Wie entsteht das individuelle Ich, die Seele sowie das Bewusstsein, ist der Mensch nur aus einer Art chemischen Pfütze mit Bewusstsein herangewachsen ?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du stellst Fragen! Über dieses Thema haben sich Philosophen, Physiologen, Religionsphilosophen, Physiker, Mediziner und jetzt auch die GF-User seit Jahrhunderten den kopf zerbrochen, ohne sich auf eine eindeutige Antwort einigen zu können.

Ich neige zu Deiner Interpretation und verneine die Existenz einer von Hirnfunktionen unabhängigen Seele (die in der Thesenvielfalt sogar schon mal im Ellenbogen (!) verortet wurde. Wahrscheinlich hatte der Betreffende sich gerade den Ulnarisnerv irgendwo angehauen).

Theoretisch könnte man natürlich einen Menschen mit Bewusstsein künstlich herstellen, dazu bräuchte man:

1. Die milliardenfachen Ressourcen, die die Evolution zur Verfügung hatte.

2. Präzisen Informationen über jede der Milliarden Synapsenverbindungen in einem menschlichen Gehirn sowie deren Zusammenspiel.

3. Ein bisschen Zeit. Ich schätze mal, dass läppische 10 Millionen Jahre reichen könnten.

4. Ein Kapital, das irrwitzig viel größer wäre, als die Vermögen von Mark Zuckerberg, Warren Buffet und Bill Gates zusammen.

Und dann wäre noch nicht mal sicher, ob nicht ein Weißer Hai in Menschengestalt dabei rauskäme.


Wie entsteht das individuelle Ich, die Seele sowie das Bewusstsein,…?

Darauf erwartest Du doch nicht wirklich eine umfassende, seriöse und zugleich informative Antwort, oder?

Wir wissen nicht einmal wirklich, was das ist. Dabei ist die von außen wahrnehmbare »Persönlichkeit« immer noch unendlich viel leichter naturwissenschaftlich fassbar ist als das subjektive Erleben. Das muss man unterscheiden, auch wenn es sich nur schwer trennen lässt

----------------

Gemessen an dieser Frage ist eine allgemein-relativistische Quantentheorie quasi Grundschulmathematik.

Dass wir dazu neigen, Letztere für etwas äußerst schwieriges und schwer bis gar nicht zu Verstehendes, Ersteres aber für vergleichsweise einfach zu halten, hat einen simplen Grund:

Das menschliche Bewusstsein ist Alltag für uns. Jeder, der überhaupt über diese Frage nachdenkt, weiß, dass er es offenbar hat, und bei seinen Mitmenschen setzt er es voraus, da sie offenbar so etwas Ähnliches sind wie er.

Allerdings neigt er schon bei komplexeren und von ihm nicht völlig verstandenen unbelebten Systemen leicht dazu, ihnen so etwas wie Bewusstsein und insbesondere (böse) Absichten zuzuschreiben, etwa, wenn der Computer mal wieder nicht so »will« wie er selbst oder sogar schon, wenn das Auto nicht anspringen »will«, natürlich wider besseres Wissen.

Früher hat man auch Naturgewalten und sogar Abstrakta ein Bewusstsein zugeschrieben und sie als Götter personifiziert. Was ein »Eigenleben« zu haben schien und nicht reproduzierbar wie ein Steinwurf simplen Gesetzen folgte (manchmal sagt man sogar »gehorchte«, worin wieder eine Art Bewusstseinszuschreibung steckt), dessen Verhalten war am einfachsten dadurch »erklärbar«, dass man ihm kurzerhand ein Bewusstsein zuschrieb.

Dahinter steckt irgendwo auch eine gewisse philosophische Haltung, nämlich die, dass Bewusstsein etwas Elementares, nicht weiter erklärbares und  »mechanistisch« Beschreibbares sein könnte.

Naturwissenschaft und Bewusstsein

Dies änderte sich mit der Weiterentwicklung der Naturwissenschaften vor allem seit dem 17. Jahrhundert, und da man nunmehr immer ḿehr zu der Überzeugung kam, das ganze Universum mathematisch-physikalisch erfassen zu können, versuchte man das auch mit der menschlichen Seele, blieb damit aber im Spekulativen stecken.

Insbesondere war die Vorstellung des Automatischen - etwa im Zusammenhang mit tierischem Verhalten zeitweise verbreitet, und die Behavioristen haben auch den Menschen als Black Box betrachtet und das Subjektive ausgeklammert. Sie haben versucht, Emotionen und ihren äußeren Ausdruck gleichzusetzen, woher auch folgender Witz rührt:

Zwei Behavioristen haben Sex. Sagt der Eine: »Für Dich war es großartig - wie war es für mich?«

Ich halte es für einen Irrweg, Bewusstsein und Subjektivität so auszuklammern, ebenso, wie ich es für ausgemachten Unsinn halte, das eigene Bewusstsein für eine Illusion zu halten. Wer sollte denn dieser Illusion unterliegen, wenn es ihn als bewusst wahrnehmendes Wesen gar nicht geben soll? Eher ist die gesamte Welt Illusion, was ich zwar nicht glaube, was aber logisch möglich ist.

