War der T Rex aasfresser?

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Tyrannosaurus war ein hochspezialisierter Beutegreifer in der Hell-Creek-Lance-Fauna des späten Maastrichtiums im westlichen Nordamerika, wo er als größter Prädator seiner Zeit an der Spitze der Nahrungskette stand. Bissmarken an Knochen von Pflanzenfressern, die ebenfalls in der Hell-Creek- und Lance-Formation gefunden wurden, bestätigen, dass Tyrannosaurus vor allem (wenn nicht sogar ausschließlich) Appetit auf den hornbewehrten Triceratops und den Entenschnabeldinosauriers Edmontosaurus gehabt hat. Solche Bissmarken können natürlich sowohl bei der aktiven Jagd entstehen als auch beim Aasfressen - für die Lebensweise ist dies noch kein Hinweis.

Lange Zeit wurde über das mögliche Verhalten des Tyrannosaurus unter Wissenschaftlern gestritten und der Streit dauert bis heute an, denn abschließende Klarheit kann es hier nicht geben; Da es sich um ein ausgestorbenes Tier handelt, gestaltet sich die Beantwortung solcher Fragen immer als schwierig, denn wir können ja nicht in die Zeit reisen und sein Verhalten einfach beobachten. Wir sind nur imstande, Hinweisen nachzugehen und diese zu deuten, und können so zwar plausible, aber nicht absolut stichfeste Theorien dazu aufstellen.

Die Theorie, dass Tyrannosaurus überwiegend von Aas lebte, wurde vom berühmten Paläontologen Jack Horner bereits Mitte der 80ger Jahre aufgestellt. Horner hatte sich lange Zeit mit dem Körperbau des Tyrannosaurus beschäftigt und war zu dem Schluss gekommen, dass dieser dem gewaltigen Tier, dass immerhin über 12m lang und mehr als 6 Tonnen schwer wurde, keine hohen Laufgeschwindigkeiten erreichen konnte. Neuere Computersimulationen stützten Horners Theorie: Ein ausgewachsener Tyrannosaurus konnte bestenfalls Spitzengeschwindigkeiten von 35km/h erreichen, was für einen aktiven Jäger deutlich zu langsam ist. Beide Beuteziele, sowohl Triceratops als auch Edmontosaurus, konnten somit deutlich schneller laufen als ein erwachsener Tyrannosaurus. Edmontosaurus konnte sich sogar auf zwei Beine aufreichten und nach vorn geneigt lossprinten, um Jägern zu entkommen. Ein  erwachsener Tyrannosaurus hätte da nicht mithalten können. Die Gefahr, dass er stürzte und sich dabei schwer verletzte, wäre viel zu groß gewesen.

Die Aasfresser-Theorie wird außerdem dadurch gestützt, dass Tyrannosaurus den zweitbesten Geruchsinn aller bekannten Tiere - sowohl ausgestorben als noch rezent - hatte. Den ersten Platz belegt der Truthahngeier, der ein reiner Aasfresser ist und dessen Geruchsinn mehr als 15km weit reicht. Wenn Tyrannosaurus ähnlich gut riechen konnte, so hätte er faulende Kadaver leicht wittern und ihnen nachgehen können. Sein Körperbau erlaubte ihm, sehr weite Strecken zurpckzulegen, aber in einer gemäßigten Geschwindigkeit. Mit seiner Kraft und schieren Größe konnte er dann alle kleineren Beutegreifer seiner Zeit verscheuchen und ihnen eventuelle Beute streitig machen.

Horner stellte etwas später außerdem die Theorie auf, dass Tyrannosaurier Rudeltiere waren. Dies wird durch eng beieinander gefundene Skelette von unterschiedlich alten Tieren belegt, was die Vermutung nahelegt, dass Tyrannosaurus ein Familientier war. Von Albertosaurus, einem Verwandten, der einige Millionen Jahre vor dem Tyrannosaurus lebte, ist sogar eine Gruppe mit mehr als 20 Individuen überliefert! Tyrannosaurus-Rudel könnten also aus sehr vielen Tieren bestanden haben.

