Warum hatte das Militär so hohes Ansehen?

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6 Antworten

Wilhelm II war ja für seinen Militarismus bekannt. Und da er vom Volk anerkannt war, war es auch das Militär. Zudem wurde immer mehr aufgerüstet (z.B. bei der Marine). So bekamen auch mehr Menschen militärische Berufe.

Ein anderer Grund war, dass das Militär durch den Sieg gegen Frankreich 1871 das Deutsche Reich geeint hat und somit das politische Grundbedürfnis der Bevölkerung (Wunsch nach einem einheitlichen deutschen Staat, "Einheit vor Freiheit") seit 1814 erfüllt hat.

Ordnung und Militarismus hatten in Preußen schon immer eine große Bedeutung und Preußen war ja die Großmacht, durch die das Deutsche Reich vereint wurde. Google doch für dein Referat mal nach "Preußentum".

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Ein weiterer Grund liegt nicht so klar auf der Hand:
In Preußen wurde weltweit erstmalig die flächendeckende Schulpflicht eingeführt, die Volksschule.
Das hört sich zunächst großartig an.

Nun waren Lehrer bis dahin aber in erster Linie Privatlehrer, hatten für ihre umfassende Ausbildung lange studiert und waren entsprechend "teuer".
Außerdem gab es lange nicht genügend von ihnen.

Darum wurden in diesem neuen Beruf vorrangig alte oder dienstuntaugliche Soldaten (schlecht verheilte Verletzungen z.B.) eingesetzt.
Diese Männer hatten keinerlei pädagogischen Kenntnisse und vermittelten den Kindern das wenige an eigener Bildung wie auf dem Kasernenhof.
schläge waren an der Tagesordnung, es ging ihnen weniger um Wissenserwerb als um das Einbläuen der so genannten preußischen Tugenden und einen unbedingten Gehorsam.
Wen wundert's, bei einem solchen Lebenslauf.

Das war aber durchaus gewollt und im Sinne der preußischen Obrigkeit, was Du zum Beispiel daran sehen kannst, dass ein ernstzunehmender Pädagoge, Friedrich Fröbel, trotz seiner Teilnahme an den napoleonischen Kriegen mit einem Berufsverbot belegt und seine pädagogischen Einrichtungen geschlossen wurden.
Fröbel war Schüler Pestalozzis, überwarf sich mit ihm und entwickelte dessen pädagogisches Konzept weiter. Froebel prägte das Wort "Kindergarten" und gründete diverse betreuende Einrichtungen.
1851 erließ der Staat Preußen ein generelles Kindergartenverbot, das später mit einer Verwechslung mit seinem Namensvetter Karl Fröbel erklärt wurde.
Naja, wer's nötig hat...
Der preußische Staat legte nun mal nachweislich keinen gesteigerten Wert auf mündige Bürger...

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Das KaiserReich und Preußen war eine Militärmacht.

Fast alle Adeligen waren Offiziere und viel Bürger Reseveoffiziere.

Die Siege über Napoléon und dann 1870 /71 den Sieg über Frankreich und die Deutsche Staatgründung unter der Führung Preußens macht das Militär damals zusammen mit den militäriristischen Kaiser Wilhelm II zum ersten Stand im Staat.

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Damals war man noch autoritätsgläubiger als heute. Das war nicht nur mit dem Militär so. Wenn damals der Papst etwas verlauten ließ, dann galt es - heute wird das eher als der Beginn einer Diskussion aufgefasst.

Die Zeit war aber auch geprägt von einem Männlichkeitswahn. Frauen hatten zu ihren Männern aufzuschauen und das zu akzeptieren, was die Eheherren ihnen vorschrieben.

Das Heer hatte auch schmucke Uniformen, von denen die Weiblichkeit absolut begeistert ware. Ich war gezwungenermaßen auch Sanitäter auf Staatskosten und habe selbst erlebt, wie die Mädels auf Uniformträger reihenweise anspringen.

Gleichzeitig war es für arme Menschen die einzige Möglichkeit  etwas von der 'großen weiten Welt' - die für solche Personen etwa 50 km vom Heimatort entfernt begann - zu sehen.

Die Rolle der Streitkräfte war, im Kriegsfall das Land zu verteidigen und die Feinde anzugreifen. Ein Angriffskrieg wurd damals nicht als etwas schlechtes empfunden.


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Ziehe jemandem eine UNIFORM an, und er wächst vermeintlich so schnell, das er es gar nicht bemerkt. Wirkt sogar im Karneval !

10 Min. Uniform tragen ist oft schon mit einem deutlich merkbarem Größenwahn gleichzusetzen - LEIDER ach so menschlich, um die eigenen Schwächen zu verstecken.

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Das Militär verkörpert nun mal die größte Macht, die größte Stärke.

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