EINE Antwort auf die vielen Fragen, die letztlich mit keiner Gottheit erklärt werden können, ist genau die: Weshalb sollte es in diesem keineswegs „unendlichen“ Universum ein Bewusstsein, eine Idee, eine Gottheit geben, dass sich auch nur im Geringsten um den Menschen auf der ach so unbedeutenden Erde kümmert?

Weshalb sollte es irgendeine Gottheit interessieren, ob in diesem Versum, neben anderen (! – da Du Dich ja mit Astronomie beschäftigst) Versen, auch nur unsere Erde existiert, geschweide denn dort auch noch der Mensch, der wir sind?

Wir wissen ja noch nicht einmal, ob wir auf der Erde tatsächlich die ersten Intelligenzen unseres Verständnisses sind. Nein, richtig ist, dass wir längst WISSEN, dass wir NICHT die einzigen Intelligenzen unseres Verständnisses sind. Wir WISSEN nur eben auch längst, dass allein unsere zehn Finger uns zu dem arroganten Lumpenvolk machen, dass sich über die offensichtlichen Intelligenzen noch erhebt: Über Elefanten, über Wale… über welche noch? Denn am Ende allein unsere zehn Finger erlauben es uns (im Gegensatz zu stark beschränkenden großen Füßen oder tüchtigen Flossen), eine bleibende Kultur zu erschaffen, die sich also auch in außerordentlichem Maße am Geisteserfolg anderer immer weiter entwickeln kann. Und es sind unsere zehn Finger, die es uns erlauben, unsere eigene (Um-) Welt in außerordentlichem Maße nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wir wissen doch gar nichts als Sagen und Legenden, überwiegend aber GAR NICHTS über Kulturen, die möglicherweise lange vor unserer Zeit existiert und geherrscht haben, jedoch durch Naturereignisse ihrer Existenzgrundlage beraubt und schlicht von der Zeit ausgelösht worden sind. Wir haben nur inzwischen viele Hinweise, die sehr deutlich darauf hinweisen, dass unsere Gegenwart (lassen wir sie mit den alten Ägyptern beginnen) keineswegs die erste Hochkultur des Menschen gewesen sein muss.

Es ist also, was auch schon in der Bibel oder in anderen Büchern steht: An eine Gottheit zu GLAUBEN, ist eine bewusste Entscheidung. So wie es auch eine bewusste Entscheidung des Menschen sein kann, nüchtern, neutral und möglichst unvoreingenommen Fragen an die Welt zu richten – und die Welt am Ende als frei von Gottheiten zu finden.

Und WEIL es eine bewusste Entscheidung ist, sich FÜR oder GEGEN Gott zu entscheiden, deshalb zieht es sich auch durch alle Bücher, dass diejenigen, die an einen Gott nicht glauben, für sündig und (je nachdem, welches Buch man nimmt) für des Todes wert ausgerufen werden, die eine Gottheit verneinen – im Sinne der Religionen: verleumden. Und damit diejenigen, die sich FÜR eine Gottheit aussprechen, nach allem Argumentieren nicht dumm dastehen, deshalb wird mithin das Verneinen von Gottheiten zur Todsünde erklärt. Christen schreiben heute diese Todsünde kleiner – und meinen damit die schlussendlich ewige Verdammnis, die jene aber nicht erleben, die an keinen Gott glauben: Nach dem Tod ist einfach wieder Stille. In anderen Religionen wird eine solche Todsünde dann aber so wörtlich genommen, dass ein solcher Mensch durch des Menschen Hand und Kraft sofort zu töten sei.

Welcher Gott diktiert also welche Bücher? Und welche Menschen haben auf Leben und Tod ein Interesse daran, dass solche Bücher direkt von einer Allmacht in die Feder des Menschen diktiert seien?

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Bitte entschuldige: Deine Frage ist beinahe ein halbes Jahr alt – und dennoch sicherlich nicht abgehandelt. Nur „zufällig“ war ich noch darauf gestoßen. Aber da mir Deine Frage „zugefallen“ ist, möchte ich darauf eingehen. Dabei muss ich weiter ausholen.

Du stellst dar, Du hasst alles, was an Dir „weiblich“ sei. Z. B.: Du „hasst“ Dein weibliches Gesicht. Aber was kann verabscheuenswert sein an einem „weiblichen“ Gesicht? Ich denke, Du verabscheust eher Bilder, Erwartungen, Assoziationen, die mit dem „weiblichen“ Gesicht einhergehen. Ein jeder wird – mehr oder minder, bewusst oder unbewusst – von gesellschaftlichen Gepflogenheiten und Denkmustern geprägt.

Es ist ein sehr schwieriges Moment unseres Gesellschafts- und unseres Menschenbildes, dass so kompromisslos Individualität nicht bloß als persönliche Eigenheit, sondern auch als Abgrenzung nach außen hin verlangt wird. Da muss ein Mann in Ehe bzw. Lebensgemeinschaft auch weiterhin seine „Männerabende“ aufrechterhalten, eine Frau weiterhin ihre Shopping-Tage mit Freundinnen oder ihre „Mädelsabende“ beibehalten. Tun er oder sie das nicht, dann sind andere enttäuscht: „Ich kenne sie/ihn gar nicht mehr wieder, seit…“ und „Es ist nicht gut, dass er/sie nur noch mit x/y zusammen ist und gar nichts mehr für sich macht.“

Aber was ist das? „Für sich machen“? Vielleicht tut man gerade in der Zweisamkeit für sich mehr als je zuvor. – Alte asiatische Philosophien geben ein völlig anderes Modell ab, wenn das Yin und Yang als sich ergänzende Teile des Ganzen die ersehnte Einheit und die ersehnte Ergänzung seiner selbst bieten. Da kann man dann also auch so ganz Ehe/Lebensgemeinschaft mit dem anderen sein – und darf andere Ertüchtigungen der Suche oder des Ausgleichs / der Ablenkung fallen lassen, wenn man sich mit einem Menschen an seiner Seite nun endlich finden kann – in der Gegenseitigkeit, als Einheit und Einigkeit in der Zweisamkeit.

Ich muss hier also auch konkret von mir selbst sprechen, damit ich verständlicher werde.

1994 kam ein Buch heraus, „Frauen wollen’s anders“. Herausgeberinnen und Autorinnen – allesamt Frauen, allesamt also wissen, wovon sie schreiben. Wenigstens so aus der Selbstbetroffenheit heraus.

Ich hatte mir Antworten und Aufschlüsse erhofft, hatte gedacht, ich könne mehr über Frauen erfahren – und musste feststellen, dass sie ständig über MICH geschrieben haben! Plötzlich fand ich MEINE Empfindungen und Wahrnehmungen beschrieben. Wie erfrischend, wie erholsam, wie erleichternd. Und zugleich: wie frustrierend! Denn sie wurden ja nun eindeutig und fehlerhaft als „weiblich“ etikettiert. Auch hier wurde sie ganz hart unterteilt, abgegrenzt, vereinnahmt: Das Gegenteil davon also sollte männlich sein? Ich BIN ein Mann! Und empfinde so.

Ich habe kein Problem mit meiner männlichen Sexualität. Ich habe auch nicht das Verlangen, es nicht zu sein. Dennoch fühle ich mich durchaus auch „nicht vollständig“ mit dem, was das männliche Geschlecht mir bietet und mir offenbart.

Zudem: Rein sexuell habe ich nicht das Verlangen, kein Mann zu sein. Jedoch, ich empfinde bisweilen – und es gab Zeiten, da war das auch stärker – Neid auf die weiblichen Erlebnis- und Daseinshorizonte. Ich meine damit nicht nur das weibliche Körperempfinden, sondern auch die sexuelle Erlebnisbreite.

Ja, mir bleibt verschlossen, welch komplexe Wahrnehmungen etwaig eine Vagina über die Konzentration auf Eichel/Klitoris hinaus eröffnet. Mir bleibt verschlossen, auf welche Weise eine weibliche Brust die Wahrnehmungen verändert und – vielleicht nur vorgestellt – erweitert, gegenüber der Stimulation der Brustwarze allein. Nicht verschlossen bleibt es auch mir als Mann, was die Einbeziehung anderer Körperpartien, anderer besonders berührungssensibler Zonen an Wahrnehmungsbreite und Wahrnehmungstiefe bietet.

Neid empfinde ich auch, die weibliche Garderobe betreffend: „Typisch“ männliche, maskuline Kleidung bin überhaupt nicht ich. Das BIN ich nicht – das bin nicht ICH. Jenseits dessen aber bieten die Moden dem Mann deutlich weniger Ausdrucksraum, deutlich weniger Vielfalt. Damit meine ich nicht, sich ständig irgendwie anders zu geben, sich immer wieder anders zu „verkleiden“, eine ständig andersartige Selbstdarstellung zu kreieren. Sondern ich meine die Möglichkeit, seinen eigenen Stil zu entwickeln und sich innerhalb dessen – zur eigenen Persönlichkeit passend – zu kleiden.

