Welches Lederfett oder Öl ist das beste?

5 Antworten

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ich liebe das mit Bienenwachs drin

aber

 mein alter Trainer sagte: geh zum Pferdemetzger und hol Dir Pferdefett - es gibt nix besseres - das ist logisch, denn es ist garantiert allergenfrei
aber
ich hab's trotzdem NICHT gemacht ....   s.o.

neuerdings benutze ich Lederölseife mit allerbestem Erfolg : auch das älteste harte Lederzeug vom Dachboden wurde nach mehreren Durchgänge wieder griffig und nutzbar  -  und es wird bei Regen nicht so glitschig wie mbei reinem Lederöl

einen neuen SAttel würde ich aber trotzdem immer noch die ersten 2-3mal monatlich mit Lederöl einpinseln

für vorgefettete Sachen nehme mich dann die Leder-Öl-seife

das beste ist einfach in der mikrowelle ausgelassenes rinderfett.

kann man gut herstellen, wenn man statt magerem suppenfleisch durchzogenes kauft. das fett abschneiden, würfeln und in der mikrowelle in einem schälchen auslassen. immer nach 30 sekunden umrühren. wenn alles flüssig ist, was flüssig werden kann, durch ein metallsieb abgiessen, damit die rückstände entfernt werden.

man kann je 100ml 5g bienenwachs darin schmelzen, sowie je einen esslöffel glycerin und lorbeeröl hinzugeben. wer hat, mischt noch einen teelöffel dachsfett oder murmeliöl unter.

dem noch warmen fett hinzufügen, umrühren, bis sich alles gut vermischt hat und eine homogene masse entstanden ist.

in eine schraubdose (salbendose aus der apotheke) abfüllen und erkalten lassen. das zeug hält nicht nur ewig, sondern ewig und drei tage.

es versorgt das leder mit allem, was es braucht und sorgt vor allem dafür, dass das leder elastisch und strapazierbar bleibt und nicht bricht, sowie seine wasserabweisenden eigenschaften behält. es ist dann auch null anfällig für schweiss vom pferd (von unten vergessen viele, den sattel überhaupt zu pflegen.

den sattel mit sattelseife vom stück und wasser vorreinigen. das leder muss sich leicht feucht anfühlen, dann kann man es fetten.

das wasser dringt in die lederfaser ein und macht sie mit seiner feuchtigkeit biegsam und elastisch. das anschliessende fetten sorgt dafür, dass die feuchten lederfasern umschlossen werden und die feuchtigkeit im leder bleibt. solches leder ist strapazierfähig und extrem haltbar und dabei geschmeidig.

um die ledernähte zu behandeln tupfst du eine kinderzahnbürste in das fett und bürstest die nähte sanft ein.

regelmässig so gepflegtes leder ist 8 stunden und länger wasserdicht.

nach den ersten 3 malen fetten, also wenn das leder einmal "durchgepflegt" ist, ist das fett sehr sparsam im gebrauch.

eignet sich also für sattel, zaumzeug, motorradbekleidung, lederschuhe, lederhosen, glattlederchaps etc.

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ersatzweise kann man grünen speck auslassen. hält allerdings nicht lange.

fett vom schaf oder lamm geht auch. hält auch ewig - aber es stinkt wie blöd.

hirschtalg wäre MEGA gut. ist aber so sauteuer, dass sich das keiner leisten kann in der menge.

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brauchst du schwarzes leder fett, besorgst du im künstlerladen einfach schwarzes pigment zum anmischen von ölfarben - lampenschwarz. alles andere ist nicht geeignet.

oder man kokelt ein bisschen mit einer kerze herum - solange, bis unter einem teelöffel etwa die menge russ klebt, die einem halben zuckerwürfel entspricht. das rührt man unter das noch warme fett.

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die handelsüblichen lederfette und öle, die heutzutage auf dem markt sind, würde ICH unter keinen umständen benutzen.

sie bestehen alle aus pflanzenfetten und pflanzenölen. pflanzenfette verharzen im leder. sobald das leder auch nur ein bisschen trockener wird, wird das verharzte spröd.  sobald das leder dann "arbeitet" bricht dieses harz. und zerbricht die lederfaser mit. eine gebrochene faser ist kaputt. man kann sie nicht mehr reparieren.

das verharzen ist ein oxidationsvorgang mit der luft und lässt sich nicht verhindern.

der gebrauch von leder mit gebrochenen fasern ist lebensgefährlich. du kannst diese ermüdungsbrüche unter umständen von aussen nicht erkennen. und verharztes leder kann nur ein fachmann reinigen und wieder gebrauchsfähig machen. ist eine sehr aufwendige und fiese angelegenheit.

zwischen den verharzten lederfasern lagert die luftfeuchtigkeit ausserdem partikel aus der umgebung ein. feiner staub scheuert nur ein bisschen. es lagern sich leider auch sehr schnell schimmelsporen ein. in einer nur ganz leicht feuchten sattelkammer (und jede sattelkammer ist leicht feucht) beginnt das zeug, wenn es mal 14 tage nicht gebraucht wird, zu gammeln. brüchiges UND schimmliges leder kannst du nur noch wegwerfen.

viele kaufbare lederfette bestehen grösstenteils aus erdölbestandteilen, nämlich aus industrieller vaseline. auch das ist hochgradig schädlich. es enthält säuren, die das leder ebenfalls von innen zerstören.

