Wie wirkt man bei einer Rede sympathisch?
Hi,
Nunja, die Frage steht im Titel: Wie kann man bei einer Rede (auf einer Bühne) sympathisch wirken bzw. gut beim Publikum ankommen? Verständlich sprechen, Gestik und Mimik einsetzen usw. ist völlig klar, aber wie genau? Welche Tipps würdet ihr einem unerfahrenem Redner/einer unerfahrenen Rednerin geben?
Danke schonmal für die Antworten
5 Antworten
Wichtig für einen Redner vor Publikum ist, dass er in der Lage ist, durch seinen Vortrag sein Publikum von sich zu überzeugen.
Dies gelingt ihm dann, wenn er seinen Stoff aus dem FF beherrscht und ihn frei vortragen kann. Ablesen von seinen vor auf dem Pult vor ihm liegenden Papieren lässt an seiner Kompetenz zweifeln. Daher ist eine exzellente, umfassende und gute Vorbereitung und Ausarbeitung des Themas das A und O eines Vortrags.
Dies gibt ihm dann auch die nötige Sicherheit, seinen Vortrag ohne zu stottern und ohne unsachgemäße Pausen, in denen er nach den richtigen Worten suchen muss, abhalten zu können.
Für einen ungeübten Redner ist es deshalb empfehlenswert, sich zu Hause an verschiedenen Tagen zuvor mehrmals vor den Spiegel zu stellen und die abzuhaltende Rede zu üben und sich dabei kritisch selbst zu betrachten und zu analysieren.
Ein Redner sollte natürlich wirken und keine eingespielte Pose einnehmen. Er sollte locker und gut gelaunt erscheinen und nicht wie ein gestresstes Häufchen Elend vor der Audienz stehen und jedes Wort gepresst herausbringen. Das Publikum muss sehen und mitfühlen, dass es ihm Spaß macht, seinen Vortrag zu halten.
Mit einer solchen Einstellung und Vorgehensweise ergeben sich Gestik und Mimik von selbst. Denn ein Redner tritt nicht wie ein Schauspieler vor sein Publikum, bei dem das Wichtigste die Gestik und Mimik ist, sondern die Beherrschung der Thematik, die dazu führt, dass er als Person überzeugend wirkt! Denn das Publikum ist natürlich in erster Linie um der Information willen anwesend.
Wenn ein Redner zusätzlich noch durch seine Persönlichkeit bei seinem Auftritt überzeugen kann und positiv wirkt, ist seine Rede in jeder Beziehung gelungen und er hat das Publikum von sich überzeugt und es begeistert!
Viel Glück und gutes Gelingen!
Alle guten Wünsche!
Regilindis
Das Beste, was Du echt machen kannst: Die Rede trainieren! Und laut und frei z.B. in Deinem Zimmer, oder auch nach mehrmaligem Üben, vor Deinen Eltern zu reden, die Dir sicherlich offen sagen werden, wie Du wirkst und rüberkommst!
Das Training, also laut und frei, nur mit einen kleiner Spickhilfe zu üben, macht Dich sicher! Und vor diesem ist sehr wichtig: Den Stoff sehr gut beherrschen!
Bedenke auch! Eine gewisse Nervosität ist nicht nur normal, sondern auch gesund und willkommen! Denn sie veranlasst i.d.R. zu guten Leistungen, weil im Gehirn dazu alle Hebel angeschaltet werden! Viel mehr als normal im tgl. Leben. Davon können Schauspieler bei ihrem Auftritt auf der Bühne, vor allem vor der Premiere, ein Lied singen! Und d a s verleiht Flügel!
Viel Glück! Du machst das! Schade, dass ich nicht dabei sein kann! Alles Gute!
Wichtig ist auch, dass man sowohl den Inhalt der Rede als auch die gewählte Sprache immer dem Publikum anpasst.
"Sprache" kann dabei Wort wörtlich gemeint sein. Also nicht, die Rede auf Tschechisch halten wenn man vor lauter Briten steht! Aber auch was den Sprachjargon und die Wortwahl angeht. Also zb, wir die Rede über "Knochenbrüche" ganz anders ausfallen, wenn ein Arzt vor einer Gruppe Ärzte spricht im Vergleich dazu, wenn man über das gleiche Thema vor einer Gruppe Teenager spricht.
Eine Rede muss nicht immer witzig sein - aber es hilft im Allgemeinen wenn man ein wenig Humor mit einfließen lässt. Selbst bei zb einer Trauerrede darf man sich schmunzelnd an den Verstorbenen erinnern. Aber auch hier wieder: denk ans Publikum! Also keine Sex-und-Sauf-Anekdoten über den verstorbenen besten Kumpel, wenn seine Oma und seine Witwe vor einem sitzen.
Viele beginnen auch gerne mit einem Statement das zuerst völlig fehl am Platz wirkt oder provokant unpassend. Es dient dazu, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu bekommen. Auch wenn sie sich denken "hä?" - sie denken und sie hören zu. Wie man zu dem Statement gekommen ist, rundet sich dann später in der Rede ab. Zumindest bei einer guten Rede.
Und wenn wir schon beim "Abrunden" sind: eine Rede sollte sich zwar nicht im Kreis drehen und sich inhaltlich wiederholen und damit künstlich in die Länge ziehen, ABER sie sollte einen geschlossenen Kreis bilden und mit dem Fazit am Ende unterstreichen, was man zu Beginn festgestellt hat.
Ab und zu etwas humorvolles (kein Witz) mit einbringen. Das weckt das Interesse der Zuhörer noch mehr und hören interessierter zu.
Empfehle am Anfang alleine vor dem Spiegel zu trainieren.
Meine Erfahrung.
Ich hasse langweilige Reden und wäre sicher beim Cuthbert Binns mit seinen Lesungen über die Kriege der Kobolde auch eingeschlafen, schneller als Ron und Harry.
Man sucht Kontakt zum Publikum, nimmt Augenkontakt mit mehreren Personen auf, lässt den Blick schweifen, regiert auf die Stimmung, ist freundlich und aufgeschlossen, regiert nicht negativ auf Zwischenrufe, macht Pausen beim Sprechen, moduliert mit der Stimme (nicht monoton wie ein Nachrichtensprecher)
bei punkt und komma luft holen.
nicht zu lange sprechen !
nach 22 min hört niemand mehr auf den inhalt !
Danke erstmal für die Antwort! Hast du vielleicht auch noch Tipps wie man - neben dem Auswendigkönnen seiner Rede, dem Ernstmeinen des Gesagten und, natürlich, Erfahrung - Nervosität weitestgehend ablegt? Am Ende stehen nun doch viele eher Unerfahrene - wohl trotzdem kaum mangels theoretischen Wissens oder Textunsicherheit - auf der Bühne, zittern wie Espenlaub oder reden wie ein japanischer Schnellzug ...