Wem sind wir alles Rechenschaft schuldig?

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8 Antworten

Wir fühlen uns schuldig, wenn wir Erwartungen nicht gerecht werden.

Rechenschaft sind wir denjenigen schuldig, die wir enttäuscht haben, wenn uns an denjenigen etwas liegt oder wir das Erwartete honoriert bekommen wollen, obwohl wir ihm nicht gerecht wurden, also das Ziel nicht erreicht wurde.

Es ist so leicht gesagt, Du seist "niemandem Rechenschaft schuldig".

Du bevorzugst vietnamesische Küche? Du magst keine Pizza? Stehst Du auf SM? Oder bist Du bisexuell veranlagt, oder schwul? All DAS geht keinen etwas an, und Du bist niemandem Rechenschaft schuldig: Wer damit nicht leben kann, der soll einfach die Klappe halten.

Aber es gibt Aspekte des Lebens, für die wir jemand anders, heute und in Zukunft, eine Rechenschaft schuldig sind! Und das sind viele und weit reichende Aspekt, angefangen mit unmittelbarer Verantwortung für etwas, hört es auf bei einer gesellschaftlichen Mitverschuldung, in die der Einzelne eben mehr oder minder tief verstrickt ist.

Ich spreche von der Mitverantwortung im Umgang mit Ressourcen. Ich werde mich dabei an dieser Stelle nicht an Parolen betreffend Klimaerwärmung beteiligen. Wer sich distanziert und intensiv mit den Einflüssen der Sonne auf unser Klima auseinander setzt, kann nur noch mindestens bezweifeln, dass der Mensch einen maßgeblichen Einfluss auf das Klima nimmt. Unser aller Mitverantwortung findet seinen Ausdruck nicht in der Klimaerwärmung! Auch dem entgegen, dass eine Konferenz von 2.500 Wissenschaftler regelgerecht "beschlossen" hat, dass der Mensch das Klima zerstört. Es ist alles nicht wirklich erwiesen. Und niemand will über den Einfluss der Sonne reden!

Aber es geht um die Ressourcen jeglicher Bodenschätze, um die Ressourcen der Natur (Landwirtschaft; Verschmutzungstoleranz der Umwelt insgesamt usw.), um soziale Ressourcen (faktische Ausbeutung durch extreme Lohngefälle national und international; die Ausbeutung Einzelner unter radikalen Regimen wie China, Iran, Saudi-Arabien… diese Beispiele mag nun jeder für sich entsprechend erweitern), woran wir durch den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Know-how mit beteiligt sind: Der Krieg gegen Deutschland wurde einmal geführt für Freiheit und Gerechtigkeit. All das meinetwegen in der Relation der realen Verhältnisse (ich bin nicht blind und verherrliche nicht unsere so genannten freiheitliche Demokratie – aber wir können uns im internationalen Vergleich glücklich schätzen, in Deutschland zu leben, und es darf sich glücklich schätzen, wer nach dem Krieg in Westdtschld. leben konnte). Und dennoch: Wir sitzen heute mit vergleichbaren Regimen an einem Tisch und machen unseren Profit damit (nicht nur der Staat, sondern jeder einzelne Bürger). – Man darf mir nun sagen: "Wir haben doch gar keine Alternative!" Stimmt. Und das sehe ich auch: Vielfach gibt es genau KEINE Alternative mehr. Wenn z. B. 65 % der Schuhproduktion weltweit aus China kommt, wenn jegliche Elektronik praktisch nur noch aus China und Fernost kommt (überwiegend Japan ausgenommen!) usw.

Sollten die Machtverhältnisse radikal kippen, dann werden wir uns für die sozialen Verwerfungen schon bald rechtfertigen müssen. Mögen wir nicht mehr leben, wenn man uns die Zerstörung der Umwelt (durch Verschmutzung, Raubbau, Verbauung…) einmal vorwirft: Auch daran waren wir alle beteiligt. Und vielleicht werden einmal einzelne Personen dafür zur Rechenschaft gezogen werden (exemplarisch und nur so zum Spaß, obwohl die Ankläger es genau wissen werden, dass die Beteiligung anteilig UND letztlich unvermeidbar war!). – Ich weiß es auch: Wir können nicht alle "im Wald" leben, im bescheidenen Einklang mit der Natur. Nicht 7 Mrd. Menschen! Nicht über 500 Mio. Europäer allein in der EU. Usw. Aber bedenke, ob es SO sein muss, wie es geschieht! Und bedenke, welchen Anteil wir, ein jeder für sich, daran haben.