Mir sagte einmal eine Frau, ich sei in vielem männlicher, als so mancher Macho. Jedoch, in dem gesellschaftlich vorherrschenden Bild von Mann und Männlichkeit finde ich mich nicht wieder. Mit dem, was angeblich „männlich“ sei, empfinde ich mich als nicht nur bruchteilig, sondern gar als fehlerhaft dargestellt.

Dennoch käme ich nicht darauf, mich als „zwischengeschlechtlich“ zu empfinden. Auch dann nicht, wenn ich mich danach sehne, ursächlich weibliches Körperempfinden und ursächlich weibliche Körperwahrnehmung erleben zu können, so ist mir aber klar, dass dieses schlicht nicht erschließbar ist.

Man muss sich auch einmal bewusst machen: Selbst eine geschlechtliche Umwandlung ist ja gar keine. Sondern sie ist die Wegnahme des biologischen Geschlechts. Das andere Geschlecht, das man erlangt, wird ja nur nachgestellt. Das andere Geschlecht KANN körperlich nicht wirklich erlangt und erschlossen werden. In Vielem bleibt das andere Geschlecht bloß die Darstellung des anderen Geschlechts.

Wird nicht also ein geschlechtlich umgewandelter Mensch (in welcher Richtung auch immer) ein endlich gänzlich Heimatloser? Das eine bist du nicht mehr, in dem du dich auch nie so recht beheimatet gefühlt hast – und das andere wirst du niemals, weil es schlicht biologisch nicht machbar ist. Das andere, ersehnte Geschlecht bleibt bruchstückhaft – und Illusion. Eine Illusion nicht nur im Kopf, sondern auch eine Illusion, an der man für die Umwelt ständig arbeitet: Durch die künstliche Zuführung von Hormonen, durch Make-Up…

In diesem Sinne jedoch frage ich mich auch, ob nicht tatsächlich Transsexualität/Transidentität nur ein Versuch ist, gesellschaftlichen Festlegungen zu entfliehen. Die Begrifflichkeit der Transidentität bietet mit seinem Definitionsbild ein „Bild“ für die Gesellschaft, mit dem man „umgehen“ kann. Aber ändert es etwas? Denn verbohrt und festgefahren sind Mensch und Gesellschaft, die den Ordnungsrahmen benötigen, um allmählich mit etwas umgehen zu lernen, das an sich ganz alltäglich ist.

Wenn Du zu einem Therapeuten wechselst, der sich „mit Transidentität auskennt“, so rechne aber auch vorsichtig damit, dass Dich gerade ein solcher hinlenken wird zu der Vorstellung, Transidentität sei Dein wahres Ich. Möglicherweise wird er das tun, weil es sein Profil und der Schwerpunkt seiner Fachkenntnis ist. Die Präferenz eines Therapeuten ist nicht nur eine Chance – sondern beinhaltet auch das Risiko, dass DEIN Blick auf die Dinge verengt wird!

Es ist schwierig, Antworten von Deinen eigenen Träumen herzuleiten. Du bindest unterbewusst in Deine Träume ein, was Dich befasst und vereinnahmt. – D. h. aber ebenfalls, wenn Du stark von der Hoffnung auf den „Status“ Transgender eingenommen bist, dann träumst Du auch davon. Du „erhoffst“ Dir etwas davon, Du hast Bilder dazu im Kopf, Vorstellungen davon, wie es sein könnte, Du knüpst mehr oder minder konkrete Erwartungen daran. Träume kommen aber nicht von außen! Träume sind die Verarbeitung dessen, mit dem Deine Neuronen (Neuron = die gesamte Nervenzelle mit all ihren Ausformungen und Bestandteilen) befasst sind. Das können also bewusste Gedanken, unterbewusste Altlasten, aber auch gegenwärtige Impulse (Bewegung, Schmerz etc.) sein.

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Der Volksmund hat darauf eine sehr einfache Antwort:

Was Du nicht willst, das man Dir tut, das tu' auch keinem andern an.

Du schreibst, Du möchtest Witze "über" wie auch immer beeinträchtigte Personen machen – die es nicht merken. Auch wenn nun Du selbst es nicht merktest, wenn man Witze über Dich machte, insbesondere, weil Du nicht richtig gehen könntest oder z.B. durch spasmische Behinderungen Deine Gesichtszüge nicht unter Kontrolle hättest (und deshalb auf den ersten Blick auch noch geistig beeinträchtigt wirktest, so dass Du erst recht ein "Spaßmodell" abgäbest): Wäre es Dir recht, dass man über Dich, auf Deine Kosten lacht?

Es geht nicht darum, ob "die" es merken. Es geht um dieses: Respektiere Dein Gegenüber, versetze Dich hinein in Dein Gegenüber – und frage Dich, welchen Umgang Du für Dich wünschst.

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Zunächst einmal war ich irritiert: Ich hatte „Asexualität“ nicht damit gleichgesetzt, geschlechtlich nicht determiniert zu sein. Aber sei es drum… Wenn Du zu Deiner geschlechtlichen Ausrichtung mit 15 Jahren noch nichts sagen kannst, dann muss das ja nicht beunruhigen: (sexuelles) Leben und Erfahrungen werden Dir sicherlich erst einmal zeigen müssen, was Dich anspricht, etwas in Dir auslöst, Dich umgekehrt gar abstößt – letztendlich: was Dich wirklich befriedigen kann.

Bzgl Verliebtsein hat „Sunshine Lilly“ das schon sehr gut dargestellt. Verliebtsein ist ja immer eine eigene Vorstellung, die Du selbst und in Dir lebst: Verliebtsein geht immer mit einer hohen eigenen Erwartungshaltung einher. Du hast sowohl die Hoffnung, als auch die Erwartung, von einer bestimmten Person Deine Bedürfnisse insgesamt oder zumindest in einer bestimmten Weise befriedigt zu bekommen. Damit sind jedoch auf keinen Fall allein sexuelle Bedürfnisse gemeint, sondern möglicherweise nur ebenfalls oder überwiegend oder auch gar keine sexuellen Bedürfnisse.

(Dennoch lasse mich, verwirrend oder nicht, anmerken, dass geschlechtlich ausgerichtete Befriedigung auch von nicht unmittelbar körperlicher Natur sein kann: Vielleicht erfüllt es Dich bereits mit Befriedigung, eine Umarmung von einem bestimmten Geschlecht zu erleben, fühlst Dich von der vergleichbaren Umarmung von dem anderen Geschlecht aber eher oder zutiefst abgestoßen…)

Und über eines musst Du Dir im Chat natürlich im Klaren sein: Die PERSON ist damit nie gemeint, in die Du Dich verliebst, sondern hier erst recht ist es die eigene Erwartungshaltung. Denn im Chat lebt letztlich das Wort allein. Ich weiß nicht, wie das läuft, jedoch: Selbst Fotos sind ein Anknüpfungspunkt für die eigene Vorstellung von etwas (oder jemandem). Auch davon schrieb „Sunshine Lilly“: Die unmittelbare Konfrontation kann spontan oder allmählich völlig andere Gefühle in Dir auslösen.

Sich zu verlieben bedeutet eigentlich eher, einen Anker oder Anknüpfungspunkt für die eigenen Sehnsüchte, Hoffnungen, Erwartungen gefunden oder entwickelt zu haben – und diesen auch, bewusst oder unbewusst, zu nutzen.

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Auch der letzte Satz ergibt Sinn, ist aber eben grammatikalisch ein wenig „Stenogramm-Stil“.

Was Du da aufgeschrieben hast, bedeutet übersetzt:

„Wesentliches Merkmal der ‚sozialen Gruppe‘ ist die relative Dauerhaftigkeit ihres Zusammenschlusses. Die s. G. besteht über eine gewisse Zeit. Unerheblich dabei ist, ob die Gruppe in kurzer Zeit intensiv zusammentrifft – oder über einen langen Zeitraum hin eher selten. Ausschlaggebend ist der erklärte oder unausgesprochen erkennbare Wille, mit gleichgerichtetem Interesse zu handeln.– Im Gegensatz dazu gibt es die bloße Ansammlung von Menschen, bei der ebenfalls ein gemeinsames Interesse bestehen kann, das Zusammentreffen der konkreten Personen aber eher zufällig ist und nach der Versammlung wieder aufgegeben wird.“

Das ist ggf noch erläuterungsbedürftig: Eine Vielzahl von Menschen, die das durchaus gemeinsam erscheinende Interesse haben, am Baggersee einen schönen Sommertag zu verbringen, verhalten sich auch durchaus sozial miteinander, damit der Tag auch für jeden schön sein kann (was nicht selbstverständlich für jedermann ist, wie man dann immer wieder erleben muss!) – deshalb wird aber aus dieser zufälligen Versammlung von Menschen mit gleichlautendem Interesse noch keine 'soziale Gruppe', weil die Dauerhaftigkeit des Zusammenschlusses fehlt: Man versteht diese Vielen dann nicht als s. G., sondern kann ihr Aufeinandertreffen nur als bloßes Massenereignis begreifen.

