Wer hat zweite Weltkrieg angefangen? Wer ist Schuld?

26 Antworten

Die These Stalin hätte dahingehend ernsthafte Ambitionen gehabt ist vollkommen unbewiesen. Die These dies wäre in näherer Zeit geschehen (Präventivkriegsthese) ist hinrechend durch die wissenschaftliche Forschung widerlegt worden, zumal sich die ohnehin nur auf die Situation von 1941 bezog.

Es ist richtig, das Stalin genr gesehen hätte, wenn die faschistischen und die kapitalistischen Länder sich aneinander abarbeiten, aber alles darüber hinausgehende ist Spekulation. Davon einmal abgesehen, wären es selbst dann immernoch die Deutschen gewesen, die Polen überfallen und damit den Krieg ausgelöst haben und nicht die Sowjetunion.

Hinsichtlich Appeasement:

Die USA hatten sich politisch aus Europa zurückgezogen, England hatte ohnehin kein Landheer und auch zunächst kein gesondertes Intersse daran Politik gegen Deutschland zu machen, da die Statuten des Versailler Vertrags entschieden über das hinausgingen, was die Briten gerne gesehen hätten. Die waren ohnehin an einem starken Deutschland interessiert um ein Bollwerk gegen die stärker werdende Sowjetunion in Mitteleuropa zu haben, da klar war, das Polen diese Rolle auf Dauer nicht, jedefalls nicht alleine spielen konnte.
Frankreich wierderrum stand in den 1930er Jahren am Rande eines Bürgerkriegs, zudem kämpften alle drei mit den Folgen der Weltwirtschaftskriese.

Die Nichtintervention hatte Gründe, zumal die deutsche Politik erst 1938 mit dem Einmarsch in Österreich anfing über die Revision des Versailler Vertags hinauszugehen und selbst das bedeutete noch lange nicht, dass die Weichen zwansläufig auf Krieg gestellt sein mussten.

Was den Überfall auf Polen und die Raktion der Alliierten angeht:

Die französische Strategie war auf ein defensives Verhalten ausgelegt. Total hatten England und Frankreich mehr Armee, diese war aber teilweise auch über deren Kolonialreich verteilt und es dauerte Monate die zusammen zu ziehen. Außerdem war den Alliierten klar, dass Deutschland nach einer relativ kurzen Zeit die Ressourcen ausgehen würde, es einen langen Krieg nicht führen konnte, daher war eine defensive Haltung dund die Blockadepolitik ein durchaus erfolgversprechendes Konzept, denn es war in der Lage:

1. Zeit zu verschaffen um die eigenen Kräfte zu sammeln

2. Die Ressourcen des Gegners aufzuzehren

3. Den Krieg bei minimalen eigenen Verlusten zu führen, denn Deutschland musste, wenn es nicht wirtschaflich ausbluten wollte offensiv werden und wenn die französische Generalität die Möglichkeit, dass die deutschen über die Ardennen kommen würden nicht sträflich missachtet hätten, hätte dies auch sehr gut funktioniert.

Gerade Frankreich hatte im ersten Weltkrieg furchtbare Bevölkerungsverluste hinnehmen müssen, bei einer relativ niedrigen Geburtenrate, was heißt, die Bevölkerung hatte sich vom letzten Krieg noch nicht erholt. Da war es dem eigenen Volk gegenüber angebracht keine hochriskanten Offensivpläne zu verfolgen, zumal man in der französischen Generalität mitunter auf Grund von Falschmeldungen der eigenen Geheimdienste die nummerische Stärke der deutschen Armee deutlich überschätzte.

Das alles hat aber mit der Frage der Verantwortung wenig zu tun.

Die liegt in jedem Fall bei den Achsenmächten.

