Warum hat keiner Hitler ermordet?

23 Antworten

SA- und SS-Männer glaubten fanatisch an Hitler.

Bei den Gegnern sah es so aus:

  • die einen lehnten ein Attentat ab, weil es Mord ist,
  • die meisten Gegner kamen nicht an Hitler heran, weil sie keine Möglichkeit dazu hatten,
  • die Sicherheitsvorkehrungen waren sehr hoch; Hitler änderte Fahrrouten, Aufenthalte oft willkürlich oder ließ Besprechungen aus Vorsicht ausfallen oder verschob sie,
  • die wenigen, die an Hitler herankamen, mussten bereit sein, ihr Leben zu opfern,
  • sie hatten einige Male Pech mit der Sprengladung,
  • Hitler hatte einige Male unwahrscheinliches Glück, so beim Elser-Attentat.

Auf Adolf Hitler wurden min. 19 Attentate ausgeführt. Viele weitere wurden zumindest geplant. Insgesamt geht man wohl von etwa um die 40 Attentate aus, die geplant (und teils ausgeführt) wurden.

In die SA und SS kamen fast nur überzeugte Nationalsozialisten. Um in Hitlers Nähe zu kommen bedurfte es einem sehr hohen militärischen Rang oder einem hohen Posten in Politik oder Rüstung. Oder eben durch besondere öffentliche Veranstaltungen.

Doch gab es in Deutschland ein Gesetz, dass den Besitz von Waffen bei Zivilisten untersagte. D.h. es konnte nicht einfach jeder eine Waffe bekommen. Und durch die Gestapo und verräterische Nachbarn (die aufgrund der Willkür der Gestapo oft auch einfach nur Angst hatten, selbst dran zu sein) war man schneller weg vom Fenster, als Italien die Seiten wechselt.

Ein Messer hätte genügt. Ein Baseballschläger auch, ein komatöser Hitler wäre auch schon was gewesen. Ein fester Druck auf Hitlers Kehlkopf. Eine Stahlschlinge um Hitlers Hals. Aber der Angreifer hätte das nicht überlebt.

Ein Japanischer Samurai hätte das gekonnt: Ein Muslim sprengt sich in die Luft, die 5 Söhne der palästinensischen Ministerin (für Verteidigung, ganz sicher bin ich nicht) sind alle auf diese Weise gestorben; die indische Prinzessin Mir hat sich für Ihr Morsegerät geopfert, obwohl sie sich hätte retten können, für den frz. Widerstand im 2. WK. Janusz Korcak ging mit seinen Waisenkindern freiwillig ins Gas von Auschwitz; der Fluchthelfer der Juden, Raoul Wallenberg, floh nicht vor den Sowjets und starb in ihren Gefängnissen. Die vielgeschmähte Stella Goldschlag wollte ihre Eltern vor der Vergasung bewahren und opferte ihre Existenz, beging später Selbstmord nach Erscheinen des Buches von Peter Wyden über sie.

Unzählige haben ihr Leben hingegeben.

Aber nicht ein deutscher Mann und schon gar nicht ein Militär in den hohen Rängen, in denen man nicht kämpft und nichts opfert.

Sind wir ein Volk von Feiglingen? Das frage ich mich immer noch . . .

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@Blindipop

Feiglinge? Es tut mir Leid, aber da kann ich nur den Kopf schütteln. Denn du hast leider das gemacht, was kaum jemand vermeidet: Er bewertet nur nach den heutigen Maßstäben.
Du musst die Umstände verstehen, die Geschichte, die dahin führte und auf Basis dessen denken.
Die NSDAP und die Nazis erschienen bis 1942 als unbesiegbar. Erst der wahnsinnige Aufstieg bei der Wahl 1932, die Bildung des Führerkults, der Hitler zu einer extrem populären Person macht, der ein gewaltiger Teil der Bevölkerung verfiel (übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern) und ein Mann, der den Faschismus extrem prägte, der noch bis Ende der 90er und teils sogar noch heute großen Anklang in einigen Ländern der Welt findet. Bedenke, was in Südamerika nach 1945 alles abging und wie viele Faschisten und Militärdiktatoren in diesen Ländern vertreten war.
Die Auflösung der Demokratie.
Dann die Auflösung des Versailler Vertrages: Der Wiederaufbau der Reichswehr, die Remilitarisierung des Rheinlandes, der absolut wahnwitzige und unfassbare Anschluss Österreichs, die Verträge zum Anschluss von Gebieten in der Tschechoslowakei, in der ein bestimmter Mindestanteil der Bevölkerung Deutsch war, die Annexion Tschechiens, etc.

