Wie findet ihr das Armband als buddhistischen Glücksbringer?


23.11.2020, 18:13

dieses Armband soll mich zurück zur ruhigen Mitte bringen wenn ich in schlechten Situationen bin, deshalb die entspannende Farbe türkis weil diese Farbe für Freiheit steht und das soll mich daran erinnern dass ich pazifistisch nett und hilfsbereit handle (buddhistisch halt) und mich an alle 8 Gebote (8 Pfade) des Buddhismus halten sollte...

 - (Religion, Schmuck, Wert)

15 Antworten

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und der Meinung, dass praktisch alles als Mittel verwendet werden kann, um die eigene Praxis zu fördern.

Ob man nun eine Handgelenk-Mala, einen Knoten im Taschentuch oder den Gong einer Achtsamkeits-App als Hilfsmittel nutzt, ist vergleichsweise egal.

Man sollte sich allerdings nicht von Dogmen, Symbolen oder Hilfsmitteln abhängig machen, also danach streben, die eigenen Qualitäten auch ohne Hilfe zu fördern.

Übrigens sollte man nicht meinen, dass Buddhisten immer nur lächeln und niemals laut werden - manchmal ist es für jemanden eine größere Hilfe, wenn man mit klaren Worten eine Standpauke hält, als falsche Rücksicht zu nehmen.

"Glücksbringer" sind im Übrigen ein Teil des asiatischen Volksglaubens und lokaler Traditionen, nicht aber der Lehre des Buddha. Man sollte immer wissen, wann man buddhistischer Lehre folgt und wann es lediglich ein kultureller Brauch ist.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 30 Jahren praktizierender Buddhist

aber Buddhisten sind doch sehr ruhige kontrollierte Menschen die mit sich selbst und allen anderen im Frieden sind

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@nimfetkax

Fall nicht auf Klischees rein - kein Mensch ist ständig mit sich im Reinen und friedlich. Aggression ist ganz einfach Teil der menschlichen Natur.

Es kommt halt nur darauf an, wie man mit dieser Aggression umgeht - konstruktiv (z.B. gesunder Ehrgeiz) oder destruktiv (z.B. körperliche Gewalt).

Dabei kann der Buddhismus eine gute Orientierung bieten - von ständig mild lächelnden Leuten halte ich mich persönlich aber fern.

Je größer das scheinbare "Licht", desto größer auch der Schatten - dass zeigen z.B. auch Missbrauchsskandale mit buddhistischen Lehrern.

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@nimfetkax

Hast du das so im Fernsehen gesehen? Du solltest dein Leben, nicht mit dem eines buddhistischen Mönchs im Kloster vergleichen.

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Die Frage wie wir das finden, ist doch irgendwie merkwürdig. Was macht das mit dir, wenn wir das nun alle total schei.... finden?

Wichtig ist einzig, dass du dieses "Werkzeug" als Erinnerung daran, in deine Mitte zurückzukehren nutzen kannst und es dir hilft. Ich persönlich brauche keine Gegenstände und Zeremonien oder Rituale, ich gebe auch nichts auf die positiven Eigenschaften oder vermeintlichen Wirkungen irgendwelcher Steine.

wenn ich in schlechten Situationen bin

Die Kunst des Glaubens, ist ja nicht, sich aus "schlechten Situationen" zu retten, sondern die, solche Situationen gar nicht als schlecht anzusehen, sondern als Chance. Da hilft es am besten, wenn man jeden Moment seines Lebens bewusst erlebt, erfasst und feiert und weiß das alles passieren darf

Ende der 1990er waren diese "Buddha-Armbänder" ja schon groß in Mode, weil der Dalai Lama mal mit einem gesehen wurde.

Es sieht ja ganz hübsch aus, und wenn es Dir gefällt, dann trag es doch. Wenn es dazu noch als "Anker" dient und Dich an den Edlen Achtfachen Pfad erinnert - um so besser.

Ist das echter Türkis oder ein anderer Stein - oder einfach buntes Glas?

Und rezitierst Du darauf irgendetwas? Ein Mantra, ein Gebet oder einen Satz? Es lässt sich doch auch wie eine Mala, bzw. ein Rosenkranz verwenden.

Es ist schön - Aber an Glücksbringer glaube ich als Nichiren-Buddhist nicht.

