Wenn man beleidigt wird darf man denjenigen schlagen?

19 Antworten

Hallo!

1. Es kann durchaus gerechtfertigt sein. Ob es so ist oder nicht kann man dir pauschal nicht beantworten. Um eine Notwehrprüfung vorzunehmen müsste mehr "Futter" da sein, als eine simple Frage. Problematisch dürfte aber insbesondere die Gegenwärtigkeit des Angriffs sein...

2. Ja, auch für einen anderen darf man sich wehren. Während es für einen selbst Notwehr heißt, heißt es für einen anderen Nothilfe. Die Voraussetzungen sind jedoch identisch. Daher gilt auch hier das unter Ziff. 1 Gesagte.

Ich hab mal von dem Fall gehört das eine Frau in der gleichen Situation freigesprochen wurde. Die Notwehr muss aber mit angemessenen mitteln erfolgen sprich wenn dich jemand beleidigt darfst du keinesfalls mit einer Waffe z.B. einem Messer auf den jeniegen reagieren.

Die Notwehr muss aber mit angemessenen mitteln erfolgen sprich wenn dich jemand beleidigt darfst du keinesfalls mit einer Waffe z.B. einem Messer auf den jeniegen reagieren.

Wie hartnäckig sich diese Mär hält...

Nein! Die Angemessenheit ist keine Voraussetzung der Notwehr. Auch nicht irgendeine Verhältnismäßigkeit oder Zurückhaltung. Dies ist schon aus dem Gesetzestext zu erkennen, da § 32 StGB weder von Angemessenheit noch von Verhältnismäßigkeit spricht, während § 34 StGB genau dies tut.

Das einzige Korrektiv der Notwehr ist die Gebotenheit; deren Voraussetzungen jedoch nur bei wirklich krassen Missverhältnissen vorliegen.

Deshalb: Wenn in der jeweiligen Kampflage keine andere Verteidigung möglich/zumutbar war, dann kann man auch mit Waffen oder gefährlichen Werkzeugen reagieren.

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Nein, ein Schlag wäre entgegen einer Beleidigung eine unangemesse Reaktion und würde dir somit als Körperverletzung angelastet werden (können).

Gruß

Wieso postest du zum Thema Notwehr wenn du offensichtlich keinerlei Ahnung hast. Auch die Ehre ist ein Notwehrfähiges Rechtsgut. Wenn der andere wie oben beschrieben einfach nicht aufhört diese Verbal zu verletzen und nur durch einen Schlag zu stoppen ist ist das als Notwehr tatsächlich straffrei. Der Te hat wirklich genau die Konstellation beschrieben in der man damit durchkommen kann.

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@ThisIsJustMeHH

Nerv mich nicht und fehlende Kenntnis brauchst du mir auch nicht zu attestieren! Dies muss ich mir von so einem dahergelaufenen nicht Anlasten lassen!

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@jakkily

Wenn du nicht mal das Lehrbuch Beispiel für: "wann darf ich jemanden Tätlich an Worten hindern" erkennst musst du das wohl. Süß wie du einfach nicht akzeptieren magst dass du keine ahnung hast. Das traurige ist: ich glaube dir sogar dass du dich selbst für kompetent hältst. Lies dir mal die Erklärung zum Dunning-Krüger Effekt durch.

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@jakkily
(...) und fehlende Kenntnis brauchst du mir auch nicht zu attestieren!

Gut, dann mache ich das: Du hast offensichtlich von Notwehr keine Ahnung!

Im übrigen ist es schon frech jemanden wie ThisIsJustMeHH, der sich bereits mehrfach (nicht nur in dieser Diskussion) durch Fachwissen hervorgetan hat, als "Dahergelaufenen" zu betiteln. Und antasten wollte er/sie dich sicher auch nicht, sondern nur deine (für Profis offensichtliche, für Laien möglicherweise nicht so leicht erkennbare) Unkenntnis aufdecken. Damit Laien nicht auf den Blödsinn hereinfallen, der hier so verbreitet wird - es ist ein Dienst an der Allgemeinheit 😉

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@Grinzz

Ach und das willst du Wicht beurteilen können, ob ich von Notwehr Ahnung habe oder nicht?

