Wieso dürfen Bischöfe nicht heiraten?

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11 Antworten

Katholische Kirche

Dort gilt das Zölibat. Egel welcher Status (Rang) der Geistliche hat, er darf nicht heiraten, bzw. eine Beziehung führen.

Evangelische Kirche

Diese Kirche kennt kein Zölibat. Jeder Geistliche darf heiraten oder eine Beziehung führen.

Orthodoxe Kirche

In der orthodoxen Kirche dürfen alle bis zu dem Amt des Bischofs heiraten oder eine Beziehung führen. Ab dem Amt des Bischofs gilt auch dort das Zölibat. Das höchste Amt eines verheirateten Geistlichen ist das Amt des Erzpriesters, was dem Amt eines Bischofs in etwa entspricht.

Warum Zölibat ?

Das Zölibat wird ausgesprochen und gewählt um sich mit seiner ganzen Kraft auf das jeweilige Amt konzentrieren zu können. Die Kirche gesteht den Menschen damit zu, dass man in einer Beziehung auch mal die Familie im Kopf hat, und sich entsprechend von seinem Dienst ablenken lassen würde. Diese Ansicht steht insbesondere in der katholischen Kirche in der Diskussion.

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Kommentar von emmichen2001
16.12.2015, 15:22

Danke, die Antwort hat mir wirklich weiter geholfen! :)

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Kommentar von PWolff
16.12.2015, 15:41

Wenn ich mich richtig an meinen Geschichtsunterricht erinnere, wurde der (fachsprachlich männlich) Zölibat eingeführt, als die Fürstbischöfe immer häufiger ihre Söhne zu ihren Nachfolgern machten, was der weltlichen Macht nicht passte.

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Das n der orthodoxen Kirche dürfen Priester NICHT heiraten, sondern Verheiratete können geweiht werden Diese Regelung gilt auch bei den katholischen Ostkirchen.

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Der Pflichtzölibat wurde ursprünglich eingeführt, damit im Fall des Ablebens eines Priesters in der römischen Kirche sein Vermögen an die Kirche fällt und nicht an seine Erben. Wie gesagt, das gilt für die römische Kirche. In vielen unierten Teilkirchen der römisch-katholischen Kirche sind verheiratete Priester der Normalzustand

Der Zölibat ist weder in den altkatholischen, evangelischen, noch in den orthodoxen Kirchen verpflichtet. Da orthodoxe Bischöfe aber praktisch immer Mönche sind herrscht dort unter Bischöfen praktisch auch ein Zölibat.

Ein Sonderfall stellen manche orthodoxe und unierte Kirchen dar, in denen zwar eine Eheschließung vor der Priesterweihe gestattet ist (und damit verheiratete Priester akzeptiert werden), aber nach der Priesterweihe ein Heiratsverbot besteht.

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Die Frage stimmt so nicht, denn evangelische bzw. protestantische Bischöfe dürfen heiraten. Nur katholische Bischöfe sind nach den Regeln der katholischen Kirche an das Zölibat, die Ehelosigkeit als Selbstverpflichtung gebunden.

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  • In der Römisch katholischen Kirche gibt es den Zölibat ,es ist die Ehelosigkeit des Priesters der sich ganz Gott zur Verfügung stellt .Und auch dafür im Sakrament der Priester weihe geweiht wird.Das gilt logischwerweise auch für einen Bischof der ja immer auch ein Priester ist.Jeder Mann der hier Priester wird ,geht das freiwillig  ein .ansonsten könnte er sich eine Reformierte Kirche suchen wo das alles nicht vorkommt.
  • In der Orthodoxen Kirche gilt die Verpflichtung zum Zölibat nach der Weihe, weshalb die Priester dort meist vor der Weihe heiraten ,denn nachher geht das auch nicht mehr .Dort sind Bischöfe (die Patriarchen) immer auch  Mönchs Priester welche natürlich auch das Keuschheitsgelübte abgelegt haben wie alle Ordensleute .
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Hallo emmichen2001,

die Katholische Kirche beispielsweise verlangt zwar für ihre Priester und Bischöfe den Zölibat, doch steht dieser eindeutig zum Widerspruch zu dem, was die Bibel sagt. Es heißt dort: „Es muß aber der Bischof untadelhaft sein, e i n e s Weibes Mann“ (1. Timotheus 3:2, katholische Übersetzung von Allioli). Nirgendwo wird in der Bibel auch nur angedeutet, dass ein Diener Gottes verpflichtet wäre, ehelos zu bleiben. In einem Nachschlagewerk steht darüber: „Keine Passage im N[euen] T[estament] kann als ein Eheverbot für Kleriker im Evangeliumszeitalter interpretiert werden.“ (Cyclopedia of Biblical, Theological, and Ecclesiastical Literature von McClintock und Strong).