Qualia

Im Zusammenhang mit solchen Sinneseindrücken wie Farben (nicht den Wellenlängen des Lichts, auch wenn es da natürlich einen Zusammenhang gibt), Musik (wiederum: nicht Tonfrequenzen in ihrer Kombination und abfolge, auch wenn auch diese damit zusammenhängen), Gerüchen und Geschmäckern (die bekanntlich individuell und kulturell höchst verschieden sind) habe ich mal das Wort »Qualia« gehört.

Qualia sind im Gegensatz zu dem, was ihnen zugrunde liegt, erfahrbar, aber eben auch wieder nur individuell. Ich kann gewisse Sinneswahrnehmungen anderer Lebewesen, die uns Menschen verschlossen sind, in meine Sinneswelt »übersetzen«, aber sie selbst bleiben mir verschlossen.

Das gilt auch für die Bewertung: Ein Mensch wird nie von innen heraus verstehen, was an einem in Verwesung übergegangenen Kadaver, der ihm den Magen umdreht, so verlockend sein soll, aber wir können uns vorstellen, dass ein Tier, dessen Verdauungsapparat damit fertig wird, es vielleicht ähnlich wahrnimmt wie wir den Duft von gegrilltem Fleisch.

Was ich wirklich weiß und was ich nur vermuten kann

Selbst bei meinen Mitmenschen kann ich mir nicht sicher sein: Ein Anderer Mensch könnte sie ganz anders wahrnehmen, auch wenn er sie natürlich gleich benennt, weil er das so gelernt hat.

Ich kann mir nicht einmal sicher sein, dass es den Anderen als subjektiv wahrnehmendes Wesen oder überhaupt gibt. Ich weiß nur definitiv, dass es mich als subjektiv Wahrnehmenden/de/des und Denkenden/de/des gibt, weil ich mir sonst diese Frage stellen könnte. Dass ich überhaupt ein männlicher Mensch mit einem bestimmten Namen und Geburtsdatum bin, kann ich nur annehmen, aber das kann theoretisch auch Illusion sein.

So herum wird ein Schuh draus: Zur Illusion gehört »jemand«, der ihr unterliegen kann. Ehe ich »der Illusion unterliege«, ein Bewusstsein zu haben, muss ich eines haben. Eher ist die Welt draußen vielleicht Illusion, einschließlich dessen, was oder wer ich zu sein glaube. 

Eine-Seelen-Hypothese

Vielleicht gibt es auch nur ein einziges subjektiv empfindendes Bewusstsein, das zwischen unterschiedlichen »Rollen«, die es »spielt«, hin und her springt, mit allen Gedanken und Gefühlen dieses Charakters - dabei der Illusion unterliegend, dieser Charakter zu sein.

Das glaube ich nicht unbedingt, es ist aber ehr viel eher logisch konsistent als die mechanistische Vorstellung, man sei ein Automat, der »sich einbilde«, ein Bewusstsein zu haben.

Äußerung und subjektives Wahrnehmen

Wie ich schon oben geschrieben habe, verquicken wir gern den äußeren Ausdruck eines Gefühls und die Empfindung desselben selbst. Dabei sind dies doch zwei völlig verschiedene Dinge, kann man doch über die eigenen Gefühle einen anderen Menschen täuschen. Vielleicht ist diese Täuschung nicht perfekt und detektierbar.

Allerdings gibt es nicht nur gewollte Täuschungsversuche, sondern auch Zustände, in denen uns ein Mensch nicht bei Bewusstsein erscheint, obwohl er hellwach ist, etwa das Locked-in-Syndrom. Das wissen wir nicht nur aufgrund von Hirnströmen, die ja nichts über Qualia aussagen und aus denen wir nur Analogschlüsse über die Korrelation von neuronalen Zuständen und Bewusstheit aus Experimenten mit offenkundig wachen Menschen ziehen können, sondern auch aus Aussagen von Menschen, die aus diesem Zustand zurückgekehrt sind (im Moment kann und will ich da allerdings aus Zeitgründen nicht noch eine Quelle suchen).   

