Wenn man zu Gott betet, muss man dann das Vater Unser beten oder kann man auch einfach zu Gott sprechen und ihm sagen, was mir auf dem Herzen liegt?

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du kannst dein Gebet einfach selbst formulieren, deine Worte dabei ganz frei wählen und mit Gott sprechen, wie du mit einem Vater oder Freund reden würdest.

Gott sieht auf das Herz und die Einstellung, die Worte selbst sind nicht ganz so wichtig, da Gott sowieso weiß, was wir ihm mitteilen wollen. Auf jeden Fall freut sich Gott darüber, dass du mit ihm sprechen und Ihn in dein Leben einbeziehen möchtest.

Gebet ist natürlich keine Wunscherfüllungsmaschine, zumal Gott auch in anderen Zeiträumen arbeiten kann, als wir uns das wünschen und vorstellen. Ich bin aber davon überzeugt, dass Gebet sehr wichtig ist und dass auf jeden Fall Segen darauf liegen wird. Deshalb kannst du einfach deine Gedanken Gott mitteilen und am Ende "Amen" sagen, wenn du magst (Amen bedeutet übersetzt "So sei es" oder "So soll es geschehen").

Vielen Dank für den "Stern", ganz liebe Grüße und Gottes Segen!

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Müssen muss ein Christ nicht. Das Unser Vater ist ein wichtiges Gebet, weil es das einzige Gebet ist, dass Jesus empfohlen hat.

Doch das Christentum kennt keine Vorgaben beim Gebet. Man darf beten wo man möchte, wie man möchte und der Inhalt ist auch frei.

Man kann zu Gott/Jesus reden wie zu einer Person, der man alles erzählen kann. Man kann danken, bitten und fragen.

Geschieht nach einem Gebet vorerst nichts, sollte man dran bleiben.

Im Gebet geht es erst mal darum, mit Gott zu reden. Das Vater Unser ist ein guter Leitfaden für das persönliche Gebet, weil dort alles enthalten ist, was für ein Gebet wichtig ist.

Du kannst und sollst Gott alles sagen, was dir auf dem Herzen liegt. Das "dein Wille geschehe" aus dem Vater Unser bringt deine Wünsche auf das wichtigste zurück.

Wahrscheinlich bringt das sogar mehr, wenn du über die Dinge redest, die dich beschäftigen: Was sind deine Ziele? Welche Personen liegen dir am Herzen? Wie geht es denen? Was wünschst du dir für sie und für dich?

Wenn du dir diese Dinge bewusst machst, wirst du sie viel eher erreichen.

Naja. Mein Vater ist krank, hat zusätzlich auch noch Depressionen und meine Oma liegt im Sterben. Ich fühle mich wie ein Nichts. Einfach wie eine leere Hülle. Da wünsche ich mir natürlich, dass mein Vater wieder gesund wird und meine Oma noch lange lebt. Mich plagt aber auch noch das schlechte Gewissen. Ich hab meiner Oma damals den Tod gewünscht und gesagt, sie soll in der Hölle schmoren. Das Verhältnis zu ihr war halt nicht immer gut, aber jetzt gegen Ende tut sie mir leid und es tut mir leid, dass ich ihr damals den Tod gewünscht hab und gesagt hab, sie solle in der Hölle schmoren.

Ich will, dass sie noch lange lebt und jetzt liegt sie im Sterben.

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@mruniverse1

Bitte mach Dir bewusst, dass Deine Oma nicht stirbt, weil Du ihr den Tod gewünscht hast. Und sie wird auch nirgendwo "schmoren".

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@mruniverse1

Das ist jetzt sehr privat und passt schlecht in ein öffentliches Forum - aber ich hab nichts anderes für Dich: Falls Du das noch nicht gemacht hast, bitte Gott um Vergebung dafür, dass Du Deiner Oma den Tod gewünscht hast. Und dann bete für sie (immer mit dem Blick darauf, dass Gottes Wille geschehen soll). Dann wird was draus.

