Wie sammelt man Ideen für Geschichten?

6 Antworten

Hab gerade erst in einem Autorenforum (dsfo.de - ist ratsam, dort mitzulesen!) den Spruch (auf englisch) gelesen: Ein Entwurf ist noch keine Bombe, oder so ähnlich. Wahrscheinlich stellst Du für Deine "privaten" Werke einfach zu hohe Ansprüche an Dich selber, und dann verkrampft alles. Mach erst mal grobe Entwürfe für Deine Geschichten, schreib alle Szenen sofort nieder, die du mühelos schreiben kannst, und taste Dich daran langsam weiter. Die komplizierten Szenen schreibt man dann, wenn man sie perfekt im Kopf hat. Überbrückungen sind in der Tat schwierig, aber am Ende reicht oft ein einziger eleganter Satz (oder ein paar Sätze), um eine perfekte Überleitung zu erreichen, in der Kürze liegt die Würze, stell Dir einfach einen Szenenwechsel im Film vor, der muß auch nicht ewig eingeleitet werden, solange er an einer "logischen" Stelle kommt. Ein ganzer Absatz nur über ein Hemd lohnt nur dann, wenn es wirklich ein ganz besonderes Hemd ist und solch einer langen Beschreibung wert, sonst reicht eine oberflächliche Beschreibung (z. B. blaues Hemd/ buntes Trachtenhemd in den Farben... aus Leinen...bestickt... ), man muß sich gar nicht in zu viel Details auslassen, weil der Leser ja selber eine Phantasie hat, und jedem sei gegönnt, sich das Hemd auf seine Weise vorzustellen. Abermals, in der Kürze liegt die Würze, und detaillierte Beschreibungen nur dort, wo sie wirklich nötig sind. Zu lange Beschreibungen ermüden einfach nur beim Lesen, also keine Angst vor radikalen Kürzungen und Straffungen. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum Du Dich mit Aufsätzen (wo Du Dich zwangsweise kurz fassen mußt) so leicht tust, und mit Deinen episch langen privaten Ergüssen so schwer. Wichtiger ist, daß was los ist in der Geschichte, Action, Romantik und jede Menge Drama, Baby, worauf die Geschichte eben jeweils hinauslaufen soll. Der Leser muß die Gelegenheit bekommen, seine Phantasie auf Wanderschaft zu schicken, und das geht am besten in den "Lücken" zwischen den Worten, die seine Phantasie selber auffüllen muß, Du lieferst nur das Gerüst dafür. Ein wirklich guter Autor deutet viele Sachen nur an, und der Leser ist hinterher, bei einem zweiten Lesen, oft ganz erstaunt, daß eine bestimmte Szene so gar nicht im Buch steht, sondern man sie sich nur anhand gelieferter Andeutungen so vorgestellt hat. Oder, um es mit der "Unendlichen Geschichte" zu sagen, Du liest nie eine Geschichte zweimal auf die gleiche Art. Hilft Dir das weiter?

Umso länger die Antworten zu Deiner Frage ausfallen, umso misstrauischer solltest Du sie betrachten. Schreib das Buch, das Du selbst gern lesen würdest. Das ist alles.

Vielleicht probierst du es mal mit einer Mindmap? Einfach alles mögliche zusammen schreiben, was dir gerade einfällt - und dir dann das Beste rauspicken,

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