Was sollten diese Klosterregeln erreichen?

5 Antworten

Es macht wenig Sinn, diese "Regeln" im Einzelnen zu betrachten.

Haben Sie sich selbst gefragt, woher diese "Regeln" stammen? Sie stehen im vierten Kapitel der Regula Benedicti (Regel des hl. Benedikt), welches da heißt "Die Werkzeuge der geistlichen Kunst". Die gebrachten Zitate sind auch lediglich die Verse 11-19, sie lauten in der gängigsten (und m.E. passenderen) deutschen Übersetzung:

11. Den Leib in Zucht nehmen. 12. Sich Genüssen nicht hingeben. 13. Das Fasten lieben. 14. Arme bewirten. 15. Nackte bekleiden. 16. Kranke besuchen (fehlt in Ihrer Zusammenstellung). 17. Tote begraben. 18. Bedrängten zur Hilfe kommen. 19. Trauernde trösten. Das letzte Zitat Ihrer Liste entstammt aus dem Folgekapitel "Der Gehorsam" (5,1).

Wir haben es hier nicht mit einem Regelkatalog zu tun. Das zeigt schon die Überschrift des Kapitels. Der gesamte Text mit seinen 73 Kapiteln bildet eine einzige Regel, die das geistliche und organisatorische Zusammenleben einer monastischen Gemeinschaft regeln soll. Die Regel ist vorwiegend ein geistliches Buch und in ihrem Selbstverständnis eine Essenz der Heiligen Schrift für das Zusammenleben des Klosters. Ihr Verfasser, Benedikt von Nursia, gilt als Vater des westkirchlichen Mönchtums. Es würde jetzt den Rahmen sprengen, die "einleitungswissenschaftlichen Fragen" zum Text zu erörtern, aber das wäre für die hermeneutische Fragestellung von großer Bedeutung. Die bisherigen Antworten zeugen z.T. von erheblichem Nichtwissen als Resultat hermeneutischer Engstirnigkeit und fehlendem geistlichen Verständnis. 

Da hat sich glücklicherweise nichts dran geändert. In Klöstern, die nach diesem Text leben (Benediktiner/innen, Zisterzienser/innen, Trappisten/Trappistinnen, Kamaldulenser, Gemeinschaften von Jerusalem) wird er weiterhin als lebenskundliche Richtschnur meditiert. Auch unter nicht monastisch lebenden Christen verdient er hohes geistliches Ansehen. Es ist leicht das Gegenteil zu behaupten, wenn Begriffe wie "Fasten" oder "Gehorsam" - erst recht in diesem Kontext - nicht verstanden werden. Das zeigen Formulierungen wie "den Körper bestrafen" oder die Reduzierung von Fasten auf "Hungern".     

Die hier genannten neun Werkzeuge der geistlichen Kunst, wie sie Benedikt nennt, können nicht ohne den Gesamttext und erst recht nicht ohne das gesamte Kapitel vier verstanden werden. Der Anfang des Kapitels fasst alle folgenden Weisungen zusammen:

1. Vor allem: Gott, den Herrn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. 2. Ebenso: Den Nächsten lieben wie sich selbst.

Im Kern geht es bei der geistlichen Kunst, die eine Grundlage für das gute und gerechte, fromme und zeitlich angemessene Zusammenleben im Kloster bildet, darum, vom Egoismus abzusehen, um sich Gott mit und in der Gemeinschaft, antwortend zuzuwenden. Fasten, Gehorsam und Keuschheit - drei Begriffe, die für viele problematisch weil verzerrt sind, fügen sich in diesen Kontext ein und sind kein asketischer Selbstzweck.

Ein fast 1500 Jahre alter Text bedarf hermeneutischer Zugänge, die zum monastischen Leben berufenen Menschen aus dem Jahr 2016 in der Bundesrepublik oder wo auch immer entspricht, sonst kann der Text seinem Anspruch nicht gerecht werden. Glücklicherweise ändert sich daran nichts. Man sehe sich nur die Gemeinschaften von Jerusalem in Köln bzw. anderen Großstädten oder die in der Pastoral aufblühenden Zisterzienser an, die nach dieser Regel leben. Die Rahmenbedingungen, die Benedikt vorschlägt, mögen sich zwangsläufig ändern, die geistliche Weisung dahinter ist aber dieselbe.

Gesamter Regeltext: http://www.benediktiner.de/        

Sich den Regeln des Klostern und des Gehorsam Gott vollständig unterzuordnen und nur für Gott dem Allmächtigen da zu sein.

Die Abkehr aller Sünden und des Mainstreams.

Also nix mit "Bauer sucht Frau", sondern "Mönch sucht Gott". ;o)

1. Den Leib züchtigen: den Körper bestrafen.

2. der Sinneslust nicht nachgeben: nicht onanieren.

3. Das Fasten lieben: hungern lieben.

4. Arme erquicken: den Armen helfen.

5. Nackte bekleiden: Nackte anziehen.

6. Tote begraben: Tote beerdigen.

7. in der Trübsal zur Hilfe eilen: depressive Stimmung entgegenwirken.

8. Trauernde trösten: Trauernde trösten

9. Gehorsam ohne zögern: alle Regeln ohne wenn und aber einhalten.

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Das mit dem Leib züchtigen wird nur noch bei Extremistenorganisationen wie Opus Dei praktiziert.

Die ersten drei und die neunte der Regeln dienen eindeutig dazu, dass die Klosterinsassen nicht zu sehr nachdenken. Den Rest würde man heute als Sozialarbeit bezeichnen.

Dass derjenige nur für Christus und seine (die christliche) Gesinnung lebt.

ich meinte für die Regeln im Einzelnen

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das hat sich ja glücklicherweise geändert.

ich meine für die Regeln im Einzelnen

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