Schon von daher ist es moralisch eine schiefe Ebene nahe einem teuflischen Abgrund, einem wahrscheinlich subjektiv empfindungsfähigen Wesen einfach das Bewusstsein, die Subjektivität abzusprechen und es bedenkenlos zu misshandeln. Es ist viel besser, eine Art »Beseeltheitsvermutung« gelten zu lassen, also anzunehmen, dass ein Wesen Bewusstsein hat.

Umgekehrt hat es schon Fälle von Schlafwandeln gegeben, bei denen der Schlafende agiert hat, als sei er hellwach. Erinnern konnte er sich nachher an nichts.

Gerade das subjektive Empfinden und Wahrnehmen, sozusagen die Innensicht der Dinge, bleibt also ein großes Rätsel. Sollte es je gelöst werden, werden wahrscheinlich alle sonstigen Rätsel der Physik bereits gelöst sein.

Erst einmal weiß ich nicht warum man einen Menschen künstlich herstellen sollte. Natürlich geht es doch viel einfacher und schöner.

Ich, Seele und Bewusstsein sind mit dem Gehirn verbunden und auch wieder nicht.

Ich will das Gehirn nicht mit einem Computer vergleichen. Das was sich im Gehirn abspielt ist etwas ganz anderes. Ich nehme es nur als ein Beispiel zum erklären.

Ein Computerprogramm braucht einen Computer um zu arbeiten. Damit ist aber der Computer nicht das Programm, das ja einfach nur irgend einen Computer braucht.

Ich, Seele und Bewustsein entstehen aus Erlebten. Sie bilden und sind Beziehungen zu unserem Leben. Sie befähigen uns ein eigenes Leben zu gestalten und so ein Ich zu entwickeln.

Ist das eigennützige verschmelzen von Samnezelle und Eizelle ein pfuschen in Gottes Handwerk und damit nicht moralisch vertretbar?

Frage steh oben.

Es gibt ja schon z.B künstliche Befruchtung oder Samenspende. Nur frage ich mich Vorallem bei der Samenspende, ob Gläubige bzw Humanisten das nicht moralisch abwertend sehen. Es wird ja schon an einer ektogenese geforscht. Das heißt die Embryonen wachsen in einer künstlichen Gebärmutter auf und die Mutter "Gefühle" werden dabei künstlich nach simuliert.

Ich hab 2 Frage dazu.

1. Wird es einen Aufstand geben, wenn das mit der Ektogenese möglich ist? Ich meine es bringt dennoch Vorteile z.B um Behinderungen zu besiegen.

2. Wird die Hemmschwelle dabei sinken und Menschen werden als Sinn zum Zweck genutzt werden? Stichwort: Individualitätsverlust?

...zur Frage

Zeigen Sie, dass es für zwei zueinander zeitartige Ereignisse stets ein Inertialsystem gibt, in dem beide am gleichen Ort stattfinden!?

Hallo, ich arbeite gerade die Aufgaben eines Lehrbuches durch, komme da aber nicht weiter und leider gibt es genau zu diesem Beispiel keine Lösung im Buch. Wie kann ich das Inertialsystem aufstellen?

...zur Frage

Kann das Bewusstsein ohne Organische Materie weiter existieren?

Das Bewusstsein sind doch diese Elektrische Impulse im Gehirn, oder? Könnten sie, umgewandelt in eine andere art der Energie eventuell weiter existieren wenn die Organische Materie nicht mehr vorhanden ist?

...zur Frage

was glaubt ihr passiert nach dem tod? bitte antworten

ich glaube man hat keine seele weil alle gedanken und unsere charakter eigenschaften durch das gehirn entstanden ist. wenn wir dann sterben merken wir nichts mehr. es ist einfach nichts. Man muss nicht mehr denken oder etwas fühlen einfach garnichts. und ihr?

...zur Frage

Kann mir Jemand bei meinen theoretischen Physik Aufgaben behilflich sein?

Ich weiß es ist recht spät in anbetracht dessen, dass ich sie morgen abgeben muss. Aber ich sitze schon eine ganze Woche da dran und verzweifle daran, da meine Nachhilfe krank ist. Könnt ihr mir weiterhelfen?

...zur Frage

Hirnregion für Bewusstsein?

Es gibt eigentlich viele Tiere, welche intelligenter als der Mensch sind, d.h. auch ein viel vernetzteres Gehirn haben... aber eben kein Bewusstsein wie der Mensch.

Bestätigend dazu, hat mal eine KI Forscherin gesagt, dass Intelligenz und Bewusstsein scheinbar doch was unterschiedliches sind.

Weil ja beim Mensch einfach die Grosshirnrinde viel grösser als bei Tieren ist, kann bzw. muss man davon ausgehen, dass das Bewusstsein irgendwie mit dieser Hirnregion zu tun hat. Aber viel mehr, also wie es entsteht und was es genau ist weiss man noch nicht. oder?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?