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Einmal abgesehen davon, dass eine hochdeutsche Sprache auch zu „universeller“ Verständlichkeit im deutschen Sprachraum führt: Wer hochgebildet ist, der muss sich mehr Schrifttum zuführen und sucht in der Regel notwendigerweise auch höhere Bildungsstätten in größeren Städten oder in Ballungsräumen auf.

Je größer eine Stadt oder ein Ballungsgebiet, desto mehr tritt die Wichtigkeit des regionalen Dialektes in den Hintergrund. Einmal mehr, da bekannt und anerkannt ist, dass die Hochsprache als Grundlage erweiterter persönlicher Chancen unverzichtbar ist. Folglich wird schon mit dem Aufsteigen in der allgemeinbildenden Schule auch ein höherer Wert auf Hochsprache gelegt. Zwangsläufig (!) also beherrscht der höher Gebildete die Hochsprache regelmäßig besser als weniger Gebildete, auch wenn er als Kind stark von regionaler Mundart geprägt worden ist.

Trotzdem kommt es nicht selten vor, dass das Sprechen eines Hochgebildeten stärker von seiner eingeborenen Mundart geprägt ist als sein Verstehen: Das Hören und Verstehen eines anderen Dialektes oder gar einer Fremdsprache ist entschieden zu unterscheiden von dem Beherrschen einer Sprache als selbst genutztes Kommunikationsmittel!

Von all dem Vorgenannten unbenommen bleibt auch in Ballungsräumen und bei höherer Bildung eine charakteristische Beeinflussung durch die Region abgeschwächt erhalten. In der Regel beeinflusst das dann aber nicht mehr die universelle Verständlichlichkeit innerhalb der Hochsprache.

Konkreter auf die Frage hin ausgerichtet heißt das aber auch, dass, wo Bildung als Beitrag gefragt ist, der Dialekt eine geringere Rolle spielt. Ein Maß für die Intelligenz des Menschen ist die Mundart nicht.

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Kennst Du das Höhlengleichnis von Platon? Falls Du es nicht kennst: Platon’s 7. Buch im „Staat“ beginnt damit (aber vermutlich kannst Du das „Höhlengleichnis“ auch einfach googlen).

Es besagt sehr anschaulich, nur in einem anderen Kontext, dass Umfeld und Lebensbedingungen das Weltbild des Menschen prägen. „Welt“ ist mehr als nur der Vater mit dem Sohne. KONNTEST Du überhaupt anders reagieren, als positiv zu integrieren, was Dir zugleich aber auch Angst gemacht hatte? Fehlerhaft ist nicht, was Dein Gehirn aus den Umgebungsbedingungen gemacht hat – sondern fehlerhaft war der Umgang des Vaters mit dem (trotz der Jugend noch immer:) Kinde!

Kind ebenso wie Jugendlicher stehen unter einem prekären und ambivalenten Angstdruck – können aber rational nicht (hinreichend) abwägen, was um es herum geschieht, auch wenn sich zugleich nicht richtig anfühlt, WAS geschieht. Kind NIMMT AN! Ein Jugendlicher mag zögerlicher annehmen – aber wo eine andere und stärkere Kraft fehlt, die Halt und Orientierung bieten könnte, da nimmt auch der Jugendliche an. Und wie man aus heutigen Hirnforschungen heraus weiß: Das HIRN nimmt auch an! Das Hirn nimmt Verknüpfungen auf und an, das Hirn verarbeitet also alles, was dem Überleben zuträglich ist, kritiklos. ÜBERLEBEN meint nicht bloß den Erhalt der körperlichen Funktionen, sondern auch die Möglichkeit und Fähigkeit des Gehirns, den Umgebungsbedingungen eine Ordnung zu geben. Kritisch ist erst das DENKEN des Erwachsenen: vor dem Hintergrund einer vordefinierten ethischen Grundannahme.

Natürlich kannst Du nicht hinausgehen in die Welt und sagen: „SO empfinde ich – so BIN ich!“ Das ist ein „outen“ – in der Tat im doppelten Sinn: „sich outen“ bedeutet ja nicht nur, sich offen zu bekennen, sondern auch sich aus der (Mitte der) Gesellschaft zu kegeln. Das kann befreiend sein – aber auch ganze Biografien zerstören. Natürlich scheust Du Dich, Dich jemandem gegenüber zu offenbaren. (Aber in der Tat: Beratungsstellen wie auch Ärzte und Psychologen sind BEDINGUNGSLOS der Privatspähre – und zum Schweigen – verpflichtet!)

Weil GESELLSCHAFT durch Grenzen definiert ist – und in der Verteidigung der Grenzen einfach grausam ist. ABER: DU (!) bist nicht fehlerhaft! Das Problem ist in der Tat, mit sich klarkommen zu müssen in einer Gesellschaft, die solche nicht wahrhaben will, die sie gleichsam selbst erzeugt. Du und auch auf diese oder eine andere Weise ähnlich Andersgeartete sind ja kein Einzelfall – sondern sollen nur immer so erscheinen durch Ausgrenzung, damit „Gesellschaft“ weiter friedlich „funktionieren“ kann. Tatsächlich ist doch allem Normierungszwang zum Trotz die ANDERSARTIGKEIT der Regelfall – von der wir aber im kollektiven Schweigen nichts mitbekommen (sollen!). Zum Beispiel und konkret: Sexuell aufgeschlossen ist doch auch heute Gesellschaft nur insoweit, als wir nicht mehr an den Klapperstorch glauben müssen. Selbst „50 Schades of Grey“ haben daran nichts geändert (die ich selbst NICHT gelesen resp. gesehen habe): worauf dort angespielt wird, ist bloß zeitgemäß gesellschaftsfähig verpackt worden, was noch immer ein gefürchteter Vulkan ist): Man findet es spannend als bloße Spielart – und hübsch verrucht. Die Tiefen der Seelen aber – BITTE! – möchte man doch noch immer nicht eröffnet wissen. Da kommen doch zu viele Probleme auf – und vor allem auch zu viel Selbstbetroffenheit.

Und quält es Dich, dass Du offenbar nicht als „Kind“, sondern in Deiner Jugend missbraucht worden bist? Die Jugend aber ist doch keine Zeit der Reife, sondern der Reifung: Wenngleich der Einfluss der frühen Prägungen (frühe Kindheit) unbestreitbar und noch immer gesellschaftlich mäßig anerkannt ist, so wird aber gerade die Umbruchzeit der Jugend vollkommen unterschätzt als Prägungszeit! Weil zu viel „Reife“ und zu viel rationales „bereits-Verstanden“ der Jugend an sich unterstellt wird. Fehlerhaft bist nicht DU:

Fehlerhaft sind die SCHULDgefühle.

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Eltern wollen immer mit mir spazieren gehen, was kann ich machen?

Hallo, ich bin 18 Jahre, hab mein Abi beendet und beginn noch dieses Jahr mein Studium. Mein Problem ist, dass meine Eltern immer spazieren gehen wollen und mich immer mitnehmen. Manchmal gehen wir einkaufen, aber meistens gehen wir in den Park oder Wald. Nichts gegen die anderen, aber ich hasse es abgrundtief zu spazieren.

Ich hab eigentlich nichts dagegen, wenn wir mal ab und zu zusammen raus gehen. Aber wir machen das mehrmals in der Woche. Meine Eltern sagen immer, ich müsse mit, weil ich den ganzen Tag am PC sitze. Das stimmt auch. Schuld sind da aber auch meine Eltern. Immer wenn ich denen morgens sage, dass ich mit Freunden raus gehen möchte oder ins Fitnessstudio gehe, kommen die selben Antworten: Wir gehen vielleicht irgendwohin, verschwende dein Geld nicht, wer bezahlt dein Bus Ticket...

Und wenn sie sagen, dass wir vielleicht irgendwohin gehen, ist das immer so 50%. Ich sitzt dann den ganzen Tag zuhause und warte, dass wir gehen und ab 17/18 Uhr sagen die, dass es zu spät geworden ist, um raus zugehen. Und ab dieser Uhrzeit darf ich nicht mehr raus, weil "es schon spät geworden ist". Viele meiner Freunde gehen noch um 21 Uhr ins Fitnessstudio...

Dann sagen meine Eltern auch noch, dass ich falsche Freunde wählen würde. Eine dritte Person würde denken, dass meine Freunde Drogen verkaufen würden. Ich habe ganz normale Freunde mit denen ich mich draußen und drinnen treffe. Wir trinken und rauchen nicht mal. Ich kann noch nicht mal meine Freunde besuchen: "Die Eltern fühlen sich bestimmt gestört davon...". Seit Jahren sage ich schon, dass wir uns nur draußen treffen, ich besuche meine Freunde aber immer.

