Warum reden Leute ungern über Geld?

24 Antworten

Nun das ist hierzulande quasi ein Sprichwort, über Geld spricht man nicht, Geld hat man. Argumentiert wird immer, dass es Neid schürt usw. Sicher ist das bedingt richtig aber wen juckt das. Vor allem profitieren davon Arbeitgeber, die da durch Gehälter drücken können.

Ggf. haben viele auch Angst, dass ihre Leistung danach beurteilt wird oder wie fleißig sie sind, wenn sie wenig verdienen. Dabei ist das eben hauptsächlich abhängig von der Tätigkeit, der Region, der Firmengröße, Verantwortung, der Branche usw. Leistung, Anstrengung und Fleiß ist dem allen ganz, ganz, ganz weit untergeordnet.

Ich persönlich habe da auch keinerlei Probleme da drüber zu reden.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012

Generell: Hast du Geld, zieht es immer Neider, und Missgunst an. Egal ob es offen kommuniziert wird, oder du es hinter deinem Rücken erfährst.

Hast du kein Geld, bietet dies eine Vorlage, dich damit aufzuziehen. Es wird geprahlt, was man am Wochenende alleine schon an Geld versoffen hat. Wie viel Kohle Sie mittlerweile für E-Zigaretten heraus schmeißen.

Beim Lohn geht das Ganze in die nächste Stufe. Wenn du mehr verdienst, als ein Kollege, gibt es immer Neid, und immer Sprüche, wie "Dass man doch kaum was macht!", oder "Das was man macht, genauso könnte!", ... solche Sprüche aber exakt von dem faulen Pack von Kollegen kommt, die auf Teufel komm raus, ja kein Finger zu viel rühren. Die eher mit untreue, unloyalität, und einem gehobenen Krankenstand glänzen.

Wie man an meine Schreibweise eventuell nun merkt, ärgert das Thema auch selbst einen. 😉

Ich habe schon persönlich miterlebt, wie ein Kollege, keine 2min später beim Vorgesetzten stand, und gefragt hat, wieso er weniger verdient, als XY Kollegen, als er erfahren hat, was Kollege XY verdient.

Generell auch: Einigen Menschen, nicht alle, sind aber eher selten, also einige Menschen, gönnen einem nicht mal den Dreck, unter den Fingernägeln. Da kann man sich ja vorstellen, dass beim Thema Geld, noch sehr viel weniger Leute einem dies gönnen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ja nixgönner gibts in DE leider wie sand am Meer. Vor allem der Dorfklatsch ist immer extrem. Da kaufste dir nen neuwagen und direkt wird runerzählt man würde mit seinem Reichtum prahlen

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@Lol34XD

Der Dorfklatsch 😂

Da kauft man sich als Single mal etwas was nicht dem Kleinwagen Segment entspricht, und schon wird getuschelt, dass man in dubiose, mafiose Geschäfte verwickelt ist.

Oder man renoviert die Fenster, und schon hört man, dass man die Fenster ja von den "eigenen" Steuern bezahlt, da man ja arbeitslos ist, und das Amt durch ALG alles bezahlt. Dabei ist die besagte rufschädigende Person "Hausfrau" und zahlt nicht mal Lohnsteuer. Und vor dem Haus parkt mit Logo, Werbung, drum und dran, der Firmenwagen, der Firma für die man eigentlich arbeitet. 😂

Und noch was aus meiner Erfahrung: 3 Kumpels die sich zum Quatschen, Zocken, Grillen, renovieren, ... treffen, sind bestimmt Schwul.

Die junge Frau die alleine mit Pferden durchs Dorf reitet/ läuft, ist schwer verdächtig, da Sie gar kein Freund hat, sondern nur alleine mit Ihren Pferden zu tun hat. Da muss ich ja das passende Gerücht nicht noch weiter beschreiben.

Allerdings hat Sie sich "verbessert", seit Sie vermehrt nur mit jungen Damen ums Dorf zieht. Da dienen die Pferde nun mehr als Lockmittel, statt als dass andere. 😁

Für Dorfklatsch ist nichts zu abwegig. Und äußerst gerne, geht man dabei wohl unter die Gürtellinie.

