Wollt ihr wieder eine Wehrpflicht?


22.05.2022, 16:13

Einigen ist es nicht aufgefallen, daher der Hinweis: Ich habe hier bewusst die mit Abstand dümmsten Argumente für die Wehrpflicht genommen, die Argumente die man entweder am Wirtshaustisch hört oder von Politikern die den Realitätsbezug verloren haben.

Das Ergebnis basiert auf 50 Abstimmungen

gegen Wehrpflicht 64%
für Wehrpflicht 36%

19 Antworten

gegen Wehrpflicht
man kann damit gigantische Kriege führen, Napoleon hat damit zahlreiche Länder Europas erobert

Das ist kein Vorteil.

Eine Wehrpflichtigenarmee ist billiger als eine Berufsarmee, den die Soldaten muss man nicht gut bezahlen sondern ihnen für teilweise 60 Stunden Dienst pro Woche nur so viel geben wie für einen geringfügigen Job.
Man kriegt durch die Wehrpflicht auch Zivildiener, die man auch mit einen Hungerlohn abspeisen kann und wo man kein Arbeitsgesetz einzuhalten braucht, sprich sie auch 60 Stunden oder noch mehr arbeiten lassen kann wenn nötig. Ein Unternehmen könnte nur davon träumen zu diesen Kontitionen Personal zu haben

Für die Arbeitgeber ein Vorteil, für die Arbeitnehmer nicht.

Durch die Wehrpflicht wird ein Junge zum Mann, er lernt das Rauchen und das Trinken von viel Bier (was jeder Mann der was auf sich hält können muss

Was für ein Quatsch.

Man wird ein besserer Staatsbürger, ein Staatsbürger der weiß dass die Regierung sein Gott ist und der für seinen Gott jeden Moment ein paar Kugeln einfangen würde wenn nötig

Das ist Blasphemie und zudem eine sehr seltsame Definition von "besserer Staatsbürger". Ein besserer Staatsbürger sollte doch eher jemand sein, der die Werte seines Staates (in unserem Fall z.B. Demokratie) befürwortet und lebt.

In Ländern wie Russland (in Österreich nicht, und in Deutschland war das auch nicht so) verschuf man sich über den Umweg der Wehrpflicht auch gleichzeitig viel Personal für Fabriken die man dort 24/7 arbeiten lassen kann, somit gab es keinen Personalmangel

Das "Argument" hatten wir eben schon mal.

Durch die Wehrpflicht erkennen alle jungen Männer wie geil Deutschland ist, und wie geil das Militär ist

Wohl eher das Gegenteil.

Eine Wehrpflicht ist ein super Ausgleich für die Nachteile die Frauen so haben. Frauen verdienen weniger und müssen Kinder kriegen, als ausgleichende Ungerechtigkeit müssen Männer dann ein paar Jahre zur Bundeswehr. Unter dem Strich gibt es wieder Gerechtigkeit dann.

Ungerechtigkeit × Ungerechtigkeit ergibt aus meiner Sicht nicht Gerechtigkeit, sondern Ungerechtigkeit hoch 2, also mehr Ungerechtigkeit.

Ja sehe ich eh auch so

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gegen Wehrpflicht

Ich gehöre zu der Generation, wo so ziemlich zuletzt noch junge Männer "gezogen" wurden (Jahrgang '84). Die Jungs aus meinem Jahrgang, die nicht verweigert oder auf Ausmusterung gesetzt haben, waren damals schon die, wo man sich wirklich Gedanken gemacht hat, ob es eine gute Idee ist, ausgerechnet denen den Umgang mit schweren Waffen beizubringen...

Und die, die beim Bund waren, nun, die konnten danach richtig gut Betten machen, das schon. Ansonsten wirkte es aber fast wie eine Art Trauma, wie sie von der Zeit dort berichtet und ihr Tun glorifiziert haben. Irgendwas lief da so richtig schief mit ihnen...

Übrigens, wenn wir für zukünftige Kriege mehr Menschen brauchen, dann wahrscheinlich vor allem die, die beim Wehrdienst eh zu einem Großteil ausgemustert werden würden ;). Es kommt doch jetzt schon kaum mehr darauf an, sich mit einem Zelt im Wald durchzuschlagen. Moderne Waffensysteme werden vom Schreibtisch per Joystick gesteuert. Vielleicht wäre es da also eine bessere Lösung für den Ernstfall, wenn E-Sports gefördert werden würden, damit wir dann genug Menschen haben, die die Drohnen punktgenau und geschickt steuern können ;).

Ich gehe ja da überhaupt so weit dass ich sagen dass es so ist dass man sich im Nachherein selbst einredet dass einem das gut getan hat obwohl es einem in Wahrheit geschadet hat.

Es ist ähnlich wie wenn man als Kind ständig Ohrfeigen kriegen: Viele bei denen dem so war die rechtfertigen das später auch und sagen dass das ein nötiges Erziehungsmittel war. bzw werden oft selbst gewalttätig später.

Und ja ich weiß dass man heute keine Wehrpflicht mehr braucht, die relevanten modernen Armeen kommen heute fast alle ohne Wehrpflicht aus. (USA, Frankreich, Großbritannien usw)

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@Sebastian200834

"Das hat mir auch nicht geschadet!" - doch, Heinz-Kurt, hat es vermutlich schon, denn sonst wärst du vielleicht ein netterer Mensch, der nicht anderen irgendwas aufzwingen will, was diese gar nicht wollen... Ja, stimme dir da absolut zu!