Ich hab eigentlich nichts gegen meine Eltern. Ich komme mit ihnen sehr gut klar. Wenn ich was brauche, kaufen sie es mir, wir reden oft, eigentlich eine normale Eltern-Kind Beziehung. Bloß regt mich das auf, dass sie mich so "von der Gesellschaft trennen". Oder empfinde ich das falsch?

Ich sags mal so, im Jahr 2016 habe ich circa 10 Mal meine Freunde getroffen. (Also alle 3 Wochen) Ansonsten nur im Fitnessstudio. Und letztens sagten mir meine Eltern, dass ich während meines Studium Freunde finden solle. Freunde finden ist für mich überhaupt kein Problem. In der Schule hatte ich eigentlich viele. Bloß waren die nur auf die Schule beschränkt. Waren Ferien konnte ich sie nicht mehr sehen. Deswegen hatte ich außerhalb sehr wenige.

Ich könnte jetzt etwas unreif klingen, aber mich regt das schon seit Jahren auf. Ein Streit habe ich deswegen nie begonnen, den ein Streit mit meinen Eltern endet meist damit, dass ich eine Woche ignoriert werde und dann ist alles in Ordnung. Lohnt sich deswegen ein Streit zu beginnen? Meine Eltern gehen heute schon wieder in ein Park, zum 3. Mal in dieser Woche... Dies Mal wäre ich auf der sicheren Seite. Dank Bafög könnte ich ausziehen. Aber so möchte ich mich auch nicht von meinen Eltern trennen.

Ich hoffe irgendjemand hat mit so was Erfahrung gemacht und könnte mir etwas helfen.

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Du schreibst: „Ich habe eigentlich nichts gegen meine Eltern.“ Darin enthalten: Eines der gefährlichsten Worte im dt. Wortschatz – „eigentlich“.

Du schreibst: "Ich komme mit ihnen sehr gut klar.“ Kommst Du gewiss – wenn Du tust, was sie sagen. Wenn Du ihre Sanktionen hinnimmst und wieder exakt auf ihre Spur zurückkehrst. Usw.

Weshalb nur beharrst Du so sehr darauf, Dich mit Freunden zu treffen? Wenn Du Dich doch so gut mit Deinen Eltern verstehst?! Sollten da Deine Eltern Dir nicht Freund genug sein können? – Aber nun wieder: Zynismus beiseite!

Deine Eltern haben Dich stets so sehr gegängelt, dass Du Dir ein Leben ohne ihre Unterstützung gar nicht mehr vorstellen kannst. Erziehungziel? Erreicht! Deine Eltern haben in einem gewissen Sinne erreicht, vermutlich nicht ganz, was sie wollten – aber voll und ganz, was sie brauchen. Du bist abhängig, unselbstständig, unfrei.

Umgekehrt können Deine Eltern sich selbst gegenüber und nach außen hin repräsentieren, dass sie sich rührend und „offen“sichtlich mehr als andere um ihren Nachwuchs kümmern.

Du siehst Dich finanziell unabhängig Dank BaFöG und eines Jobs, den Du haben wirst? Aber willst nicht ausziehen??? Denn „so möchte ich mich auch nicht von meinen Eltern trennen“???

Es klingt gewiss abermals böse, wenn ich resümiere, dass Dein Leidendruck noch nicht ausreicht. Und es wirkt gewiss boshaft und unverständig, wenn ich mich frage, weshalb Du hier überhaupt eine Frage formulierst. Wenn doch die Liebe zu Deinen Gefängniswärtern offenbar größer ist als Dein Drang, Du selbst zu sein!?!

In einem allerdings gebe ich Dir recht: Die Freiheit, eine eigene Wohnung zu haben, die Freiheit, dann voraussichtlich erst einmal und vllt für lange Zeit auf den Rückhalt durch die Eltern verzichten zu müssen (weil die bestimmt maximal eingeschnappt wären, wenn Du auszögest, obwohl Du ja die 20 km (!) zur Uni in 30 min schaffen kannst – mit wessen Auto?), ist nicht nur unbequem – sondern nach so viel Gängelei durch die Eltern und so viel Gängelei als „Erziehungs“modell kann eine solche Freiheit nur ANGST machen.

Dieses nun also meine ich ebenso ernst wie alles, das vllt zuvor schon einfach frech und böse klingt: Jawohl, Du befindest Dich in einem bösen Dilemma. Nur: Aussichtslos ist das NICHT!

JETZT eine Wohnung zu suchen, an einem Universitätsstandort, und JETZT auf Semesterbeginn zu, dürfte näherungsweise aussichtslos sein. Aber das Studium erst einmal zu beginnen unter den gegebenen Umständen, das ginge doch. Und wenn der Druck etwas aus dem Wohnungsmarkt heraus ist, und wenn Du Leute an der Uni kennenlernst, dann wäre vllt eher etwas zu finden. Ziel des 1. Semesters: Raus aus dem Elternhaus. Und wenn es ein oder zwei Semester des Studiums kosten sollte… was soll’s?

Sie werden es nicht verstehen, Deine Eltern. Aber auch das: Was soll’s? Wo Beton im Kopf durch Verständigung nicht brokelt, da geht nur die kalte Konfrontation. Ob davon der Beton im Kopf Deiner Eltern bricht? Das sollte Dir erst einmal herzlich egal sein. Wichtig ist, dass Du aus dem Gefängnis ausbrichst. Alles andere? Ist dann dran. Und: Dann ist nur das dran, was auch geht. Geht dann bei Deinen Eltern gar nix mehr, dann ist es so. Das ist dann der Preis der Freiheit.

Klingt egoistisch? – Sollte es aber nicht. Denn „Egoismus“ im schlechten und bösen Sinne ist eine Ich-Bezogenheit, die ohne Rücksicht auf andere stattfindet. Du musst ja kein A…loch werden, nur um Dich endlich von Deinen Eltern zu befreien, wo sie Dich eigentlich an Freiheit hätten gewöhnen, auf Freiheit hätten vorbereiten, in Freiheit hinein hätten begleiten sollen – statt Dir Fesseln anzulegen, die niemand sieht, die aber in Deinem Kopf umso besser greifen.

Ob Du in diesem Deinem Kampf um eine legitime und angemessene Freiheit ein Egoist und ein rücksichtsloses A…loch wirst, dann liegt noch immer ganz bei Dir… Aber zugegeben: Ein rechtes Maß zu finden, auf Deine eigenen Bedürfnisse zu achten und zugleich die Bedürfnisse anderer zu respektieren, wird Dir wohl schwerer fallen als anderen, wenn bisher die Lehre Deines Lebens war, frei von eigenen Bedürfnissen die Erwartungen Außenstehender zu erfüllen.

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Wieso sehen alle Mädchen gleich aus?

Zunächst einmal meine ich mit "alle Mädchen" natürlich nicht ALLE, sondern einfach die, die in meiner Stadt & Umgebung wohnen, also praktisch alle Mädchen die ich kenne, wobei es selbstverständlich auch Ausnahmen gibt (und bei Jungs kommt folgendes auch öfter vor, fällt mir persönlich nur nicht so auf).

Also, besagte Mädchen (zwischen 12 und 20 Jahren) sehen alle gleich aus. Alle haben die gleiche Frisur/Haarschnitt, hauptsächlich die gleiche Haarfarbe und die gleiche Kleidung (also sehr ähnliche). Ich kann sie auf den ersten Blick nicht voneinander unterscheiden oder gewisse Personen wiedererkennen, sie sind wie Klone.

Ich weiß nicht, ob das nur bei mir in der Gegend so extrem ist, in anderen Städten sehen ich ich öfters diese ''typischen Mädchen" aber bei weitem nicht so viele. Da scheinen die meisten ihren eignen Style zu haben. Und da frage ich mich wieso das so ist.

Ich kann ja verstehen wenn man irgendwelchen Trends folgt oder sich generell daran orientiert was andere tragen, aber das man wirklich komplette Outfits haargenau kopiert und auch beispielsweise bei den Frisuren nicht besonders kreativ ist, erscheint mir doch etwas übertrieben. Vielleicht ist mir Mode auch zu wichtig, aber ich finde man sollte damit auch seine Persönlichkeit ausdrücken und nicht in der Masse untertauchen. Und ich rede ja auch nicht von den schüchternen Mädchen, die tatsächlich nicht auffallen wollen, sondern den "Beliebten", die eigentlich viele "Freunde" haben und gern Aufmerksamkeit bekommen.

Also kann mir jemand erklären, warum es (hier) so viele Mädchen gibt, die alle gleich aussehen und keinen eigenen Geschmack zu haben scheinen?

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Ich muss "rotesand" ein wenig widersprechen – oder einfach ein wenig präzisieren.

