Woran erkennt man, ob ein Name weiblich oder männlich ist?

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In vielen Fällen kann man es erraten (wenn man weiß, woher der Name kommt), oder man hat es auswendig gelernt. Bei Abkürzungen (Toni (Anton(ia)), Andi (Andrea(s)), Alex (Alexander/Alexandra)) ist es aber auch schon nicht mehr eindeutig.

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Diese Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Vornamen gibt es nur in bestimmten Kulturkreisen, z. B. unserem.

Soweit ich mitbekommen habe, kennt z. B. das Japanische diese Unterscheidung nur für einen bestimmten Teil der Namen, viele Namen können und werden aber ebenso gut sowohl für Jungen und Mädchen verwendet werden.

In der Bibel (wo allerdings aufgrund der damaligen kulturellen Gegebenheiten Frauen nur namentlich erwähnt wurden, wenn sie eine besondere Rolle gespielt haben) sind Namen nur dann eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen, wenn sie z. B. den Bestandteil "ben" ("Sohn") haben oder auf "-a" (eigentlich "-h" - das Hebräische kennt Vokale ja erst seit dem Mittelalter) enden. Im NT sind die Namen gräzisiert, sodass man das Geschlecht regelmäßig daran erkennen kann, ob der Nominativ auf -s (-ς) endet, z. B. "Hanna/Anna" / "Hannas/Annas"; aber auch nicht mehr, wenn man einen Dativ oder Akkusativ hat ("Junia(s?)") - hier braucht man den Artikel (der im Griechischen auch bei Namen verwendet wird - der Römerbrief ist aber voll von Latinismen, u. a. lässt er den Artikel bei "Junia(s?)" aus.

Im Englischen ist z. B. der Name "Evelyn" sowohl weiblich als auch (wesentlich seltener) männlich. Spoiler: Wesentlicher Teil der Auflösung eines Agatha-Christie-Krimis.

Im Land der Unbegrenzten Unmöglichkeiten setzt man sich auch hierüber hinweg. Z. B. ist Paris (auf der ersten Silbe betont) ein alter Vorname aus dem östlichen Mittelmeerraum (bekanntester Träger: der trojanische Prinz der Iliade), heute noch z. B. in Bulgarien nicht ungebräuchlich. Deshalb hat es mich überrascht, als ich das erste Mal mitbekam, wie ein Mitglied einer Hoteliersfamilie mit "sie" referenziert wurde ...

In Sprachen mit verschiedenen Adjektiv-Formen für männliche und weibliche Gegenstände/Personen sind in der Regel auch die Namen in gleicher Weise eindeutig zuzuordnen, z. B. im Russischen oder Italienischen, wobei das im Russischen für Kosenamen aber schon überhaupt nicht mehr stimmt und im Italienischen bei Namen auf -e auch nicht mehr eindeutig ist.

Namen im Deutschen sollen zu 90% weiblich sein, wenn sie auf Vokal enden, und sonst männlich. Stimmt aber für nordische Namen auch nicht - viele Mädchennamen enden auf "-in" (Karin) oder "-un" (Gudrun), und es gibt z. B. "Birgit", "Kirsten".

Im Zuge der Internationalisierung wird diese Unsicherheit noch weiter zunehmen.

(Heute erst hatte ich eine E-Mail von jemandem mit dem Vornamen "Marian" bekommen - wie soll ich darauf antworten, wenn es keinen sonstigen Hinweis auf das Geschlecht der Person gibt, "Sehr geehrter Herr N. N." oder "Sehr geehrte Frau N. N."? - http://namepedia.org/de/firstname/Marian , http://namepedia.org/de/firstname/Mari%C3%A1n )

Danke für die ausführliche Antwort.

Scheint ja doch schwieriger zu sein, als ich dachte.

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Sehr schwer allgemein zu beantworten, da Namen aus sehr vielen verschiedenen Sprachen stammen, und die Endungen unterschiedlich sein können. Viele romanische weibliche Namen enden auf "-a" (z.B. Julia), jedoch gibt es auch Männernamen, die auf -a enden (Andrea kann ein männlicher Vorname im Italienischen sein). Romanische Namen, die auf "-o" enden, sind in aller Regel männlich (z.B. Mario).

Germanische Namen enden in der männlichen Form oft auf -r (z.B. Heiner, Frieder, Oliver, Baldur...). Weibliche oft auf -e (z.B. Elfriede, Trude, Sieglinde, Inge...). Ich habe jetzt bewusst auch ein paar "altmodische" genannt.

Allerdings passen solche "Faustregeln" nicht immer. "Imre" ist ein männlicher Vorname, der in Ungarn gebräuchlich ist. "Attila" ist ebenso ein männlicher Vorname. "Pirkko" ist dagegen ein weiblicher Vorname aus Finnland.

Oft ist es nicht leicht (bis unmöglich) zu erkennen, aus welcher Sprache nun ein Vorname stammt. "Gwendolin" und "Gwyneth" sind weibliche Vornamen aus dem Walisischen. "gwyn" = weiß und "dolin" = Blume. (Hier würde der Vergleich mit "Friedolin", männlich, in die Irre führen)

Also: es gibt zwar ein paar "Faustregeln", die passen aber nicht immer. Es gibt zu viele Sprachen, als dass man da einfache (und stets gültige) Gesetzmäßigkeiten ableiten könnte.

Ich denke man hat diese einfach "auswendig" gelernt sowie die Sprache. Man kann sie direkt zuordnen. Genauso wie die Artikel wir Muttersprachler wissen bzw merken wenn ein Artikel falsch ist wahrscheinlich haben wir das gleiche "Gefühl" auch für Sprachen.

Man kann es nicht mit absoluter Gewissheit feststellen. In vielen Ländern hören aber die weiblichen Namen mit -a auf.

-en, -an, -as oder -er sind eher männliche Endungen.

Wenn zum Beispiel ein kleiner Junge geboren wird und auf den Namen Andrea getauft werden soll dann muss das Kind noch einen Zweit Namen bekommen der eindeutig das Geschlecht des Kindes erkennen lässt 

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