Frech ist mir fehlende Kenntnis andichten zu wollen! Auch du kennst mich nicht und hast entsprechend kein Recht über meine Kompetenzen zu urteilen!

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@jakkily
Ach und das willst du Wicht beurteilen können, ob ich von Notwehr Ahnung habe oder nicht?

Ja, das kann ich 😉 Es mag dich überraschen, aber ich habe das gelernt. Und deine Aussagen lassen sich nunmal überhaupt nicht juristisch fest machen. Ich versuche immer wieder die hier gemachten Aussagen noch irgendwie zu retten. Aber wenn sie, wie bei dir, halt völlig neben jeglicher Realität her laufen, dann ist deine Unkenntnis nunmal offensichtlich. Im Übrigen scheinst du mich ja gut genug zu kennen, dass du mich als "Wicht" bezeichnen darfst, ohne dass ich dies als Beleidigung aufzufassen habe 😉 Aber ich gehe (zu deinen Gunsten) davon aus, dass dir meine geringe Körpergröße bekannt ist und du es gar nicht beleidigend gemeint hast - toll, wie sehr ich versuche deine gemachte Aussage zu retten, oder? 😅

Frech ist mir fehlende Kenntnis andichten zu wollen!

Frech wäre es, wenn dies nicht durch sachliche Argumente gestürzt würde. Das ist es aber (leider?). Es ist daher keine (An-)Dichtung, sondern lediglich eine Feststellung. Zum Dichten bin ich heute gar nicht in der Lage...

Auch du kennst mich nicht und hast entsprechend kein Recht über meine Kompetenzen zu urteilen!

Du missverstehst: Ich urteile nicht über dich, sondern nur über deine Äußerung. Und an dieser lässt sich deine Kompetenz in diesem Bereich (nur darum geht es hier) recht gut erkennen.

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Beleidigungen sind verbal ausgelegt. Man kann sich abwenden und gehen.

Somit kommt Notwehr nicht in Frage. Wenn jemand schlägt, ist das eine strafbare Handlung und kann mit Körperverletzung je nach Ausmaß geahndet werden.

Des Weiteren wäre es Selbstjustiz und auch dieser Vorgang ist strafbar.

Beleidigungen sind verbal ausgelegt. Man kann sich abwenden und gehen.
Somit kommt Notwehr nicht in Frage

Das ist falsch. "Man hätte einfach gehen können" kann NIE ein Argument gegen Notwehr sein. Hier gilt der Grundsatz "Das Recht muss sich dem Unrecht nicht beugen".

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Nein, natürlich nicht. Auf etwas mit Gewalt zu reagieren, zeigt das man sich nicht anders Wehren kann, dass macht einen selbst klein...

@Vanessa661

Notwehr ist etwas völlig anderes, war nicht Bestandteil deiner Frage, und auch nicht aus dem Kontext ersichtlich.

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@AlterHaudegen75

Ähm... doch! Die ganze Frage schreit sowohl nach Notwehr als auch nach Nothilfe 😉

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@Grinzz

Ähm...nein! Für mich nicht. So lange es "nur" bei verbalen Äußerungen bleibt, gibt es absolut keinen Intention als erstes Zuzuschlagen. Es bliebe immer noch die Möglichkeit sich der Situation zu entziehen und zu entfernen. Hier dann den anderen als erstes zu Schlagen damit er ruhig bleibt ist für mich keine Notwehr. Die Definition von Notwehr ist dann doch etwas anders ausgelegt. Jedenfalls für meine Begriffe. Etwas anderes wäre wenn bei meinem Gegenüber ersichtlich ist, dass seinen Worten unmittelbar Taten folgen.

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@AlterHaudegen75
Ähm...nein! Für mich nicht. (...) Die Definition von Notwehr ist dann doch etwas anders ausgelegt. Jedenfalls für meine Begriffe. 

