Woher kommt der Spruch "Das bringt mich auf die Palme!"?

3 Antworten

Auf die Palme bringen...wir jemanden, den wir wütend machen, provozieren. Der Ausdruck kommt möglicherweise aus dem Tierreich: Wenn Affen sehr erregt sind, vielleicht weil Streit in der Gruppe entsteht, kreischen sie laut und flüchten sich aufgeregt auf die Bäume - da, wo Affen üblicherweise leben, wird das oft die nächste Palme sein. Andere meinen, die Wendung käme aus Ozeanien, wo manche Leute, wenn sie schwerstens beleidigt und wütend sind, auf Palmen klettern, um von dort fluchend in den Freitod zu springen. Und noch eine andere Deutung: Palmen sind, da sie keine Äste haben, recht schwer zu erklimmen. Wenn uns also etwas »auf die Palme bringt«, müssen wir schon sehr wütend sein, sonst kämen wir da wohl nicht rauf.

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Die innerliche Erregung erzürnter/verärgerter Menschen kann als etwas empfunden, das gleichsam nach außen in Form von Handlungen drängt. Dieses Hochgehen kann in Analogie zum Explodieren von Sprengstoff gesehen werden. Die Palme ist eine früh in Redewendungen aufgenomme Pflanze. Gedacht werden kann für die Konkretisierung des Bildes auch an tropische Palmen mit hohen schlanken Stämmen, deren Existenz Europäern in der Neuzeit bekannt geworden ist. Dort waren Beobachtungen möglioch, wie ein Tier schnell (z. B. flüchtend) schnell hochkletterte oder Einheimische zum Ernten emporkletterten (z. B. Dattelpalme, Ölpamle. Kokospalme). Dies kann Kraft erfordern und der Zorn/die Verärgerung als Antrieb, der Anschubskraft verleiht.

Lutz Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Band 3: Homer – Nutzen. 5. Aufage der Taschenbuchausgabe [der Neubearbeitung 1991]. Freiburg [Breisgau] ; Basel ; Wien : Herder (Herder-Spektrum ; Band 5200 ), 2001 , S. 1129 gibt an:

jemanden auf die Palme bringen: jemanden erbosen, erzürnen

auf der Palme sein: erzürnt, zornig sein

Die Redensart beruht auf der Grundvorstellung des „Hochgehens“ des Zornigen, die hier nur konkretisiert und bildlich ausgeschmückt erscheint.

<a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/essigsessenzen/760863/" target="_blank">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/essigsessenzen/760863/</a>: „Jemanden auf die Palme bringen

Die Palme, die so heißt, weil ihre Blätter der Handfläche (lateinisch "palma") ähneln sollen gehört zu den urbeliebten Bäumen. In der Bibel preist man sie alle Naselang, im Koran sowieso und danach in allen möglichen Büchern und Bildern. So wurde sie auch in manchen Wendungen beliebt. "Die Siegespalme davontragen" sagte man zum Beispiel, viel später auch noch "sich einen von der Palme schütteln".

So lag es durchaus nahe, wenngleich nicht auf der Hand, sie mit einem Sprachbild zu verknüpfen, das sich im Zusammenhang mit den neuen, hochpotenten Sprengstoffen im späten 19. Jahrhundert herausbildete. Wenn jemand zornig wurde, wütend, ärgerlich und das plötzlich, sagte man nun: "er geht in die Luft", "er explodiert", "er geht hoch" und dachte dabei an Bomben und Sprengladungen. Das "Hochgehen" wiederum nahm man wörtlich, als ginge da jemand einen Baum hoch, wobei die Palme, wie gesagt, gerade recht kam.“

Vielleicht ist das so ähnlich gemeint wie "Die Wände hochgehen" , das man halt so sauer ist und deswegen ungeante Kräfte in sich hat, die man dann in Form von "Aktivitäten" die man sonst nicht konnte (sprich auf eine Palme klettern oder die Wände hochlaufen) versucht abzureagieren. So erklär ich mir das, aber ich hab dafür keine Beweise oder so.. Also es kann gut sein, dass es der totale Schwachsinn ist, aber so fände ichs logisch.

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