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@Sterntaler927

Meiner Erfahrung nach wünschen sich viele alte Menschen nicht ein langes Leben, sondern einen schönen Abschluss. Und da kannst du vielleicht noch einiges dazu beitragen, gerade, wenn ihr euch bis jetzt nicht immer nur einig wart. Überlege dir, was du ihr noch sagen möchtest, was sie freut. Und sag es ihr. Frag sie, was sie noch erleben möchte. Vielleicht kannst du ihr dies noch erfüllen. Dann hast du vieles wieder gut gemacht.

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@diderot2019

Wieso gibst Du MIR diese Empfehlungen? Es handelt sich weder um meine Grossmutter, noch bin ich die Fragestellerin. 🙂

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Hallo mruniverse1,

das Vaterunser war nicht dazu gedacht, immer wieder aufgesagt zu werden. Jesus wollte damit nur zum Ausdruck bringen, um was man grundsätzlich bitten kann/sollte und in welcher Reihenfolge. Es bildet daher nur einen gewissen Rahmen für persönliche Gebete.

Gebete sollten aus dem Herzen kommen und sich nicht an einen vorgefertigten Text halten. Natürlich sprechen wir zu Gott nicht wie zu einem Kumpel, da wir uns seiner Größe und Erhabenheit bewusst sind. Daher sollten unsere Gebete immer von Ehrfurcht und Respekt zeugen.

Die Bibel enthält einige Hinweise zum Thema Gebet, doch feste Regeln gibt es dafür nicht. Wenn unsere Gebete Gott gefallen sollen, dann wären auswendig aufgesagte Gebete eindeutig nicht das Richtige. Jesus sagte in der Bergpredigt einmal folgendes dazu: "Wenn ihr aber betet, sagt nicht immer und immer wieder dasselbe wie die Leute von den Nationen, denn sie meinen, dass sie erhört werden, weil sie viele Worte machen" (Matthäus 6:7).

Der berühmte König David schrieb einmal in einem seiner zahlreichen Psalmen im Hinblick auf Gebete: "Vertraut auf ihn zu allen Zeiten.Vor ihm schüttet euer Herz aus" (Psalm 62:8). Wenn man jemandem sein Herz ausschüttet, dann muss man nicht nach Worten ringen oder macht sich Gedanken um exakte Formulierungen. Deswegen kommt es auch beim Beten nicht darauf an, in welche Worte wir die Gedanken, die wir an Gott richten, verpacken.

In der Bibel sind viele Gebet aufgezeichnet worden, die jedoch nicht dazu dienen sollten sie auswendig zu lernen. Auch das "Vaterunser" ist nicht dazu gedacht, immer wieder aufgesagt zu werden. Es ist lediglich als eine Art Muster gedacht, das zeigt, auf was es in unseren Gebeten ankommen sollte. Das "Vaterunser" lässt z.B. deutlich werden, dass nicht persönliche Bitten im Vordergrund stehen sollten. Die ersten drei Bitten betreffen nämlich nicht unsere, sondern Gottes Interessen. Daran sollten wir denken, wenn wir unsere Bitten an Gott richten.

Die Bibel zeigt auch, dass unsere Gebete, außer aus Bitten an Gott, auch Lobpreis und Dank mit einschließen sollten. So steht in den Psalmen: "Kommt in seine Tore mit Danksagung, in seine Vorhöfe mit Lobpreis. Dankt ihm, segnet seinen Namen" (Psalm 100:4) oder: "Auch legte er ein neues Lied in meinen Mund, Lobpreis für unseren Gott (Psalm 40:3).

Es gibt also viele Möglichkeiten unsere Gebete so zu gestalten, dass sie für Gott annehmbar sind. Auch fand ich den Tipp sehr hilfreich, dass man sich vor einem Gebet Gedanken machen soll. Sonst kann es leicht passieren, dass man recht inhaltslose Gebete spricht oder oft das Gleiche sagt.

Über das Beten gibt es sicher noch vieles zu sagen, doch wenn Du diese grundsätzlichen Dinge beachtest, wird es Dir künftig sicher leichter fallen, Dich im Gebet an Gott zu wenden.

LG Philipp

Auf den Punkt gebracht! Das ist der Vorteil jener Christen, die ihre Bibel kennen und das Wissen daraus auch anwenden: sie geraten erst gar nicht in solche Konflikte, wie die FS. Und dies ist auch, was mir als Atheistin Respekt abfordert.

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