Wie viel Mathe braucht man letztendlich wirklich in Informatik (programmieren)?

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8 Antworten

Wenn du es studierst, brauchst du sehr viel Mathe, um das Studium bestehen zu können. Weit mehr, als auf dem Gymnasium. Wie viel du im Beruf später brauchst, hängt davon ab, was du machst. Das kann von annähernd null bis unglaublich schwer alles sein. Nehmen wir mal an, du willst eine hochkomplexe 3D-Engine programmieren oder irgendwelche Simulationsprogramme, dann wird es sehr mathematisch. Mit Oberstufe kommst du da nicht weit. Arbeitest du beispielsweise bei uns als Programmierer, dann kommst du die meiste Zeit selbst mit Realschulmathe super aus. Die Komplexität bei unseren Programmen ist primär durch komplexe Prozesse, Umfang und intelligentes performantes Programmieren begründet. Rechnen musst du da nicht so viel und meist eben nur sehr einfache Dinge.

Marbuel 12.07.2017, 09:13

Schaden kann es auch als Fachinformatiker nicht, wenn du dich mit ein paar Sachen aus der Uni beschäftigst. Es macht aus dir definitiv einen besseren Entwickler. Außerdem existiert in der Wirtschaft die Erwartungshaltung, dass du als Fachinformatiker in der Entwicklung die gleiche Arbeit verrichten kannst, wie jemand mit Diplom. Ich werde in unserer Firma in keiner Weise geschont. Und wenn dann doch mal etwas ums Eck kommt, wo etwas Wissen in bestimmten mathematischen Gebieten von Nutzen wäre, dann ist etwas Wissen in diesem Gebiet nicht verkehrt. Hatte ich zum Beispiel mal bei einem Prozess, wo etwas Wissen über die Kombinatorik echt nützlich war. Und da gibt es viele Beispiele, wo es durchaus Sinn macht, sich damit zu beschäftigen.

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Jerrycrafting 12.07.2017, 14:57

Vielen Dank, für deine Informative Antwort. Welchen Studiengang bzw welche Ausbildung müsste ich denn wählen, um in die von dir genannte Richtung zu gehen?

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Marbuel 12.07.2017, 15:06

Naja - die besten Möglichkeiten hast du selbstverständlich als studierter Informatiker. Wenn es eine Ausbildung sein soll, dann der Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder der mathematisch technische Software-Entwickler, wobei der natürlich tendenziell eher an Software schreibt, die gewisse mathematische Ansprüche stellt. Ist aber kein Muss, der kann ebenso auch bei Firmen arbeiten, die mathematisch wenig anspruchsvolle Software machen.

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Das kommt auch darauf an in welchem Bereich der Informatik du dich bewegst. Im wissenschaftlichen Umfeld ist das etwas anders wie als Webdesigner.

Man braucht noch wesentlich mehr. Fouriertransformationen an allen Ecken und Enden, komplexe Matrizen-Routinen im Machine Learning und viele stochastischen Abschätzungen im Big Data Mining..

Da brauchst Du weitaus mehr als Schulmathematik..

du mußt jedenfalls in der Lage sein, alle mathematischen Problemstellungen in der von dir gewählten Hochsprache darzustellen und die Algorithmen zu implementieren.

Zum Glück gibt es für all diese Probleme eine fast unüberschaubare Fülle von Code-Schnipseln für die großen Sprachen. Aber gute Abitur-Note, solide Kenntnisse in Mathematik sind das Sprungbrett, sozusagen.

Nein, es geht auch um komplexere Probleme. Gibt halt Sachen, da braucht man Vektorrechnung, Mengenlehre, Infinitesimalrechnung und Statistik. Das muss man nämlich auch mathematisch umsetzen können.

Meinst du jetzt wirklich "Mathe"?
Oder meinst du nur Oberstufenstoff?

Was in der Schule im Mathe-Unterricht gemacht wird, das ist nicht wirklich Mathe! Das ist nur "Rechnen" ;-)

Uni-Mathe hat mit Schul-Mathe nicht viel zu tun.
Die Mathematik, die  im Informatik-Studium gebraucht wird, das ist eine ganz andere Hausnummer und wesentlich anspruchsvoller als Schul-Mathe.

Und falls du tatsächlich ein Informatik-Studium meinst, da hast du anscheinend ganz falsche Vorstellungen. Informatik ist NICHT gleich Programmieren ;-)

KnorxyThieus 11.07.2017, 20:19

Komisch, das mit dem "nur 'Rechnen'" hab ich in der siebten Klasse auch schon mal über die Grundschule gehört ^^

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triopasi 11.07.2017, 20:21
@KnorxyThieus

Weil am Gymnasium zB etwas Denken dazukommt. Aber wirklich Mathe ist das echt nicht ;)

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Rubezahl2000 11.07.2017, 20:23
@KnorxyThieus

@Knorxy: Genau so zieht sich das immer weiter ;-)
Im Rückblick merkt man immer erst, wie einfach das alles war, was man vorher gemacht hat.
Jeder, der Informatik, Mathe, Physik studiert, wird bestätigen, dass Oberstufen-Mathe (auch Mathe LK) ein Witz ist gegenüber Uni-Mathe ;-)

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KnorxyThieus 11.07.2017, 20:23
@triopasi

Yippie, endlich mal eine Herausforderung ab Herbst, ich freu mich schon drauf! :D

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KnorxyThieus 11.07.2017, 20:39
@Rubezahl2000

Wahrscheinlich wird das Studium trotzdem eine Herausforderung, aber einen Witz würde ich auch schon meinen Mathe-LK nennen ... ;-)

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Im Studium? Da braucht man wesentlich mehr, als den Oberstufenstoff. Auch mit 15 Punkten im Mathe Abi (BaWü) fand ich es sehr anspruchsvoll.

...eh die Mathematik geht weit über den Oberstufenstoff hinaus.

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