Was sagt die Bibel zu Privilegien, Wie gehen wir mit den von Gott gegebenen Privilegien um?

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5 Antworten

Mir fällt da spontan das Gleichnis von den Talenten ein (Mt 25, 14-30). Da kriegen die verschiedenen Arbeiter auch verschieden viel, aber ein jeder die Aufgabe, aus dem, was er bekommen hat, etwas zu machen.

Etwas Gutes aus etwas, das man hat, zu machen, das heißt im Neuen Testament immer: Gutes tun und Barmherzigkeit üben. Und wenn alle, die viel bekommen haben, damit entsprechend umgehen, dann werden auch die, die ursprünglich wenig bekommen haben, nicht zu kurz kommen.

Ein zweiter Gedanke, der mich in diesem Zusammenhang immer wieder bewegt, ist der, dass die Liebe im Neuen Testament nicht so sehr als ein romantisches Gefühl als vielmehr eine tätige Zuwendung verstanden wird. Wenn nun aber schon von vorneherein alle Menschen gleichviel bzw. alles, was sie brauchen, hätten, wo und wie wäre dann noch eine tätige Liebe möglich oder gefordert? Erst dadurch, dass eine Ausgangssituation da ist, in der nicht alle alles haben und nicht alle alles können, ergibt sich die Möglichkeit und zuweilen sogar die Notwendigkeit, tätige Liebe zu üben, indem man anderen großzügig zur Verfügung stellt, was man selbst hat und kann.

Die Doppeldeutigkeit des Gleichnisses von den Talenten, die sich darauf ergibt, dass man die "Talente" wahlweise als Geld und Gold oder als Begabungen und Fähigkeiten interpretiert, trifft dabei total auf unser Leben zu: Manchmal ist es gefragt, dass wir mit unseren materiellen Möglichkeiten helfen (=Liebe üben), z.B. indem wir Geld spenden oder einem armen Menschen Geld geben. Und manchmal ist es gefragt, dass wir mit unseren nicht-materiellen Möglichkeiten helfen (=wieder Liebe üben), z.B. indem wir unentgeldlich Nachhilfeunterricht geben oder jemandem dabei helfen, sein Zimmer zu renovieren.

Wenn alle bereits alles hätten, wäre es weder notwendig, noch überhaupt sinnvoll möglich, tätige Liebe zu üben. "Aber die Liebe ist die größte unter ihnen." (1. Kor. 13,13)

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Privileg: "ein für einen Einzelnen oder eine Gruppe geltendes, besonderes Recht, von dem andere ausgeschlossen bleiben."

Was du aufzählst sind keine Rechte, es sind Umstände und damit keine Privilegien. Auch die Ungleichverteilung ist kein Privileg, sondern ein Umstand. Und was du übersiehst, ist dass wir in der ersten Welt nur andere Probleme haben als die Menschen in der dritten Welt und in Entwicklungsländern.

Andere, aber nicht weniger.

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Kommentar von queseyo
12.07.2016, 23:56

Im Allgemeinen Sprachgebrauch glaube ich nicht, dass das
Wort Privileg nur auf „Rechte“ angewendet wird z.B. auch als Begünstigung. 

(http://de.thefreedictionary.com/Privileg)

Ich fände es interessant zu erfahren woran du es festmachst,
das Menschen in Entwicklungs und Schwellenländern weniger Probleme hätten.

Aber darum ging es mir eigentlich garnicht. Wir können gerne in Deutschland
bleiben.

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Für Vorteile, die wir ohne eigenes Zutun haben, sollen wir Gott gegenüber dankbar sein (z.B. dass wir in einem reichen freien und friedlichen Land leben dürfen, oder dass wir gesund sein dürfen). Das schützt vor Überheblichkeit mit all ihren Folgen.

Paulus beschäftigt sich in seinen Briefen oft mit den schuldlos Benachteiligten seiner Zeit - den Sklaven. Schau mal hier:

http://ww.bibleserver.com/search/LUT/sklave/1

Die eigentlich wichtigen Privilegien, nämlich vor Gott als gerecht dastehen zu dürfen, sind unser Verdienst. Denn sie sind die "verdiente" Folge aus unserer eigenen freien Willensentscheidung, das Angebot Jesu anzunehmen. (Röm. 3,21-26).

http://ww.bibleserver.com/text/LUT/Roemer3

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Der verlorene Sohn hat zum Beispiel sein Erbteil ausgezahlt bekommen - er verprasst es.

In der Weihnachtsgeschichte haben Menschen Herberge (ein Dach über dem Kopf), andere nicht.

Der Samariter hat Geld, von dem er den armen Kerl, den er gefunden hat, pflegen und beherbergen lässt.

Maria Magdalena gibt ihr Geld für teures Öl aus, um Jesus damit zu salben.

Jesus verwendet seine Gaben zum Beispiel dazu, Menschen zu heilen oder ein Fest zu retten (indem er Wasser in Wein verwandelt).

Philippus kennt Jesus und kann einem anderen Menschen von ihm erzählen.

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Kommentar von SchwarzerTee
13.07.2016, 00:13

Ich finde, dass es ein Privileg ist (ein Geschenk, eine Gnade), Jesus zu kennen. Es gibt heute nicht mehr viele Menschen, die bereit sind, Kindern und Jugendlichen ihren Glauben weiterzugeben.

Insofern hast Du auch ein solches Privileg, und Du nutzt es, indem Du Jugendlichen im Hauskreis den Weg zum Glauben zeigst.

Ich kenne andere Menschen, die das Privileg ihres Glaubens einsetzen, indem sie zum Beispiel für andere Menschen beten. In das Gebet eines Christen eingeschlossen zu werden, ist etwas wunderbares.

Und ich kannte Christen, die ihre Arbeit verloren und vom fast letzten Geld Bastelmaterial zu kaufen, mit dem sie auf einer Gemeindeveranstaltung einen ganz tollen Stand für Kinder aufbauten.

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Vielen Dank für die Antworten. Sie waren sehr hilfreich!

Wir kamen zur Konklusion:

1. Privilegien sind auf der Welt vorhanden. Man braucht keine Schuldgefühle zu
haben privilegiert zu sein (außer man nutzt diese aus/ für schlechtes).

2. Kommen von Gott, ohne eigenes Zutun -> Demütig und
Dankbar sein. (Demut bedeutet aber nicht sich schlecht zu fühlen oder zu
verstecken)

3. Das uns gegebene für positives Nutzen.

(Bibelstellen dazu stehen in den Antworten, danke daüfr)

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