Für vieles davon brauchte es großen Rückhalt in der Bevölkerung.
Und dieser Rückhalt kam nicht von Dummheit oder Boshaftigkeit, sondern von perfider Propaganda besonders kluger Köpfe, allen voran Goebbels und Hitler selbst.
Diese beiden Verstanden es, die Massen zu begeistern und wussten fast immer, was das Volk gerade wollte.

Bis 1942 die unzähligen, gewaltigen militärischen Siege.

Und als 1942 dann die (stille) Wende kam, zögerten viele Militärs. Ganz zu schweigen von der einzelnen Bevölkerung.
Die Angst vor SS und Gestapo war riesig, denunziert zu werden war bereits früh ein großer Stressfaktor. Die Gestapo war dafür bekannt, sich nicht um Fakten zu scheren. Wer einmal gemeldet wurde, war praktisch am Arsch und hatte nur geringe Chancen, wieder ein normales Leben in diesem Staat zu führen, wenn er überhaupt jemals wieder frei kam.
Und jeder Aufständige und Widerstandsanhänger, der gefasst wurde, wurde mit großen Schlagzeilen hingerichtet, teils wurden sogar die Leichen öffentlich zur Schau gestellt.
Kurzum: Man wusste, was einem blüht, wenn man gegen die Nazis war.
Man konnte sich aber auch mit niemandem absprechen und große Aufstände planen, denn man musste immer Angst haben, verpfiffen zu werden und da drohte nunmal der Tod.
Als dann "Zersetzung der Wehrkraft" ein Straftat bestand wurde, nahm das ganze noch ganz neue Dimensionen an.

Leute, wie die Geschwister Scholl oder Graf Stauffenberg gingen in die Geschichte ein, doch keiner von ihnen überlebte und keiner von ihnen hat, bedauerlicherweise, wirklich etwas mit ihren Taten in Bezug auf das NS-Regime bewirkt.
Zudem standen die Leute nicht unbedingt hinter den Nazis, sondern erhofften sich anderes. Viele Militärs erhofften sich ein neues Kaiserreich und noch viel mehr Leute wollten einen Deutschen Staat, auf den man wieder Stolz sein kann. Der kein Witz mehr ist und nicht von Erniedrigung ausgemacht wird.

Und zum Ende des Krieges wollte man nur noch seine Familie beschützen. Viele traten nur noch deshalb in die Wehrmacht ein, falls bei ihnen keine Wehrpflicht bestand.

Und da muss ich dich dann ehrlich fragen: Kann man diese Leute wirklich als Feiglinge bezeichnen?
Hättest du unter diesen Umständen wirklich anders gehandelt?
Wärst du der tragische Held, der in der hoffnungslosesten und dunkelsten Stunde der jüngeren Zeit das Wort erhebt und wie durch ein Wunder gegen Millionen von Überzeugten Nazis in SS-Uniform und noch viel mehr Millionen eingeschüchterten und vom Terror der Polizei und des Krieges verängstigten Menschen besteht?
Denn genau das war die Situation eines jeden einzelnen Bürgers, die nicht einmal Waffen besitzen durften.
Und auch ein General hatte ähnliches zu befürchten, denn auch die Front war nicht vor überzeugten Nazis geschützt.
Nicht jeder Deutsche und nicht jeder Deutsche Soldat war ein Nazi, aber jeder einzelne stellte eine Gefahr für den anders denkenden dar.

So ist das zeitgenössische deutsche Volk zumindest ein Lehrbeispiel für den Rest der Welt und die Zukunft.
Also: Kann man die deutschen zurecht als Feiglinge bezeichnen? Bei Leibe sind sie zumindest keine Helden, aber als Feiglinge (da der Begriff auf die falsche Weise eine negative Wertung hervorbringt) kann man sie meiner Meinung nach auch nicht bezeichnen.

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Im Land war die Indoktrination erfolgreich. ...gerade oben waren fast alle auf seiner Seite. Nicht immer zufrieden, aber hinter ihm...

Die Feunde die er hatte waren desorganusiert in der Unterzahl, gegen hochorganisierten Apparat, der auch paranoide Sicherheitsmaßnahmen ergriff.

Daher gab's wenig... Stauffenberg war der einzig nennenswerte Versuch.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Habe schon nanches dummes (Verletzungen) angestellt, geheilt

Es hat jemand versucht, aber dem ist es leider misslungen.

Versuch' mal solche "Führer" zu ermorden. - Das kann wenn schon nur jemand aus seinem inneren Kreis und vermutlich nicht alleine und dann ist es noch ein schwieriges Unterfangen.

Die wurden und werden alle rund um die Uhr bewacht - da kommt so leicht niemand 'ran.

Das haben doch manche versucht wie z.B. Stauffenberg. Allerdings ging es leider schief. Außerdem war Hitler beliebt und hatte viele Fans, die auf ihn aufpassten.

Woher ich das weiß:Recherche

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