Sie WOLLEN auffallen. Und denken, dass sie auffallen, wenn sie einen bestimmten Trend möglichst gut aufgreifen. Also NICHT: Sie wollen nicht auffallen. Sondern: Sie wollen nicht NEGATIV auffallen. Aber wenn Mädchen oder Jungen einen antimodernen Stil pflegen möchten, dann steht entweder überdurchschnittlich viel oder überdurchschnittlich wenig Selbstbewusstsein dahinter. ("Selbstbewusstsein" ist ja nicht nur, aber gerade in der Jugend ein prekäres Thema, da "Jugend" auch "Umbruch" bedeutet: Wer also ist man?) Überdurchschnittlich viel ist kaum erläuterungsbedürftig: Die sagen sich „sch… drauf“ und erlauben sich, alles zu tragen, was ihnen bequem oder schräg erscheint. Die mit überdurchschnittlich wenig Selbstbewusstsein kompensieren durch extreme Stile (nur die, die auffallen mögen), die sie selbst entwickeln oder einer konkreten oder imaginären Gruppe anlehnen. Da entsteht dann so etwas wie „Persönlichkeit“ auch wieder nur durch Äußerlichkeit – wird aber wenigstens hartnäckig verteidigt und ausgelebt.

Nun muss man aber einmal berücksichtigen, dass Jugend ein besonderes Problem hat: Eine Grundpersönlichkeit ist jedem zueigen; eine Artikulation der Persönlichkeit jedoch hat noch relativ wenige Ausdrucksmuster (verglichen mit Menschen, die älter sind, somit auch schon durchschnittlich mehr Muster haben annehmen oder entwickeln können, um so etwas wie „Persönlichkeit“ zu leben). Weiterhin steht der jüngere Mensch noch stärker unter dem Druck der Beeinflussung von außen – und wird somit de facto ständig in Frage gestellt.

Dennoch schützt Alter vor der verzweifelten Suche nach dem Ausdruck der eigenen „Persönlichkeit“ nicht: Unter beiden Geschlechtern ändert sich niemand so häufig und so schnell (durchschnittlich, natürlich nicht alle) wie Frauen. Da ändern sich Frisuren, Haarfarben, Schminkstile, Klamotten, Wohnungsausstattungen…

Was als „Ausdruck der eigenen Persönlichkeit“ angepriesen wird, ist in Wahrheit ein Konsummotor: Wer sich neu „erfindet“, konsumiert mehr, als jemand, der/die Klamotten und kleinere oder größere Artikel der täglichen Nutzung nur nach tatsächlichem Verschleiß „regeneriert“. Und längst ist „der“ Mann als Konsument nur noch geringfügig weniger umworben als Frauen.

Also zurück zur Frage: Sie tun es, weil sie POSITIV auffallen wollen. Sie beweisen damit, dass sie wissen, was „in“ ist. Sie beweisen damit, dass ihnen die Welt um sie herum nicht sch…egal ist. Sie beweisen ihre Anpassungsfähigkeit. Sie beweisen ihre Variabilität („Mit mir wird es nie langweilig!“). Sie beweisen, dass sie ebenso auffallend sein könnten, wie ein Star – wenn sie denn nur einer wären.

All das ist KEIN neuartiges Phänomen. Schaue Dir Moden der Zeiten an – und Du wirst entdecken, dass Frauen wie Männer in bestimmten Epochen „alle gleich“ aussahen: Sie haben mehrheitlich einem bestimmten Trend genügt. Zum einen WOLLEN sie es – zum anderen aber geht es auch kaum anders, denn Modetrends bestimmen Modeepochen und bestimmen somit auch, was überhaupt hergestellt und am Massenmarkt verkauft wird. Außerdem kann ein Außenseiter-Dasein sogar berufliche, und somit existenzielle Probleme mit sich bringen!

Das ist auch kein Phänomen des 20. und 21. Jahrhunderts. Sondern das hat es schon immer gegeben. Jedoch, in früheren Zeiten waren die Epochen viel länger. Denn als kulturelle Epochen noch nicht begleitet und überlagert wurden vom Konsumismus, der schon feine kulturelle Veränderungen zu einem wirtschaftlich nutzbaren Trend generiert, da haben langsame kulturelle Entwicklungen auch langsam die Moden (also einen äußeren Ausdruck von Kultur) beeinflusst.

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Wie ich es woanders auch schon mal geschrieben habe: Es ist ein IRRTUM, dass der Mensch „Mensch“ sei, weil er über Einfühlungsvermögen verfüge, zu vorausschauendem Denken in der Lage sei, die Konsequenzen des eigenen Handelns berrücksichtigen könne, sich durch „logisches“ Denken auszeichne.

Beschäftigt Euch mal mit Walen und mit Elefanten. Auf Youtube werdet Ihr viele und aufschlussreiche Reportagen finden. Der Zugang zu diesem Thema ist also nicht schwer. – Leider fallen in solchen Reportagen, obwohl sie wissenschaftlich getragen daherkommen, immer wieder Äußerungen negativ auf, mittels derer Tiere „vermenschlicht“ werden. Es ist aber umgekehrt: Der Mensch ist auch ein Tier. Wir können nicht die Tiere verstehen, indem wir menschliche Züge an ihnen entdecken. Sondern wir können den Menschen verstehen, wenn wir ihn umgekehrt angehen: Als ein Wesen innerhalb der Natur und als ein Tier unter Tieren, das um das bloße Überleben kämpft. ABER: Der Mensch hat 10 Finger, mit denen er auf eine sehr feine Weise seine Umwelt gestalten kann – und er hat einen Kehlkopf, der es ihm ermöglicht hat, „Sprache“ zu entwickeln, also eine Kommunikation (in Kombination mit der Abstraktionsfähigkeit, die auch nicht dem Menschen allein zueigen ist) mit tatsächlich unendlicher Erweiterungsmöglichkeit. Allerdings hat der Mensch etwa die Sprache der verschiedenen Wale noch gar nicht entschlüsselt; möglicherweise ist deren „Sprache“ auch ohne die anatomische Grundlage des menschlichen Körpers unendlich erweiterbar.

Ergo: Der Mensch ist „Mensch“, wo er in der Lage ist, seine Existenz zu sichern. Das mag sein, weil die Umwelt keinen zu hohen Druck auf ihn ausübt (nicht zu viele Individuen teilen sich einen hinreichend ertragreichen Lebensraum), oder weil er im Kollektiv in der Lage ist, Risiken so zu verteilen, dass er sich (relativ) sicher fühlt. Denn wo der Mensch in der Lage ist, seine Lebensgrundlagen zu teilen, ohne dadurch selbst sogleich unter Druck zu geraten, da ist der Mensch „menschlich“. Dabei ist aber zu bedenken, dass „soziales“ Verhalten immer auch „egoistisch“ ist: Das Handeln in der Gruppe minimiert IMMER Überlebensrisiken. – Extremsituationen sind konstruierbar, wo das scheinbar nicht gilt; aber auch dann gilt, dass das Überleben des einen, der es schaffen kann, durch den Gruppenzusammenhalt meistens gefördert wird.

Wo der Mensch sich bedroht weiß oder bedroht wähnt, da wird der Mensch zum „Tier“: Ohne Rücksicht auf Verluste wird da um den bloßen eigenen Vorteil gekämpft. Dass man in Massenkulturen auch ohne den unmittelbaren Überlebensdruck zur ggf. völligen Rücksichtslosigkeit neigt, ist ein kulturelles Problem nicht nur der westlich geprägten „Leistungsgesellschaft“. Bezeichnend dabei ist: In der Tierwelt beobachtet man diese Form der totalen Rücksichtslosigkeit NUR, wo Tiere unter extremem (! !!) Druck stehen. Denn normalerweise werden schwächere Individuen nur verdrängt, oder auch werden Individuen, die dem Kollektiv schaden, nur verdrängt (hier dann: aus der Gruppe ausgestoßen). D.h. so wie es als „menschlich“ gilt, so ist es tierisch, dass ein jedes Lebewesen auf seine Weise eine andere Chance erhält, wo es sich im gegebenen Umfeld nicht bewährt.

Also zurück zu Deiner Frage: Was macht den Menschen zum „Menschen“? – Dieses nur bleibt: 10 Finger.

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Wie Du bereits in vielen Antworten lesen konntest – ich möchte dennoch auf einige Aspekte weiter eingehen: Es gibt praktisch keinen unbeanspruchten Flecken Erde mehr auf der Erde.

Egal, wohin Du gehst: Es gehört jemandem oder aber einer Gemeinschaft (= einer in irgendeiner Weise öffentl. Organisation, wie Stadt oder Staat).
Es gibt keinen Flecken Erde mehr, auf dem Du etwas „gründen“ kannst: Es ist schon jemand oder etwas dort! Und selbst wenn es ein Stück Wald ist, das Dir entlegen genug vorkommt… jemand hat irgendwie verbriefte Rechte an dem Grund und Boden – und Du darfst dort NICHT tun und lassen, was Du willst.

