Warum weint ein Mensch, wenn jemand gestorben ist?

35 Antworten

Hallo!

Ist der Tod nicht etwas "Normales" , was zum Leben dazugehört?

Meiner Ansicht nach absolut!
Der Tod begleitet uns ständig und gehört mit zum Leben dazu.

Auch im eigenen Leben stirbt immer wieder mal was ab:
Eine bestimmte Zeit, Situationen, so nach dem Stirb- und Werdeprinzip, wo Altes geht und Neues kommt.

Warum sind Menschwen so traurig, wenn es doch "normal" ist, daß es den Tod gibt?

Sterbende sind vermutlich traurig darüber, weil sie so vieles gehen lassen müssen, nicht mehr tun können, Liebgewonnenes ziehen lassen müssen, vertraute Menschen nicht mehr sehen können......
Oder auch, weil ihnen klar wird, was alles sie nicht in ihrem Leben gemacht haben - darüber trauern sie dann.
Manche schelten sich noch für zu wenig Disziplin.

Zurückgebliebene trauern oftmals aus egoistischen Gründen. Das kann man gut daran erkennen, wenn man sie fragt, warum sie denn trauen. Denn dabei erzählen sie oft aus der Ich-perspektive:
Ich bin dann allein.
Ich kann dann nicht mehr.....
Und das Ich spricht ja vom Ego.
Sie zählen also ihren Verlust auf. Es geht ihnen um sie selbst.
Trauern ist auch egoistisch.  ;-)

Trauern ist natürlich auch ein wichtiger Verarbeitungsprozess und Weinen hilft beim Ausdruck und der Reinigung optimal. Es erleichtert auch. Hilft, alles zu verarbeiten. Lässt uns Gefühle zulassen und somit nichts unterdrücken und ansammeln.
Das Abschiednehmen lässt uns vermutlich weinen, weil wir mental noch zu sehr an der alten vorherigen Situation hängen. Wir hätten gerne, dass alte Gegebenheiten noch länger blieben, weil sich das Neue noch so fremd und kalt anfühlt und wir nicht ganz sicher sind, ob das dann schon auch wieder gut für uns ist.

Weiter bedingt wohl eines das andere.
Damit will ich sagen, dass der Mensch nur lachen kann, weil er weinen kann. Mal lebt man dies, mal das. Dann ist es ausgewogen.

Manche weinen wohl, weil es ihnen an Vertrauen in dieses Stirb- und Werdeprinzip, das wir häufig im Leben beobachten können, fehlt.
Man weint auch aus Angst.

danke für deinen Beitrag.

Leider kann man nicht mehrere Kommentatoren auszeichnen. sorry.

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Für den Toten selbst ist der Tod das natürlichste auf der Welt. Zudem spürt er nichts mehr, weder positiv noch negativ und muss sich um nichts mehr sorgen. Unterm Strich ist er also genau da wo er einst begonnen hat (theologische Möglichkeiten die ich mangels Gewissheit weder bejahe noch verneine einmal ausgenommen). Er hat also augenscheinlich weder etwas gewonnen noch verloren. 

Die Angehörigen bleiben zurück und leiden weil sie den Menschen nie mehr wiedersehen werden, Dinge ungesagt oder unerledigt blieben und vielleicht auch eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Frage des "Danach" besteht.

Am Ende trifft es aber jeden und jeder von uns wird eines Tages an diesem Punkt stehen. Ohne weltliche Sorgen und Gefühle, Alle Erfolge und Misserfolge sind einerlei, im Tode sind wir alle gleich und darin liegt das natürliche. Auch die Trauer um verstorbene Verwandte ist vergessen und wer weiß ob danach nicht doch etwas wartet. Wenn nicht dann erwartet uns zumindest weltliche Erlösung.

Dieser Post ist in keinster Weise pessimistisch gemeint. Ich finde den Gedanken genauso tröstlich wie jeden Gedanken an ein Leben danach ohne mich besonders nach dem Einen oder dem Anderen zu sehnen.

