Warum ist Naturwissenschaft für Kinder wichtig?

9 Antworten

Es ist nicht so sehr die Naturwissenschaft an sich, sondern die naturwissenschaftliche Methode die Kindern so früh wie möglich vermittelt werden sollte (was natürlich am besten durch das Erlernen von Naturwissenschaften erfolgt).

Die naturwissenschaftliche Methode und das naturwissenschaftlich rationale Denken basieren auf dem naturalistischen Humanismus, eine relativ neue Art & Weise das Universum zu interpretieren und vermutlich auch die einzige Hoffnung unserer Art dauerhaft zu überleben und uns aus dem Sumpf unserer evolutionären Wurzeln heraus weiter zu entwickeln.

Die (stark vereinfachte) Grundlage der Naturwissenschaft basiert auf dem möglichst genauen Beobachten bestimmter Ereignisse, dem Versuch diese Ereignisse im Rahmen einer Hypothese modellhaft zu erklären und die Hypothese dann durch korrekte Prognosen zu beweisen.

Wenn die Prognose sich im Rahmen der Hypothese bewahrheiten, wird aus der Hypothese eine Theorie (oder Teil einer Theorie), die sich nahtlos in das Gesamtmodell des naturwissenschaftlichen Welterklärungsmodels einfügen muss.

Der hauptsächliche Unterschied zu früheren Welterklärungsmodellen besteht darin, dass jede Theorie, jede Hypothese und auch jedes Beobachtungsergebnis hinterfragt werden kann und muss. Sobald Zweifel auftreten oder neuer Erkenntnisse muss die Theorie erweitert werden.

Nur diese Methode alleine ist statthaft, es gibt keine göttlichen Gebote, keine ideologischen Vorgaben und keine Autoritäten die Kraft ihres Amtes die Wahrheit festlegen.

Diese Methode hat uns ein jederzeit beweisbares (und wieder und wieder bewiesenes) Erklärungsmodel für das real existierende Universum gegeben und darauf beruht letztlich unser gesamter technologischer Fortschritt.

Man kann jedes Kind für naturwissenschaftliche Themen (und auch andere Themen, z.B. Politik, Sport, Kunst, Mathe ...) begeistern, wenn man es richtig anpackt.

Man muss sich nur die natürliche Neugierde der Kinder zu Nutze machen. Diese Neugierde kann man wecken, indem man interessante Experimente macht und sie hinterfragt, warum und wieso das so ist oder funktioniert und Antworten darauf findet. Das Interesse steigt und die Kinder beschäftigen sich gerne damit.

Ein langweiliger Unterricht ödet Kinder extrem an, sie verlieren schnell die Lust und das Interesse.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Bin ein erfahrener und vielseitiger Sozialpädagoge

Es sollte altersangemessen sein. Dreijährige sollten ihre naturwissenschaftlichen Talente besser im Sandkasten fördern, Zehnjährige sollten bei dem gefördert werden, für das sie sich in diesem Alter vermehrt interessieren usw.

Ein wenig mehr Wissen ist dann ebenfalls sehr nützlich, aber wo es eimerweise hineingezwungen wird, da ist dann bereits einiges auf die falsche Spur geraten. Für die meisten reichen Kenntnisse aus, die den ganz normalen Lebensverhältnissen entsprechen. Wer sich zu Höherem berufen fühlt, wird von sich aus die passenden Wege beschreiten, für die es ja Angebote gibt.

Ich meine, Kindern sollte vor allem das Recht gewährt werden, Kinder zu sein. Eine Dressur im Interesse eines dominierenden Kommerz halte ich auch dann für eine Fehlentwicklung, wenn sie in den Schulen stattfindet oder wenn sie den übersteigerten Ehrgeiz der Eltern bedienen soll.

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Es geht nicht um Wissen und Fakten, sondern um Methoden. Auch kleine Kinder verstehen den Sinn des Beobachtens, des Experimentierens und des Erklärens und sie könne auch verstehen, wenn man ihnen die Grundlagen des naturalistischen Humanismus erklärt (allem voran: wissen und beweisen statt glauben). Experimente können spielerisch gestaltet werden und jede Menge Spaß machen....