Jedes „Survival“, dass Du ansprichst, ist also schon von der Duldung des Eigentümers oder Besitzers des Grundes abhängig (egal, ob nun unentgeltlich im Wortsinn "Duldung", oder aber entgeltlich eine "Berechtigung" in bestimmtem zeitlichen oder räumlichen Umfang). Und das nicht nur in Deutschland oder anderen mehr oder minder dicht besiedelten europäischen Ländern. Jeder Wanderweg durch einen Wald ist von der Duldung des Eigentümers oder des Pächters abhängig. Und streng genommen kann der Eigentümer oder Pächter eines Waldes oder eines anders gearteten Stückes Landschaft Dir verbieten, dort auch nur Deinen Fuß abzusetzen, wenn Du Dich nicht auf einem ausgewiesenen, also öffentlichen Weg (= durch die Gemeinschaft ausgehandelte Berechtigung!) befindest. Ein Trampelpfad, der klar anzeigt, dass dort regelmäßig Menschen verkehren, deutet nicht darauf hin, dass die Duldung der berechtigten Person vorliegt; es entsteht kein Gewohnheitsrecht durch die stete Übung. Es sind nur sehr spezielle Sonderfälle, in denen Gewohnheitsrecht ein zuvor schon bestehendes Rechtsverhältnis verdrängt.

So juristisch vorbelastet durch deutsche Prägung das nun wirken mag: Auch bevor die Welt durch Rechtspositionen nach westlichem Vorbild geprägt war, war es im Grunde nicht möglich, sich einfach irgendwo niederzulassen.

In der Tat mit dem Ausklang der letzten Eiszeit entstanden Lebensräume, die neu besiedelt werden konnten. Davon abgesehen war immer schon einer vorher dort – und was da stattfand war nichts als ein Verdrängungswettbewerb. War der Vorgänger nicht der Meinung, dass in dem betreffenden Lebensraum gut und gern noch Neuankömmlinge Platz und Auskommen finden konnten, dann ging es wahrhaftig um Leben und Tod. Das vielleicht drastischste Beispiel der Geschichte: Die Verdrängung der nordamerik. Indianer durch europäische Siedler.

Vielleicht nicht minder dramatisch und in Europa: Die Verdrängung des sog. Neandertalers durch den heutigen Menschen. Ich meine hier also wahrhaftig die Verdrängung von Menschen durch Menschen! Nicht die Verdrängung von Menschenaffen durch Menschen. Denn: Menschenaffen sind chromosomal so unterschiedlich angelegt, dass sie eine Parallelentwicklung darstellen. Wo der Mensch den Menschenaffen verdrängt, da ist das nicht im Geringsten die Verdrängung seines Gleichen, sondern tatsächlich dasselbe wie die Vernichtung von Lebensraum für eine wild lebende Viehherde oder seltene Vogelbestände.

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Schaue Dir bitte einmal das Verhältnis Deiner Eltern zu Dir an (ich habe es ganz bewusst nicht anders herum formuliert!).

Und dabei solltest Du versuchen, weit, weit zurück zu gehen. • Ich rede nicht von der oberflächlichen Kümmernis („Aber wir tun doch alles…“), ich rede nicht vom „Wünsche erfüllen“. • "Eltern" sind nicht nur die Umgebung, in die Du hineingeboren bist. „Eltern“ können ggf. auch Zieheltern sein (bei Adoptiv- oder Pflegeeltern); dann wird es ggf. komplizierter. • "Eltern" sind die ersten Kontaktpersonen und das erste soziale Umfeld des Menschen.

Tatsächlich geht es bei der Selbstwahrnehmung nur vordergründig um äußere Kriterien – auch wenn die Hinwendung auf das Äußerliche eines Menschen von der Gesellschaft extrem gefördert wird. Natürlich ist das Äußerliche auch nicht bedeutungslos, weil der Mensch nun einmal ein Augentier ist und sich stark über das Sehen orientiert (nur als extremes Gegenbeispiel: Einem Hund ist völlig egal, wie jemand aussieht, weil seine Orientierung ohnehin im höchsten Maße über den Geruchssinn gesteuert ist.). Aber bei diesen Äußerlichkeiten geht es viel (!) weniger um „Ästhetik“, als die ganze so genannte „Schönheitsindustrie“ uns das glauben machen will.

Es geht allgemein erst einmal darum, sich selbst anzunehmen und zu akzeptieren. Schon so eine Aussage von Dir wie: „…ich gebe mir EIGENTLICH Mühe“, besagen viel. Du versuchst, über das Auftragen von Schminke und dem Herrichten von Frisuren gewissen Kriterien zu genügen, die Du Dir abschaust (in der Werbung, in Ratgebern, in Vlogs…) – aber wirklich einordnen kannst Du all das nicht bei Dir und an Dir. Du findest Dich darin nicht wirklich selbst wieder.

Wirklich und wahrhaftig: Schaue in Dich hinein. Und das sehr tief. Welche Verwundungen, welche Verletzungen sind dort vorhanden, die es Dir unmöglich machen, Dich selbst anzunehmen und als das in die Welt hineinzugehen, das Du bzw. die Du bist?

Das ist nicht leicht. Viele Menschen und sogar viele Therapeuthen scheuen die Auseinandersetzung (im Wortsinne: auseinander) mit dem Thema der Eltern-Kind-Beziehung, weil die Gefahr groß ist, dass Familien zerrüttet werden (Therapeuten wissen um die Problematik, sind aber – wenn sie diese thematisieren – nicht automatisch bereit, diese in der notwendigen Tiefe zu bearbeiten). „Familie“ und das Verhältnis zu den Eltern ist ein gesellschaftliches Tabu-Thema. Die „Liebe“ der Eltern zum Kind wird vorausgesetzt – und Gesellschaft begnügt sich zur Not damit, dass sie ersatzweise abgearbeitet wird an bloßer Kümmernis. Das liegt daran, dass die „Ur-Liebe“ nicht tot sein DARF. Und also wird sie heil geredet, wo sie zerrüttet oder gar nicht vorhanden ist. Zur Not auch unter Zuhilfenahme von „Gott“…

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E10 trägt nur zusätzlich dazu bei, dass landwirtschaftliche Nutzflächen für Energieträger, statt für Lebensmittel verbraucht werden.
Umgekehrt kannst Du natürlich feststellen, dass das normale Benzin (was ja de facto E5 ist, weil darin seit ich weiß nicht wie langer Zeit 5 % Äthanol vorgeschrieben sind) umso mehr Erdöl ist – und deshalb auch nicht wirklich besser.

E10 ist aber ein weiteres Puzzle-Teil, mit dem der ganze Wahnsinn um die Energiepflanzen nur weiter angeheizt wird. Und Energiepflanzen sind Nahrungsmittelkonkurrenten auf dem Weltmarkt!

Ich persönlich empfinde es schon als ziemlich amoralisch, dass Frau Merkel sich einst in Brüssel für E10 so stark gemacht und sich damit auch noch sattsam selbst gerühmt hat. Sagt viel aus über Merkel’sches ebenso wie über das euro-amerikanische Selbstverständnis.

Besser Du tankst weiter das normale Benzin, damit immer weniger Tankstellen E10 anbieten – und fragst Dich auf der anderen Seite mal, wo Du so Pi mal Daumen 5 % km-Leistung einsparen könntest. (Dann passt Deine persönliche Erdöl-Bilanz ja auch wieder.)

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Da Sonja66 Zweifel an der hilfreichsten Antwort geäußert hatte, hier die Erklärung:

Alles, was wärmer ist als 0 Kelvin = -273,2 Grad Celsius, enthält Energie. Und Energie folgt immer dem (Energie-) Gefälle: Sie fällt – bildlich gesprochen – nach unten.
Ist ein heißes Getränk in der Thermosflasche, dann droht also die Umgebung dem heißen Getränk Wärmeenergie zu entziehen. Ist ein kaltes Getränk in der Thermosflasche, dann entzieht die kalte Flüssigkeit der wärmeren Umgebung Wärmeenergie, wo immer das geht.

Die Isolierung der Thermosflasche ist im günstigsten Fall ein Vakuum. Bei den alten Glaskörpern war das bzw. ist es noch immer so. Wie das bei den Edelstahl-Thermosflaschen ist, das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das Vakuum ist frei von (Gas-) Teilchen. Also wird unmittelbar von drinnen nach draußen keine Energie übertragen: Mangels Teilchen, die sich bewegen können, wird auch keine Energie übertragen. Die Wärmeübertragung erfolgt allmählich über den gesamten Glas- bzw. Stahlkörper der Wandung und die wenigen Kälte- bzw. Wärmebrücken, die es zwischen dem Inneren der Flasche und dem Außenkörper gibt.

