Was denkt ihr über psychosomatische Beschwerden?

14 Antworten

(Psyche = Seele, Soma = Leib)

Ich gehe durchaus davon aus, dass der Mensch aus Körper, Geist und Seele besteht und diese ständig im Austausch und im Zusammenhang stehen.

Daher kann man von Krankheit / Körper auch auf Seele / Geist schließen und umgekehrt.

Wenn dann der Onkel Doktor organisch so gar nichts finden kann ......

Wohlbefinden und Gesundheit liegen für mich in der Überwindung / im Ausgleich der Uneinigkeit / Nichtübereinstimmung / Diskrepanz zwischen Seele und Ego.

Allerdings gehe ich auch davon aus, dass Ärzte sicher Fehldiagnosen und Verlegenheitsdiagnosen machen. Ich denke schon, dass es ihnen besonders schwer fällt, zuzugeben, etwas nicht zu wissen, nicht zu können.
Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es möglich ist, so viele Menschen täglich in so kurzer Zeit richtig einzuschätzen.
Und wenn man den Menschen auch nicht in seiner Ganzheit sehen kann, stelle ich es mir auch schwierig mit der richtigen Diagnose vor.

Bei einer Maschine / einem Gerät, wenn da ne Kontrollleuchte aufleuchtet und mitteilt, dass etwas fehlt oder kaputt ist, würden wir nie einfach nur das Lämpchen entfernen, nicht ersetzen, und dann weitermachen, wie bisher.
Bei Operationen am Menschen wird dies aber schon so gemacht:
Symptome werden mittels Tabletten unterdrückt, als hätten sie weniger zu sagen, als eine Kontrollleuchte bei einem Gerät.
Bei Operationen wird einfach das Störende entfernt. Fertig.
Bei einem Gerät überlegt man sich, was es wohl sein könnte. Wie man es reparieren könnte. Was zu tun ist.
Bei Menschen nicht. Da wird einzig unterdrückt und weggemacht. Geheilt aber selten.

Ärzte sind auch recht gute Unternehmer und Geschäftsleute.
Wie so oft geht es auch ihnen ums Geld.

Wenn man selbst zu lange seinen eigenen Seelenanteilen nicht folgt, eher gegen sich selbst lebt, ob nun unbewusst oder bewusst, denke ich schon, dass wir krank und kraftlos dadurch werden, weil wir schon unserem eigenen Weg folgen sollen.

Psychosomatische Beschwerden werden viel zu selten diagnostiziert. Sie sind das wohl zweitgrößte Übel unserer Zeit. Es sind wohl etwa zwanzig bis dreißig Prozent der heutigen Krankheiten und Beschwerden psychosomatische, d.h. Beschwerden, die einen seelischen oder mentalen Ursprung haben. Knapp sechzig Prozent stammen von entweder zu wenig Bewegung, falscher Ernährung, oder zu wenig frischer Luft. Die restlichen zehn Prozent sind genetisch bedingt; Tendenz steigend, da man mit vielen Erbkrankheiten heute ohne Probleme leben und Familien gründen kann.

Das ganze ist nicht schwer zu begreifen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass mittlerweile jeder Zweite entweder Antidepressiva, Beruhigungsmittel oder Schmerzmittel konsumiert. Auch hier ist die Tendenz steigend, da der großstädtische Lebensstil, die Überzivilisation die Menschen neurotischer, kranker und unglücklicher macht. Der Körper sagt einem durch psychomatische Beschwerden, dass etwas falsch läuft und geändert werden muss. Er nimmt sich das Recht heraus, uns zu unserem eigenen Schutze Schmerzen zu bereiten, damit wir merken, dass etwas falsch läuft. Die psychosomatischen Beschwerden halten so lange an, bis man sein Leben ändert und die Ursachen aus dem Weg räumt. Stress und co können unter Umständen sogar töten. Mit sich selbst und seinem Lebensweg im reinen zu sein, stressfrei und glücklich zu sein, das sind die Säulen der Gesundheit.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nun, was soll ich über psychosomatische Beschwerden denken? Gibt's, hab/hatte ich, kenn ich.

Natürlich ist es für manche Ärzte leichter, Dinge auf die Psyche zu schieben, allerdings gibt's genauso auch Diagnosen, die unendlich viel Erfahrung brauchen, bis sie getroffen werden können. Oft sind das Glückstreffer, weil man zufällig einen Arzt trifft, der sowas schon mal irgendwo gesehen oder gehört hat.

