Was denkt Ihr über Hare Krishna Bewegung? Hat jemand evtl.Erfahrung? Ist das wirklich eine Sekte?

3 Antworten

Nein ist es nicht, im Westen wurde diese Richtung, die genauer benannt eigentlich "Gaudiya Vaishnavas=bengalische Vaishnavas" heißt die eine "altehrwürdige" Schulrichtung des Hinduismus mit langer Traditionsfolge (Parampara) ist, durch  den Gelehrten A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada bekannt, der u.a. auch eine sehr bekannte Übersetzung/Kommentierung der Bhagavad-Gita herausgegeben hat und die ISKCON (Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein).

Die "Hare Krishna" Bewegung geht auf den großen indischen Mystiker Sri Krishna Chaitanya aus dem 15. JH zurück, der einer der großen Reformer innerhalb des Hinduismus (genauer gesagt Vishnuismus) war, der eine ekstatische Gottesliebe gepredigt hat, ja einen Weg zur Erlösung mittels "Bhakti-Yoga" liebevolle Hingabe an Gott.


Insofern, christliche Sektenbeauftragte mögen die Hare Krishna Bewegung als "Sekte" (negativ besetzt, früher bedeutete Sekte einfach nur "Gruppe/schulrichtung") einordnen, dabei ist es eine alte, lang bekannte Schule des Hinduismus.

Mehr dazu hier --> https://de.wikipedia.org/wiki/Gaudiya_Vaishnava


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Gaudiya Vaishnavas bedeutet auf Sanskrit „bengalische Vaishnavas“ und bezeichnet eine der Linien der vier vishnuitischen Schulen innerhalb des Hinduismus.

Es handelt sich um eine aus Bengalen stammende, missionarisch auftretende Erscheinungsform der Vishnu-Frömmigkeit (Vishnu-Bhakti), welche sich auf Krishna als höchste Verkörperung Vishnus bzw. Gottes konzentriert und großen Wert auf das gemeinschaftliche Singen von Mantras wie dem Hare Krishna-Mantra[1] legt.

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Hier einiges über den Gründer

https://de.wikipedia.org/wiki/Chaitanya


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Chaitanya lehrte, bhakti,
die liebende Hingabe an Krishna, sei die effektivste spirituelle
Methode und auch das letzte Ziel aller spirituellen Praxis.

Diese sehr emotional gefärbte Theologie betont die aktive liebende Beziehung des Bhakti-Yogi zum göttlichen Paar Krishna und Radha.


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..aber nur kurz gesagt_ist so was gut oder schlecht??

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@jelena4285

Gut, nur keine Berührungsängste, keine Angst die fressen dich nicht ;)

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@jelena4285

ist so was gut oder schlecht??

So einfach ist das nicht.

Jede Gruppe mit einer starken Ideologie ist gefährlich, wenn man dazu bereit ist, den gesunden Menschenverstand abzustellen und die Verantwortung für sein eigenes Leben an eine Gemeinschaft abzugeben.

Sobald eine Abhängigkeit von einer Autoritätsperson oder Gruppe entsteht, ist solch ein Kontakt potentiell schädlich. Wenn man aber mit einer gesunden Mischung aus Distanz und Interesse herangeht, ist das Risiko geringer.

Dabei ist es völlig egal, ob diese Gruppe nun Sri Krishna, Jesus, Allah, oder das fliegende Spaghettimonster verehrt, oder welche Heilsgestalt als Prophet dabei eine Rolle spielt.

Sofern man sich nicht kopflos in irgendetwas hineinstürzt und alles blind glaubt, was so erzählt wird, ist man ziemlich auf der sicheren Seite.

Wenn jemand psychisch labil ist, wird er leichter Opfer von "Love Bombing" durch dubiose Gruppen, also sollte man sich nicht an solche Instanzen wenden, wenn man gerade eine Krise durchmacht.

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Ich selbst bin zwar Buddhist, war aber mehrere Jahre lang eng mit einem Anhänger der Gaudiya-Vaishnava-Bewegung ("Hare Krishna" befreundet.

Wir hatten regen Meinungsaustausch und natürlich haben wir auch über unsere religiösen Überzeugungen und spirituelle Praxis gesprochen.

Daher möchte ich meine rein subjektive Meinung äußern:

Die nach wie vor anhaltende Beurteilung als destruktive Psychogruppe ("Sekte") halte ich persönlich für nicht mehr angemessen.

Tatsache ist, dass es in der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON) in der Vergangenheit negative Ereignisse gab.

Die Berichte über Machtmissbrauch, sexuelles Fehlverhalten von Lehrern usw. sollte man absolut nicht unter den Tisch kehren.

Aber gerade heute ist die Bewegung meiner Ansicht nach weitaus offener, als sie es noch zur Spitzenzeit der Bewegung im Westen war.

