Was studieren? Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften oder Soziologie?

4 Antworten

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Hallo hoschi,

Da Du eine abgeschlossene Erzieherausbildung hast, bist Du schon praxiserfahren. Demnach musst Du nicht zwingend ein praxisbezogenes Studium an einer Fachhochschule machen. Der Studiengang Soziale Arbeit beinhaltet neben den pädagogischen Fächern auch rechtliche Aufgaben. Sozialpädagogik läuft aus. Dafür gibt es Elementarpädagogik, Erziehung der frühen Kindeheit und Familienbildung u.ä.

Der universitäre Studiengang ist natürlich theoretischer und wissenschaftsbezogen. Aber auch hier kann man sich spzialisieren. Entweder Elementarpädagogik, Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung, Kinder- und Jugendhilfe usw., Außerdem kannst Du (je nach Uni) wählen zwischen Ein-Fach-Bachelor und Zweifachbachelor. Der Einfachbachelor enthält zu 50 % Erziehungswissenschaften, zu 25 % Sozialwissenschaften und zu 25 % Psychologie. Der Zweifachbachelor enthält 50 % Erziehungswissenschaft und 50 % ein zweites wählbares Fach der philosophischen Fakultät. Hier zeigt sich die Breite der vielfältigen Möglichkeiten, die auch wichtig ist in Bezug auf die spätere berufliche Anwendbarkeit.

Finanziell gesehen war es bisher so, dass die Uniabsolventen anfangs besser eingestuft wurden. Mit der Zeit konnte sich das aber oft angleichen, so dass auch FH-Absolventen hier höher eingruppiert werden konnten. Heute soll es (zumindest theoretisch) so sein, dass die Bachelorabschlüsse gleichwertig behandelt werden sollen, was sich auf die Bezahlung auswirkt.

Sowohl nach dem FH- aus auch dem Unistudium kann hinterher ein Masterstudium drangehängt werden. Man kann sich also noch umorientieren.

Meiner Meinung nach ist die Kombination einer praktischen Ausbildung und einem universitären Studiengang hier die bessere Möglichkeit. Aber entscheiden musst Du natürlich selber. Du musst wissen, wo Du beruflich hinwillst.

Übrigens: Die Bezahlung richtet sich nach den Anforderungen der Stelle und Deinen Gesamtqualifikationen. Wenn Du Dich z.B. als Bachelor-Pädagogin auf eine Erzieherstelle bewirbst, bekommst Du natürlich auch das Gehalt einer Erzieherin. Hast Du Dich im Studium z.B. auf Frühkindliche Erziehung und Familienbildung spezialiert und bewirbst Dich auf eine ausgeschriebene Stelle als Leiterin einer großen Einrichtung, wirst Du natürlich der Position entsprechend bezahlt.

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@IchWissen

Ok, das klingt alles vollkommen logisch und ich tendiere immer mehr dazu, mich für das Studium der Erziehungswissenschaften zu bewerben.

Nochmal eine allgemeine Frage zur Bezahlung:

Während der Erzieherausbildung haben einige praxiserfahrene Lehrer gesagt, dass sich viele Erzieher auf Sozialarbeiterstellen bewerben (z.B. betreurtes Wohnen, Arbeit mit Jugendlichen) aber wie Erzieher bezahlt und eingestuft werden. Wenn ich aber als Erziehungswissenschaftler, Soziologe oder Sonstiges mich auf eine Sozialarbeiterstelle bewerbe, werde ich dann nach dieser bezahlt? Oder weniger gut vergütet bzw. sogar als Erzieherin eingestuft (da ich ja zudem ausgebildete Erzieherin bin)? Ich habe nämlich die Befürchtung stets als Erzieherin in sozialen Bereichen vergütet zu werden, obwohl ich einen Uni-Abschluss habe.

Ist es denn ok, wenn man sich auch auf Sozialarbeiterstellen bewirbt? Hat man dabei weniger Chancen den Job zu erhalten als ausgebildete Sozialarbeiter? Ist es nicht für den jeweiligen Träger schwierig eine Fachkraft aus einer anderen Wissenschaftsdisziplin anzunehmen, da die Stelle für einen Sozialarbeiter gedacht ist?