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gegen Wehrpflicht

Die Wehrpflicht für tot zu erklären, ist nicht ganz richtig. Dass die Wehrpflicht nur ausgesetzt wurde, hat Gründe, eine komplette Abschaffung stand eigentlich nie zur Debatte.

Seit ihrer Aussetzung war die Wehrpflicht nie aktueller, als gegenwärtig, "leider" muss man sagen.

So gerät zusätzlich u.a. auch wieder Artikel 12a des Grundgesetzes zurück ins Gedächtnis. Dies alles natürlich nur in Bezug auf einen etwaigen Verteidigungsfall.

Somit sollte klar sein; jegliche Form einer Wehrpflicht ist momentan absolut kein Thema.

Liegt an verschiedenen Faktoren, verschiedene Probleme, die der Bundeswehr anhängen, löst man nicht durch eine Militärdienstpflicht, abgesehen davon würde es Jahre dauern, bis die Bundeswehr die notwendigen Kapazitäten und Ressourcen dafür bereitstellen könnte.

Die Bundeswehr benötigt qualifiziertes Personal, es ist nicht zu erwarten, dass man dort, durch eine Wehrpflicht, im erforderlichen Rahmen, dieses Personal längerfristig an die Bundeswehr binden könnte.

Sicherlich ist die Personalfrage ein schwieriges Thema, wo doch schon diverse Berufszweige in der freien Wirtschaft immense Probleme haben, sich für Arbeitskräfte attraktiv zu machen. Hier hat man bei der Bundeswehr ebenfalls noch kein greifbares Konzept entwickelt, wie auch?

Hi ponter, wie passt : ,,Seit ihrer Aussetzung war die Wehrpflicht nie aktueller, als gegenwärtig, "leider" muss man sagen.“ und: ,,Somit sollte klar sein; jegliche Form einer Wehrpflicht ist momentan absolut kein Thema.“ zusammen?

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@DZB76

Steht mit folgendem Satz im Zusammenhang:

Dies alles natürlich nur in Bezug auf einen etwaigen Verteidigungsfall

Aktuell aufgrund des Krieges in der Ukraine und Russlands offensichtlichen Expansionsbestreben, ist die Wehrpflicht in Deutschland wieder in den Fokus gerückt, würde ggf. allerdings nur bei einem Angriff auf das Bundesgebiet spruchreif werden. Dieser zitierte Angriff ist jedoch unwahrscheinlich, Russland wird in Zukunft genug mit sich selbst zu tun haben.

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@ponter

Wäre es dann nicht sinnvoller die Wehrpflicht schon früher einzuführen bevor Russland angreift? Wenn es zu einem Angriff kommt reicht doch die Zeit gar nicht mehr aus um alle auszubilden? Andererseits müssten sie zuerst die Baltischen Länder und Polen angreifen, dann wäre eh der Bündnisfall ausgelöst. Wenn man unausgebildete Zivilisten ne Waffe in die Hand drückt haben doch die ausgebildeten Soldaten mehr Probleme als das man ihnen hilft?

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@DZB76

Ed geht dabei im Grunde nur um die Theorie.

Ein Angriff, bzw der Verteidigungsfall bedeutet den Bündnisfall der NATO.

Die Bundeswehr kann auf zahlreiche Reservisten zurückgreifen, die Bündnispartner ergänzen sich mit ihren Waffen Waffen/systemen gegenseitig.

Wehrpflichtige im Vorfeld unnötig auszubilden ist tatsächlich keine Option.

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@ponter

Alles klar, kenne mich einfach nicht gut aus mit Militär aber wieder was dazu gelernt danke und schönen Sonntag noch!

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für Wehrpflicht

ich selbst war noch bei der Bundewehr das eine Jahr ging ruck zum rum. Ich selbst war im Stabsdienst und hat mir viel spaß gemacht. Ich durfte viel selbst entscheiden und Planungen und Organisation übernehmen.

Privat haben wir nach Dienstschluss immer mit dem Hauptmann Computerspiele gezockt und auch viel im Umkreis von "Hammelburg" unternommen.

Aber letztendlich muss man aber fair bleiben ohne wirkliche Berufssoldaten würde es nicht funktionieren. Ein Jahr Ausbildung ist wenn man Freizeitausgleich + Urlaub dazurechnet nicht wirklich viel. Ich habe damals viele Menschen kennengelernt und bin selbst heute 30 Jahre später mit vielen noch in kontakt.

Ich bin eher der Meinung so eine Art Fremdenlegion wie die Franzosen sollte die Marchrichtung sein oder die Amerikaner.

Was wir jetzt haben ist nicht halbes und nix ganzes.. die ganzen Sparmaßnahmen haben die Truppe stark geschwächt.

Selbst in den 90 wo ich bei der BW war wir hätten gegen die NVA keine Chance gehabt alleine schon nur gegen die Panzer . Ich habe einmal mit der AK47 geschossen Wahnsinn.

2000 hat mir das G3 in Jugoslawien gereicht

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gegen Wehrpflicht

Wenn überhaupt, dann eine Dienstpflicht (also entweder Bundeswehr oder FSJ für alle) und wenn dann auch für Frauen.

Alles andere ist Blödsinn; das Prinzip, dass man früher beantragen musste den Kriegsdienst verweigern zu dürfen, widerspricht in meinen Augen schon dem Grundgesetz. Ebenso, dass nur Männer wehrpflichtig waren. Nie wieder.

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