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Du kritisierst bei „oxygenium“ die Bezugnahme auf Tiere (auf die "oxygenium" dann noch einmal eingeht).

Der Grundfehler in JEDER Betrachtung zum Menschen (so der Fehler – noch – begangen wird) liegt darin, den Menschen als Menschen sehen zu wollen, die Tiere aber als Tiere.

Grundsituation IST: Der Mensch ist ein Tier. Man möchte zumindest noch eine Unterscheidung sehen, wo "Tier" und "Pflanze" voneinander trennbar erscheinen. Aber selbst da sind ja bisweilen die Grenzen fließend.

Der Mensch muss erst einmal akzeptieren, dass er zwar wesentlich weiter entwickelt ist, als ein Wurm oder eine Ameise… Aber schon, ob er sozial weiter entwickelt ist als eine Ratte, das darf man mal diskutieren. Und intelligenter als ALLE Tiere ist er alle Male nicht. Da müsste der Mensch sich schon sehr anstrengen (und die Grundbedingungen eines Wettbewerbes nach den ihm selbst bekannten Grundregeln festlegen), um etwa mit Elefanten oder mit einem Orca wahrhaftig konkurrieren zu können.

Nächst wird man entdecken, dass es „das Böse“ nicht gibt. Alles ist erst einmal gelenkt vom bloßen Überlebenstrieb. Und möge der Mensch es bitte nicht ideologisiert den ÜberlebensWILLEN nennen. Es ist kein WILLE, derweil, zu überleben, keine Entscheidung aus einem Wünschen heraus ist, sondern ein aus Milliarden von Körperzellen heraus vordefiniertes Ziel des Gesamtsystems „Mensch“: Jede Zelle – und eine jede auf ihre Art, spezialisiert zu sein und damit auch auf spezielle Weise wiederum abhängig zu sein vom Zusammenspiel mit anderen Zellen (!) – hat zum besinnungslosen Ziel, so etwas wie Leben so lange aufrecht zu erhalten, wie es eben geht. "Leben" ist die Veränderung von substanziellen Grundzuständen durch (bio-)chemische Prozesse, bei denen der Veränderer aber erhalten bleibt und sich nicht bloß als neues Endprodukt in eine Reaktion einbringt.

Ein bisschen vereinfacht gesprochen – also mal ohne Farbabstufungen und mit wenigen Graustufen:
Auch ein Tier kennt keine eindeutige „Freund-Feind-Kennung“. Was Beute ist, ist kein Feind. Was Beute ist, wird niemals Freund – außer das Tier ist jenseits seines natürlichen Beuteschemas stets gesättigt. Die Aufbrechung des Beuteschemas also findet im Rahmen einer Domestikation statt. Domestikation bedeutet nicht zwangsläufig, ein Tier häuslich zu machen, sondern erst einmal nur, einem Tier nahe zu bringen, Führung anzuerkennen (das geht in erster Linie über das Angebot von Nahrung) oder aber Führung aufzuzwingen (das geht dann je nach der Veranlagung des Tieres auch über die Anwendung von roher Gewalt). – Feind ist, wer um Beute konkurriert. Freund ist, wer einen Beutevorteil zu verschaffen verhilft. „Freund“ kann also auch der nur durch Gewalt akzeptierte Beherrscher sein.

Gut im ethischen Sinne erscheint der Mensch da, wo er nicht allein an sich selbst denkt, sondern dem Kollektiv des Menschen an sich beim Überleben hilft: Gut ist der Mensch, wo er definitiv selbstlos handelt oder aber lediglich ebenfalls ein Profiteur vom kollektiven Nutzen ist, den er befördert. Nicht „gut“ ist der Mensch, wo er allein dem eigenen Nutzen dienlich ist – was aber im Grunde immerhin den Überlebenstrieb befriedigt. „Böse“ ist der Mensch, wo er für sich nimmt oder wo er für seine eigene kleine Gruppe nimmt – und anderen gegenüber dabei rücksichtslos erscheint.

Hier nun aber wird das „Böse“ in der Tat eine kulturelle Definitionsfrage. Denn eine Kultur ist stets bemüht, die rücksichtslose Hinwegnahme zumindest dann zu rechtfertigen (wenn nicht gar als gut hinzustellen), wenn sie der eigenen Gruppe und der eigenen Definition von Einheitlichkeit dient.

So funktionieren Familien. So funktionieren Dörfer oder Vereine. So funktionieren Staaten und Nationen. So funktionieren nicht minder oder allen voran: Religionen und ebenso alle anderen Ideologien.

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Also, eine „Diagnose“ lässt sich hier wohl schwerlich stellen: Du skizzierst in fünfeinhalb Zeilen die heile Welt, in der Du Dich pudelwohl fühlst – aber gern krank wärest?

„Normal“ zu sein ist recht bequem, angenehm auch, weil man nicht aneckt. Aber: Es ist auch immer dann nicht langweilig, sondern frustrierend und zermürbend, wenn tatsächlich doch der Schuh drückt.

Ergo: Die heile Familie nehme ich Dir nicht ab. „Meine Eltern lieben mich, das merke ich…“ ist mir zu mager. Und vermutlich doch sehr von Deinem Wunschdenken getragen, dass Du das „merkst“. Woran merkst Du das denn? Ein paar Beispiele könnten Verständnis fördern.

Wenn in der Schule „alles gut“ ist, dann ist das gut. Vermutlich bist Du „normal“ integriert und hast ein Notenbild zwischen erfreulich bis besonders erfreulich. (Dafür werden Deine Eltern Dich "lieben".)

Nun kann man selbstverständlich die bloße Langeweile auch mit einem Spleen füllen. Aber schlüssig ist das nicht. Denn wer sich wirklich rundum wohlfühlt, der sucht sich doch eher andere Ertüchtigungen, als sich zwanghaft ins Kranksein hineinzusehnen.

Also dann: Hand auf Herz. Wo klemmt es wirklich? Denn das Sehnen nach psychischer Krankheit offenbart doch eher das Gieren nicht bloß nach Aufmerksamkeit. Dafür kannst Du einfach abgedrehte Klamotten tragen, schreigrüne Haare oder schräge Pearcings.

Ich sage also mal: Was Dir fehlt, ist eine ehrliche Zuwendung. Was Du brauchst, ist Ehrlichkeit zu Dir selbst. Wonach Du Dich sehnst, ist, dass „man“ Dir wirklich einmal zuhört. Aber was Du am nötigsten hast, ist, dass Du Dir das selbst eingestehst, statt zu frohlocken, alles sei gut.

Mit Selbstverletzungen und mit Hungern allerdings solltest Du nicht spielen. Zu leicht wird da aus dem bloßen Ringen um Aufmerksamkeit bitterer Ernst… Süchte sind die Sprache der Sprachlosen. Aber Du scheinst ja „noch“ das Potenzial zu haben, Sprache zu erringen – und Sprache zu benutzen. Bitte artikuliere, wonach Du hungerst, und was in Dir blutet.

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Nun, ich nehme mir einmal heraus, ruhig ein Stück weit allgemein für „uns Männer“ zu sprechen:

Es bedeutet, dass er sich für Dich „als Fau“ interessiert. Er sieht etwas in Dir, so dass er sich vorstellen kann, mit Dir eine „Beziehung“ einzugehen. Er hätte Dir auch sagen können, er wolle gern einmal mit Dir ausgehen. Mag sein, dass ihm das zu plump oder zu oberflächlich geklungen hätte.

Ob er schon Hals über Kopf verliebt ist und lediglich eine zwischenmenschlich angemessene Zurückhaltung übt oder tatsächlich erst einmal sehen möchte, ob Eure Interessen sich hinreichend decken und Eure Charaktere auch bei größerer Nähe gut miteinander auskommen, das ist damit allerdings noch nicht offenbart…

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Die haben ja alle sooo recht: Es ist furchtbar undeutsch und sprachlich ein Verlust, sowohl „Mama“ in der Mehrzahl zu benutzen (weil es in der Tat nur als Anrede gebräuchlich ist), als auch die Abkürzung „Ma“ zu verwenden und gar zu vervielzahlen.

Aber durchaus ist es etwa gebräuchlich, wenn in der gesprochenen Sprache jemand sagt: „Meine Ma…“ Aber auch hier sagt das dann eine Einzelperson über eine die andere Einzelperson – und verstärkt damit ggf. den Ausdruck der persönlichen Verbundenheit (weil es weniger steif klingt, als „meine Mutter“ und weniger kindlich als „meine Mama“).

Wenn Du in der Wiedergabe gesprochener Sprache die Mehrzahl von „Ma“ bringen möchtest, dann allerdings wird Dir nichts anderes übrigbleiben, als das Apostroph zu verwenden und „Ma’s“ zu schreiben, um das Wort verständlich aufzuschlüsseln. Grammatikalisch „falsch“ ist es zwar, weil das so in der dt. Sprache gar nicht existiert – aber es hilft, lautmalerisch gesprochene Sprache lesbar zu machen.

