Was sagt die Bibel über das Beten?

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8 Antworten

Hallo Gotenks455,

ich möchte hier keine Aufzählung von Gebetsvorschriften machen, da diese in der Bibel auch gar nicht in den Mittelpunkt gerückt werden. Geht es nicht vielmehr darum zu erfahren, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Gott Gebete erhört? Oder erhört Gott etwa die Gebete aller Menschen? Die Bibel gibt zufriedenstellende Antworten auf diese Fragen.

Eine Grundvoraussetzung ist, Gott und seinen Sohn Jesus Christus zu kennen und ihnen zu gehorchen. Jesus sagte in einem Gebet zu seinem himmlischen Vater: "Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus" (Johannes 17:3). Bei einer anderen Gelegenheit war die Stimme Gottes vom Himmel her zu hören, die sprach: "„Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!“" (Matthäus 17:5). Auf Jesus zu hören bedeutet, ihm genau nachzufolgen und sich an seinen Geboten auszurichten (siehe 1. Petrus 2:21). Erst dann ist man im wirklichen Sinne ein Christ und ein Diener Gottes. Doch werden die Bitten eines Dieners Gottes immer und unter allem Umständen erhört?

Es gibt Beispiele, dass Gott unter bestimmten Umständen die Gebete seiner Diener nicht erhört. Als sich die Israeliten wieder einmal von Gott entfernt hatten, weil unter Ihnen viel Gewalt herrschte, ließ Gott durch den Propheten Jesaja sagen: "Und wenn ihr eure Handflächen ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr viele Gebete vorbringt, höre ich nicht zu; mit Blutvergießen sind ja eure Hände gefüllt worden" (Jesaja 1:15).
Das zeigt also, das Gott niemals die Gebete von Menschen erhört, die Gottes Gesetze bewusst missachten. Wenn jemand erwartet, dass Gott ihn erhört, muss er unter Umständen bereit sein, in seinem Leben Änderungen vorzunehmen, um Gottes Maßstäben zu entsprechen. Er muss also das, was zwischen ihm und Gott steht, beseitigen. Andererseits zeigt die Bibel auch, dass Gott nicht unbedingt jede Bitte erfüllt.
Ein Beispiel dafür ist der Apostel Paulus. Er bat Gott mehrmals inständig, ihn von einem "Dorn im Fleische" zu befreien ( 2. Korinther, Kapitel 12, Vers 7 u. 8). Man vermutet, dass es sich bei diesem Dorn um ein chronisches Augenleiden handelte. Doch trotz seiner vielen Bitten beseitigte Gott diesen "Dorn im Fleische" nicht. Dennoch war Paulus weiterhin bereit, Gott eifrig zu dienen und war dankbar für die Kraft, die er von Gott für seinen Dienst bekam.
Es kann also auch in unserem Leben passieren, dass Gott auf bestimmte Bitten nicht so reagiert, wie man sich das gewünscht hätte. Daraus sollte man aber nicht vorschnell schlussfolgern, dass man von Gott überhaupt nicht erhört wird. Manche Bitten erfüllt er erst zu einem späteren Zeitpunkt oder auf eine Weise, die wir nicht gleich bemerken. Ganz wichtig ist es auch, wie die Bibel immer wieder betont, im Gebet zu verharren.
Wenn wir beispielsweise an Eltern denken, dann geben sie ihren Kindern auch nicht immer was sie wollen und wann sie es wollen. Bei Gott ist es ähnlich. Da er unsere wirklichen Bedürfnisse genau kennt, wird er sie wie ein liebevoller Vater zur richtigen Zeit und auf die richtige Art stillen (Lukas, Kapitel 11, Vers 11 -13).

