Weshalb fällt mir leicht,Hochdeutsch zu schreiben aber schwer,Hochdeutsch zu sprechen?

7 Antworten

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Das hat mit Deinem Umfeld zu tun. In der Schule lernen wir doch von Anfang an, Hochdeutsch zu sprechen und zu schreiben. Aber zuhause oder im Freundeskreis verfallen wir dann wieder in unseren Dialekt. Das geht mir auch so. Ich habe Verwandte, die in der Nähe von Köln leben. Die sprechen reinstes Hochdeutsch (sind keine "echten" Kölner, nur "Zugereiste"). Aber sobald sie ein paar Tage im Saarland zu Besuch sind, reden die auch wieder saarländischen Dialekt. Als Kind wird man eben darauf "geprägt",und das vergißt man nie.

Hochdeutsch zu schreiben ist doch "normal". Aber wenn man mal versucht, so zu schreiben, "wie einem der Schnabel gewachsen ist", wirds sehr schwer.

Mein Großvater bspw. schrieb gerne Geschichten und Gedichte über seine saarländische Heimat, über seine Familie oder seinen Beruf (Bergmann) - viele davon in Mundart. Diese Gedichte hat meine Mutter alle aufgehoben. Einige davon waren schon 80 Jahre alt, und das Papier entsprechend vergilbt. Um diese Erinnerungsstücke zu retten, bevor sie zerfallen würden, habe ich sie mit der Schreibmaschine abtippen müssen. Weil ich die altdeutsche Schrift meines Großvaters aber nur schwer entziffern konnte, las mir meine Mutter vor. Dabei gab es viele Diskussionen darüber, wie denn ein Begriif in Mundart (korrekt) geschrieben wird, oder was das Wort bedeutet. Das ist garnicht so einfach.

Ich habe irgendwann mal von einem (US-amerikanischen) Schaupieler oder Sänger gelesen, der in Bayern aufgewachsen ist (oder lange dort gelebt hat). Leider ist mir der Name entfallen. Der kann kein Hochdeutsch sprechen (oder nur mit US-Akzent), aber perfektes Bayerisch.

Lach, ich kenne das auch. Wir mussten als Kinder perfektes hochdeutsch sprechen und in der Schule wurde auch nur hochdeutsch gesprochen. Trotzdem erwische ich mich heute immer wieder, je nach dem mit wem ich gerade zu tun habe, in den bayrischen Dialekt zu verfallen. Meine Kinder sprechen beide kein hochdeutsch- abwohl ich es mit ihnen, als sie klein waren, auch so gehandhabt habe. Mich macht das immer richtg wütend, denn eigentlich bin ich kein angepasster Mitläufer ( merkt man gar nicht- oder?). Erschreckend fand ich es allerding, dass hier in Bayern auch die Lehrer mit ihren Schüler größtenteils (richtigen) Dialekt sprechen und dies sogar aus voller Überzeugung. Und ein richtiger Bayer, der versucht hochdeutsch zu sprechen klingt wirklich zum piepen.

Ich kann dir nicht sagen, woran es liegt- ich denke, es ist einfach unser Unterbewußtsein, welches uns da einen Streich spielt. Ein gewisses Maß an Anpassung erfolgt wohl ohne unseren direkten Willen und Einfluss. Dagegen zu arbeiten wäre sicherlich gut möglich- die Frage ist natürlich, ob es einen Sinn machen würde. Denn du müsstest jeden Satz bewusst formulieren und aussprechen- das finde ich ziemlich anstrengend. Je nach dem, mit wem du dich gerade unterhälst, kommt es sicherlich auch manchmal ziemlich arogant rüber, wenn du plötzlich in gestochenem Hochdeutsch sprichst. Ich denke, wir sollten es einfach so lassen, wie es ist; ein leichter Dialekt ist doch auch kein Weltuntergang.

Liebe Grüße nach Berlin

"Erschreckend fand ich es allerding, dass hier in Bayern auch die Lehrer mit ihren Schüler größtenteils (richtigen) Dialekt sprechen" Ohja, dass erschreckt mich auch. Wenn ich jetzt als Norddeutsche nach Bayern ziehen würde, ich würde in der Schule rein gar nichts mehr verstehen o.O, sowas muss dann doch nicht sein, finde ich.

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@NinaBla

Da gebe ich dir allerdings recht. Ich weiß auch nicht, ob es an allen Schulen so ist- in den Realschulen, in die meine Kinder gingen, war es jedenfalls so. Mag sein, dass es an den Gymnasien anders ist.

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Witzig, genau das gleiche könnte man auch vom Schweizerdeutschen sagen!

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@Gartenphilo

da war ich einmal so richtig im vorteil: kam aus dem ruhrgebiet, recht hochdeutsch erzogen und machte meine erste ausbildung im allgäu - ich habe in deutsch und andern fächern, wo "gutes deutsch in schrift und wort" angesagt war, ganz schön punkten können... fand ich lustig... mit damals 18 jahren... ;-) lg

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Mach Dir nix draus, hier neben Kölle ze wohne färbt überhaupt nich ap. Nee, so red ich wirklich nich... Kölner platt ist auch nicht anders als "Eure" Sprache... Ein Vorteil hat das Ganze ja ; man hört echt besser zu, um alles wirklich zu verstehen.

Ich lebte 5 Jahre im Rheinland und fand den Dialekt sehr angenehm :-)

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