Dürfte ich fragen Warum nicht?

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Das Armband kannst Du natürlich tragen. Ob es Dich zu einem besseren Menschen macht?

Früher hat man sich einen Knoten ins Taschentuch gemacht, um sich etwas zu merken. Da war doch was, warum hab ich den Knoten da reingemacht? Genau so funktioniert das Armband. Es ist hübsch, Du lächelst und erinnerst Dich daran, dass Du achtsamer und gütiger mit Deiner Umwelt und Dir selber umgehen möchtest.

Darüber hinaus ist die "Mala" ähnlich in anderen Religionen zu finden. Rosenkranz beten, islamische Gebetsketten oder eben diese Perlenkette - wir zählen an den Perlen die Anzahl der Wiederholungen unseres Gebets oder Mantras. Om Mani Padme Hum ist das Mantra von Avalokiteshvara, dem Buddha des Mitgefühls und Schutzherr Tibets. Sein Mantra findet sich überall im Himalaya und ist auch zu uns gelangt. Oh Juwel im Lotos (und zahlreiche tiefere Deutungen der Silben, z.B. steht jede für die Befreiung eines der 6 Daseinsbereiche usw.) erinnert uns an die makellose, nicht anhaftende, unteilbare Buddhanatur. Ob der Glaube Dich mit einem real existenten Buddha verbindet oder "nur" Deine eigene Buddhanatur freilegt, spielt keine Rolle.

Andere Mantras wären Om tare tuttare ture soha (Grüne Tara) oder Om a hung benza guru pema siddhi hung (Padmasambhava). Der tantrische Buddhismus sieht in der "Erweckung", Visualisierung von und schließlich der völligen Identifikation mit dem Buddha den schnellsten Weg zur Erleuchtung. Manche sagen, man müsse 1.000.000 mal ein bestimmtes Mantra sagen und würde bestimmt erleuchtet. Die Mala würde die Energie des Mantras annehmen.

Wie auch immer, es gibt ja auch Bücher zum Thema und ich würde Dir auf jeden Fall Mut machen, dieses Feld zu erforschen.

Eins noch - ob diese Mala eher unter Edelstein-Powerarmband als unter buddhistische Gebetskette zu finden ist?

Zum einen ist die Ausführung sehr "prächtig". In der Kontemplation von Nicht-Ich und Vergänglichkeit ist eine Anhaftung an schönes Geschmeide natürlich hinderlich. Wenn die positive Energie des Steins diese Problematik auflösen kann, ist daran aber nichts falsch. Ob die "Guruperle" gerade ein Buddhakopf sein muss? Ich finde es etwas respektlos, ihm im Gesicht rumzufummeln. Die Guruperle sollte aber eh nie mitgezählt werden. Man stoppt vorher und wendet die Mala. Auch das aus Respekt vor dem Wurzelguru, dem Lehrer Buddha. Kann man also machen.

Die klassische Mala ist aus Knochen oder Pflanzensamen und hat 108 (!) Perlen. Das nimmt Bezug auf eine Anzahl Lehrreden des Buddha. Die kleine Handmala hat daher 18 oder 27 Perlen (Guruperle nicht mitzählen!), weil bei 6 bzw. 4 Durchläufen die 108 erreicht werden. Die Kette, "mit der der Dalai Lama gesehen wurde", ist die klassische lange 108 Perlen Mala der tibetischen Mönche. Andere Perlenzahlen sind nicht zweckmäßig und daher nicht an das Mantrazählen gebunden. Deine Mala hat 18 Perlen (6 Durchläufe). Das ist günstig.

So gesehen hättest Du ein authentisches Stück, das mir persönlich zu grell daherkommt. Aber ich hab halt ne andere. Was Du vielleicht beim Kauf beachten solltest, wären Aspekte der Nachhaltigkeit. Woher kommt die Kette, wie sind die Bedingungen? Lokales Handwerk geht wohl vor billigsten Massenprodukten.

Nun ja, wenn man die Mala als das betrachtet, was sie vermag, nämlich als Instrument zur Zähmung des Geistes, ist ein achtsamer Umgang damit eben angeraten. So disqualifiziert sie auch Modeaspekte, wird nicht rumgeworfen oder verliehen, sollte nicht im Dreck rumliegen..

Viel Erfolg!

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