Auf dem europäischen Kriegsschauplatz ist das Deutschland 1939, auf dem Ostasiatischen Japan 1937. Die Eskalation in Europa ist alleinige Verantwortung Deutschlands.
Wer den "Weltkrieg" vom Zaun gebrochen hat hängt davon ab ob man im Beginn des 2. Sino-Japanische Krieges bereits den Ursprung des Weltkriges sehen will (durch die verzettelung der japanischen Kräfte, das US-Amerikanische Handelsembargo gegen Japan und daraus resultierend Japans Ambitionen auf die britischen, französichen und niederländichen Kolonien hat Japan durchaus einen beträchtlichen Anteil an der Blockbildung der Kriegsparteien, so dass die Ansicht der Weltkrieg habe 1937 mit dem japanischen Überfall auf China begonnen in Asien durchaus verbreitet ist).

Für den mindestens den europäischen Kriegsschauplatz und nach westlicher Lesart damit auch für den Weltkrieg trägt Deutschland hier ganz klar die alleinige Verantwortung.

Solche Schuldfragen lassen sich nun mal nicht auf die üblich einfache Weise beantworten, auch wenn die Mehrheit in der Schule zumeist eine sehr vereinfachte Darstellung erhalten hat.

Auf gar keinen Fall gibt es einen Anlass die Deutschen von damals reinzuwaschen, aber man kann sicherlich den Dreck ein wenig gleichmäßiger verteilen.

Den 2.WK kann man sicher als Fortsetzung des 1.WK interpretieren. Das Versailler Diktat war sicher auch ein entscheidender Wegbereiter für den 2.WK, aber wohl auch nicht der alleinige Grund.

Bei der Konstellation der damaligen Nationaloberhäupter und Antidiplomaten wie Hitler, Stalin, Churchill, Roosevelt, Mussolini, Franco und weitere waren Konflikte schon von vorn herein vorprogrammiert. Man hätte auch die Überschrift drübersetzen können "Ein Käfig voller Narren".

Der Imperialismus lief in den Köpfen immer noch auf Hochtouren, obwohl schon zu dieser Zeit Militärkonflikte zwecks Landgewinnung aus geopolitische Sicht schon sinnlos waren.

Dem ersten Weltkrieg gingen einige bewusst gesteuerte Intrigen voraus.

Vor dem ersten Weltkrieg war Deutschland stärkste Wirtschaftsmacht in Europa. Die Wirtschaft florierte, während gleichzeitig die in Frankreich, Groß-Britanien und vielen anderen Ländern Europas stagnierte.

Deutschland hatte noch kein plausibles Motiv, den ersten Weltkrieg zu starten. Churchill, der sich schon VOR dem ersten Weltkrieg als Deutschenhasser zu erkennen gab, sah den deutschen Wirtschaftserfolg als Hauptursache für den wirtschaftlichen Mißerfolg seines eigenen Landes an. So holte er auch Frankreich und Russland für seine Kriegsfantasien mit ins Boot. Die Aufrüstung Deutschlands erfolgte im 1.WK erst, als der Krieg schon längt begonnen hatte. Als an der westlichen Grenze das französische Heer bereits parat stand und an der östlichen Grenze das russische, ging Deutschland in die Offensive und eröffnete das Feuer. Da Deutschland den ersten Schuss abgab, war damit auch die Schuldfrage für den ersten WK geklärt.

Der Auslöser der 2.WK war der Korridor-Konflikt zwischen Polen und Deutschland. Zunächst wollte Deutschland den Korridor-Konflikt ohne Waffen beilegen. Polen erhielt von der englischen Regierung Rückendeckung, die Beilegung des Konflikts auszuschlagen. Schlussendlisch schloss Hitler mit Stalin einen Nicht-Angriffs-Pakt und griff dann Polen an, die in dieser Situation entgegen aller Versprechen der Alliierten von denselbigen allein gelassen wurden. Den Konflikt militärisch lösen zu wollen war ein äußerst unkluges Vorgehen, was man eindeutig den Deutschen von damals ankreiden musste. Von den grausamen Zügen des Krieges ganz zu schweigen.

Den Deutschen wurden damals auch die damals gepflegten und dogmatisch indoktrinierten Tugenden wie Autoritätsgläubigkeit, Folgsamkeit und bedingungsloser Gehorsam zum Verhängnis.

Was wir aus der Geschichte gelernt haben sollten, ist, dass die größte Gefahr nicht von schnauzbärtigen Herren in grauen Uniformen ausgeht, sondern von den völlig verblendeten und irregeleiteten Massen, die unkritisch, bereitwillig und unhinterfragt alle Befehle ausführen.

