Wie soll man mit Psychologe reden?

10 Antworten

Du vermutest, dass du dir komisch vorkommst und du anfängst zu weinen. Das ist ein sehr guter Anfang. Wenn du tatsächlich keine Erfahrung damit hast, über deine Gefühle zu sprechen, sind Magenprobleme eigentlich zu erwarten. Ein persönliches Gespräch mit einem Psychologen ist dann genau das richtige.

Vertraue ihm, er ist darin ausgebildet. Wenn du dich komisch fühlst, sage einfach: "Ich fühle mich komisch." Das ist ein sehr guter Anfang. Wenn du weinst, weine. Er wird dir die richtigen Fragen stellen. Sei einfach offen und schonungslos ehrlich. Ein Gespräch ist harmloser als irgendwann den Magen aufzuschneiden, um ein Geschwür zu entfernen.

Du würdest lieber chatten. Wow. Das klingt eher nach einem Hilferuf. Offenbar ist persönlicher Kontakt ein Problem für dich. Aber keine Sorge: Wir Menschen können das seit Millionen von Jahren. Du wirst das lernen und prima hinbekommen. Es gibt da keinen "richtigen" Weg, sondern du wirst deinen eigenen finden.

Gute Besserung!

Das ist ein sehr lieber Kommentar. Danke! :)

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Bei einem guten Psychotherapeuten hilft er dir dabei. Sprich einfach über deine Ängste, mit ihm oder ihr zu sprechen. Sprich darüber, dass du nicht gut über Gefühle reden kannst und dass du deswegen Hilfe brauchst.

Gerade das, über GEfühle reden, die man im Augenblick hat, ist wichtig in einer Therapie. Du darfst/sollst es lernen über ALLE Gefühle zu reden, die du im Augenblick verspürst. Über Gefühle zu reden, die du mit 4 Jahren hattest, ist nicht so interessant. Du darst/sollst es lernen, über alle Gefühle, die du im Augenblick hast zu sprechen.

In deinem Falle heißt das allerdings vermutlich, dass du erst mal lernen musst, sie wahrzunehmen. Gerade Menschen mit psych. verursachten Magenproblemen können das nicht. Die Schmerzen kommen durch das ewige Runterschlucken zustande.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Naja ich verstehe dich irgendwo.. ist ja ne fremde Person usw.. aber der kitzelt das schon aus dir raus.. das ist dem sein Job und er macht das täglich..

Mir fiel es auch schwer.. aber irgendwann reisst der Faden und du kannst einfach reden.. dann sprudelt es aus dir raus.

Du sollst ja nicht sofort deine Lebensgeschichte erzählen ;) aber bitte, geh ganz locker an die Sache ran und mach dir nicht zu viele Gedanken.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Naja das mit den Gedanken ist genau mein Problem. Ich zerdenke alles ins unermessliche, aber halt nie positiv. Es sind Gedankenspiralen die nicht aufhören, manchmal versetze ich mich damit richtig in Panik ...

Ich finde immer eine Möglichkeit alles ins Negative zu ziehen. Ich mein ich mache es ja schon wieder. Ich weiß dass ich vor ihm sitzen werde und nichts sagen werde und das werde ich jetzt so lange denken bis es soweit ist und ich es wirklich nicht hinbekomme vor ihm zu reden.

Dazu kommt dass mir meine Probleme total albern vorkommen. Im Vergleich zu meinen Freunden ist das so lächerlich und ich schäme mich, dass ich trotzdem Folgen davon trage. Ich meine mir ist nichts schlimmes passiert, ich wurde weder vergewaltigt noch sonst was, aber Freunde von mir halt schon ...

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@MSYNC

ja genauso geht es hundert anderen Menschen beim Psychologen auch. so ging es auch mir.. heut noch sehe ich alles negativ...

Saß neulich mal im Stau fest und meinte per whats app zu meinem Kumpel: "Na wenigstens hab ich keinen Durchfall" und er dann total geschockt: "hä seit wann denkst du positiv?" Ich bin wirklich ein negativer Mensch...

Also versuch es... so blöd es klingt, geh hin und versuch es. solche Termine... (die ersten 5) sind dafür da, dass du merkst ob das was für dich ist oder nicht! Lern den Menschen kennen der vor dir sitzt... und beobachte das alles genau ok?

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@MSYNC

Deine Probleme belasten dich, dass reicht vollkommen aus für nen Psychologen!

Versuch mal bewusst deine negativ Spirale zu durchbrechen. Denke bewusst dir was positives zusammen, denke bewusst wie du mit ihm redet oder denke bewusst an was ganz anderes!

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Du kannst davon ausgehen, dass Therapeuten (Psychologen sind von ihrer Ausbildung her noch keine Therapeuten), in der Lage sind, ein Gespräch so behutsam zu beginnen, dass es dir nicht allzu schwer fallen wird, dich einzubringen. Ich habe selbst eine therapeutische Ausbildung (bin jetzt in Rente) und habe nie Menschen, die mit psychischen Problemen zu mir kamen, so einfach aufgefordert, sie sollten mir erzählen, was sie für ein Problem haben bzw. warum sie eigentlich zu mir kommen. Man könnte dich vielleicht bitten, etwas aus deinem Leben zu erzählen. Egal was. Du wählst es aus. Oder über deine beruflichen und außerberuflichen Interessen. Es geht erst mal darum, Vertrauen zu schaffen, das richtige Gesprächsklima herzustellen. Denn nur dann hat man eine Basis, um gemeinsam (!) an Problemen arbeiten zu können. Wenn Du erst mal nichts sagen kannst (weil Du etwa erst mal die "Atmosphäre" des Raumes in dich aufnehmen willst), wäre das aus meiner Sicht auch in Ordnung. Außerdem: Ein guter Therapeut wird nie etwas, was Du sagst oder empfindest als "albern" ansehen. Warum? Weil er oder sie Respekt hat vor dir als Person. Auch wenn ein Mensch depressiv und sich als wertlos fühlend vor einem Therapeuten sitzt, so wird dieser kein Werturteil abgeben, weder in Gedanken noch in Worten. Ich habe manchmal Klienten gesagt, dass ich sie als Mensch nicht wertlos sondern wertvoll finde. Und deshalb mit ihnen arbeite. Also, gib einer Therapie und einem Therapeuten oder eine Therapeutin eine Chance. Es lohnt sich!

Machen wir es kurz.

Das sind ganz typische Sorgen und Ängste vor dem ersten Besuch beim Psychologen.

Du sollst da ja auch nicht rein gehen und sofort alles erzählen, was dir auf dem Herzen liegt. Ihr führt erstmal ein normales Gespräch und alles Weitere ergibt sich dann.

Du musst nichts erzählen was du nicht willst und wenn du mit dem Therapeuten nicht klar kommst, dann solltest du ihn wechseln.

Versuche es, es wird dir sicher helfen.

Alles Gute

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