Tod realisieren?

10 Antworten

Anfangs ist es wie eine Art Schwebephase. Es ist surreal, du meinst, er müßte doch gleich um die Ecke kommen und dich begrüßen. Mein Beileid zum Verlust deines Freundes. Diese Schocksituation wird sich lösen und dann kommt die Trauer und auch die Tränen. Wenn sie kommen, laß sie zu. Es hilft.

Ich habe heute Abend auch mal wieder geweint, meine Schöne ging vor 5 Wochen. Sie war auch noch nicht in einem Alter, in dem man mit dem Tod rechnen muß.

Du wirst es irgendwann begreifen und ich hoffe, das kommt dann dosiert und nicht schlagartig. Wenn dich die Trauer packt, scheue dich nicht, Hilfe bei uns Hundebesitzern und Ehemaligen zu suchen. Tröstende Worte erzeugen zwar erst mal noch mehr Tränen und noch tiefere Trauer, aber dennoch hilft es, weil du spüren kannst, daß du nicht alleine bist. So erlebe ich es seit 5 Wochen.

Leer und depressiv, so fühle ich mich auch. Wenn die Hektik des Tages nachgelassen hat und ich zur Ruhe komme, ist da Leere und die Trauer um den großen Verlust.

Das Wissen, daß sie nicht mehr da ist, daß sie mich nicht mehr stupst, weil sie was möchte, nicht mehr bellt, weil jemand das Grundstück betritt, nicht mehr rumkaspert, sich nicht mehr freudestrahlend für ein tolles Essen bedankt, das alles ist nicht mehr und das bedrückt mich sehr. Es gibt Tage, da kann ich es aushalten, es gibt Tage, da bin ich zutiefst verzweifelt.

Es ist nicht schön, ohne den besten Freund zu leben.

Danke! :) Was du schreibst ist genau das was ich grad fühle, hilft mir grad sehr. Auch mein herzlichstes Beileid.

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@NewAskBoy

Danke. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, kommen wir auch mit diesem Verlust zurecht. Es ist ja nichts anderes, als wenn ein menschliches Familienmitglied geht. Weg ist weg. Alles, was wir verlieren, darf betrauert werden. Ich mache ganz ausdrücklich keine Unterschiede zwischen einer liebgewordenen Pflanze, die mich immer erfreut hat, einem Verwandten und meinen Haustieren.

Was fehlt, ist das Echo der Liebe, die wir gegeben haben.

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@NewAskBoy

Wenn du ganz schlimme Tage hast und reden möchtest, schreib mir einfach. Ich bin gerne für dich da. Andere waren es für mich, als ich in tiefer Krise war, ich bin es auch gerne für alle, die es auch erleben müssen. Für mich war es das erste Mal, Aisha war die Erfüllung meines Traum vom eigenen Hund. Nun ist dieser Traum geträumt :-(

Es ist wirklich fast wie ein schöner Traum, der bis ins Wachwerden herüberdämmert. Da wünschst du dir auch, nicht wach zu werden. Du hast den Traum in der einen Sekunde noch greifbar, fühlst und lebst ihn, in der nächsten Sekunde ist er weg. Aber so was von weg. Auch einen Traum kannst du nicht halten, einen Gefährten auch nicht. Erschreckend ist jedoch das Gefühl von "war doch gerade noch da" zu "ist jetzt weg und kommt nicht mehr wieder".

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@michi57319

Vielen Dank für die super Unterstützung :). Ich werde es gerne nutzen nur momentan fühl ich mich einfach nur aufgelöst. Ja man weiß natürlich das es irgendwann vorbei sein wird, aber nicht so plötzlich. Ich hatte auch zwei mal in der Vergangenheit Alpträume wo die Kleine Tod war als ich verschwitzt aufwachte und sie neben mir lag war ich einfach nur froh das ich so ein Glück habe. Nun ist der Alptraum leider Wirklichkeit geworden.

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@NewAskBoy

Ich hatte auch keine Ahnung, was meine Träume bedeuten sollten. Aber es kam genau so :-( Traum 1: Ich sah Aisha auf dem Rücken liegen, in einer Erdgrube, völlig blutleer, weißes Zahnfleisch.Sie kam aber wieder zu sich. Traum 2: Ich sah einen kleinen Hund, der zwei Treppenstufen runterkullerte und nicht mehr hochkam. Ich nahm den Hund hoch und konnte fühlen, wie er schwächer wurde. Dann bin ich aufgewacht.

Passiert ist folgendes: Meine Hündin wurde notoperiert, die Milz wurde entfernt. Sie verlor sehr viel Blut, überstand das aber. 10 Tage später klappte sie zusammen, ein Kreislaufzusammenbruch.

Ich habe schon beschlossen, entweder nicht mehr zu träumen, oder aber etwas genauer hinzuhören und zu -sehen.

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Ich hatte das selbe wie du und ich glaube das man schon von Anfang an wenn man ein Hund bekommt sich vorstellt wie man reagiert wenn er stirbt und man sich so eigentlich schon selbst draus vorbereitet weil man tief in sich drin einfach weiß das es irgendwann passieren muss. Das schlimmste ist einfach nur später das man den hund einfach vermisst und nicht der Schock wenn man es erfährt/sieht.