Oder nehmen wir das Thema der Staatsverschuldungen: Wir wollen es gewiss nicht, dass der Staat weiter Schulden macht. Und profitieren doch davon, dass der Staat den Abbau von Schulden ignoriert oder hinauszögert, weil man HEUTE von Arbeitsplätzen spricht. Aber wann kippen die Systeme um? Und dann wird niemand mehr nach Arbeitsplätzen fragen! Dann regiert nur noch der Schwarzmarkt (wie man es schon oft erlebt hat)! Und niemand wird sich um die sozialen Verwerfungen kümmern, weil sie gar nicht mehr beherrschbar sein werden!

SOLLTE es einmal dazu kommen, dass man Einzelpersonen für all das zur Rechenschaft zieht, dann wird es natürlich de facto nur um Scheinprozesse gehen, um die Umkehrung der Verwerfungen rein formal rechtfertigen zu können. Aber dann wird es auch um die Frage für jeden Einzelnen gehen, ob und wie viel er getan hat, um jene Verwerfungen (Umweltzerstörung, soziale Ausbeutung) abzumildern oder gar aktiv zu bekämpfen – dabei geht es dann um die "mildernden" Umstände, die ein jeder vielleicht noch für sich wird geltend machen können.

Schon vor Jahren bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nur mir selbst Rechenschaft schuldig bin - und vielleicht noch meiner Tochter.

Da sie aber in der Zwischenzeit ihr eigenes Leben lebt, halte ich diese Schuld auch für gering.

Nun, ich bin ein Vertreter der Meinung, ich bin nur mir selbst Rechenschaft schuldig. Niemandem anderen.

"Schuldigkeit" ist ein Gefühl, dass einem von Machtstelle (Regierung, Religion etc) oktroyiert wird. "Schuldigsein" kann ich mit meinem Ego "ausmachen" - Ich bedarf allerdings einer ethischen Grundlage.

Rechenschaft habe ich nur mir selbst gegenüber zu geben, solange ich die Gesetze des Landes, in dem ich lebe respektiere und mich ihnen unterwerfe.

Rechtfertigung? Ich rechtfertige mich nur mir selbst gegenüber.

Ansonsten würde ich mich gezwungen sehen, mich jeder politischen Mode zu unterwerfen.

Und das ist nicht "meins"

In erster Linie sind wir alle ... und jeder von uns nur einem Einzigen verantwortlich, und zwar:

unserem eigenen Selbst

wer sich über sein eigenes Tun, sein Denken, den Einsatz seiner Begabungen und Fähigkeiten, keine Rechenschaft ablegt, und wer vor sich selbst keine Verantwortung dafür übernimmt, ob er nach bestem Wissen und Können unter den gegebenen Voraussetzungen gehandelt hat, der ist nicht fähig, anderen Menschen (Lebewesen) gegenüber Rechenschaft abzulegen.

Und wenn jemand versucht, nach außen hin so tun als ob, dann kann es sich dabei im besten Falle um eine Rechtfertigung handeln, aber niemals um Rechenschaft.

Du bist im Leben niemandem eine Rechenschaft schuldig, es sei denn, Du hast etwas angestellt, wirst verurteilt und stehst vor dem Richter, dann sollte es an Dir liegen, ob Du die Wahrheit sagst oder die Nicht-Wahrheit und dafür bereit bist, für die Nicht-Wahrheit die Konsequenzen zu tragen.

Birne57 28.01.2013, 01:09

Gerade vor dem Richter ist es als Angeklagter (nicht als Zeuge) sogar mein gutes Recht zu lügen, dass sich die Balken biegen. Allerdings darfst du beim Lügen keine Straftat begehen, zb., indem du einen anderen einer Straftat bezichtigst.

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BluePapillion 28.01.2013, 14:32
@Birne57

Dein gutes Recht? Wer unter Eid lügt, begeht schon eine Strafbare Handlung (Unwahre Schutz-Behauptung) tatbestand des Meineid, oder ohne Eid falsch Aussage.

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Mir fällt da im Moment das Finanzamt ein ;-))

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