Manchmal hilft Gott auf eine etwas unauffälligere Art und Weise. Vielleicht war ein lieber Freund genau im richtigen Moment für uns da. Möglicherweise hat Gott ihn bewogen, uns zu unterstützen. Antworten Gottes können auch durch die Bibel kommen. Oft erhalten wir durch sie den richtigen Fingerzeig, wie wir uns in schwierigen Situationen richtig verhalten müssen.
Manchmal gibt Gott seinen Dienern auch die Kraft, ein Problem ertragen zu können, statt es aus der Welt zu schaffen (2. Korinther Kapitel 4, Vers 7).
Jesus selbst machte einmal eine solche Erfahrung. Als er in einer bevorstehenden, schweren Prüfung seinen himmlischen Vater darum bat, sie von ihm zu nehmen, weil er befürchtete, es könnte Schande über Gottes Namen bringen, reagierte Gott auf diese Bitte, indem er ihm einen Engel sandte, um ihn zu stärken (Lukas Kapitel 22, Vers 43).
Wenn man Gott um etwas bittet, sollte man niemals vorschnell aufgeben! Jesus betonte immer wieder, wie wichtig beharrliches Beten ist. Er sagte: "Bittet fortwährend, und es wird euch gegeben werden; sucht unablässig, und ihr werdet finden; klopft immer wieder an, und es wird euch geöffnet werden" (Matthäus 7:7). Hören wir nicht auf, um eine Sache zu beten, dann zeigen wir Gott dadurch, wie wichtig sie uns ist. Wir können fest darauf vertrauen, dass Gott auf angebrachte Bitten eingeht, wenn wir uns als seine Diener beständig an ihn wenden.

LG Philipp

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Die äußere Form des Betens kann durchaus dazu beitragen, uns besser auf das Gebet zu konzentrieren, ist aber nicht so sehr von Bedeutung wie die innere Einstellung und Bereitschaft, sich mit unserem Vater im Himmel in Verbindung zu setzen.

Beispielsweise. ist es nicht in jeder Kirche üblich, kniend zu beten oder sich als Frau das Haupt zu bedecken! Darüber kann also jeder nach seiner eigenen Glaubensrichtung oder persönlichen Einstellung selbst entscheiden. Wichtig ist allerdings, dass man bei jedem Gebet aufrichtig mit dem Herzen dabei ist.

Jesus hat mit dem Vaterunser gelehrt, uns an Gott, den Vater zu wenden und versprochen:

„Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.“ (Johannes 16:23).

Ich persönlich kann bestätigen, dass Gebete an unseren Vater im Himmel, die mit eigenen Worten von Herzen kommen und im Namen Jesu Christi schließen, besonders wirksam sind!

Hier noch einige hilfreiche Verse aus der Bibel:

Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. (Matthäus 6:6)

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. (Matthäus 6:7)

Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen. (Psalm 145:18)

Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr's empfangen. (Matthäus 21:22)

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Gerade 1.Kor 11 ist ein Musterbeispiel dafür, wie Paulus bei einer fundamentalistischen Auslegung missverstanden wird.

Wenn in Vers 5 Paulus davon spricht, dass man einer Frau, die ohne Bedecken ihres Kopfes betet das Haar abschneiden soll und das eine Schande ist, spricht er von kulturellen Gegebenheiten seiner Zeit. Heute ist es einfach keine Schande mehr, wenn eine Frau nicht Hüftlanges Haar hat. Auch bei Afrikanern mit ihrem Kraushaar hat man da Probleme.

Oder lies einmal Vers 14, wo gesschrieben steht, dass es für einen Mann eine Unehre ist, wenn er langes Haar hat. Das ist auch so eine kulturbedingte Aussage. Ich war in einigen Ländern der Erde und kann aus voller Überzeugung sagen, die Natur lehrt das nicht.

Wichtig ist aber auch noch Vers 16 Paulus schreibt hier klar, dass 'wir' diese Sitte nicht haben. Er nimmt gar nicht in Anspruch im Namen des Heiligen Geistes eine allgemeingültige Aussage zu machen, sondern beruft sich eindeutig auf die Gepflogenheiten der damaligen Zeit und Gegend, was in den Gemeinden natürlich auch üblich war.

Frauen gehen ja bei uns auch nicht mit nacktem Oberkörper zu einem Gottesdienst, aber im Gebiet der Rio Xingu habe ich das schon erlebt.


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Berühmteste Beispiel: Matthäus 6, 5 - 15. Find ich sogar wichtiger, als das was Paulus uns weis machen will. (Frauen sollen ihr Haupt bedecken - wäre blöd, wenn du gerade unterwegs bist, beten willst und keine Mütze zur Hand hast :-) )

Ansonsten werden Psalmen auch als Gebete gesprochen

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1 Thessalonischer 5,17:

17 Betet ohne Unterlaß




Matthäus 6,5

5Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. 6Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich. 7Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen.…



Matthäus 6,6:

…6Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.7Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen.8Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.…






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Matthäus 6, 5-13 (Kapitel 6 Vers 5 bis 13)

Matthäus 7, 7-11

Lukas 11, 2-4

Markus 11, 25

Diese Bibelstellen enthalten Anweisungen zum Gebet, die erste sogar das Vaterunser in den Versen 9 bis 13.

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