Verteidigungsfall in Deutschland: ,,Ich bin dann mal weg!'' - Wie stellen manche sich so etwas vor!?

7 Antworten

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Gar nicht. Das ist Wohlstandsverwahrlosung, die haben keine Ahnung.

Die meinen auch, sie könnten im Kriegsfall einfach in ein Land ihrer Wahl reisen und sich dort aufhalten, bis der Krieg vorbei ist. So wie sie heute in den Urlaub reisen.

Vollkommen realitätsfremd, weil nie eine Krise erlebt und immer in Wohlstand.

Das sind natürlich auch genau die Leute, die was von "ich bin nicht im Krieg mit Russland", "nicht mein Krieg" und "die Ukraine soll einfach verhandeln" labern.


26Sammy112  28.08.2025, 11:03

100%ige Zustimmung!

Ich wünsche mir wahrlich keinen Krieg... aber manchmal erscheint mir das als letztes Mittel, um die Menschen in unserem Land mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Und ging es in den letzten Jahrzehnten einfach zu gut.

Bernd1Stromberg  28.08.2025, 11:07
@26Sammy112

Auch der wird bei diesen Leuten nichts ändern. Wir haben ja in der letzten Krise - der Pandemie - gesehen, was dann bei denen abgeht. Das wird im Kriegsfall ähnlich sein, nur dass sich der Rest dann nicht mehr von denen auf der Nase herumtanzen lässt. Die gehen dann eben in den Knast oder werden anderweitig "behandelt". Wäre nicht schön, so würde es aber wohl laufen müssen.

smartguy92 
Beitragsersteller
 28.08.2025, 11:00

Danke! Dass das so einiges mit Wohlstandsverwahrlosung zu tun hat, habe ich mir auch bereits gedacht.

Viele Menschen denken in solchen Szenarien oft idealistisch oder vereinfachend, ohne die realpolitischen, logistischen und rechtlichen Zwänge zu berücksichtigen. Ein Verteidigungsfall in Deutschland wäre kein isoliertes nationales Ereignis, sondern aktiviert das NATO-Bündnisrecht (§ 5 NATO-Vertrag) und zieht unmittelbare Reaktionen anderer EU- und NATO-Staaten nach sich. Grenzen würden, je nach Lage, geschlossen, Ausreisen streng kontrolliert, und die Bewegungsfreiheit wäre in allen direkt betroffenen Ländern massiv eingeschränkt. Theoretisch wäre Flucht in extrem begrenztem Rahmen möglich, aber realistisch betrachtet bleibt sie höchst riskant und wenig planbar.

Naive Theoretiker unterschätzen die Komplexität militärischer, politischer und logistischer Rahmenbedingungen im Verteidigungsfall. Wer diese Szenarien ernsthaft durchdenkt, muss die Bündnisverpflichtungen, Kontrollmechanismen, staatlichen Vollzugsstrukturen und die globalen Konsequenzen berücksichtigen.

LG aus Tel Aviv

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Globalgeschichte/ internationale Politik

smartguy92 
Beitragsersteller
 28.08.2025, 11:32

Was mich immer wieder etwas fassungslos den Kopf schütteln lässt, ist die Tatsache, dass einige zu glauben scheinen, man könnte etwas derartiges quasi in urlaubsähnlichen Umständen in Thailand, Brasilien etc. vollkommen unbetroffen aussitzen und ganz gemütlich aus der Entfernung und in Sicherheit beobachten und abwarten....

Stressika  28.08.2025, 11:34
@smartguy92

Ein „Urlaubsmodell“ der Flucht oder des Abwartens ist keine praktische Option, sondern Ausdruck einer naiven Wahrnehmung militärischer und geopolitischer Realitäten.

Gruß aus Tel Aviv

Es ist so, wie Du es beschreibst, Manche denken da völlig realitätsfremd. Machen kann man aber kaum was dagegen und wirklich notwendig ist das nach meiner Auffassung auch nicht.

tjo, damit werden eben jene deutsche zu genau den asylanten die sie so verhassen.
dann sinds die deutschen du abhauen statt zu kämpfen und sich irgendwo im ausland von sozialhilfe durchschleusen lassen.

also theoretisch kann man natürlich den dienst verweigern, könnte aber zu einem ersatzdienst herangezogen werden.
könnte mir vorstellen dass verweigerer eben in nem lazarett tätig werden müssten oder ähnliches.
einfach zuhause im plattenbau sitzen bleiben und RTL2 konsumieren ist nicht.

wenn deutschland im krieg wäre, wär vermutlich auch die NATO im krieg und damit richtigerweise fast ganz europa.
wie sich das aber mit der schweiz verhält? als neutraler staat?
sicherlich haben die lust zig tausend deutsche auf zu nehmen. (die natürlich wieder zurückkehren sobald der krieg zu ende ist!) ;-)

also ich würde weder sagen dass es einfach ist sich in einem echten kriegsfall (also nicht nur ein konflikt der mit aktiven und reservisten geführt werden könnte, sondern im szenario "scrap the barrel") der pflicht zu entziehen aber es ist auch nicht so dramatisch wie die aufschreie dass jetzt wieder eine wehrpflicht kommen soll und wir alle "verheizt" werden sollen.


Bernd1Stromberg  28.08.2025, 11:01

Der "Witz" ist, dass uns Europäer keiner aufnehmen wird. Wo sollen wir denn hin? So wie wir mit Geflüchteten aus anderen Ländern umgehen, will uns in Afrika und dem nahen Osten niemand. Zu allen anderen ist zu viel Wasser und Flugzeuge werden die auch keine schicken.

Und die Schweiz kann man eh knicken, man hat im zweiten Weltkrieg ja gesehen was die in so einem Fall machen.

Sag ich auch immer. Bei jeder Wehrpflichtdebatte, wo alle denken, durch die Aussetzung der Wehrpflicht in Friedenszeiten müssten sie auch im Kriegsfall nicht hin. Und wie gut man bei entsprechendem Willen die Grenzen abriegeln kann, haben wir bei Corona gesehen.

Und auch weiter gedacht, selbst wenn eine Flucht gelingt, was ist wenn man irgendwann zurück will? Eventuell erlässt die Regierung eine Amnestie und die Leute gehen straffrei aus. Aber gesellschaftlich ist man natürlich unten durch und hat hier 0 Zukunft mehr. Die stellt doch kein Chef ein, der einen Verwandten in den Kämpfen verloren hat.