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@hoschi2008

Es ist leider immer noch so, dass im öffentlichen Dienst nicht nur nach Befähigung bezahlt wird, sondern in erster Linie nach den erreichten Abschlüssen. Oft sind solche Stellen auch für Sozialarbeiter, Sozialpädagogen oder Erzieher ausgeschrieben. Haben die alle die gleiche Eignung, wird gerne die billigste Kraft ausgewählt. Auch wenn Erzieher noch so viel Berufserfahrung mitbringen und den gleichen Job machen könnten, wie eine studierte Kraft, werden sie hier nach Tarif (also nach Bildung - nicht nach Können!) bezahlt. Wer sich bewusst als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge auch eine reine Erzieherstelle bewirbt, kann auch kein höheres Gehalt erwarten - es aber dennoch fordern. Das führt dazu, dass solche Stellen von "überqulifizierten" Bewerbern nicht besetzt werden. Wenn man sich aber auf eine hoch dotierte Stelle bewirbt und zusätzlich noch eine passende geringer qualifizierte Ausbildung absolviert hat, dann wird man dennoch entsprechend der höheren Dotierung bezahlt, weil man hierfür sowohl die Qualifikation als auch den entsprechenden Bildungsabschluss nachweisen kann.

Je nach finanzieller Lage der Arbeitgeber, kann es durchaus vorkommen, dass qualifizierte und berufserfahrene geeignete Bewerber (Erzieher) eher eine ausgeschriebene Stelle bekommen, als unerfahrene junge FH- oder Uniabsolventen (Sozialpädagoge, Sozialarbeiter Erziehungswissenschaftler).

Wenn es aber um das wissenschaftliche Arbeiten geht oder um anspruchsvolle Tätigkeiten in höheren leitenden Positionen, dann haben sich die Hochschulabsolventen (mit Masterabschluss) die Nase vorn. Vor allem mit praktischer Vorbildung. Allerdins sind solche Stellen natürlich nicht an jeder Ecke zu finden.

Du würdest mit Erzieherausbildung und einem pädagogischem Hochschulabschluss (Bachelor) sicherlich sehr gute Voraussetzungen auch für eine Sozialarbeiterstelle mitbringen, sofern Du Dich während des Studiums entsprechend spezialisierst (Bereich: Kinder- und Jugendhilfe). Du würdet in dem Fall auch nach Tarif eines Sozialarbeiters bezahlt werden und nicht als Erzieher.

Solltest Du in der freien Wirtschaft arbeiten, wirst Du mehr Gehalt bekommen können, vor allem, wenn Du den Masterabschluss erreicht hast. Der universitäre Abschluss bietet noch andere Möglichkeiten, an die man zunächst nicht denkt. Es kommt aber immer auch auf den gewählten Schwerpunkt an. Im Prinzip kannst Du damit fast überall arbeiten. Nur musst Du damit rechnen, dass ein rein pädagogischer Abschluss auch von der Uni nicht die Verdienstmöglichkeiten bietet, wie z.B. einer aus dem wirtschaftswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen oder technischen Bereich.

Es wäre sehr hilfreich, wenn Du Dich sowohl über die Arbeitsagentur www.berufenet.arbeitsagentur.de als auch über die Studienfachberatungen der Universiäten ganz genau erkundigen würdest. Und zwar sowohl über den Studiengang an sich und über die Einsatzmöglichkeiten nach dem Studium. Das würde hier nämlich den Rahmen sprengen.

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wenn du als "Erzieher" gearbeitet hat wird das Studium der Erziehungswissenschaften dem sehr ähneln, bzw. deine praktischen Erfahrungen sind sicher wertvoller dazu.

Sozialarbeit ist dazu da Menschen für Krisensituationen als soziale Prellböcke und Puffer in Randgebieten zu verheizen, wenn dir das liegt?

Soziologiestudium besteht aus sehr viel theoretischen und mathematischen Fächern und einigen anschaulichen anderen Wissenschaftsbereichen. Die Soziologen die ich kannte, haben dann in der Markt- und Politikforschung gearbeitet und Statistiken ausgewertet oder waren auch Taxifahrer mit guter Menschenkenntnis

Studiere Soziologie! Arbeit bekommst du dann auf jeden Fall in Personalabteilungen der Konzerne, was ich dir raten würde, als Personalassistent, Personalleiter = alles gut bezahlte Job's. Bereich EW ist nichts - da ärgerst dich nur rum mit der absoluten Minusseite der Gesellschaft. Das ist echt nichts = unterbezahlt und schlecht angesehen. Man sollte schon das Optimale bei einem Studium rausholen. EW ist es nicht! Und Sozialpädagogik ist garnichts. Da biste dann gleich Hartz IV oder mußt bei Vereinen anfangen, die dich n i c h t bezahlen können. Dort stehen Fördergelder an und das bedeutet immer "unterbezahlt" Die große Kohle stecken sich die Bosse des Vereins ein, indem sie die anderen betrügen, schleusen sie auch noch ihre Seilschaften, sprich Familienmitglieder ein. Da haste es schwer! Mach das nicht. Ein reines Wissenschaftsfach wie Soziologie ist doch das beste und sicherste. Klar, ist das kein Zuckerlecken. Mathe gehört dazu, wie Statistik, Stochastik und dieser Chi - Quadrat- Kram! Kannste das, dann kannste echt was! Kann nicht jeder!