Zur Zeit der ersten Christen kannte man kein Zwangszölibat. Der Apostel Petrus selbst und auch einige andere führende Männer, die in der Christenversammlung Autoritätsstellungen innehatten, waren verheiratet (siehe z.B.Matthäus 8:14; Apostelgeschichte 18:2; 21:8, 9; 1. Korinther 9:5). Von der Bibel her gibt es also keinen Grund für das Heiratsverbot. Wie also konnte der Zölibat dann entstehen?

Nach etwa drei Jahrhunderten Christentum wurden nominelle Christen allmählich von hellenistischem Gedankengut beeinflusst, wodurch es zu einer entstellten Ansicht über Ehe und Familie kam. in der New Encyclopædia Britannica heißt es dazu: „Die Ansicht, Geschlechtsverkehr sei verunreinigend und mit der Heiligkeit unvereinbar, wurde die hauptsächliche Triebkraft für die Praktik des Zölibats". Im vierten Jahrhundert erließ die Kirche dann ein Gesetz, das einem Priester untersagte, vor der Eucharistiefeier Geschlechtsverkehr zu haben. Als dann später die tägliche Eucharistiefeier eingeführt wurde, musste er dauerhaft abstinent leben. Dann wurde die Ehe schließlich ganz untersagt.

Die Bibel hatte jedoch schon lange voraus vor dieser Entwicklung mit den Worten gewarnt: „Der Geist sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden . . . Sie verbieten die Heirat“ (1. Timotheus 4:1, 3, Neue Jerusalemer Bibel). Interessanterweise heißt es hier, dass das Heiratsverbot kennzeichnend für diejenigen sei, die "vom Glauben abfallen" würden.

Mit dem Zölibat hat die Kirche sowohl sich selbst als auch vielen ihrer Geistlichen einen schlechten Dienst erwiesen. Zum einen führt er zu einem immer stärkeren Rückgang des Priesternachwuchses und zum anderen hat er bei vielen Geistlichen zu Unsittlichkeit und leider auch zu Kindesmissbrauch geführt. Wäre die Kirche bei dem geblieben, was die Bibel über Ehe und Familie sagt, wäre ihr und vielen anderen großes Leid und Ärger erspart geblieben.

LG Philipp

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Kommentar von omikron
17.12.2015, 09:22

Wie gut, dass wir als Kontrollgruppe den Protestantismus haben. Hier kannst du sehr schön sehen, ob deine Schlußfolgerungen richtig sind.

Mit dem Zölibat hat die Kirche sowohl sich selbst als auch vielen ihrer Geistlichen einen schlechten Dienst erwiesen. Zum einen führt er zu einem immer stärkeren Rückgang des Priesternachwuchses 

Die kirchliche Personaldecke ist allgemein rückläufig, in der evangelischen Kirche sogar stärker als in der katholischen.

und zum anderen hat er bei vielen Geistlichen zu Unsittlichkeit und leider auch zu Kindesmissbrauch geführt. 

Ein Zusammenhang ist nicht zu erkennen. Unsittlichkeit gibt es in den besten Familien, auch in evangelischen Pfarrhäusern, und Kindesmissbrauch gibt es im Sportverein genauso wie in der Familie und im Bereich der evangelischen Kirche.

Wäre die Kirche bei dem geblieben, was die Bibel über Ehe und Familie sagt, wäre ihr und vielen anderen großes Leid und Ärger erspart geblieben.

Ich kann nicht behaupten, dass sich die evangelische Kirche bei Ehe und Familie besser an die Bibel hält als die katholische - beide setzen wohl unterschiedliche Schwerpunkte - aber großes Leid und Ärger gibt es hier wie dort, wie in der heutigen Zeit generell. Nicht zu vergessen, wenn du von der Bibel sprichst, ist aber das Wort des Apostels Paulus: "Ich wollte, dass alle unverheiratet sind wie ich."

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Ich zitiere mal aus Wikipedia:

Geschichte des Zölibats in der römisch-katholischen Kirche[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Neuere Forschungen haben ergeben, dass die Zölibatsverpflichtung für Priester schon wesentlich länger existiert als bisher angenommen. Von Bedeutung ist hier die Unterscheidung zwischen einem Ehelosigkeitszölibat und einem Enthaltsamkeitszölibat. Unter Ehelosigkeitszölibat versteht man, dass Kleriker nicht verheiratet sein dürfen; beim Enthaltsamkeitszölibat ist es durchaus möglich, dass Verheiratete die Weihen empfangen, allerdings müssen sie ab dem Tag der Weihe enthaltsam leben. Der Enthaltsamkeitszölibat wurde erstmals auf der Synode von Elvira (ca. 306) als Gesetz festgeschrieben. Da solche Rechtsentscheidungen in der Regel erst getroffen wurden, wenn es bereits eine allgemein geübte Praxis gab, dürfte als historischer Beginn des Priesterzölibats nicht das Datum dieser rechtlichen Festlegung anzusetzen sein, da anzunehmen ist, dass schon eine längere Tradition bestand. Einige Historiker (Cochini, Heid u. a.) vertreten die Ansicht, der Zölibat gehe auf die apostolische Zeit zurück.[7]