Das gilt auch in der heutigen Zeit für alle Personen, die sowohl im Militär als auch außerhalb desselben tätig sind.

Vieles hätte sich ganz anders abgespielt und würde sich auch heute abspielen, wenn die Menschen öfter NEIN sagen würden. Dass sie Anweisungen NICHT befolgen, weil es gegen ihre ethischen und moralischen Vorstellungen verstößt.

Bei Kriegsschuldfragen sollte man auch immer nachforschen, WER letztendlich von den Kriegen profitiert hat:

Die Völker schon mal gar nicht - die hatten so ziemlich alles im Krieg verloren, viele sogar ihr Leben.

Die Regierenden ebenfalls nicht. Oft sind sie ebenfalls mit unter die Räder geraten.

Die tatsächlichen Nutznießer waren vor allem die Rüstungsindustrien als Lieferanten, die Bänker als Finanziers, die Pharma-Lobby und so manch andere Lobby, die ihre wirtschaftliche Macht durch den Krieg ausbauen konnten.

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Wenn man alle Kriege in der Geschichte einmal genauer untersucht, so handelte es sich so gut wie nie um Kriege zwischen Völkern sondern um Kriege der Regierenden, die ihre Völker zum Kampf abgerichtet und instrumentalisiert hatten.

Das spricht zwar den einzelnen Volksangehörigen nicht von seiner Mitschuld frei. Aber es lässt sich daraus schon ein Muster erkennen, dass OHNE den Regierungen die Chance auf Frieden um ein Vielfaches höher liegen würde.

Denn auch die Regierenden führen letztlich nur das aus, was ihre Geldgeber von ihnen erwarten.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Beobachtung, Recherche, Analyse, Intuition, Wissen

Deine Erklrärung der Gründe des WW1 kann ich nicht nachvollziehen.

Es ist zwar klar, daß eine etablierte Weltmacht (Briten) es höchst kritisch sieht, wenn sich ein Neuling in die Riege hineindrängt. Und die Franzosen hatten mit uns sowieso noch ein Hühnchen zu rupfen.

Das hätte ein gewisser Kaiser aber auch klar erkennen müssen und das ist nicht etwas, was man in der Rückschau von heute feststellen kann, sondern es war damals durchaus ein bekanntes Problem.

Ohne Bismarck einen Heiligenschein verpassen zu wollen (er war eindeutig ein eiskalter Politiker, der gewissenlos über Leichen ging) - aber Wilhelm II hat durch seine Politik das Bündnissystem Bismarcks total ausgehebelt und erst für die Situation gesorgt, daß das Deutsche Reich mehr oder weniger alleine dastand (mit den Briten u. mit Rußland hatte das sich Kaiserreich (Wilhelm I/Bismarck) recht gut verstanden).

Und Wilhelm II hat Österreich quasi einen Blankoscheck ausgestellt, der in eben jenen Krieg mündete, den man den 1. Weltkrieg nennt.

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@nax11

Gut. Ich habe jetzt nicht alle Details berücksichtigt. Das hätte hier womöglich auch den Rahmen gesprengt.

Aber es stimmt, es spielten auch sehr viele andere Faktoren eine Rolle.

Kaiser Wilhelm war auch nicht unbedingt der klügste Kopf.

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@RhoMalV

Ich hatte den Eindruck, daß du Wilhelm II's Rolle deutlich herunter spielst. Offenbar hast du das anders gemeint? War kein persönlicher Angriff.

Schönen Abend wünsche ich dir

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Die Stalin Theorie fällt wohl eher unter die Verschwörungstheorien. Der zweite Weltkrieg ist gewissermaßen eine Fortsetzung, bzw. Wiederaufnahme des ersten Weltkriegs gewesen. Man könnte auch sagen, dass der Konflikt nicht richtig gelöst war und es somit zu einem erneuten Ausbruch kommen konnte. Es war sicher auch ein Problem internationaler Diplomatie. Mit größerem Aufwand, mehr Treffen und Kongressen, mehr Reisen von Politikern, mehr Gesprächen unter Spitzenpolitikern, mehr Städtepartnerschaften, mehr Bestreben nach wirtschaftlicher Kooperation und Zusammenarbeit, mehr Austauschprogrammen, ganz kurz Mehr von dem allen, was dieses so viel verschmähte Europa heute ausmacht und hätte es nie einen zweiten Weltkrieg gegeben.

