Wie entsteht Bewusstsein (Gehirn, Neuronen, Quantenphysik..)?

Das Ergebnis basiert auf 12 Abstimmungen

Nur alleine das Gehirn 50%
Etwas anderes 25%
Seele 17%
Quantenphysik 8%

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Quantenphysik

Ich glaube Quantenphysik hat irgendetwas damit zu tun. Wüsste jemand die Antwort, wäre das Rätsel gelöst. Es ist aber definitiv eines der größten Rätsel überhaupt und nicht neu. 

Das Thema kann Bibliotheken füllen. Recht haben alle oder niemand...daher ist alles "esoterischer Blödsinn", egal aus welchem Lager man kommt.

Warum ich meine Meinung habe:

Ein Gehirn ist zweifelsfrei notwendig. Zumindest kann man nicht überzeugend darlegen, dass es irgendwo auf der Erde Bewusstsein ohne ein biologisches Gehirn gäbe. Beweisen kann man weder das eine noch das andere. Wichtig ist meiner Meinung aber, dass man, auch wenn man das Gehirn und die sich darin abspielenden Vorgänge auf neuronaler Ebene versteht, noch lange nicht erklären kann, wieso dies zu einem Bewusstsein führen soll. Dann könnte eine riesige Maschine, die das Gehirn neuronal nachbildet ja ebenfalls ein Bewusstsein entwickeln. Daran glaube ich nicht. Von den Neurologen hat mir noch niemand sagen können, wie wir als denkende Wesen in Der Lage sind, bewusste Entscheidungen zu treffen, wenn doch alles in unserem Schaltapparat deterministisch abläuft. Wo ist physikalisch der Punkt, wo die Entscheidung "ich hebe meinen rechten Arm oder meinen linken" getroffen wird? Wäre alles deterministisch, hätte ein freier Wille keinen Platz. Mein freier Wille ist aber eigentlich das einzige, was ich aus meiner Sicht als zu 100% real bezeichnen vermag.

Aufgrund meiner jahrelangen Beschäftigung mit Quantenphysik habe ich immer mehr das "Bauchgefühl", das man den Ansatz der Lösung hier suchen müsse. Es gibt einfach ein paar starke Parallelen, die sich mir immer mehr aufdrängen.

Beispiel: 

  • Man kann Quantenzustände nicht klonen <=> mein Bewusstsein ist prinzipiell einmalig und nicht duplizierbar (das wäre denkunmöglich)
  • Der Ausgang einer Messung an einem Quantenzustand ist prinzipiell unbestimmt. Es sieht so aus, als "entscheide" sich das System autonom <=> Ich alleine kann eine Entscheidung treffen. Es gibt keine externen Zustände, die Meine Entscheidung beeinflussen. Selbst wenn ich zu etwas tendiere, kann ich immer noch anders entscheiden.

<Esoterik ein>ich halte es nicht für unmöglich, dass Quantenzustände die kleinsten Bausteine des Bewusstseins sind. Insofern hätte ein Stern-Gerlach Aufbau ein ganz ganz primitives Bewusstsein, da dieser sich zwischen zwei Zuständen "entscheiden" kann. Unser Bewusstein könnte sich aus Milliarden solcher Einzelbausteinen zusammensetzen, deren materielle Grundlage irgendwo in den Neuronen begründet liegt.<Esoterik aus>

  • In der Quantenphysik nimmt der Begriff "Information" eine immer wichtigere Rolle ein <=> unser Bewusstsein verarbeitet Information

Natürlich kann man jetzt sagen, das wäre alles esoterisch. So meine ich es aber nicht. Mir geht es darum, dass die Quantenphysik zumindest eine Lücke für freie Entscheidungen freihält und ich eine solche anderswo noch nicht gefunden habe. Zum Trost: andere Erklärungen des Bewusstseins sind derzeit nicht weniger esoterisch...

Es gibt übrigens eine ganze Menge von Physikern, die so etwa die gleiche Meinung vertreten, darunter auch ein paar ziemlich berühmte.

Was gegen die "Theorie" (es ist ja keine) spricht: Alle künstlich herbeiführbaren Quantenzustände sind äußerst fragil und unterliegen dem Prinzip der Dekohärenz, indem sich Quantenzustände mit der Zeit immer mehr mit der Umwelt verschränken, bis es für uns so aussieht, als läge ein klassischer gemischter Zustand vor. Die Zeit in der Dekohärenz bei makroskopischen Zuständen abläuft ist üblicherweise sehr klein. Man kennt noch keine neuronalen Kandidaten für solche Zustände. Penrose hat seinerzeit die Microtubuli vorgeschlagen - das war aber wahrscheinlich ein Fehlgriff, wie rechnerisch gezeigt werden konnte...Das Rätsel bleibt also bestehen: was im Gehirn kann Bewusstsein hervorrufen?



Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium technische Physik, promoviert in Festkörperphysik

Danke viel mal für diese Antwort, diesen Weg gehe ich auch, bzw. ich halte es für durchaus möglich, dass QPH etwas damit zu tun haben könnte.

Mit esoterischem Unsinn meine ich nur, dass man voreilig sofort Quantenphysik mit Seelen und Leben nach dem Tod in Verbindung bringt. Vielleicht könnte da auch wirklich was dran sein, es ist aber noch viel zu früh, da Schlüsse zu ziehen und erstmals ist es wichtig, dass man überhaupt einen physikalischen Mechanismus findet, welcher das Bewusstsein erklärt.

Zu Quantenzuständen in Makroskopischen Systemen: In Pflanzen und Vögel spielen ja manche Quanteneffekte schon eine wichtige Rolle, weitere Kandidaten stehen aus, z.B. Geruchssinn. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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@qgsdlcfwkdgsd

dass man überhaupt einen physikalischen Mechanismus findet, welcher das Bewusstsein erklärt.

Gute Frage, aber wie soll das gehen?

Wir können "Bewusstsein" nicht messen. Physik beschreibt aber messbare Zusammenhänge. Dennoch wollen wir Physiker alles zumindest prinzipiell erklären. Das scheint hier zu scheitern.

Bewusstsein ist ein Zwitterwesen zwischen Physik und Metaphysik.

Interessanter finde ich: woher kommt ein freier Wille?

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@michiwien22

Ich meine zumindest den Mechanismus, welcher darstellt, wie Bewusstsein auf das Gehirn wirkt. (Was Bewusstsein ist, ist dann nochmals eine andere Frage). Ich kenne selbst Physiker, welche sich mit quantenphysikalischen Ansätzen beschäftigen, und die tatsächlich schon Ergebnisse, bzw. zumindest mal gute Ansätze haben.

Dies ist wirklich eine gute Frage mit dem freien Willen. Und wie sollen Neuronen und Synapsen usw. etwas wie Bewusstsein erzeugen können? Es gibt bisher keinen vernüftigen biologischen, chemischen oder Physikalischen Mechanismus, der überhaupt nur im entferntesten in der Lage ist so etwas ähnliches wie Bewusstsein zu konstruieren. Und es scheint auch keine Lösung in Sicht.

Ich beschäftige mich nebenbei auch noch mit Ausnahmezustände des Bewusstseins, z.B, bei NTE oder Terminaler Luzidität usw., wo es scheinbar auch mit schwer beschädigtem Gehirn (zumindest für eine kurze Zeit) vollständig funktioniert. Desshalb habe ich überhaubt keine Ahnung was Bewusstsein schlussendlich ist. Ich bin überhaubt nicht esoterisch veranlagt, aber ich denke es wird Zeit, dass sich selbst die grössten Materialisten mal hinterfragen..

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@qgsdlcfwkdgsd

ich verstehe jene nicht, die meinen Bewusstsein ist nur ein Nebenprodukt genügender Komplexität. Fast alle Neurowissenschafter denken so, und sind dabei meist noch sehr selbstsicher...manchmal bin ich mir nicht sicher, ob die die Frage verstanden haben.

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@michiwien22

Ist momentan wohl nach Ockham die vernünftigste Annahme. Es fehlen einfach noch die Beweise/genaueren Hinweise.

Meine ganz persönliche Meinung, bei welcher ich mich teilweise auch auf einige QPHîker beziehe: Bewusstsein ist iwie eine grundlegende Eigenschaft, genau so wie Elektromagnetismus, bzw. Raum-Zeit. D.h. Bewusstsein ist zwar schon immer vorhanden, aber erst durch Filterung durch unser Gehirn wird ein Bewustseinszustand (bzw. Quantenzustand des Bewusstseins) genauer definiert. Also îch denke Bewusstsein könnte durchaus in einer Superposition allgegenwärtig sein, und unser Gehirn bringt die Wellenfunktion zum kollabieren und durch Interaktion mit unserem restlichen Gehirn bzw. Körper entsteht unser pers. Bewusstsein. Wünsche, Träume, Gefühle, Ansichten sind zwar alle hormonelle Körperfunktionen, aber die Fähigkeit, sich diesem überhaupt bewusst zu sein ist universell. Wie das mit dem Gehirn zusammen hängt, bzw. ob es ein Leben nach dem Tod gibt, kann ich dadurch überhaupt nicht sagen, ist aber auch nicht der Sinn der Sache.