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@IdefixWindhund

Okay bei dir ist es noch um einiges extremer als bei mir, so weit geht der Kram hier nicht 😂

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Gehalt z.b. hängt ja nicht nur von der individuellen Leistung ab, sondern auch noch vom individuellen Verhandlungsgeschick. Da passiert es ganz schnell mal dass sich Gehälter für gleiche Positionen um ein paar 100 € unterscheiden. Und das könnte Neid hervorrufen. Genau dasselbe befürchten Leute, wenn andere über ihre Vermögensverhältnisse Bescheid wüssten. Andere wiederum schämen sich, wenn ihre Vermögensverhältnisse eben nicht so gut sind. Das ist in unserer Gesellschaft leider so. In amerikanischen Firmen dagegen hängen Gehälter unter Umständen am schwarzen Brett. Da kann sich dann jeder selbst überlegen warum er mehr oder weniger bekommt.

Ein Baustein des Problems ist, dass hohe Gehälter statt Freude für den anderen bei vielen eher Neid hervorrufen. Gerade wenn sie ihre eigene Arbeit (egal ob vergleichbarer Job oder nicht) als wichtiger und dadurch dann unterbezahlt einstufen.

Zum anderen ist das aber auch gut durchdacht, denn so kann man viele Menschen "dumm und günstig" halten, da sie ihren eigenen Wert nicht kennen und daher nicht wissen was sie fordern können.

Gerade das ist ja ein Baustein warum Frauen oft auch noch schlechter verdienen, da sie von klein auf erzogen werden nicht dreist und zu fordernd zu sein und wenn sie den fairen Wert nicht kennen, es eher etwas tiefer einschätzen und ansetzen um nicht unhöflich und undankbar zu wirken.

Wenn man dann den Job nicht wechselt und im bestehenden keine "Meilensteine" hat, wegen denen man neu verhandelt, sondern einfach nur nach und nach mehr Wissen aufbaut und weitreichendere Verantwortung übernimmt, bekommt man ohne Wissen wie viel das wert wäre, oft auch keine faire Bezahlung. Sagen wir sie könnten 500€ mehr bekommen (max. was die Firma dafür zahlen würde), sie fordern aber aus Unwissenheit nur 400€, werden auf 350€ runter verhandelt und schon spart die Firma Monat für Monat Geld. Hätte nun jemand anderes vor Jahren die gleiche Situation gehabt, 600€ gefordert und 500€ bekommen, die Kollegen würden offen kommunizieren, dann würde die andere vielleicht auch 500€ fordern und am Ende 450€ bekommen (oder gleich etwas mehr fordern und auch die 500€ haben).

Oder unsere Azubis: bei den neuen der letzten 2 Jahre steht tatsächlich einfach mal eine Tarifgruppe tiefer als Einstieggehalt drin, unabhängig wo sie übernommen werden. (wenn der Job eine höhere Stufe rechtfertigt, steigt man nur schneller auf) Als der eine Azubi, der bald fertig wird und nun über die Übernahme mit der Personalabteilung spricht das im Nebensatz erwähnte, habe ich ihn erstmal informiert welche Stufe es davor war. Er hat das aufgenommen, mal nachgefragt und bekommt nun auch die bessere. Aber nur die Azubis, die nachfragen und die höhere verlangen bekommen sie, da ist jetzt die Azubi-Vertretung dran damit es in den neuen Verträgen wieder geändert wird und alle vor den eigenen Übernahme-Verhandlungen informiert werden... Zudem einer deren Vertrag schon steht, der nun gerade nachverhandelt und überlegt sonst evtl. doch die Firma zu verlassen. Hätten wir nicht darüber geredet, hätten sie alle über Jahre vermeidbare finanzielle Nachteile gehabt.

Umwissenheit fördert ungleiche Bezahlungen und wenn es dann mal rauskommt, dass zwei Kollegen mit identischem Job und vergleichbarer Ausbildung plötzlich deutlich unterschiedlich verdienen, kommt beim geringer verdienenden schnell Neid gegen über dem anderen und das Gefühl von der Firma unfair behandelt zu werden durch.

Ich persönlich weiß, was die meisten meiner direkten Kollegen verdienen, auch die der Stufe über mir und sogar von meinem Chef und ein paar Kollegen anderer Abteilungen. Darüber hinaus speichere ich interne Stellenausschreibungen ab, weil dort ja ein geplantes Gehaltsband genannt wird. Zum einen finde ich es interessant und es ist auch ein ganz guter Indikator, was mit welchen Fortbildungen, Kompetenzen usw. finanziall mal für mich möglich ist, wenn ich mich vergleichbar entwickel. Ich bin da auch nicht neidisch, selbst wenn ich das Gehalt einzelner nicht umbedingt gerechtfertigt finde, sondern finde es einfach nur interessant um meinen eigenen aktuellen Wert besser bestimmen zu können.

Es geht dann schnell für einige um Neid und solche Themen.

Und um das zu vermeiden spricht man besser nicht darüber.