Es tut mir leid, aber es war gar nicht nach deiner persönlichen Meinung gefragt, sondern nach einer juristischen Antwort.

Dennoch würde mich interessieren, was für dich denn die Definition von Notwehr ist. Eher ein biblisches "Halte auch die andere Wange hin", oder eher eine Art "Rambo-Rache"?

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@Grinzz

******das (straffrei bleibende) Abwehren eines Angriffs gegen die eigene oder gegen eine fremde Person (bei der dem Angreifer, der Angreiferin körperlichen Schaden zugefügt wird)"aus, in Notwehr handeln"****** Quelle:StGB

Und das liegt im vorliegenden Fall nicht vor. Die Frage war doch ob ich bei einer Beleidigung den anderen Schlagen darf. Eine verbale Beleidigung ist doch kein Angriff auf Leib und Leben, die eigene oder fremde Person. Das kann mir doch wohl bitte keiner Erzählen. Und das rechtfertigt doch auch nicht zuerst Zuzuschlagen. Wo kommen wir denn dahin wenn jeder der sich verbal Beleidigt fühlt, dem anderen mal sofort was auf die Nase kloppen kann. Ich lasse mich sehr gerne überzeugen, und ändere sofort meine Sichtweise, wenn mir jemand nach dem Gesetzestext belegen kann, dass jemand Zuschlagen darf, wenn er Beleidigt wird und kein körperlicher Angriff vorliegt. Wenn du das kannst lege mal los. Dann gebe ich dir sofort Recht.

Und was deine Frage betrifft: Ich halte bestimmt nicht die andere Wange hin. Das würde ja bedeuten das bereits ein erster Schlag erfolgt ist. Dann würde ich mich natürlich Wehren. Ein "Rambo-Rache" käme auch nicht in Frage.

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@AlterHaudegen75
Quelle:StGB

Welches StGB hast du denn da zitiert? Aufgrund der Äußerungen und Verlinkungen der Fragestellerin war ich vom Deutschen StGB ausgegangen. Den von dir zitierten Passus finde ich darin aber nicht...

Eine verbale Beleidigung ist doch kein Angriff auf Leib und Leben, die eigene oder fremde Person. Das kann mir doch wohl bitte keiner Erzählen.

Nein, natürlich nicht. Aber nach den für die Fragestellerin geltenden Recht ist ein Angriff nur auf Leib/Leben gar nicht die Voraussetzung. Vielmehr ist damit jedweder Angriff auf ein Individualrechtsgut gemeint. Und dazu gehört eben auch die Ehre, welche durch eine Beleidigung angegriffen wird.

Ich lasse mich sehr gerne überzeugen, und ändere sofort meine Sichtweise, wenn mir jemand nach dem Gesetzestext belegen kann, dass jemand Zuschlagen darf, wenn er Beleidigt wird und  kein körperlicher Angriff vorliegt.

Okay, ich probiere es mal: § 32 II StGB spricht von einem Angriff. Diese wird qua lege nicht weiter definiert. Allerdings hat sich im juristischen Schrifttum eine Definition herausgearbeitet: "Ein Angriff ist die von einem Menschen drohende Verletzung rechtlich geschützter Interessen." (Quelle: BeckOK zum StGB, 43. Edition, Rn. 17 zu § 32)

Unter den rechtlich geschützten Interessen sind "(...) Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, sexuelle Selbstbestimmung, Eigentum, Vermögen und Ehre, aber auch sonstige rechtlich geschützte Interessen wie das Persönlichkeitsrecht mit seinen Ausprägungen des Rechts am eigenen Bild (...)" (Quelle: wie oben, Rn. 19). Insoweit auch: "Nach ganz hM kommen hier grundsätzlich alle rechtlich geschützten Interessen in Betracht, soweit es sich um Individualrechtsgüter handelt." (Quelle: MüKo zum StGB, 3. Auflage, Rn. 84 zu § 32)

Und damit du auch einsiehst, dass insbesondere auch die Ehre dazu gehört, schau doch mal in den Beschluss des BayObLG vom 28.02.1991 - RReg. 5 St 14/91. Auch kann man aus § 34 StGB erkennen, dass die Ehre als geschütztes Rechtsgut in Frage kommt. In der Literatur ist es völlig unbestritten, dass die Ehre ein von § 32 StGB geschütztes Rechtsgut ist.