Wenn man mit so etwas konfrontiert wird, ist man oft in einem Schockzustand. Da ist dein Körper nicht in der Lage, zu trauern. Das kommt sicher später, wenn du es realisierst. Wenn du mit dem Hund spazieren gehen willst, und er ist nicht mehr da. Wenn du abends im Bett liegst, und der Hund lag da mit dir immer... . Das kommt sicher noch. Dein Körper und deine Seele müssen das erst verarbeiten. Trauer ist wichtig, um mit dem Tod klar zu kommen. 

Mein aufrichtiges Beileid ;o( ...

Wird wahrscheinlich so sein. Vielen Dank :)

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Ich weiß auch nicht was mit dir los ist. Ich bin auch 16 und mein Onkel ist vor knapp 2 Jahren gestorben. Er war als ich jünger war so um die 6,7 immer da. Hat mir geholfen mit mir gespielt. Er hatte den Platz von meinem Vater eingenommen, weil der nie da war. Aber natürlich habe ich ihn nicht als Vater angesehen und er hat ihn auch nicht ersetzt. Aber er lag mir am Herzen. Dann als ich älter wurde hat er nicht mehr so viel Zeit mit meiner Familie verbracht und er war dann eigentlich nur ein bekannter aber ich hab ihn noch gemocht. Als er dann gestorben ist kam das nicht plötzlich, denn er war sehr krank. Aber ich fühlte keine Trauer und hab wirklich nur 2 Tränen vergossen. Es war nicht so, dass mir sein Tod nichts ausgemacht hat, denn er war nicht mehr da. Aber ich wusste, dass ich nichts dran ändern kann und dass er nie wieder zurück kommt aber ich weiß dass ich ihn niemals vergessen werde. Ich glaub ich habe keine Trauer gespürt, weil ich nur gutes mit ihm verbunden habe und in Erinnerung habe und immer haben werde. Vielleicht ist es bei dir auch so? Dass du einfach nur glücklich bist sie kennengelernt zu haben und dass du dich immer an sie erinnern wirst und für immer in deinem Herzen bleibt.

Denn sie ist ja immer noch bei dir. In Gedanken. Im Herzen. Und trauerst deshalb nicht?

Vielleicht kam der Tod für dich, in deinem Inneren, nicht so plötzlich. Ja, sie ist früh gestorben aber vielleicht hast du dir schon einpaar mal Gedanken darüber gemacht und warst innerlich auf den Moment vorbereitet? So wie ich?

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Vielen dank für die super Antwort! :) So fühlt es sich wirklich an. Hilft mir wirklich sehr.

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Denke nicht, dass Du den Tod realisiert hast.

Aber auch wenn man beim Sterben dabei ist und sich verabschiedet, realisiert man es oft nicht.

Es kann gut sein, dass Du erst morgen oder in 1 Woche den Tod realisierst.

Ich habe teilweise wochenlang noch die Pfotentapper, das Atmen von meinem Hund gehört, obwohl sie tot war. Ich ertappte mich heute noch (8 Wochen später) das ich denke "oh jetzt muß ich aber schnell heim, sie wartet sicher schon". Eine Sekunde später wird mir bewußt - nein sie wartet nicht.

Beim Tod eines Tieres bin ich in einer Art Ohnmacht. Alles ist unrealistisch, alles ist wie im Nebel. Ich denke damit schützt unser Unterbewußtsein uns.

Du wirst es irgendwann realisieren - ich hoffe langsam und nicht wie ein Schock.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Ja ich fühl mich grad nur emotionslos. Das ist echt hart, heute war es ähnlich bei mir ich bin wach geworden noch leicht im Halbschlaf dann bin ich aufgestanden um wie jeden morgen mit der kleinen raus zu gehen und plötzlich ist mir klar geworden sie ist ja garnicht mehr da. Danke für deine Hilfe :) und mein Beileid zu deinem Verlust.

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@NewAskBoy

Das kann noch Wochenlang so sein. Aber auch das ist eine Art damit irgendwann zu recht zu kommen - nämlich langsam.

Ich denke alleine das Schreiben oder das darüber reden, ist schon Trauerarbeit und hilft - wenn auch nur ganz ganz wenig.

Mein früherer Hund starb, als wir im Urlaub waren. Das war sehr unrealistisch. Wir kamen heim und ich dachte, jetzt kommt er gleich um die Ecke gesprungen. Aber niemand kam - keine Freunde einfach nichts - nur Leere.

Damit ich kapiere, dass er tot ist, habe ich darüber geschrieben und mich mit einer sehr guten Freundin unterhalten, Ich bin sogar mal mit auf den Hundespaziergang - ohne Hund. Und da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Ich bin einfach in mich zusammen gesackt und habe geheult wie blöd. Aber das war gut für mich, denn ab dem Tag konnte ich richtig trauern und es verarbeiten.

Aber egal wie lange ein Tier tot ist, sie fehlen mir alle auch nach vielen Jahren. Aber man lernt damit zu leben, man lernt sich an den schönen Tagen mit dem Tier zu errinnern und man lernt auch wieder zu lachen - über zb die lustigen Situaltionen, die man mit Hundi erlebt hat.

Geb Dir Zeit - Trauer braucht Zeit.

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