Was zieht man zum Segeln an? ( völliger Neuanfänger)

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5 Antworten

Was zieht man zum Segeln an? ( völliger Neuanfänger)

Das hängt von deinen Absichten und Zielen ab, SimSi9696.

Für Fahrtensegeln (auf großen Yachten) würde ich mich ganz bequem anziehen, wie ich jeden Tag auf der Straße herumlaufe.

Für Jollen- oder Sportsegeln würde ich Sachen anziehen, die mich in meinen Bewegungen keinesfalls behindern. (Einfache Sportklamotten sind gut, wenn du keine anderen, beispielsweise vom Radfahren oder Bergsteigen, hast.)

Dabei hilft bei der Auswahl der Klamotten folgende Faustregel: Wetterbericht für die entsprechende Woche abrufen. Bei den Temperaturen einkalkulieren, dass es gefühlt bis zu 10° C kälter wird, als der Wetterbericht sagt. Und je mehr Wind oder Regen angesagt wird, und je kleiner das Boot ist, das du bewegen willst, desto mehr "Wechselsachen" würde ich einpacken. (Alle Faktoren haben die Neigung, dich unbedingt so schnell wie möglich komplett nass machen zu wollen.)

In jedem Fall solltest du aber zwei Dinge bedenken:

  1. Auf dem Wasser kann man nass werden.
  2. Auf dem Wasser spielt das Wetter gern verrückt.

Um den Punkt (1) zu berücksichtigen, reicht es, ausreichend Wechselsachen dabei zu haben.

Fürs Fahrtensegeln reicht es, wenn du für jeden Tag einen Satz Unterwäsche (Shirt, Unterhose, Socken) und mindestens 2 Sätze Hosen, Hemden, Pullover, etc.) dabei hast.

Fürs Jollen- oder Sportsegeln würde ich von allem - insbesondere aber von den Klamotten, die ich auf dem Boot anziehen will - "reichlich" mitnehmen, denn da ist das Wasser noch ein bisschen nasser. Ins Trainingslager würde ich also MINDESTENS 3 vollständige "Segelklamotten-Sätze" (Trainingsklamotten) mitnehmen, wenn ich nicht sicherstellen kann, dass der gerade nasse Satz bis zum nächsten Einsatz trocken wird. (Wäschetrockner, warmes und regen- bzw. windarmes Wetter, etc.) Zusätzlich würde ich 1-2 Paar "Landklamotten" einpacken.

Übrigens: Auf Sportbooten wird man IMMER nass. Das ist nicht zu vermeiden. Das Wasser kommt dabei meist aus allen Richtungen: von oben, von vorn, von unten und sogar von hinten. Also gib die Hoffnung auf, trocken bleiben zu können! ;) Wenn es doch klappt: Gut! Wenn nicht, bist du bei der einfachen Segler-Faustregel: "Ausziehen kann man später immer noch."

Mit dem Punkt (2) meine ich, dass die Temperaturen am und auf dem Wasser nicht immer denen entsprechen, die du vom Land kennst: Tagsüber kann es trotz Sonne auch mal empfindlich kalt werden (ganz besonders, wenn du längere Zeit nass warst) und nachts bzw. früh morgens wird es sowieso IMMER empfindlich kalt; ganz besonders, wenn der Wind weht.

Außerdem wirkt die Sonne auf dem Wasser noch extremer, als sie das schon an Land kann: Sie bescheint dich nicht nur von oben, sondern auch "von unten" (also durch Reflexionen auf dem Wasser); und sie wirkt scheinbar nicht so kräftig, was die Leute oft verleitet, zu wenig anzuziehen und sich einen ordentlichen Sonnenbrand zu holen, was einem schnell jeden Spaß verleiden kann.

Hier ist also neben dem "Wasserschutz" auch ein ausreichender (= überreichlicher) "Sonnenschutz" dringend angeraten. (Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme mit starkem Lichtschutzfaktor; langärmelige Klamotten, auch wenn es heiß wird)

Falls du auch die Nächte auf dem Boot verbringst, denke daran, dass die Kälte "aus dem Wasser kriecht". Selbst in sehr warmen Sommern können die Nächte auf dem Wasser empfindlich kalt werden. Ich würde mir also selbst im heißesten Hochsommer einen warmen Pullover bzw. eine warme Jacke und eine warme lange Hose einpacken. Keine Wintersachen, aber solche, die man auch im frühen Frühjahr oder im Herbst anziehen würde.


Ein paar Worte zur Jeans:

Die Dinger sind cool, aber auf Sportbooten völlig ungeeignet. Wie GermanSailor schon sagte, sind sie, wenn sie einmal nass werden, nur noch hinderlich. (Teste es selbst: Jeans anziehen, unter die Dusche stellen. Du musst sie nicht einmal komplett durchnässen, sondern nur "ein bisschen nass werden lassen". Dann merkst du schnell, was GermanSailor meinte: Du kannst dich kaum noch bewegen oder hinhocken und die Hose hängt wie ein nasser Sack an dir.)

Denke immer daran: Segeln ist ein Sport, in dem langes Nichts-Tun von kurzen, panischen Aktivitäten unterbrochen wird. Eine Hose, die dann nicht zulässt, dass man blitzschnell in die Hocke gehen kann, ist ein guter Katalysator für komplett durchnässte Klamotten oder eine Beule am Kopf.

Daher mein Rat: Wenn du sie als "Landklamotten" mitnehmen willst, mach's! Für den Tagesgebrauch sind sie aber völlig ungeeignet. Da sind Trainingshosen (auch die ganz billigen aus der Grabbelkiste) oder Shorts, wenn Wind, Wetter und Wassertemperaturen es zulassen, allemal besser.