Konnte sich das ein wenig überzeugen? Oder soll ich noch Web-Nachweise suchen, damit du zufrieden bist? 😉

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@Grinzz

Gut, wie erwähnt, ich bin durchaus belehrbar, und Diskutiere gerne so lange es so abläuft wie bei uns beiden. Also Sachlich. Alles gut soweit...Und es geht ja hier nicht darum ob ich zufrieden bin oder nicht. Aber ganz Ehrlich es ist für mich nicht Nachvollziehbar, ich störe mich einfach daran das jeder jedem bei einer Ehrverletzung etwas auf die Nase kloppen kann, wenn ich deine Ausführung richtig gelesen habe. (Sonst korrigiere mich gerne) Das ich heißt nicht das ich es nicht verstehen will, sondern vielmehr nicht verstehen kann. Und das kann ich in der Tat nicht. Das erschliesst sich mir absolut Null. Ich finde das absolut Wahnsinn. Zumal ja jeder sehr wahrscheinlich eine völlig andere Auffassung hat, was auf ihn bezogen eine Verletzung der Ehre betrifft.

Aber nun ich bin ja kein Sturkopf, wenn es denn wirklich so ist, und es scheint so zu sein da ich es nachgelesen habe, gebe ich dir Recht. Keine Frage. Das hätte ich so nicht gedacht und bin etwas Schlauer. Also gut gemacht, bin überzeugt, wenn auch nur unter Protest und Einspruch. Zumindest mal im juristischen Sinn. Was die Praxis angeht habe ich da echt Probleme...

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@AlterHaudegen75
(...) ich störe mich einfach daran das jeder jedem bei einer Ehrverletzung etwas auf die Nase kloppen kann, wenn ich deine Ausführung richtig gelesen habe.

Ja, das habe ich so in der Art geschrieben. Allerdings war es mehr zur Überzeugung als zur Richtigkeit hin dienbar.

Dein Rechtsempfinden stört sich daran, dass auf jedes "Ars***och" ein Schlag auf die Nase folgen können darf. Und damit hat dein Empfinden auch total recht: Das geht so nicht! Denn bei einem Angriff (so auch bei einer Beleidigung) ist nur notwehrfähig, wenn der Angriff noch gegenwärtig ist. Ist der Angriff bereits beendet, so handelt es nicht mehr um Notwehr sondern um Rache. Und gerade bei einer Beleidigung ist der Angriff beendet, sobald das Wort ausgesprochen ist. Erst wenn es sich um eine Schimpftirade handelt, wenn sich eine Beleidigung an die nächste reiht, dann kann man noch von einer Gegenwärtigkeit ausgehen.

Und hinsichtlich des Schlagens: Das ist natürlich nur okay, wenn es das nach Kampflage mildeste Mittel ist. Also ist der Schlag dann okay, wenn man nicht davon ausgehen konnte, dass etwas anderes den Angriff ebenfalls sofort und endgültig beendet. Das ist in vielen Fällen nicht denkbar, da selbst ein "Bier-ins-Gesicht-kippen" wohl den Angriff nicht mit Sicherheit beenden wird. Aber es ist immer eine Einzelfallentscheidung, daher ist jede Szene genau zu betrachten.

Daher: Es kommt sowohl auf die Beleidigung als auch auf die Situation an. Aber es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass man sich gegen Beleidigungen mittels Schlägen wehren darf.

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@Grinzz

Wieder etwas dazugelernt. Zumindest bin ich etwas beruhigt, dass es da überspitzt formuliert keinen Freibrief gibt.... Was hätte ich da dann schon bisher Leute vermöbeln können....

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