Was bringt es einem Programmieren (z.B. Java) zu lernen?

12 Antworten

"Jeder" sollte bestimmt nicht mind eine Programmiersprache können. Jemand der verkauft, oder Regale einräumt, und sonst keine Interessen hat, der muss nicht irgendeine Programmiersprache können. Hat wohl auch keinen Vorteil daraus, wenn sie/er sich nicht weiter entwickeln möchte.

Aber es ist halt so, das man nicht nur in der IT-Branche div Programmsprachen kennen muss oder sollte. Klar, Webentwickler, Spieleentwickler usw kommen nicht ohne aus. Elektriker haben aber auch ihre Progammiersprachen. SPS, LON, KNX usw. Div Hersteller von Spezialgeräten nutzen auch die Möglichkeit, dem Kunden eine Programmierebene darzulegen, um den vollen Funktionsumfang auf seine Bedürfnisse anpassen zu können. Im Hobbybereich ist es auch gut, wenn man gerne bastelt und kleine Prozessoren (Arduino und der gleichen, PIC usw) programmieren möchte. Vieles gleicht sich vom Grundverständnis her. Auch wenn die Schreibweisen und letztlich manche Möglichkeiten voneinander abweichen. Es fällt dann aber einfacher, wenn man mal die Grundregeln kennen gelernt hat. Man weiß ja auch nie, was einen im Leben noch erwartet. Sei es nur Macro's in Excel, die es letzt endlich sind.

Du kannst zB alltägliche Aufgaben automatisieren. Ich habe zB mit VBA angefangen lästige Aufgaben in Excel zu automatisieren. Nach einiger Tüftelei konnte ich dann die händische Arbeit von 2-3 Stunden mit 3-4 Mausklicks erledigen.

Zur Not muss der Chef ja nichtmal wissen, dass es automatisch geht und man hat dann halt 2-3h Zeit zum surfen ;-)

Einer meiner Lehrer hat immer gesagt "Der PC ist ein Trottel aber ein extrem schneller Trottel". Frei nach dem Motto finden sich in vielen Berufen wiederkehrende Aufgaben am PC die man unter Umständen beschleunigen oder ganz automatisieren kann. Oftmals lässt sich das auch im privaten Umfeld anwenden.

Darüber hinaus bringt es einen besseren Einblick in die Technik dahinter egal ob man nun der Top-Programmierer ist oder nur unterer Durchschnitt.

Außerdem ergibt sich so die Chance auf einen Nebenverdienst - ob nun als Webentwickler im Auftrag oder als App-Entwickler der ein paar EUR nebenher mit seinen Eigenentwicklungen verdient.

Dazu kommt, dass sich für viele Programme Plugins schreiben lassen um diese mit zusätzlichen Funktionen auszustatten. Ob das nun der Browser, das Bildbearbeitungsprogramm oder was auch immer ist - wenn einem ein bestimmtes Werkzeug oder eine Funktion fehlt kann man dies einfach selbst bauen.

Dazu kommt, dass Sprachen wie zB Python sehr flexibel einsetzbar sind und sehr einfach zu lernen. Manche einfache Tools lassen sich damit sogar mit sehr wenig Programmieraufwand schreiben. Ich habe in den letzt Jahren zig kleine Helfer für den Eigenbedarf geschrieben, die mit unter 100 Zeilen Code mein Leben erleichtern.

Ich sage es mal so - wer beruflich oder privat viel mit dem PC zu tun hat (egal ob nun Buchhaltung, Verwaltung, Marketing, Grafik, Litaratur, Lager, was auch immer) kann durchaus davon profitieren sich kleine Helfer selbst bauen zu können.

Wer den Computer eher selten nutzt der wird wahrscheinlich auch weniger davon haben programmieren zu können.

Ich kann absolut verstehen, warum man zu so einer Auffassung kommen kann, auch wenn ich nicht denke, dass man viele dafür begeistern kann.

Ich will es mal versuchen einfach zu erklären:

Wenn man eine Buchhaltungssoftware entwickelt, dann muss man verstehen, wie Buchführung funktioniert.

Wenn man eine Crashsimulationssoftware für Autos entwickelt, muss man sehr viel über Autos und Physik wissen.

Wenn man eine Versicherungssoftware entwickelt, muss man sich mit Versicherungen auskennen.

Wenn man Software für einen Raketenantrieb entwickeln möchte, muss man wissen, wie ein Raketenantrieb funktioniert.

Wenn man eine Software zum automatisierten Fahren entwickelt, muss man wissen, wie man Auto fährt und die Verkehrsregeln kennen.

...

Die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Tatsächlich ist es so, dass man als Softwareentwickler in vielen Bereichen tätig ist und damit immer stärker qualifiziert wird, weil man sich immer mit neuen Dingen beschäftigen muss. Zudem lernt man sogenannte Modellbildung, also die Abstraktion von der Realität. Und wenn man das gut machen möchte, muss man die Realität verstanden haben. Ansonsten funktioniert am Ende die Software nicht oder nur schlecht.

Softwareentwicklung ist eine Gedankenschule, wie Philosophie, mit direkter Rückkopplung, ob das, was man sich ausgedacht hat, auch wirklich funktioniert.

Langer Rede kurzer Sinn: Ja, wer Software entwickeln möchte, muss programmieren können.

Das Schöne an kompetenten Software-Entwicklern aber ist, dass sie sich i.A. durchaus zutrauen, Software für jeden nur denkbaren Anwendungsbereich zu entwickeln.

Insofern gilt: Wer keine Software selbst zu entwickeln gedenkt, der muss auch nicht programmieren können.

Tatsache ist aber auch, dass gerade Ingenieure sehr oft den Wunsch haben, eben doch ein klein wenig Software (mindestens als Hilfswerkzeug) selbst zu entwickeln.

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