Längst sind nicht alle Anhänger der Hare-Krishna-Bewegung ausschließlich formelle Mitglieder der ISKCON.

Bestimmte Ansichten, Regeln und Rituale mögen Anderen seltsam erscheinen - aber das könnte man auch von der katholischen Kirche sagen.

Einige der üblichen Argumente gegen die Gaudiya Vaishnava sind meiner Meinung auch scheinheilig, oder lassen genauere Kenntnisse vermissen.

Beispielsweise wird immer wieder kritisiert, das lange Chanten des Maha-Mantras führe bei den Praktizierenden zu Trance-Zuständen.

Das gemeinsame Singen von Kirtans und Bhajans (religiösen Gesängen) fördere durch die Gruppendynamik auch religiöse Ekstasen.

Beides stelle nach Ansicht von Krikern, eine Art von "Gehirnwäsche" dar, da die Menschen anfälliger für Suggestionen und psychologische Manipulation würden.

Gleichzeitig bestehen bei den Kritikern aber offensichtlich gegen stundenlanges Rosenkranzgebet und Gospel-Gottesdienste weniger Bedenken.

Dabei könnte man in diesen Fällen genau die gleichen Gegenargumente anbringen, die gegen die "Hare Krishnas" vorgebracht werden.

Ich möchte damit weder die ISKCON, noch die Gaudiya Vaishnava Bewegung in irgendeiner Weise bewerben oder verharmlosen.

Es ist durchaus möglich, das skrupellose Personen dort die Gelegenheit zum Machtmissbrauch ergreifen - wie in anderen Gemeinschaften auch.

Sie aber mit eindeutig destruktiven Gruppen wie Scientology auf eine Stufe zu stellen, halte ich allerdings für unangebracht und überzogen.

Das ist wie gesagt ausschließlich mein persönliches Bild, dass ich mir aufgrund einer persönlichen Bekanntschaft und Besuchen von Treffen gemacht habe.

Kann ich so unterschreiben!

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Noch ein kurzer Nachtrag:

Ich habe es eben nochmal rausgesucht, weil ich mich dunkel an die Existenz dieses Buches erinnerte - und tatsächlich auch gefunden:

"Die Erben von Hare Krishna" befasst sich mit der Geschichte der ISKCON inkl. der dunklen Kapitel:

http://www.krishnas-erben.de/buch.html

Wer sich mit der Bewegung ernsthaft auseinandersetzen will, wird vermutlich um dieses Buch nicht herumkommen.

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@Enzylexikon

Falls es noch nicht klar sein sollte:

Ein Buch, dass zudem von Anhängern der Bewegung geschrieben wurde, stellt natürlich keine absolut objektive Bewertung dar, dürfte beim Einarbeiten in das Thema früher oder später aber dennoch Relevanz haben, daher mein Verweis auf dieses Werk.

Kritik zum Buch und zum Thema allgemein indet sich dann natürlich entsprechend im Netz, denn es ist wichtig, sich wirklich umfassend zu informieren, wenn es um solch umstrittene Gruppierungen geht.

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Natürlich ist das eine Sekte. In den 60er bis in die 90er Jahre war das der Archetyp einer Sekte. Wenn das Wort "Sekte" fiel dachte jeder an Orangegekleidete Irokesen mit Fingerschellen. Die waren eine Zeitlang auch wirklich furchtbar was Gehirnwäsche und so anging, hatten sie gut drauf, und Leute auf Bahnhöfen mit Psychotricks um ihr Geld bringen, konnten sie auch gut. Heute sind die wohl nicht mehr so schlimm wie die Zeugen Jehovas, der Islam, oder gewisse Christen, aber deshalb muss man ihnen ja nicht gleich den wohlverdienten Sektenstatus aberkennen.

60er und 70iger war vor meiner Zeit, gut möglich das hier ein negatives Bild herrschte von der Gruppe und das sie als Archetyp der "Sekte" galten.

Es gab wohl auch unter ehemaligen Topleuten einige Ungereimtheiten, das stimmt.

Dennoch, aus Sicht derer religiöser Wurzeln ist das quasi ein "alter Hut", ein westlicher Ableger einer alten Hindu-Schulrichtung, keine Neuerfindung.

Nicht meine Worte sondern die von anerkannten Religionswissenschaftlern.

Vieles was hierzulande von den Kirchen als "Sekte" eingestuft wird geschieht auch nicht zuletzt zwecks Diffamierung, schließlich mag niemand Konkurrenz ;)

Gruß

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Allerdings fängt es schon wieder an, diesmal mit eigenartiger Propaganda in "sozialen Netzwerken", und eine singende Gruppenparade hab ich unlängst auch entdeckt, inklusive Missionierungsversuche. Muss nichts bedeuten, aber erinnert stark an früher.

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