Warum entwickelt sich die technologie und die wissenschaft in der letzten zeit so schnell?

5 Antworten

Ich würde sagen, dass der Schlüssel hierbei schlichtweg die meist guten Lebensumstände (man muss nicht mehr selbst jagen/sammeln, etc.), sowie die Möglichkeit zu sekundenschnellem Austausch über die ganze Welt ist.

Ob und in wie weit sich das in den nächsten Jahren noch beschleunigen wird hängt meiner Meinung nach auch wieder von den dortigen Technologien ab.

Ich wünsche noch einen schönen Abend.

Entwicklungen verlaufen exponentiell! Das heißt in den nächsten 10 Jahren wird viel mehr neu entwickelt, als in den letzten 10 Jahren!

Da wir schon ein hohes und schnelles EntwicklungsNiveau haben, wird die Entwicklung natl auch sichtbar immer schneller, während es vor Jahrzehnten eher unmerklich war!

Früher war alles Handarbeit. Heute machen das nur nur noch die roboter. Dadurch kann man schneller High tech produkte an den mann bringen als früher.

ausserdem ermöglicht die microtechnologie sachen, die frührer nicht denkbar waren.

letzt endlich führt eine entdeckung zur nächsten.

angagengen bei meinem ur ur ur ur ur ur großonkel uckuck... der hat entdeckt, dass man mit einem sich drehenden stock löcher in steine machen kann. sein lehrling hat dann entdeckt, dass man, schlingt man die sehne des bogens drum, das ganze beschleunigen kann...

usw. usw. usw...

über die wassermühle als antrieb und natürlich den elektromotor sind wir mittlerweile bei der cnc fräse angekommen, je mehr mögluchkeiten wir haben, was schnell und einfach herzustellen, desto schneller und einfacher können wir bestehendes weiter entwickeln. siehe 3d durck...

lg, Anna

Hallo fragleute,

das ist das Vermächtnis der Aufklärung.

Also nicht der Aufklärung, dass man den Kindern erklärt, wie das mit den Bienchen und Blümchen ist, sondern die Epoche der Aufklärung.

Wissenschaftlicher Fortschritt setzt gesellschaftliche Gegebenheiten voraus. Dazu gehört

  • dass man nicht in einer Zeit des rückwärtsgerichteten "Reaktionismus" lebt. Dass also neue Ideen nicht von ideologischen Gruppen sogleich verpönt werden.
  • dass man in einer Zeit oder Gegend lebt, in der man für neue Ideen nicht gleich als Ketzer verbrannt wird. Oder als Hexe.
  • dass Bildung und Wissen breiten Bevölkerungsschichten zugänglich ist. Der Buchdruck war hierfür eine Schlüsselerfindung.
  • dass Wissen und Entdeckungen staatlich gefördert werden anstatt unterdrückt zu werden; dass der Staat also was für Allgemeinbildung, Universitäten und Forschungseinrichtungen tut.

Um nur ein paar zu nennen.

Diese gesellschaftlichen Gegebenheiten führen normalerweise erst mal zu einem freieren Handel und damit zu einem höheren Lebensstandard, der es erst mal ermöglicht, dass das durchschnittliche Bildungsniveau der Bevölkerung steigt: Weniger Analphabeten und mehr besuchte Schuljahre, weil die Kinder Zeit dafür haben. Steigt die Bildung, können sich "die schlauen Köpfe" auch mit Forschung beschäftigen - und darben eben nicht in Leibeigenschaft oder Analphabetismus dahin.

Hinzu kam dann, dass man "nicht ganz bei Null" anfing, sondern schon auf Ideen aus der Antike zurückgreifen konnte. - Die vorausgegangene Renaissance war letztlich die Zeit der Wiederentdeckung der philosophischen Schriften der Antike.

Dies ermöglichte einige weinige Schlüsselentdeckungen, die die Basis für die weitere Entwicklung darstellten: Buchdruck war eine davon. Die Entwicklung der wissenschaftlichen Methode selbst - vor allem durch Galilei, Kepler und Newton und ein paar Zeitgenossen - war eine andere.

Galilei hat quasi das Experiment "erfunden" - also die Idee, eine Vermutung über die Natur in einer aussagekräftigen Beobachtungssituation zu testen. Kepler steuerte die bittere Erkenntnis bei, dass diese Testergebnisse über die eigenen Vorstellungen zu stellen sind: Stimmen die Vermutungen nicht mit den Daten überein, sind sie falsch und müssen verworfen werden. Newton führte die Mathematik in die Wissenschaft ein. Er war der erste, der wissenschaftliche Modelle in eine mathematische Sprache formulierte - Formeln - und damit wirklich scharfe Tests exakter Modelle erst ermöglichte.

Erst mit der Entwicklung dieser Methode - stelle kühne Vermutungen über in der Natur ablaufende Prozesse auf und unterziehe sie der schärfstmöglichen Überprüfung - war "Naturwissenschaft" erfunden und führte fortan zu zuverlässigen (weil eben immer und immer wieder getesteten und verfeinerten) Aussagen über die Natur.

In der Antike war das nicht so, auch wenn man oft liest "schon die alten Griechen wussten...". Nein: Es gab damals keine Experimente. Griechische Naturphilosophen glaubten, die Natur allein durch Logik entschlüsseln zu können. Man setzte sich hin und dachte nach... was zu einander widersprechenden "Schulen" führte. Keiner wusste damals, welche "Schule" richtig lag. Mit der Entdeckung des Experimentes und der Einführung der Mathematik konnte Naturwissenschaft endlich entscheiden, ob Vermutungen falsch sind... oder sich zumindest in den schärfstmöglichen Tests nicht als falsch erwiesen hatten.

Die Anwendung dieser wissenschaftlichen Methode und die gesellschaftlichen Freiheiten ab dem 18. Jahrhundert führten zum großen naturwissenschaftlichen Fortschritt im 19. und 20. Jahrundert. Erste medizinische Fortschritte, sowie technische Errungenschaften stärkten den gesellschaftlichen Rückhalt. Das Verstehen der Elektrizität öffnete schließlich die Tür in die Moderne.

Ich würde aber Deinen Optimismus mit dem "immer schneller" etwas bremsen. Wir leben heute eher in einer reaktionären Phase:

  • Die Zeit hat gezeigt, dass mit größerem Wissen auch größere gesellschaftliche Verantwortung gefragt ist. Wissen birgt auch Gefahren. Verheerende Waffensysteme und menschengemachter Klimawandel sind hier nur 2 Beispiele.
  • In der Folge ist ein teilweise sinnvoller, teilweise aber auch esoterisch und antiwissenschaftlich überbauter Trend "zurück zur Natur" (bzw. einer romantisierten Vorstellung der Natur) entstanden. Impfgegner, Flacherdler, Kreationisten und Pseudomediziner prägen die Internet-Landschaft mit antiwissenschaftlicher Hetze.
  • Innerwissenschaftlich sind wir in nicht wenigen Disziplinen technisch an der Grenze der Überprüfbarkeit der Modelle im Experiment - etwa in der Kosmologie oder in der Teilchenphysik. Experimente wie der LHC am CERN sind teuer und verlangsamen mit den nötigen Investitionszeiträumen den Erkenntnisfortschritt.

Wenngleich heute niemand mehr den Fehler begehen würde, zu behaupten, es gäbe nichts mehr zu entdecken: Die Geschwindigkeit des Wissenszuwachses dürfte sich eher verlangsamen.

Grüße

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