Das gilt - bedingt - auch für Fahrtenyachten (= Boote mit Schlafkabinen), die zwar normalerweise ruhiger gesegelt werden, auf denen du aber manchmal herumturnen musst. Nur auf noch größeren Booten würde ich sie auch tagsüber anziehen wollen.

Das kommt auf die Bootsklasse und das Segelrevier an.

Jeans und Pullover reichen. Was Germansailor über das Trocknen von Jeanshosen sagt, ist zwar richtig, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du wirklich einmal ins Wasser fällst, ist gering.

Dennoch möchte ich dir ein paar Empfehlungen auf den Weg geben, die ich in 12 Jahren Segellehrererfahrung auf Jollen gesammelt habe:

  • 1) Fahrrad- oder Segelhandschuhe. (Fahrradhandschuhe von BOC oder so sind günstiger). Damit verhinderst du eine schwerzhafte Hornhautbildung in den ersten Tagen.
  • 2) Schnell trocknende Stoffschuhe. Denn die Schuhe sind das "Kleindungsstück", das bei Jollen-Anfängerkursen am ehesten nass wird, wenn mal ein bisschen Wasser im Boot ist. Alternativ kann man natürlich auch Gummistiefel anziehen, aber im Sommer gibt das nur Käsefüße.
  • 3) Eine Regenjacke und eine Regenhose. Wenn du erstmal nur einen Anfängerkurs besuchst und dich noch nicht definitiv auf das Hobby festlegen willst, reicht eine normale Fahrradgarnitiur zum Überziehen. Die schützt sowohl wenn mal eine Welle über die Bordkante in Richtung deines Hinterteils schwappt, als auch, wenn es regnet. Es gilt nämlich der Grundsatz von Pompeius, dem Großen: navigare necesse est = segeln ist notwendig. D.h., es wird auch gesegelt, wenn es regnet. Diese Fahrradgarnituren sind natürlich nie 100%ig und können mit einem professionellen Seglerequipement nicht mithalten, aber für eine Woche reichen sie.
  • 4) Sonnencreme, Sonnenbrille und "Kappe". Damit du keinen Sonnenstich kriegst, wenn es richtig heiß wird. Durch die Reflexion des Wassers verdoppelt sich die Wirkung der Sonne.

LG

MCX

PS: Faustregel: Schau in die Wettervorhersage und zieh dich einfach so an, wie du es auf einer gemütlichen Radtour auch machen würdest, bzw. nimm das mit, was du zu einer Radtour auch mitnehmen würdest.

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@Miraculix84

Erweiterung der Faustregel, bedenke auch IMMER! die Wassertemperatur und gehe niemals ohne Rettungsweste bzw. Schwimmweste aufs Wasser ! ansonsten kann man zu dem von Miraculix84 nichts mehr hinzufügen. lg

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Du wirst auch mal nass werden. Daher rate ich Dir von eine Jeans ab. Die brauchen ewig zum trocknen. Solltest Du ins Wasser fallen, was beim Jollensegeln schon mal passieren kann, saugt sich eine Jeans sehr mit Wasser voll und behindert Dich.

Besser sind Kleidungsstücke aus Kunstfasern, die trocknen schnell. Eine normale Trainingshose, ggf. noch Shorts sollten ausreichen. Dann noch ein T-Shirt und eine Fleece-Jacke und Du bist gut ausgerüstet.

Praktisch finde ich auch, einen kleinen wasserdichten Packsack dabei zu haben. Der schwimmt nach einer Kenterung (hört sich schlimmer an als es ist) und Deine Sachen bleiben trocken. http://www.amazon.de/meru-wasserdichter-Packsack-Inhalt-12l/dp/B002FKAD2I/ref=sr_1_2?s=sports&ie=UTF8&qid=1372568391&sr=1-2&keywords=wasserdicht+packsack

Schuhe: Normale Turnschuhe sind okay. Helle Sohle ist ideal, wichtig ist nur, dass die Sohle keine Spuren hinterlässt - ist aber in Turnhallen und Squash-Courts auch nicht anders.

Hallo,

meist zieht man:

  1. Ein paar Bermuda Shorts (weiß)

  2. Ein Hemd (auch weiß)

  3. Darüber einen Pullover (blau-weiß)

  4. Bequeme Schuhe (mit Schnürsenkeln) mit guter griffiger Sohle, meist in weiß, auch weiße Sportsocken

  5. Man kann eine dünne sog. Wind-Wetter Jacke überstreifen, entweder in einer Signalfarbe (orange oder rot) oder marineblau.

  6. Rettungsjacke nicht vergessen (wird meist mitgegeben)...

Emmy

Segelt es sich besser, wenn man exakt auf die Farbzusammenstellung der Kleidung achtet....?

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@velodog

Die Farben sind natürlich nicht wichtig, aber Signalfarben können nicht schaden.

Es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Frager!

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Sorry, sollte die Antwort ironisch sein? Selten so einen Quatsch gelesen...

LG

MCX

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Wird net mitgegeben, ist PFLICHT!!!

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also ich trage meistens: 

1) 1 Paar BadeHose, wechselnde Farbe,

2) 1 Neoprenanzeug meist Schwarz, je nach Wetterlage unterschiedliche Dicke und Farben

3) 1 Paar Neoprensocken

4) ein paar Stiefel fürs Wasser (keine Gummistiefel) 

5)evtl noch nen schwarzes  oder blaues spraytop

6) fast immer: schwarze Trapezhose 

7) immer!!! weiße Schwimmhilfe von Musto

hab ich nun was falsches an?

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Ich würde iene hose empfehlen die sich nicht stark mit wasser vollsaugt:))

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