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ad Kajjo:
Ich unterschreibe die Sinnhaftigkeit der „seriellen Monogamie“ (– nur nicht ganz). In der Tat: Diese unterstützt die Versorgung des Nachwuchses; und diese erhöht die biologische Vielfalt. Serielle Monogamie ist nichts Ungewöhnliches: Z. B. in der Vogelwelt herrscht diese mehrheitlich vor (dann aber immer nur für eine Brutsaison); lebenslange Paarbildungen sind in der Vogelwelt selten. Aber die serielle Monogamie hat ihre Schwächen!

Die Tatsache, dass es „Verliebtheit, Liebe, Eifersucht, Trauer“ gibt, belegt NICHT, dass sie Vorteile bieten. Die Natur hält zahlreiche Entwicklungen vor, die nicht sinnvoll sind, sich jedoch erhalten haben, weil sie nicht (schwerwiegend) hinderlich und somit keinem Selektionsdruck zum Opfer gefallen sind. • Die Vorstellung von der "romantischen" Liebe befriedigt ein emotionales Grundbedürfnis des Menschen, befördert aber nicht das Anliegen der Natur nach maximaler Vervielfältigung.

Die ständige Fruchtbarkeit der Frau ist KEIN Hinweis darauf, dass feste Partnerschaften und Paarbindung evolutiv richtig und sinnvoll seien. Die Frau könnte ebenso gut ihre "ständige" Fruchtbarkeit nutzen und ständig Sex zu haben, gern auch mit wechselnden Partnern, um einerseits die Vervielfältigungsrate, zum anderen die biologische Vielfalt zu erhöhen. Auf eine etwaige Ressourcenknappheit gehen weder Monogamie noch Enthaltsamkeit sinnvoll ein, sondern nur gezielte Geburtenkontrolle (siehe z.B. die australischen Aborigines, die aufgrund der knappen natürlichen Ressourcen und der Unmöglichkeit, durch Auswanderung – in den eigenen Kontinent hinein – tragfähige Ressoucen zu erschließen), um die Anzahl der langfristig Überlebenden zu steuern und deren Überlebenschancen zu vergrößern!

MIT Liebe und exklusiver Paarbindung wäre das Überleben erheblich unwahrscheinlicher gewesen! Alles andere ist die kulturell gewollte Sichtweise. Denn LIEBE lässt leiden, wenn aus irgendwelchen Gründen der Partner ausfällt: Stirbt die Frau oder geht die Frau, dann kann der Mann als Verteiler genetischen Materials aus Frustration heraus ausfallen. Stirbt oder geht ein Mann, dann kann die Frau mithin die Existenz des Nachwuchses noch gleich mitgefährden, weil ihre Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. In Dorfgemeinschaften haben sich solche Dramen regelmäßig abgespielt: Einer Witwe hing ein Ruch an – die verlassene Frau war unvermittelbar! Aber denken wir noch weiter zurück an Zeiten, in denen Menschen sich seltener begegnet sind: Da war ggf. die Fortpflanzungsfähigkeit daran geknüpft, fast hemmungslos jeden Kerl zu akzeptieren, der nicht allzu unpassend erschien – und umgekehrt konnte der Kerl nicht wählerisch sein, weil ihm wahrscheinlich bereits gebundene Frauen nicht rege erboten wurden. • Die Inuit dürften eine echte Ausnahme sein, die dem männlichen Gast die Frau anboten – und Frau hat das zumindest nicht verhindert. Andererseits konnte der Gast sich auch nicht an der Frau vergehen, derweil die Wände eines Iglus oder auch eines Sommerzeltes dünn sind: Es gab eine unmittelbare soziale Kontrolle darüber, dass die Frau zumindest nicht litt, im besten Falle aber ihren Spaß hatte! De facto konnte so einerseits die Hege des Nachwuchses gesichert werden (monogame Bestandsehe), andererseits unter dem Druck der dünnen Besiedlung des Lebensraumes biologische Vielfalt zumindest verbessert werden.

In Kajjo’s Kommentar auf Kommentar von Siouxschatten: Weshalb sollte die Polygamie des weiblichen Geschlechts denn – und dann auch noch „gewiss“ (!) – „nicht biologisch sinnvoll begründbar“ sein? Im Gegenteil (!): Hat EINE Frau zwei oder mehr Männer, so ist die Hege des Nachwuchses viel gesicherter, zugleich aber die biologische Vielfalt auch. Männliche Polygamie wird erst dann als einzig oder nur überwiegend denkbar sinnvoll, wenn der Lebenswandel des Menschen dazu führte, dass ein erheblicher Frauenüberschuss bestünde – die Lebensgewohnheiten also die Anzahl der Männer bzw. schon der Jungen (hier also: bereits VOR der Geschlechtsreife) so stark dezimierte, dass für eine Vielzahl von Frauen die Wahrscheinlichkeit sehr klein würde, überhaupt zur Reproduktion zu gelangen. • Und im Gegenteil gefährdet die männliche Polygamie sogar die Frau: Stirbt der Mann, der mehrere Frauen „besitzt“, so sind Frau und Nachwuchs existenziell bedroht. Und während ein Mann die „freie“ Frau noch gern und schnell schnappt, ist noch lange nicht gesagt, dass er auch den Nachwuchs akzeptiert. Eine weibliche Polygamie aber würde die Hege des Nachwuchses kontinuierlich sichern, weil keiner der mehreren Männer sich sicher sein könnte, auch garantiert nur fremden Nachwuchs zu vernachlässigen!

ad Siouxschatten:
Gut gesehen – und geschickt an der Frage vorbeigegangen, wie die präferierte Polygamie denn aussehen sollte.

ad Nooh48er in seinem Kommentar auf Siouxschatten:
Der Islam läuft in genau die FALSCHE Richtung. Und das nur, um den Männern eine privilegierte gesellschaftliche Position zu sichern! Dabei allerdings geht es nicht bloß um Privilegien den Frauen gegenüber (die sind nur die Opfer in dem Spiel), sondern es geht um Status, Ansehen – ganz banal also: Brunftgehabe. DENN noch einmal ganz klar hervorgehoben – und auch auf die Gefahr hin, dass ich damit der so genannten herrschenden „Wissenschaft“ widerspreche:

Ursprünglich und in der Kleingesellschaft war schon die Paarbildung eine gefährdende Festlegung: Stirbt der eine Partner, dann ist die Versorgung des Nachwuchses bedroht, selbst wenn die Frau in einer Kleingesellschaft (mit z.B. drei Familien) lebt, weil die Mitversorgung durch die anderen kulturell gestützt sein müsste – und biologisch IMMER auf der Kippe steht, wenn die Ressourcen der Kleingesellschaft zu knapp sind. Genau dieses hat sich stets durch die uns bekannten Kulturen hindurch bewiesen: Bleiben Frauen allein zurück, waren die Kinder regelmäßig mit bedroht, und zwar rein biologisch (Hunger) ebenso wie sozial. • Bindet die Frau aber zwei oder mehr Männer, so sichert sie sich gegen Ausfälle der Versorgung, während sie selbst dazu nicht in der Lage ist (Schwangerschaft und Hege zumindest sehr kleiner Kinder!!!). Darüber hinaus sichert sie den langfristigen Bestand einer Familie (womit ich jetzt nur den Komplex Mutter-Kind meine) langfristig, also bis die Kinder wirklich unabhängig leben können. Weiterhin verringert die fest gebundene, aber polygame Frau die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Männer abwandert, wenn sie diese auch noch emotional bindet – und verschafft sich somit einen „Vermögensvorteil“: Biologische Vielfalt inklusive! • „Emotional“ binden kann sie die Männer, wenn sie ihren Kopulationsdrang (vordergründig: den sexuellen; biologisch: den der Vervielfältigung; tiefergründig: die Versicherung, nicht allein zu sein) befriedigt. Der Mann bekommt den Vorteil, hormonell ausgeglichen zu sein; zugleich kann er sich seiner Bedürfnisbefriedigung (die dann über die rein sexuelle hinausgeht) sicher sein – und bindet sich somit gern! Im Vorteil dabei aber ist jene Frau, die das schafft, ohne sich ihrerseits emotional zu stark zu binden: Vernachlässigt einer der Männer seine Versorgungspflichten, dann wird er rausgeworfen (möglichst: nicht nur aus dem Zelt, sondern aus der Lebensgemeinschaft = Gruppe!), sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. ERGO: Die GEGENSEITIGE Liebe ist ein evolutiver Hemmschuh, erleichtert es aber der Frau, einen Mann oder mehrere Männer in ihrer Nähe zu akzeptieren und diese auch emotional zu binden.

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Weil es bedeuten würde, sich die eigene Unzulänglichkeit einzugestehen.

Ergo: Es ist in Einzelfällen, aber im Großen und Ganzen nicht zu ändern.


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