ok, in Mathe bin ich wirklich ein Niete. Gibt es in Soziologie und Erziehungswissenschaften denn viel Mathematik? Oder ist es nur ein kleiner Teil? Meinst du man solle als Mathe-Niete die Finger von Soziologie lassen?

Mhm also die Personalabteilung ist nicht wirklich mein Lebensziel (trotz guter Bezahlung). ich möchte schon mit Menschen zusammenarbeiten, aber mich interessiert ebenso für Minderheiten einzustehen und in Verbänden und Organisationen zu arbeiten (z.B. Gleichstellung der Frau, gegen Rassismus usw.). Insofern frage ich mich, ob es ein Studienfach gibt, welches die beiden genannten Bereiche aubdeckt.

Bei Sozialer Arbeit habe ich nur das Problem, dass es sich von meiner Erzieherausbildung nicht wirklich absetzt, da es ähnlich praxisbezogen ist. Außerdem möchte ich was neues dazulernen und mir mehr Möglichkeiten des beruflichen Spektrum im sozialen Bereich eröffnen, z.B. auch Öffentlichkeitsarbeit machen oder Konzepte schreiben, an Projekten mitwirken ect. Da denke ich, man kommt nicht wirklich weit mit einem fh-studium Sozialer Arbeit....

Die Frage ist außerdem: Falls ich nach meiner Erzieherausbildung wirklich noch ein wissenschaftliches Studium ranhänge und im Jugendbereich zeitweise tätig bin, werde ich als Erzieher bezahlt bzw. Sozialarbeiter oder als Erziehungswissenschaftler/Soziologe?

Vielen Dank für eure bisherigen Antworten!!

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@hoschi2008

Studium Sozialarbeiter= das ist so an der Alice- Salomon - Hochschule in Berlin. Da bestünde dann die Möglichkeit, den von dir gewünschten Weg zu gehen = sehr steinig!

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@hoschi2008

Der mathematische Teil ist zwar nicht der größte Teil eines Studiums der Soziologie, aber auch nicht zu unterschätzen. Sie dir mal diese Seite an und überlege dir, ob du bereit und in der Lage wärst, dich einzuarbeiten:

http://www.lrz.de/~wlm/ein_voll.htm

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EW ist nichts - da ärgerst dich nur rum mit der absoluten Minusseite der Gesellschaft. Das ist echt nichts = unterbezahlt und schlecht angesehen

kopfschüttel

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doppelt kopfschüttel

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Achtung: Dieser großzügig pauschalisierte und unsachliche Text entspricht in weiten Teilen NICHT der Realität. Ich hoffe, dass war nur ein schlechter Scherz!

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Von Soziologie kann ich dir nur abraten. Hat fast nichts mit deinem Fach zu tun (sehr theoretisch, viel Statistik) und ist ein Sorgenkind unter den Studienfächern.

Ob du Soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaft studierst, ist eigentlich egal. Das eine an der FH, das andere an der Uni. Mit Sozialer Arbeit kommst du schnell in die praktischen Berufe, mit EW stehen dir auch Führungsetagen und Personalmanagement offen. SA ist praktischer, EW theoretischer, aba du hast ja eh eine Ausbildung in der Tasche.

Ich habe mich für EW entschieden. Du kannst ja an Unis und FHs, die für dich interessant wären, fahren und mal gucken, wie dir die Athmosphäre gefällt und mal in die Studienberatung gehen...

Soziologie ein Sorgenkind!? Womit begründest du das?

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@Rattus

Mit den Berufsperspektiven. Neulich habe ich irgendwo gelesen, welche Perspektiven die Studienfächer haben... natürlich waren Medizin und Wirtschaftsingeneurswesen ganz weit oben, aber Geschichte und Soziologie waren weit unten... es ist schwierig, damit einen Job zu finden. Als Soziologe findet man zum Beispiel im großen Feld der Sozialen Arbeit, das für SA und EW offen ist, keine Stelle.

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