Man weint weil eine Lücke im persönlichen Sozialgefüge entstanden ist. Der Tod eines Menschen verursacht den Verlust von persönlichen Vorteilen, hinterläßt eine Lücke in uns die eine seelische Verletzung hervorruft. Der Schmerz veranlasst uns dazu diese Lücke auszugleichen, uns neue Möglichkeiten zu suchen um diese Vorteile wieder zu erlangen. Der Schmerz wird auch nach außen angezeigt und veranlasst andere Menschen dazu Trost zu spenden, dies trägt also mit zum Ausgleich dieser Lücke bei, es ist der Beginn eines Neufindungsprozesses der sowohl vom Trauernden als auch von seinem Umfeld ausgeht.

Solche Sachen lernt man nicht bei den Zeugen Jehovas, nicht wahr Juste? :-)

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@verreisterNutzer

Aber keine Guten.

Du mischst dich auch in Diskussionen zwischen mir und stefanbluemchen ein. Jetzt beschwere dich nicht.

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Wenn jemand stirbt und du weinst, dann bist du eben stark an ihn gebunden, du vermisst ihn. Das der tot etwas normales ist stimmt, aber menschen wollen nicht war haben das diese person nicht mehr da ist, da du warscheinlich an ihn gebunden bist.

yaral,

danke...

Aber warum ist es nicht normal?

Könnte man nicht singen und glücklich sein?

Wenn das Leben ein Kreislauf ist und alles in allem ist?

Woher kommt es, daß man unglücklich ist?

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@verreisterNutzer

Weil man nun in einen neuen Abschnitt hineintritt:

Das Leben mit der Lücke, wo vorher ein liebender Mensch war.

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@Hooks

Hooks,

ich habe in einem sehr interessanten Artikel darüber gelesen:

Es ist die LIEBE, die an diesen Menschen gebunden war.

In der Trauer sucht sich die Liebe weiterhin ihren Platz.

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@Hooks

Hooks,

das kommt drauf an...

Ich denke (u.habe es erfahren), daß manche Menschen ihre Liebe nur in dieser Trauer empfinden können.

Andere werden "weiter" und machen es so, wie du sagst

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@verreisterNutzer

Ich denke (u.habe es erfahren), daß manche Menschen ihre Liebe nur in dieser Trauer empfinden können.

Hm, das verstehe ich nicht. Wie meinst Du das?

Es ist aber auf jeden Fall manchmal so, daß die Trauer unermeßlich ist, wenn Schuld dahintersteckt.

Vielleicht empfindet man auch unwillkürlich Schuld, wenn der andere plötzlich stirbt, ohne daß man sich verabschieden konnte.

Da ist es vermutlich besser nud einfacher, wenn sich der Tod langsam abzeichnet, so daß man sich darauf einstellen kann. Aber das haben wir Menschen nicht in der Hand. Der einzige Trost ist dann, daß der Herr Jesus Herr über Leben und Tod ist. Und daß ER keinen Fehler macht.

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@Hooks

Hooks,

es gibt Menschen, die nicht sehr "weit" sein können, sie bleiben weit mehr "bei sich"...

Das bedeutet z.B., daß sie sich nach Verlusten kaum oder viel schwerer als andere Menschen anderen öffnen können, sie "verharren" intensiver in dieser Trauer und es fällt ihnen schwerer, diese positiv (in der Liebe) zu "transformieren"

Verstehst du jetzt , was ich meine?

Dazu gehört z.B. auch, daß es Witwen (Witwer)  gibt, die nie wieder heiraten...

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Ist es nicht zum weinen wenn  ein Familienmitglied , ein Freund oder sogar das eigene Kind stirbt ? Ich hab auch geheult bei der Beerdigung meiner Oma , und als eine Bekannte von mir nach 2 Jahren Lungenkrebs , Tod auf ihrem Sofa lag 😢😧.

MARTINUSS,

ja, ich habe das auch grad erlebt...

Jemand, der mir nahestand, wurde "erlöst"...

Aber sollte man da nicht glücklich sein?

Wieso weint man da, wenn jemand es endlich geschafft hat und nicht mehr leiden muß?

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@verreisterNutzer

Es ist ein Unterschied, ob jemand von einer schweren Krankheit "erlöst" wird oder ob dein Kind am "plötzlichen Kindstod" oder durch einen Unfall stirbt.

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@verreisterNutzer

Meine Oma wurde am 30.3.2014 "erlöst" , zum Glück musste sie nicht lange leiden , doch die Bekannte von mir musste über 2 Jahre kämpfen , am Ende konnte sie nicht mal mehr essen und ohne Beatmungsschlauch rumlaufen. 

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