Warum wird man heutzutage verurteilt, wenn man Nazi-Vergangenheit hat?

6 Antworten

Also erstmal sollte es kein Problem für dich sein, wenn deine Familie eine Nazi-Vergangenheit hat, solange du diese Ansichten nicht selbst teilst.

Zurückblickend auf diese Zeit: Ja klar. Gerade aus unternehmerischer Sicht ist es klar, dass diese Menschen einfach mitgemacht hatten. Oftmals dürfte sie auch Androhung von Schlimmerem zum Mitspielen getrieben haben.

Man kann aber natürlich trotzdem sagen, dass auch diese Menschen die moralische Verpflichtung gehabt hätten, da nicht mitzumachen. Schlussendlich ist das aber ein Abwägen von Schlimm und Noch-Schlimmer. Und wir alle waren dazumal nicht dabei. Es ist schwierig im Nachhinein festzustellen, ob diese Menschen richtig gehandelt hatten. Es war eine schreckliche Zeit in der auch „gute“ Menschen schreckliches gemacht hatten. So schlimm das auch gewesen ist.

Manche Leute relativieren das einfach nicht. Das ist gewissermassen verständlich und es ist auch wichtig, weiterhin den Nationalsozialismus zu verurteilen und auf die deutsche NS-Vergangenheit hinzuweisen. Aber wie gesagt: Solange du diese Ansichten nicht teilst, solltest du dir da keine Vorwürfe machen.

'Gezwungen/gedrängt' wurden die wenigsten, die Mehrzahl hat begeistert mitgemacht, mit ihren großzügigen Spenden Hitlers Aufstieg erst möglich gemacht.

Und dann war es ja auch so praktisch, wenn einem die SS die Sklavenarbeiter für billiges Geld zur Verfügun stellte. Und wenn sie verhungerten, erfroren, totgeschlagen worden waren gab es sofort Nachschub.

Nur danach wollte es keiner mehr gewesen sein. Leider sind nach 1945 viel zu wenige von ihnen zur Verantwortung gezogen worden.

obwohl doch alle oder die meisten Unternehmen in der NS-Zeit dazu gezwungen / gedrängt wurde mitzumachen, ansonsten Enteignung oder schlimmeres drohte?

Das ist ein Märchen. Forschungen haben ergeben, dass die meisten Unternehmen freiwillig mitgemacht haben. Angst war da nicht im Spiel.

Enteignet wurden nur jüdische Unternehmer. Und auch da haben die anderen Unternehmen noch reichlich Gewinne gemacht.

Un das man von Unternehmen fordert, dass sie sich mit ihrer zum Teil kriminellen Vergangenheit auseinandersetzen und diese aufarbeiten, sollte nachvollziehbar sein. Schlimm genug, dass derartige Aufarbeitung erst auf äusseren Druck oder mit reichlich zeitlicher Verzögerung geschah.

obwohl doch alle oder die meisten Unternehmen in der NS-Zeit dazu gezwungen / gedrängt wurde mitzumachen, ansonsten Enteignung oder schlimmeres drohte?

Bedauer, bedauer, bedauer.

Sie tun mir so leid, dass sie gezwungen wurden, Sklaven zu halten und auf deren Kosten Millionen zu scheffeln.

Einerseits ja, andererseits haben auch manche gerne mitgemacht. Z.B, Krupp, BASF (hiesen die nicht früher IG Farben?)

Die IG Farben wurde in 3 Teile zerschlagen: Bayer, BASF und Hoechst. Altaktionäre der IG Farben haben dann Aktien der 3 Unternehmen bekommen und ihr Vermögen gut in die DM Zeit gerettet.

Verurteilt wurde kaum jemand, weder Firmen noch Manager die am Krieg profitiert hatten.

Heute bemühen sich diese Konzerne ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Was nichts ändert an der damaligen Schuld.

Und dann gibt es noch die meistens us Anwälte die für Enkel und Urenkel von damals Geschädigten versuchen hohe Entschädigungen zu erklagen.

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@juergen63225

Anscheinend meint die ganze Welt Deutschland kann ja zahlen. In anderen Kriegen ist das ja auch keine Thema und bezahlt haben wir genug auch mit Land.

Auch Deutschland hatte Milllionen Tote. Man konnte nicht jeden einsperren, es waren sowie kaum noch Männer übrig.

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Nit nur 'manche' haben da sehr gern mitgemacht!

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@teper1209

Sondern?

Mitmachen bedeutet ja nicht unbedingt freiwillig mit machen. Es hätte Enteignung bedeutet.

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@Skywalker17

Es ist kein Fall aus der deutschen Großindustrie bekannt, wo eine Enteignung wegen 'Nicht-Mitmachens' gedroht hätte!

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