Als Rudeltier wären jedoch die Karten völlig neu verteilt gewesen. Die meisten Rudeltiere sind Jagdstrategen und leben vor allem deshalb im Rudel zusammen, um ihre Jagdaussichten durch die Geimeinschaft zu erhöhen. Zwar sammeln sich Geier auch zu mehreren Dutzend an einem Kadaver, sie jagen doch niemals gemeinsam sondern kämpfen sozusagen jeder für sich. Aasfresser haben als Einzelgänger und Egoisten bessere Überlebenschancen. Außerdem können Geier Fliegen und mühelos und ohne großen Energieaufwand weite Strecken zurücklegen, auch das ist für einen reinen Aasfresser maßgeblich - Tyrannosaurus konnte das selbstverständlich nicht.

Ein weiteres Indiz, dass gegen die Aasfresser-Theorie spricht, ist der enorme Beißapparat des Tyrannosaurus. Ein Aasfresser braucht nicht viel Kraft, denn seine Beute ist ja bereits tot, wenn er sie erreicht. So haben Geier zwar einen scharfen Schnabel, der aber vor allem zum Eindringen in den Körper eines toten Tieres taugt, um dessen Innereien, Muskeln und Sehnen zu fressen. Tyrannosaurus hatte dagegen keine Spitz zulaufende Schnauze, sondern einen kastenförmigen, sehr breiten Schädel. Und in diesem Schädel steckte eine enorme Kraft. Kein Landwirbeltier hat jemals mit einer solchen Macht zubeißen können wie Tyrannosaurus rex. Seine Kiefer brachten eine Beißkraft von mehr als 13 Tonnen auf, auf den Punkt konnte Tyrannosaurus mit der zerbrecherischen Kraft von über zwei Tonnen pro Quadratzentimeter zubeißen. Das war genug, um Knochen, Fleisch und Sehnen nicht nur zu fressen, sondern regelrecht zu zermalmen. Seine dolchartigen, breiten Zähne waren wie geschaffen dafür, schnell und effizient zu töten, indem Tyrannosaurus sein Opfer packte und ihm mit einem einzugen Biss das Genick brach. So ein hochspezialisierter Beißapparat hätte sich bei einem reinen Aasfresser nicht entwickeln können.

Neuere Untersuchungen am Skelettmaterial von Jane, einem sehr bekannten Tyrannosaurus-Jungtier haben ergeben, dass junge Tyrannosaurier erstaunlicherweise einen völlig anderen Körperbau hatten als Erwachsene: Ihre Schädel waren schmaler und hatten mehr Zähne. Ihre Beinde waren langgestreckter, der Ganze Körper hochbeiniger und weniger längstgestreckt. Jungtiere waren außerdem viel graziler und stromlinienförmiger. Insgesamt ergibt sich bei jungen Tyrannosauriern schon auf den ersten Blick das Bild eines extrem gewandten und schneller Läufers. Dieses Bild weicht so stark von dem eines ausgewachsenen Tieres ab, dass man Jane zuerst als eigene Art beschrieb: Nanotyrannus. Zwar wird über die Gültigkeit des Nanotyrannus immer noch gestritten, aber es zeichnet sich ab, dass man wohl auf dem Holzweg war und es sich bei Jane tatsächlich um einen jungen, kurz vor der Pubertät stehenden Tyrannosaurus handelte.

