Was ist der Konsens des Gelehrten?

5 Antworten

Ganz genau genommen gibt es diese "Konsens der Gelehrten" nicht. Der Koran wurde für die gesamte Menschheit gesandt und ist für jeden verständlich, der bemüht ist diese Botschaft aus dem Koran entdecken und verstehen zu wollen.

Man kann und darf sich von Gelehrten inspirieren lassen, aber man muss bedenken, dass auch sie nur Menschen sind, und das auch sie nicht die absolute, wahre Bedeutung des Koran erfasst haben. Der Koran ist so vielfältig und besonders, wie die Menschheit selbst. Seine Vielfältigkeit an Interpretationsmöglichkeiten, ist etwas sehr besonderes.

Der Koran ist der Spiegel jeder Seele.. Was man aus ihm entnimmt, offenbart das innere einer Person. Im Koran selbst steht sinngemäß geschrieben:

3:7. Er ist es, Der das Buch zu dir herabgesandt hat; darin sind Verse von
entscheidender Bedeutung – sie sind die Grundlage des Buches und
andere, die verschiedener Deutung fähig sind. Die aber, in deren Herzen
Verderbnis wohnt, suchen gerade jene heraus, die verschiedener Deutung
fähig sind, im Trachten nach Zwiespalt und im Trachten nach Deutelei.
Doch keiner kennt ihre Deutung als Allah und diejenigen, die fest
gegründet im Wissen sind, die sprechen: «Wir glauben daran; das Ganze
ist von unserem Herrn» – und niemand beherzigt es, außer den mit
Verständnis Begabten -

Liest man sich diesen Vers genau durch, wird klar, dass die Grundbotschaft des Koran für jeden Menschen verständlich rüber gebracht wird und das die mehrdeutigen Stellen eine Herzensangelegenheit sind, gekoppelt mit dem gesunden Menschenverstand. Wer schlechtes aus dem Koran entnimmt, in dessen Herzen wohnt Verderbnis. Damit wird klar und deutlich noch einmal ausgedrückt, dass eine Interpretation die zum Verderben führt, nicht erwünscht ist. Ansonsten ist es dem Menschen jedoch erlaubt, seinen eigenen friedlichen Weg zu finden und dafür braucht es nicht zwingend die "Konsens der Gelehrten".

Wichtig sind: Verstand, Herz und Menschlichkeit.


Auch wenn ich dem nicht zustimmen kann, dass der Koran von Allah gesandt wurde, mein Respekt für diese mit Verstand, Herz und Menschlichkeit geschriebene Antwort.

Nein, es bedarf keines "Konsenses der Gelehrten" - oder derer, die sich als solche bezeichnen bzw. als solche bezeichnet werden.

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Mit "Konsens der Gelehrten" bezüglich des Islam ist gemeint, dass eine Mehrheit der sog. Rechtsgelehrten des Islam sich in einem bestimmten Punkt bzw. bei einem konkreten Thema einig sind.

Üblicherweise hört man vom "Konsens der Gelehrten" vor allem aus sunnitischer Ecke, was also bedeutet, dass die Mehrzahl der SUNNITISCHEN Rechtsgelehrten sich bezüglich eines Themas weitgehend einig sind. Hierbei bleibt völlig unberücksichtigt, dass die Rechtsgelehrten aller anderen Rechtsschulen womöglich völlig anderer Auffassung sind. Der Sunniten-Islam bedindet sich mit etwa 75% des Gesamt-Islam in deutlicher Überzahl, was viele Sunniten leider dazu bringt, sich selbst und die sunnitischen Überzeugungen als die einzig richtigen (das wäre ja noch nachvollziehbar) und maßgeblich für ALLE Muslime (das ist anmaßend und unzulässig) zu betrachten. Somit darfst Du davon ausgehen, dass es einen tatsächlichen Konsens der Gelehrten im Islam NICHT gibt - zu unterschiedlich sind die Auffassungen und Ansichten der unterschiedlichen islamischen Strömungen.

Gerne definieren Sunniten die anderen Gruppierungen aus dem Islam hinaus, so dass sie dann tatsächlich zu einem Konsens kämen. Nur haben sie nicht das Recht dazu, andere gläubige Muslime aus dem Islam hinauszudefinieren.

In schā'a llāh

Es gibt ihn nicht, den Konsens DER Gelehrten im Islam. 

Es gibt auch keine allgemein anerkannte Definition des Begriffs "Gelehrter".

Sunnitische Muslime behaupten gern und oft (auch hier bei GF), es gebe in DEN zentralen Fragen des Islams einen Konsens der Gelehrten - die Gelehrten wären sich also fast alle in den wichtigsten Punkten einig.

Nun gibt es aber unterschiedliche "Rechtsschulen", zwischen denen keineswegs immer Konsens herrscht. Und es gibt nicht-sunnitische Glaubensrichtungen im Islam, die die sunnitischen Rechtsschulen nicht anerkennen. 

Auf diese Nicht-Anerkennung reagieren viele Sunniten - auch hier bei GF - unwirsch: Sie behaupten einfach, nur sie selbst verträten die einzig gültige Wahrheit.

Und wenn das nicht reicht, sprechen sie den "Abweichlern" einfach ab, Muslime zu sein.

Gruß, earnest

Die meisten Muslime sind Sunniten und sind sind in den zentralen Fragen tatsächlich einig! Somit sind sich also fast alle in den wichtigsten Punkten einig!

Die Rechtschulen der Sunniten akzeptieren ihre gegenseitigen Meinungen und sehen diese nicht als falsch an, vielmehr sind diese verschiedenen meinungen eher Segen als übel.

Da die meisten Muslime auf der Welt Sunniten sind, kann man von einem Konsens der Gelehrten sprechen, da es nicht nötig ist, dass jeder einzelne die gleiche Meinung hat.

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@ItsJustMe38

Ist sie da wieder, die sunnitische Überheblichkeit und Selbstüberschätzung?

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