weil der Reiter sie nicht schafft, locker zu reiten. Die drücken dann den Rücken weg, testeten nicht an den Zügel, tüteten nicht unter, sonder entziehen sich, in dem sie unkonzentriert sind, abgelenkt und jedem Aussenreiz als Anlass nehmen, wegzuspringen, oder sich durch Angaloppieren zu entziehen. 

Wenn ein Reiter seinen Job gut macht, fokussiert das Pferd seine Aufmerksamkeit auf das, was der Reiter von ihm möchte und beide Pferd und Reiter arbeiten zusammen. Da spielen Aussenreize dann nur eine sehr untergeordnete Rolle und bei einigen Pferden sogar überhaupt keine - je nach Naturell.

Doch jetzt zu glauben, dass das Pferd dann die doppelte Zeit laufen muss, ist ein Trugschluss, denn wenn der Trainingsplan nicht stimmt und der Reiter nicht gut ist, dann kommt es ratzfatz zur Überforderung, weil das Pferd den Reiter einfach nicht versteht und viel zu viel von ihm verlangt wird, was es auf düse Weise nicht leisten kann. Guter und ausreichender Unterricht ist hier der Schlüssel. 

Absolute Top-Antwort!!!! 😁👍👍

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Ich würde mal sagen alle Unarten:

  •  Bocken beim Reiten
  • Desinteresse bei der Bodenarbeit
  • Schnappen nach Gegenständen und/oder Menschen
  • Um/Gegenstoßen von Gegenständen mit dem Huf
  • Auffallend ständiges Hufescharren
  • Zerstören von Paddock-, Weide-, oder Boxbestand
  • Ungeduld/Stürmigkeit im Gelände (Unterforderung ist hierbei aber nur eine von vieen möglichen Ursachen)
  • Übereifrigkeit bei Übungen

All diese Punkte können auf Unterforderung hinweisen, MÜSSEN sie aber nicht zwangsläufig.

Vielleicht einfach mal probieren, das Pferd mehr zu fordern, und dann schauen, ob es sich bessert ;)

Vorweg..ein Pferd braucht gar keine Arbeit. Weder vom Boden noch vom Sattel aus. Stell es mit anderen auf ne Riesenweide, und es ist happy.

Allerdings gibts schon arg gelagweilte Pferde...die sieht man da, wo die Pferde selten oder gar nicht auf die Weide kommen. Die können ruhig 2x am Tag bewegt werden, das macht vllt. so lange müde, bis sich die Kondition angepasst hat. Diese Pferde werden zu Boxen-Wanderern, Koppern, Webern...und leider legen die Pferde dies meist nie wieder so ganz ab, auch nicht, wenn sie keine Langeweile mehr haben.

Nervosität würde ich nicht per se als Unterforderung sehen. Wie viele Pferde sind aufm Turnier nervös, obwohl sie genau in dem Moment ja gefordert werden?

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