Wie entwickle ich eine Plansprache?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es gibt ein eigens Forum der Plansprachenbastler, in dem du sicher alles findest, was du brauchst (conlang.org)

Du wirst am Anfang auf jeden Fall irgendwelche Prinzipien festlegen müssen, an denen sich deine Sprache orientieren soll. A priori (nichts aus anderen Sprachen übernehmen) oder a posteriori (Sprachelemente anderer Sprachen übernehmen)? Leicht erlernbar (für Indoeuropäer)? Lateinisches Alphabet? Alle bekannten Wortklassen? Einfache Aussprache und Rechtschreibung? Homonyme zulassen? usw.

Klingonisch wurde für das Ziel geschaffen, eine in den Ohren indoeuropäischer Sprecher möglichst abstoßende und aggressiv klingende Sprache zu sein. Trotzdem sollte sie (warum eigentlich?) nur Laute enthalten, die in irgendeiner bestehenden Ethnosprache vorkommen (also nicht völlig a priori sein).

Viel einfacher als Esperanto wird es wohl nicht gehen.
Auch ist die Frage, wofür eine weitere Plansprache nützlich sein sollte, nachdem sich schon niemand durchringen konnte, E als Fremdsprache für alle Schüler verbindlich zu machen. Auch Kinder lernen es innerhalb von Wochen. Der Verzicht auf die Großschreibung hätte die Zeit freigemacht.

Es gibt formalere Plansprachen. Von denen ist aber m.E. abzuraten, weil in einer Sprache schon ein Erinnerungswert da sein sollte, nicht nur Kunstwörter.

Aber sich eine Sprache zum Spielen zu machen, macht sicher auch Spaß. Das kann man an Klingonisch sehen, das aber das Gegenteil von leicht ist und wegen des Gemischs aus Groß- und Kleinbuchstaben innerhalb der Wörter geradezu albern wirkt.

Der Fragesteller hat aber nicht als Ziel genannt, dass seine Plansprache möglichst einfach sein soll. Klar, wenn er keine eigene für seine fiktive Welt schaffen wollte, sondern nur irgendeine Plansprache braucht, wäre es das Einfachste, Esperanto zu übernehmen.

Wie das einge Science-fiction-Autoren ja auch gemacht haben.

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@suziesext1237

Stahlratte.

Toll, dass du das weißt.
Auch John Brunner konnte Esperanto. Ich habe ihn selbst in Brighton (anlässlich eines EasterCons) so reden hören. Soweit ich weiß, hat er in einem unter Pseudo geschriebenen Roman E auch mal zur Weltsprache gemacht. (Erinnerung allerdings dunkel.)

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Mein erster, heißer, wichtiger Tipp: Studier bloß NICHT Medizin und werde bitte auch KEIN Augenarzt, wenn du was Vernünftiges entwickeln willst... ;-)

In meiner mündlichen Abschlussprüfung im Fach Linguistik hatte ich als Thema "Plansprachen" und meine eigene Plansprache, die damals schon ein zwei Jahre alt war. Die Prüfung sollte 30 Minuten dauern, wir blieben da aber alle 1 Stunde sitzen, weil es so interessant war.

Dein Linguistik-Studium sollte dir eigentlich alle Fähigkeiten, Kenntnisse und  das Feingefühl verschafft haben, so eine Sprache entwickeln zu können. Reihhaltige Fremdsprachenkenntnisse natürlich ebenfalls. Germanistik, würde ich sagen, bringt jetzt auch nicht so unglaublich viel. Es schadet aber nicht und ist wie ganz oben schon angedeutet immer noch 1500 Mal angebrachter als Ophthalmologie...

Ich selbst war damals vor allem von sprachlichen Universalien ausgegangen, also Zügen im Bereich Phonologie, Phonetik, Morphologie u.ä., die ganz einfach für extrem viele Sprachen gelten.

Ein einfaches Beispiel: In welcher Sprache hat ein Wort, das "ich" bedeuten soll, sechs oder sieben Silben?... Und WENN es immerhin noch zwei oder drei hat, wird es dann immer mti dem Verb genannt, oder nur, wenn es betont wird?... Und WENN es immer genannt wird (z.B. wie im Deutschen und Französischen), ist es dann wohl eher lang oder kurz?... Diese Dinge sind sehr wichtig, damit die Sprache auch halbwegs "natürlich" wird und nicht eindeutig als künstliches und "unnatürliches" Gebilde empfunden wird. 

Und die Phonetik und Phonolgiie ist natürlich ultrawichtig. Mit letzterem hatte ich angefangen.

Eigentlich ist die Syntax am wichtigsten. Die Laute sind etwas absolut und ausnahmslos Striktes (wie du sicher weißt; was man aber für eine Plansprache nicht so beachten muss, wenn man nicht auf eine Sprachhistorie aus ist), die Formen selber aber nur Füllungen, die irgendwie mit der Zeit entstehen.

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