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falls dein rinderfett alle sein sollte kannst du NOTFALLS auch mal butter benutzen.

viel erfolg!


Müssen wir mal kucken wie ich das machen soll, da ich Vegetarier bin;-)

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@Ponyherzen172

Entweder du kannst das herstellen oder du benutzt gar kein Leder, wenn du konsequent bist.. 

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@Ponyherzen172

das leder kommt auch vom tier.

leder kann man nur mit tierischem fett pflegen. wie gesagt. das fett ist sehr sparsam. wenn du einen wirklich guten sattel hast und pflegst den so, kann er 50 jahre und länger halten.

das wäre nachhaltig.

nutztiere sind ausserdem ausserordentlich wichtig zur erhaltung unserer kulturlandschaft (viele nennen das natur). man muss die tiere nicht in massen halten, sondern in verträglichem mass. 

um diese tiere nicht auszurotten, sollten sie weiterhin gehalten werden. wenn wir sie nicht mehr brauchen, sterben sie aus.

mit einer verantwortungsvollen tierhaltung kann man also durchaus bedenkenlos produkte wie leder oder auch fett und talg benutzen. man muss eben bereit sein, für diese kostenintensivere tierhaltung auch geld auf den tisch zu legen.

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Respekt für diese gute und ausführliche Antwort!

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Top Antwort. :)

Eine klitzekleine Ergänzung hätte ich noch: Etwas Nelkenöl beigemischt verhindert ebenfalls Schimmelbildung, angeblich soll es sogar bereits vorhandene Sporen abtöten.

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@Araber69

danke.

würde ich bei nichts, was ans pferd kommt, anwenden.

stark allergen und SEHR aggressiv auf der haut. und kommt es in die augen, dann ist das ein notfall.

man kann ein paar tropfen lorbeeröl beifügen.

ordentlich ausgelassenes rinderfett ist allerdings nahezu unbegrenzt haltbar. so ist das nicht notwendig.

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Ich nehme da gerne Eigenmarken von Reitsportgeschäften. Die Markenartikel kann man nehmen, man sieht den Unterschied aber nicht wirklich.

Mit dem Produkten von Loesdau bin ich sehr zufrieden, wobei Sattelseife und Lederöl von Decathlon (Sportgeschäft) meiner Meinung nach auch gut sind.

ein kilo industrievaseline kostet unter 1 euro. das ist der hauptbestandteil von dem "fett".

es wird mit wasser und einem emulgator verschüttelt, so dass man ein "öl" erhält. bissel pflanzenöl dazu. fertig. herstellungskosten für einen 5 liter kanister - keine 2 euro.

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@ponyfliege

Daher reichen mir die günstigen Eigenmarken.

Bei selbst gemischten Lederpflegeprodukten habe ich zu viel Angst das es den Sattel schädigen kann in dem der Sattel dann z.B. stinkt, das Leder fleckig wird oder es anfängt zu schimmeln.

Da bei mir ein Lederpflegeprodukt auch mindestens 2-3 Jahre "hält" werde ich da nicht übertrieben geizig. Dafür sind mir Sattel und Trense auch zu teuer.

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@Janinchen95

genau DAS passiert, wenn du das gekaufte zeug probierst. ich hab es in meiner antwort erklärt.

sind einfach grundlagen der chemie.

ich hab meinen ponysattel NUR mit selber gemachtem fett gepflegt. ich hab einen sattel gekauft, der fast 10 jahre alt gebraucht genauso viel gekostet hat, wie ein neuer stübben sattel. ich hab den sattel gut 10 jahre benutzt. ohne probleme, ohne gammel, ohne was. ich bin bei jedem wetter draussen geritten und hab für den weg zu unserer koppel den sattel hinten aufs fahrrad geklemmt.

aber schmier ruhig weiter vaseline - also erdöl - auf dein zeug.

genau aus diesem grund würde ich ausser einem original vom militär kommenden militärsattel GAR NICHTS gebrauchtes fürs pferd kaufen.

hier hat eine nutzerin mal ihren trachtensattel retten können, weil ich ihr erklärt hab, wie man einen sattel WäSCHT und anschliessend über die pflege wieder die gebrauchsfähigkeit herstellt.

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@ponyfliege

Ist bei mir leider noch nicht passiert obwohl ich das Sattelzeug 2-3mal im Jahr einfette oder öle. Sieht auch alles noch neuwertig aus obwohl der Sattel auch ein paar Jahre älter ist.

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@Janinchen95

2-3 mal im jahr ist viel zu selten.

man reinigt und pflegt das sattelzeug, weil man dabei jede naht, jedes metallteil, einfach allles genau auf beschädigung überprüft.

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