Nur eine einzige Dinosaurierfamilie hatte einen ähnlichen Körperbau und ein ähnliches Verhältnis zwischen Ober- und Unterschenkel als ein junger Tyrannosaurus, und das waren die Ornithomimosaurier - die wahrscheinlich schnellsten Läufer unter den Dinosauriern. Ornithomimosaurier erreichten Spitzengeschwindigkeiten von über 70km/h, junge Tyrannosaurier dürften kaum langsamer gewesen sein. Wenn junge Tyrannosaurier eine völlig andere Statur hatten als ihre Eltern, und wenn Tyrannosaurier in Familienverbänden gelebt haben, liegt der Schluss nahe, dass die unterschiedlich alten Tiere auch unterschiedliche Rollen im Rudel wahrgenommen haben. So nehmen viele Wissenschaftler heute an, dass die Jungtiere eine Herde von Beutetieren angegriffen und den flüchtenden Tieren nachgehetzt haben, um dann ein Tier von der Herde zu trennen und es gezielt in Richtung eines Waldrandes oder Sumpfes getrieben haben, wo die erwachsenen Tyrannosaurier dann auf der Lauer gelegen und der Beute den Garaus gemacht haben. Löwen und Hyänen jagen heute übrigens noch ganz ähnlich.

Dass Tyrannosaurus aktiv jagte, belegt auch ein jüngerer Fund eines recht gut erhaltenen Edmontosaurus. Seine Schwanzwirbel waren an einer Stelle schwer beschädigt, was man erst als weitere Bissverletzung deutete. Als man die Stelle noch ein weiteres Mal untersuchte, stellte sich heraus, dass dieser Biss bereits am verheilen war! Der Edmontosaurus muss also eine Tyrannosaurus-Attacke überlebt haben und noch eine ganze Weile danach gelebt haben, bevor er dann durch eine andere Ursache starb. Dies stützt die oben genannte Rudeljäger-Theorie und führt die Aasfresser-Theroie zumindest zum Teil ad absurdum, denn Aas steht nur eher selten wieder auf und marschiert davon, nachdem ein Fleischfresser sich an ihm gelabt hat.

Zusammenfassung:

Reine Aasfresser (Nekrophagen) sind in der Natur ausgesprochen selten,
besonders unter Wirbeltieren. Außer den Alt- und Neuweltgeiern besetzt
kein anderes Wirbeltier eine ökologische Nische, in welcher es
ausschließlich von Aas lebt. Andersherum sind generell alle Beutegreifer
auch Aasfresser, denn Aas ist für sie sozusagen eine Gratismahlzeit:
Hier müssen sie keine Energie investieren und mühsam erst eine Beute
finden, ihr auflauern, sich an sie heranpirschen und sie dann in einem
Kampf überwältigen. Somit frisst eigentlich jeder Beutegreifer sogar
lieber Aas als zu jagen. Auch Tyrannosaurus fraß sicher gerne Aas, aber er war durchaus imstande, mit seiner Familie auch und vor allem größere Beutetiere selbst zu erlegen.

Alle Raubtiere sind vorzugsweise Aasfresser, weil Aas im Unterschied zu einem lebendigen Tier nicht mehr davonläuft und deshalb leichter zu "erwischen" ist. Die Antwort lautet also ja. Ob er darüberhinaus mit seinem großen Lebendgewicht auch ein fähiger Jäger war, ist nicht so leicht zu entscheiden. Erbeutet hat er zweifellos alles, was langsamer war als er selber und klein genug, um überwältigt werden zu können - verletzte Tiere, Jungtiere ... möglicherweise war er ein Lauerjäger, der sich gut verstecken konnte und aus dem Hinterhalt angriff, oder aber er folgte ständig großen Herden von Pflanzenfressern und schnappte sich alles, was ihm nicht entwischen konnte.

Der T Rex fraß durchaus auch häufig Aas und an Kadavern. Er hatte einen guten Geruchssinn mit dem er Kadaver in weiter   Entfernung aufspüren konnte.  Er konnte Kadaver auch Beute gut mit den Augen erkennen und reagieren nicht nur auf Bewegung. Er  konnte er kleinere Fleischfresser gut vertreiben. Aber er jagte auch ähnlich wie zb heute Löwen.  Finden sie ein totes Tier fressen sie es natürlich auch oder vertreiben kleinere Raubtiere.  Auch Hyänen sind Jäger und Aasfresser.  Krokodile auch.  so gut wie kein Raubtier würde ein totes Tier einfach liegen lassen.

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