Was haltet ihr von Ernährungstrends?

Das Ergebnis basiert auf 27 Abstimmungen

normal 62%
vegetarisch 14%
flexitarisch (Fleisch in Maßen und überwiegend bio) 11%
vegan 11%

16 Antworten

Hallo,

ist denn "normal" ein Ernährungstrend? Wohl kaum. Und was ist normal?

Trends sind für mich eher Ernährungsweisen, die nur einen sehr kleinen Teil unserer Bevölkerung ausmachen und die von gewissen Rahmenbedingungen abhängen.

Vegetarisch leben ist ja schon längst kein Trend mehr und hat sich etabliert. Bei einem Anteil von ca. 10 % an unserer Bevölkerung (81 Mio.) ist das auch bedeutend. Vegetarisch ist in sich stimmig, ausgewogen und hat sich deshalb auch zu Recht durchgesetzt.

Rein Vegane Ernährung dagegen macht gerade mal 1 % Anteil aus. Das ist für mich eher ein Trend, obwohl da im Moment sehr viel heiße Luft darum gemacht wird, die die Realität nicht wiederspiegelt. Und weil insbesondere viele junge Menschen das mal ausprobieren wollen (weitgehend wegen Tierwohl, als Boykott unserer Ernährungsindustrie ...usw.), wird es hier eine große Fluktuation geben mit steigendem Bewusstsein und Wissen über gesunde Ernährung.

Vegane Lebensmittel sind ja auch nicht unbedingt gesund. Vegan + bio ja, aber vegan + konventionell (das macht immer noch den Großteil aus) ist oft nichts anderes als mit vielen Tricks der Industrie zusammengesetztes Junkfood (siehe z.B. Soja- oder Mandelmilch).

Paleo ist vom Anteil in der Bevölkerung fast unbedeutend, ein schwacher Trend und beruht auf teilweise skurrilen Grundsätzen. Wird sich nicht durchsetzen und ist eher als so eine Art Diät zu betrachten.

Flexitarisch ist für mich kein neuer Trend, sondern ein bewusster Retro-Trend zurück zu einer eher normalen und ausgewogenen Ernährungsweise, die auch den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen für eine gesunde Ernährung entspricht.

Im Prinzip reden wir hier über die Ernährungsform unserer Eltern und Großeltern. Man aß saisonal, regional und sehr wenig Fleisch. Wenn dann war es von guter Qualität, weil selber aufgezogen oder vom Nachbarn, der einen Bauernhof hatte.

Einmal die Woche gab es Fisch, sonst überwiegend Gemüse mit kohlenhydrathaltigen Beilagen. Es wurden Milch- und Milchprodukte konsumiert, Obst der Saison und das alles blieb seltsamerweise ohne gravierende Folgen für uns, Allergien waren eher selten.

Die Probleme traten eher mit der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion auf, mit Veränderung der Milchverarbeitung z.B., mit Konservierungsmitteln in unseren Lebensmitteln, künstlichen Aromen usw. Auch das Futter für die Nutztiere wurde verändert, mit viel belastetem Soja aus der Dritten Welt, im Gegensatz zu früher, als das Futter vor Ort noch selber produziert wurde.

Das alles sollte jederzeit kritisch hinterfragt werden und das ist auch gut so. Wir müssen einen neuen, besseren Weg finden zu einer umwelt- und tierfreundlichen Landwirtschaft, zum verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen.

Gesunder Menschenverstand ist angesagt und weniger Missionierungswahn für spezielle Ernährungsformen. Ernährungs-Bildung für unsere Kinder / Enkel schon in der Schule, damit diese auf einer soliden Wissens-Basis selber entscheiden können.

LG Jürgen

Woher ich das weiß: Berufserfahrung
vegan

In erster Linie aus weltanschaulichen Gründen. Für mich sind Tiere genau so bewusste, selbstbestimmte und empfindungsfähige Geschöpfe wie ich selbst. Tiere als Nahrungs- oder Rohstoffquellen zu missbrauchen, ohne dass es dafür eine Notwendigkeit gibt, finde ich grausam. In den Industrieländern der ersten Welt gibt es so eine Notwendigkeit nicht mehr, was ich als große Errungenschaft des Fortschritts ansehe.

Dann kommt natürlich noch hinzu, dass die moderne Nutztierhaltung viel zu viele Ressourcen verbraucht, wegen der Kraftfutterfütterung mehr Nahrungsmittel vernichtet als sie produziert, den Klimawandel verschlimmert, wegen den Ammoniak-Ausdünstungen die größte Feinstaubquelle in Deutschland ist, und durch die Entsorgung der Fäkalien eine große Umweltbelastung darstellt. Wenn man es richtig macht kann man durch eine pflanzliche Ernährungsweise außerdem das persönliche Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen senken.

 „Die meist verbreitete falsche Annahme ist, dass Menschen die Biologieregeln nicht zu befolgen haben und können essen, trinken, schlafen, spielen oder arbeiten was immer sie wollen“

Dr. Clifford Saper, Professor für Neurowissenschaft bei Harvard Medizin Universität. 

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