Warum ist Holländisch eine Sprache, Schweizerdeutsch nur ein Dialekt?

9 Antworten

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Alles politisch...

Holländisch (besser: Niederländisch) ist tatsächlich ein Teil des Dialektkontinuums, das von Dänemark bis ins Schweizerische Wallis und von den Niederlanden bis ins Südtirol reicht.

Das besagt, dass an jedem Ort der Dialekt in den Nachbarorten verstanden wird, aber es gibt natürlich immer kleine Unterschiede. Und diese Unterschiede summieren sich dann zu sehr grossen Unterschieden, die eine Verständigung unmöglich machen.

Ob ein Dialekt nun eine Sprache ist oder eben nicht hängt immer mit politischen, d.h. auch geschichtlichen Gründen zusammen. So gilt das Rätoromanische in der Schweiz als Sprache in Italien gilt das sehr ähnliche Ladinische jedoch als Italienischer Dialekt, weil die Anerkennung als Sprache sofort weitere Begehrlichkeiten nach sich ziehen würde.

Die Niederlande haben sich früh von Deutschland abgewandt und die dort gesprochene Sprache zur Schrift- und Landessprache gemacht. Aus politischen Gründen, man wollte sich klar abgrenzen. Aehnlich hat es ja auch die Slowakei nach der Spaltung der Tschechoslowakei gemacht. Beinahe 50 Jahre lang war Tschechisch die Sprache der Tschechoslowakei, Slowakisch war einfach nur eine Spielart oder ein Dialekt. Aber sofort nach der Trennung wurde Slowakisch zur Amtssprache. Alles politisch.

Die Deutschschweiz dagegen hat sich kulturell eben immer Richtung Deutschland orientiert und dann auch die Schriftsprache übernommen, ohne jedoch die Eigenheiten der gesprochenen Sprache zu verlieren.

Sprachwissenschaftler sind sich heute nicht einig, ob die Alemannischen Dialekte in der Schweiz, landläufig als "Schwiizertüütsch" bekannt, nun den Status einer eigenen Sprache haben oder nicht. Die Benützung im Alltag und die klare Unterscheidung zur Schriftssprache Deutsch lassen auf eine eigene Sprache schliessen. Auf der anderen Seite handelt es sich eben doch "nur" um Oberdeutsche Dialekte.

Aber wir Deutschschweizer verstehen Schwiizertüütsch als Teil unserer Kultur und bei uns ist es tatsächlich eine eigene Sprache, welche wir im Privaten durchaus auch schreiben. Und Deutsch ist eine Fremdsprache, die in der Schule mühsam erlernt werden muss.

zu deinem letzten absatz... nur weil ihr Deutschschweizer das Deutsche wie als fremdsprache erlernen müsst, heißt ja nicht, dass schweizderdeutsch eine sprache ist. Das Bayrische müsste ja dann auch eine eigene sprache sein, weil die kinder in Bayern müssen das Hochdeutsch auch mühsam erlernen...

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Dialekte gehen auf eine gemeinsame Sprachwurzel zurück. Wenn die Aufrechterhaltung der gemeinsamen Wurzel kulturell nicht mehr gelingt (geographische Isolierung auf Inseln, abgelegenen Tälern etc.) oder politisch nicht mehr gewollt wird (eigene Staatenbildung etc.), geht die sprachliche Einheit eben verloren und wird früher oder später aus einem Dialekt eine eigene Sprache; die Verwandtschaft bleibt ohnehin bestehen. Eine gemeinsame Sprache über Jahrhunderte aufrecht zu erhalten bzw. lautsprachlichen oder schriftsprachlichen Wandel gemeinsam zu überstehen, ist eine ungeheuere kulturelle Leistung, die nur durch eine gemeinsame Anstrengung aufgebracht werden kann. Sich abzuspalten ist ganz leicht: das versuchen schon kleine Kinder, indem manche ihre eigene Sprache den Eltern aufzuzwingen versuchen oder Eltern ihren Kindern nur ihre schlechte Aussprache vermitteln, die mitunter der Nachbar schon nicht mehr ganz versteht.

Niederländisch stammt gar nicht aus dem deutschen, das ist ein grosser Fehler so etwas zu behaupten. Niederländisch kommt aus dem westniederfrankischen, Deutsch aus dem altsächsischen, woher auch das niederdeutsch stammt.

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