Somit ist die Theorie, dass der Versailler Vertrag Schuld sei, zwar nicht ganz von der Hand zu weisen aber man kann allenfalls dazu kommen, dass man von Mitverantwortung sprechen sollte und nicht von Schuld. Der Vertag war auch irgendwie ein Ausdruck eines rückwärtsgewandten Zeitgeistes. Für positive Visonen und Utopien hatte man dort kein Verständnis, obwohl es sie zur Genüge gab. 

Schuld am Ausbruch des zweiten Weltkrieges hatte Deustchland. Nicht alle Deutschen aber diejenigen die den damaligen Staat ausmachten haben unterstützt von der Mehrheit der Deutschen einen vorsätzlichen, völkerrechtswidrigen geplanten Überfall auf ein Nachbarland vollführt. Was sie dazu veraanlasst hat und ob sie alle eine schwierige Kindheit hatten (also die Erklärung für ihr Handeln) spielt bei der Schuldfrage keine Rolle. Es reicht nicht für mildernde Umstände. 

Da hast Du etwas falsches gelesen.

Hitler war es, unausweichlich.
Beim Anschluß Österreichs und der Annektierung Sudetendeutschlands schauten England und Frankreich noch zu.
Wie zuvor bei der Besetzung des Rheinland.

1939 ging es dann los, gen Polen, durch eben den deutschen Einmarsch.

Es hält sich die Legende, dass wenn nicht Hitler 1939, dann hätte Stalin 1941...hat er nicht und konnte Stalin auch nicht.

Ende vom Lied, Hitler begonnen und schlußendlich verloren.

Geschichte lässt sich nicht leugnen, wenn ist sie so gelaufen, wie sie gelaufen ist.

England und Frankreich erklärten nach dem deutschen Einmarsch in Polen dem deutschen Reich 1929 den Krieg (> Folge "Sitzkrieg")

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Hallo Teodd

Die Idee, daß Hitlers Angriff auf Rußland ein Präventivkrieg war ist genauso alt wie unsinnig.

Wenn man sich überlegt wie sehr die Rote Armee 1941 in die Fre*sse bekommen hat, dann dürfte klar sein, daß Hitler vor einem russischen Angriff überhaupt keine Angst hatte. Daß Stalin auf den Einmarsch der Wehrmacht erst sehr verzögert reagiert hat spricht auch deutlich gegen eine russische Angriffs-absicht.

Was die westlichen Kriegsgegner betrifft (USA gehörte anfangs nicht dazu), so waren ihre Armeen deutlich zu schwach, um in das Deutsche Reich einzumarschieren und das wußten sie auch. Frankreich fühlte sich nur wg. der Maginot-Linie halbwegs sicher und die Briten konnten nur wegen ihrer Flotte eine Invasion der Insel verhindern - angreifen konnten sie aber nicht.

Was die USA und Japan betrifft, so ist zwar korrekt, daß die USA Japan durch Wirtschaftssanktionen provoziert hat, aber das geschah wegen der kriegerischen, japanischen Expansion nach China und Wirtschaftssanktionen sind noch lange kein Kriegsgrund.

Die US-Regierung rechnete für die Zukunft mit Zusammenstößen mit Japan - deshalb die Verlegung der Pazifik-Flotte von San Diego nach Pearl Harbor. Man kann sagen, daß es dämlich war, daß sie sich haben überraschen lassen, aber angefangen hat eindeutig Japan den Krieg.

Gruß

Den 2. WK? Da blendest Du aber manche Tatsache aus. Den 2. WK hat Hitler mit seinem Polenangriff ausgelöst. 

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@teafferman

Und wo habe ich das bestritten?

Die Frage ging darum, ob die West- und Ostalliierten den Krieg provoziert haben und das habe ich widerlegt.

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