Verheiratete Diakone, Presbyter und Bischöfe mussten nach dem Kanon 33 von Elvira sexuell enthaltsam leben (abstinere se a coniugibus suis et non generare filios). Diese Bestimmung wurde auch vom Konzil von Nicäa übernommen. Die apostolischen Konstitutionen aus dem späten vierten Jahrhundert untersagten Priestern die Ehe mit Frauen bestimmter Stände oder Berufe. Das Konzil von Toledo (400) verbot Priestern eine dritte Ehe, Papst Gelasius (492–496) eine zweite.[8] Papst Leo der Große (440–461) führte die Regel ein, dass die Priesteramtskandidaten das Zölibatsversprechen vor der Weihe zum Subdiakon ablegten. Diese Weihestufe gehört nicht zum Weihesakrament, kam aber vom Bedeutungsgehalt einem Verlöbnis vor der Eheschließung gleich.

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Hier noch kurz ein Zitat welches deutlich macht dass der Zölibat keine besondere Erfindung monotheistischer Religionen ist. Ebenfalls Wikipedia 

Antike Religionen[Bearbeiten]

Ein Beispiel für sexuell enthaltsame Lebensformen in antiken Religionen sind die Priesterinnen der Vesta. Während ihrer dreißigjährigen Amtszeit hatten die Vestalinnen ihreJungfräulichkeit zu bewahren. Eine unkeusche Vestalin wurde aus der Priesterschaft entfernt und lebendig begraben, ihr Verführer zu Tode gepeitscht.

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Kommentar von hertajess
18.12.2015, 00:04

Bei den Christen welche sich zur kath. Kirche zusammen fanden gab es wohl schon immer in Abständen unterschiedliche Regeln zum Thema. Sonst würde keinen Sinn machen dass hier und da neue Regeln aufgeschrieben wurden. 

Priester waren in Dörfern die Ranghöchsten welche die höhere Herrschaft vertraten. In Städten gab es auch Bischöfe.... . Die Macht scheint den Männern zu Kopf gestiegen zu sein. Jedenfalls wurde vor allen Dingen von Bischöfen und höher gestellten sexueller Missbrauch in so großem Maße betrieben dass schlussendlich die Bevölkerung rebellierte und damit innerkirchliche Forderungen nach Neueinführung und strickter Beachtung des Zölibat einforderte. 

Nun ja. Eine nennenswerte Ausbildung darf hier auch nicht unterstellt werden. Wie die Menschen teilweise an ihre Posten kamen - dazu gibt es reichlich hochinteressante Literatur. Amerikanische Horror-, Thrillergeschichten lässt Du im Vergleich zu mancher aufgearbeiteten Faktendarstellung gerne links liegen. 

Gläubige Kritiker anderer Missstände in dieser Institution wie Luther, Calvin und so fort wendeten ihr Hauptaugenmerk auf die Glaubenshintergründe welche eben auch zu sexuellem Missbrauch führen können wie Machtgier, Herrschsucht, Drogensüchte unterschiedlicher Art und so fort. Ehrlich gestanden kann ich bis heute mancher Argumentation bzw. Gegenargumentation zum Thema Zölibat bei diesen Menschen nicht so ganz folgen. Zumindest nicht wenn ich versuche die Quelltexte nachzuvollziehen. 

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Der Zölibat bindet an keinen speziellen Menschen. Damit befreit er von mancher Erpressungsmöglichkeit. 

Der Zölibat kann tatsächlich "den Kopf für wichtigere Themen frei machen". Themen die über das eigene Ich aber auch über die eigene Generation weit hinaus gehen. 

Die nicht sexuell genutzte Energie kann für die Gemeinschaft / das Gemeinwohl genutzt werden und sollte es. 

Der Zölibat soll das eigene Ego schrumpfen lassen.  

Da zum Zölibat nicht jeder Mensch geeignet ist kann auch von einem gewissen sogenannten Gottesurteil über die jeweilige Person ausgegangen werden. 

Der Zölibat verändert Geruch und Ausstrahlung eines Menschen und hebt ihn auf diese Weise von den sogenannten normal Lebenden ab. 

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Das wurde abgeschafft. Zumindest in Deutschland, da es mit dem Grundgesetz nicht übereinstimmt. Kündigungen aus dem Amt sind aus diesem Grund nicht möglich.


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Kommentar von sleepy55
16.12.2015, 15:00

Aha. Und woher hast du das? Welcher katholische Bischof ist verheiratet?

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Kommentar von waldfrosch64
17.12.2015, 18:32

kopfschüttel 

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Weil sie dem Zölibat unterliegen. (Katholische).

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Weil sie versprochen haben, nicht zu heiraten, deshalb.

"Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen."

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