Da wird eher andersherum ein Schuh draus; drum dieselbe Antwort fĂĽr dieselbe Frage:
Ich halte diese Aussage für Unsinn, weil es in Deutschland, den Göttern Deiner Wahl sei Dank, noch keinen Multikulturalismus gibt. Jedenfalls nicht wenn man die tatsächliche Definition von Multikulturalismus verwendet:
Multikulturalismus in der eigentlichen Bedeutung und Form, wie er von ĂĽberwiegend linksliberalen Ideologen vertreten wird (das sind oft die, die auch schon mal nach recht-braun abwandern) macht in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft keinen Sinn.
Die Grundlage des MK ist ja gerade die Nichtintegration in eine Gesellschaft und die Ablehnung einer Assimilation, d.h. verschieden kulturell Enklaven bestehen nebeneinander ohne eine gemeinsame/verbindliche normative Gesellschaftsordnung mit der gemeinsamen Anerkennung von Grundrechten, sozialen Regeln, Rechtsprechung usw....
Im Extremfall hätte man dann Kulturen deren grundlegende Ansicht von Menschenrechten extrem divergiert (z.B. Scharia neben BGB, patriarchalische Fremdbestimmung gegen Frauenrechte, religiöse Erziehung gegen eine freie, naturwissenschaftlich basierte Bildung basierend auf einem verbindlichen Bildungskanon usw...).
Es geht eben nicht darum, dass man in der Fußgängerzone Pizza und Döner nebeneinander hat, sondern getrennte Räume was ethische, moralische, gesellschaftliche und rechtliche Grundwerte angeht, die einfach nicht vereinbar sind.
Bis jetzt ist noch jede multikulturelle Gesellschaft gescheitert (jüngstes Beispiel wäre eventuell Jugoslawien- bezogen auf Ethnien oder die Türkei- bezogen auf religiöser versus säkularer Staat ).
Gern benutzte Beispiele für funktionierenden MK (weite Teile der römischen Geschichte, islamische Blütezeit...) sind falsch, weil es immer eine dominierende Leitkultur gab, die keinerlei Abweichung von grundsätzlichen Regeln erlaubte. Auch die Idee des „melting pot“ in den USA ist bei aller folkloristischen Vielfalt das Gegenteil von Multikulturalität.
Bei uns wird eine Zweitsprache oder gebrochenes Deutsch, andere Kleiderordnungen oder anders gewĂĽrztes Essen gerne als Multikulturalismus dargestellt, was offensichtlich Unsinn ist.
Länder wie die USA, Kanada, Australien sind durchaus divers mit einem breiten kulturellen Spektrum, aber die Kernanforderung an jeden Zugereisten/Eingewanderten ist sich als Ami, Kanadier, Australier zu verstehen, die Werte zu übernehmen und sich zu integrieren.