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@PeterJohann

Das ist auch alles in Ordnung, solange niemand darauf besteht, dass Kinder kleine Erwachsene sein müssen, die gefälligst einer kommerztauglichen Dressur zuzustimmen haben.

Wenn es um Methoden geht, dann ist dem hinzuzufügen, dass die bisherigen Methoden dazu geführt haben, dass die Welt so ist, wie sie jetzt ist.

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@Dxmklvw

Kommerz hat doch mit einem Welterklärungsmodel nichts zu tun. Newtons Gravitationstheorie und die einsteinsche Erweiterung davon gelten unabhängig von Ideologie und Gesellschaftssystemen.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich mit der Welt ganz gut zurechtkomme. Längeres Leben, mehr Gesundheit, hohe Bildung, große Entscheidungsfreiraum, hohe Mobilität usw....

Es ist zur Zeit eben ein Wettrennen zwischen Umweltzerstörung durch unserer schiere Masse und dem technologischen Fortschritt, der uns von den Folgen unsere Anfangsfehlern befreien kann.

WAs wäre denn die Alternative zum technologischen Fortschritt? Im Idealfall ein irdisches Paradies in dem alle etwas ungebildet aber glücklich sin bis die nächste Pandemie (oder ein Supervulkan oder ein Asteroid oder...) unser Art ausrottet.

Dann wäre mir eine immer schneller Weiterentwicklung und die Möglichkeit eines noch längeren, gesunden Lebens (womöglich jenseits der Erde) doch lieber.

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@PeterJohann

10-jährige Kinder interessieren sich zwar für Äpfel, die von einem Baum fallen, aber für Newton interessieren sie sich noch nicht. Und ich denke, wenn sie einen heruntergefallenen Apfel essen wollen, dann werden sie auch nicht von einem Vortrag über Newton begeistert sein.

Und wenn man den Kommerz in diversen Details genauer betrachtet, dann war ja Newton einer von denen, die Denkmodell geliefert haben, aufgrund derer in der heutigen Zeit u.a. auch nach Außerirdischen gesucht wird und nach anderen Welterklärungsmodellen, die gleichzeitig ausreichend kommerztauglich sein sollen. Da gibt es durchaus zahlreiche Querverbindungen.

Gegenwärtig ist zu beobachten, dass die "Rettung der Welt" mit den Methoden fortgesetzt wird, die zu ihrer Verwüstung geführt haben. Lediglich der feste Glaube, dass alles ganz anders wäre, lässt die Menschen es anders wahrnehmen.

Auch da meine ich, dass es nicht der richtige Weg sein kann, bereits den Kindern in den Schulen Wege aufzuzeigen, wie man mit den Strategien von gestern die Welt von morgen retten kann, wenn man diesen Stategien eine andersfarbige Maske aufsetzt.

Eine Alternative zu technischem Fortschritt wäre ein gewollter technischer Rückschritt in den Bereichen, wo der Fortschritt ein Fortschritt der Zerstörung ist. Solchen Fortschritt mit anderen Mitteln zu betreiben und ihn als Rettung zu verkaufen, halte ich für die falsche Richtung. Weniger Konsum bei Verzichtbaren halte ich für richtig. Ein weiter so wie bisher, nur ein wenig anders, halte ich für falsch. Ich meine, wir brauchen nicht Resourcenzerstörung an anderer Stelle, sondern Zerstörungsverzicht.

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Jeder Mensch sollte ein grundlegendes Verständnis davon haben wie die Welt um ihn herum funktioniert und da Kinder eben besser und schneller als Erwachsene lernen sollte diese Bildung möglichst früh geschehen.

Damit sie verstehen lernen, wie die Welt funktioniert.

Und damit sie nicht so schnell auf die verschiedenen Scharlertanerien hereinfallen, die überall (Social Media, Aberglaube, Kirche, etc.) verbreitet werden.

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