Warum darf man in der Schweiz keine Minaretten bauen? Dürfen die Schweizer verbieten? (Religionsfreiheit)?

16 Antworten

Das ist auch eine Frage wie weit eine direkte Demokratie und Volksentscheide bei Minderheitenrechten gehen kann. Wenn man in der Schweiz abstimmen kann, ob Moscheen Minarette haben dürfen, warum soll man dann nicht auch abstimmen dürfen, ob es überhaupt Moscheen geben darf? Wessen Maßstab zählt hier. Dann wird abgestimmt, ob Muslime in der Schweiz leben dürfen. Und dann ob die Schweizer, die ja hier sind, einfach ausgewiesen werden, oder nach keineahnungwohin depotiert werden. Also wo ist der Maßstab, wenn Minderheiten der Laune der Merheit ausgeliefert werden?

 

Ich weiss nicht, warum die Schweizer extra abstimmen mußten. In meiner Gemeinde dürfte auch ohne Abstimmung kein Minarett stehen. Das hängt mit den Bauvorschriften und den Bebauungsplänen zusammen. Als wir hier unser Haus gebaut haben, haben die uns sogar die Farbe der Dachziegeln vorgeschrieben, wie hoch der Kniestock sein darf und der Schornstein und was weiss ich noch alles, damit der Neubau  ins Dorfbild paßt, sonst hätte man alles abreißen müssen. Wenn eine Moschee in unserem Dorf genehmigt werden würde, dürfte das Minarett  wahrscheinlich nicht höher als ein Schornstein sein. Mit Religionsfreiheit hat das auch nichts zu tun, denn Moscheebauten sind grundsätzlich erlaubt.

In der Schweiz ist die reinste Form der Demokratie installiert.

Schweizer können mittels Volksabstimmung direkten Einfluss nehmen.

Wenn die Schweizer ihren architektonischen Gebäudestil nicht durch Fremdkulturen beeinflussen lassen wollen, dann ist dies demokratisch einwandfrei in Ordnung.

Hinsichtlich der Religionsfreiheit wird immer ein grundsätzlicher Fehler begangen. Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass man tun und lassen kann was mit Religion rechtfertigt wird. Religionsfreiheit bedeutet, dass man seine Religion privat ausüben darf.

Hinsichtlich des Islam dazu ein Beispiel. Schiiten begehen jährlich das Aschura-Fest. Dabei erfolgt eine Straßenprozession mit Selbstgeißelung.  Ein derartiges Blutschauspiel wird es hier niemals geben. Wäre das dann nach Deiner Ansicht auch ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit ?

In der Schweiz ist die reinste Form der Demokratie installiert.

Auch wenn der plebiszitäre Anteil höher ist als bei uns, wäre ich doch mit so einem Superlativ zurückhaltend.

Hinsichtlich der Religionsfreiheit wird immer ein grundsätzlicher Fehler begangen. Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass man tun und lassen  kann was mit Religion rechtfertigt wird. Religionsfreiheit bedeutet,  dass man seine Religion privat ausüben darf.

Darauf sollte man tatsächlich häufiger hinweisen. Danke dafür.

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Ich persönlich halte Minarette für sinnlos und meistens hässlich. Ändert nichts daran, dass Menschen das Recht haben, auf ihrem Grund und Boden solche Bauwerke zu errichten, und dass der durch die Volksabstimmung eingefügte Artikel der schweizerischen Bundesverfassung wahrscheinlich völkerrechtswidrig ist, da es sich um einen Eingriff in die Religionsfreiheit handelt, welche nach der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geschützt ist.

Da dies jedoch faktisch nicht einklagbar ist, sehe ich keine große Möglichkeit, etwas dagegen zu tun.

Dort gibt es eine direkte Demokratie. Die Schweizer haben das per Volksentscheid verboten (wahrscheinlich wegen der "islamisierung" wie so oft behauptet wird). Ja das mit der Religionsfreiheit die gibt es dort auch. Und zwar wird dadurch der bau von traditionellen moscheen zwar stark eingeschränkt, aber die Ausübung des Glaubens ist davon ja nicht betroffen. Jetzt müssen schweizer Muslime halt in moscheen ohne Minarette leben, weil das Land überreagiert hat.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Kein "Islam-Experte"/Gelehrter aber praktizierender Muslim

weshalb überreagiert?  als christl. geprägtes land reichen die kirchenglocken, da braucht man nicht auch noch den muezzin über lautsprecher zu dulden (das wäre nämlich der endeffekt).

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@casala

da braucht man nicht auch noch den muezzin über lautsprecher zu dulden

Unser Grundgesetz lässt da keine Trennung zu. Religionsfreiheit ist nicht allein auf das Christentum bezogen. Entweder alle oder keiner.

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ja zum einen das und zum anderen bedeutet dass ja nicht dass dann kilometer weit muezzin rufe ertönen. Das würden dir nichtmuslimischrn Nachbarn eh ablehnen. Die berliner şehitlik moschee hat auch Minarette, ohne die Umgebung und nichtmuslime in der der Umgebung zu stören... fas wäre keinesfalls der Endeffekt, wie dieses Beispiel zeigt.

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