Ich hatte auch schon Beschwerden, die man faktisch nicht auf die Psyche schieben konnte (da ganz klar körperlich ausgeprägt) und "trotzdem" hat es über ein Jahr gedauert, bis ein Arzt endlich die richtige Diagnose gestellt hat.
Bis dahin wurde ich sogar operiert, weil man sich "ganz sicher" war, man hätte die Lösung - während der OP sagte man mir dann "Ja doof, ist doch nicht das, was wir dachten, wir machen Sie wieder zu."

Es ist wie überall - es gibt halt solche und solche.

Aber mir kommt auch vor, dass oft vorschnell die Psychoschiene gefahren wird. Meistens schon, bevor auf medizinischer Ebene alles ausprobiert wurde.

Sehe ich auch so!

Ärzte wollen oft nicht zugeben, dass sie medizinisch nicht weiterwissen, in Büchern nachzuforschen kommt zeitlich für sie auch nicht infrage... Da ist es dann einfach bequemer für den Arzt zu sagen es läge an der Psyche des Patienten (spart dem Arzt Zeit und Geld).

Bestes Beispiel dafür ist die körperliche Erkrankung CFS, die häufig falsch als psychosomatisch diagnostiziert wird. Das liegt zum einen an der schwierigen Diagnosestellung bei CFS, aber auch am Desinteresse und der Bequemlichkeit der Ärzte! Als Patient ist man dann in der blöden Situation für jeden Diagnose- und Behandlungsschritt kämpfen zu müssen.

Habe es in Verwandt- und Bekanntschaftskreis inzwischen sehr häufig erlebt, dass auch Fachärzt*innen körperliche Beschwerden vor allem bei Personen, die sie für "zu jung dafür" halten, recht überstürzt, wenn auch mit viel Überzeugung, in den psychosomatischen Bereich abschieben.

Es ist eigentlich Paradox. Ärzt*in verschreibt Person Medikament mit dem Hinweis, dass seltene Nebenwirkungen im Bereich 1:10000 mit hoher Wahrscheinlichkeit bei gerade dieser Person ja so gut wie sicher nicht auftreten werden.

Wenn es aber um schwerwiegende körperliche Diagnosen geht (wie koronare Herzkrankheit / Schlaganfall, etc.), die mit einer weitaus höheren Wahrscheinlichkeit auch schon ab 35 Jahren auftreten können, ist man sich mindestens genauso sicher, es sei "nur" psychosomatisch, auch wenn dort bereits nachgewiesenermaßen nichts fehlt.

Auch sonst habe ich in den letzten 15 Jahren Bemerkungen von Ärzt*innen am Rande mitbekommen, die eigentlich jeder Beschreibung spotten.

"Marathonläufer haben auch Extrasystolen" (ohne sich den Befund überhaupt genau anzusehen)

"Mit Ihnen bin ich überfordert"


"Wer hat Ihnen das diagnostiziert? Das ist doch bloß neumodisches Zeug"

"Sind sie sicher, dass Ihnen körperlich überhaupt etwas fehlt?" (Nach Synkope mit 20 Minuten Bewusstlosigkeit und Beatmung)

"Nur weil Ihnen Ihr Hausarzt nicht helfen konnte, kommen Sie jetzt zur mir?"

Mit das Beste bisher: "Wenn ich kompetent wäre, wäre ich jetzt an der Charité"

Da fragt man sich schon manchmal, frei nach Gerhart Polt, was wir heute wohl für ein Ärzt*innenmaterial haben. Es gab - der Fairness halber - in den 15 Jahren auch echte Lichtblick*innen, aber viele waren es eher nicht.

Ärzt*in scheint manchmal zu vergessen, dass keine Patient*in der anderen gleicht, und Erfahrung in der Diagnostik nichts mit pauschaler Bewertung zu tun haben kann, nur weil "ich 'so einen Fall' schon öfters hatte". Es kann in der Diagnostik eben einfach nicht 'so einen Fall' geben.

Aber Hauptsache in D ist ein 1,0 Abi Voraussetzung und in Ö ein schwerer Test.

Wieso sitzt die Kompetenz dann nicht 'da oben'?

1

Was möchtest Du wissen?