Klingt vielleicht nach totaler Esoterik, ist bis jetzt auch nur meine persönliche Meinung. Was hältst du davon?

 

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@qgsdlcfwkdgsd

ich denke genauso, muss ich zugeben. 

Dennoch wüsste ich nicht, wo man konkret ansetzen müsste, um die Physik so zu erweitern, um einen Platz für das zu schaffen, über das wir gerade reden.

Ich sehe hier eigentlich die größte Herausforderung der Physik.

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Für so eine grundlegend ungelöste Frage gibt es eigentlich keine "Hilfreichste Antwort". Trotzdem danke ;-)

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Nur alleine das Gehirn

Ich denke das unser Bewusstsein mit einem selbst lernenden Algorithmus vergleichbar ist. Nur das wir viel schnell und Vorallem besser Eindrücke verarbeiten können. 

Der IBM Watson zum Beispiel kann sich anhand von Internet Informationen eine eigene Meinung zu einem Thema bilden. Ich denke mal das man dass auch mit unserem Gehrin vergleichen kann. Damit wir uns eine Meinung bilden können vergleichen wir Informationen die wir haben. 

Aber erstmal wäre es wichtig zu definieren was ein Bewusstsein ist. Ist es die bloße Anhäufung von Informationen aus denen wir uns eine Meinung bilden ? Oder ist es mehr.

Man kann bei kleinen Kindern ganz gut beobachten wie sich ihr Bewusstsein erst entwickeln muss. Erst nach ein paar Monaten wird Ihnen klar das sie eine eigenständige Person sind. Vielleicht braucht das Gehrin ja erst einen gewissen Input bevor es ein Bewusstsein bilden kann.

Es gibt ja auch noch das Unterbewusstsein. Ich denke mal wenn man Watson mit dem Bewusstsein vergleichen will dann sollte man Watson nur mit dem Unterbewusstsein vergleichen. Den unser Unterbewusstsein hat viel mehr mit der Arbeitsweise von Watson zu tun als unser Bewusstsein. 

Unser Unterbewusstsein kann im Traum ganze Welten simulieren und Dinge erschaffen und Leistungen erbringen zu denen unser Bewusstsein nicht in der Lage ist.

Was das Bewusstsein ist bleibt wohl ein Rätsel. Es muss (meine Meinung) ja irgendwo im Gehrin verankert sein.

Ein sehr interessantes Thema.

Nur alleine das Gehirn

Ich glaube, es kommt darauf an, wie viel Verknüpfungen ein Gehirn hat. So gesehen könnte auch ein Computer bzw. Roboter ein Bewusstsein bekommen. Er müsste dann aber auch Sinneseindrücke von außen verarbeiten können.

Etwas anderes

Aus dem allumfassenden Gewahrsein, du kannst es Gott nennen oder die Absolutheit, ensteht Bewusstsein. Du brauchst, um Raum und Identitaet entstehen zu lassen, ein Bewusstsein.

Durch Bewusstsein, manche sagen Seele dazu, entsteht Raum.

In diesem Raum entstehen dann Dinge, die dem Bewusstsein er-scheinen, es scheint also, als ob Dinge jenseits des Bewusstseins dort sind und sie sind betrachtbar.

Durch seine Kreationen erkennt sich Gewahrsein wie in einem Spiegel, weil das imaginaere Spiel von Farben und Formen (Wellen in Bewegung) dem Bewusstsein Identitaet gibt, trotzdem ist es imaginaer, aber Gewahrsein erkennt sich quasi selbst und findet Gefallen an dem Spiel.

Das ist mit dem beschraenktem Verstand nicht zu erfassen, weil es weit ueber das Denken hinausgeht. Du bist da quasi wie ein Baby beim Pokalendspiel, anwesend, aber arg beschraenkt. Alles Gute!

Nur alleine das Gehirn

Offensichtlich nur im Gehirn, weil jede Veränderung im bewusstseinsbildenden Teil des Hirns durch Drogen, Demenz, Hirnstoffwechselkrankheiten, chirurgische Eingriffe, Unfälle,  usw. zu (oft irreversiblen) Veränderungen des Charakters/Bewusstseins führt.

Eine demente Seele ist schon eine recht merkwürdige Vorstellung....

Quantenphysik hat hier auch nicht mehr verloren als in allen Anderen Vorgängen im Universum (gegen verschwurbelte Theorien hilft nach meiner Erfahrung nur ein gründliches Studium der Materie)

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