Stimmt es, das Menschen die Klassik oft hören intelligenter sind als solche die es nicht gerne hören?

15 Antworten

Für jemanden, der sich mit Musiktheorie, dem Arrangieren und Komposition beschäftigt sind "moderne" Popsongs teilweise eine echte Qual, da man "leider" dazu in der Lage ist, eine ganze Reihe von Fehlern zu erkennen, die Otto-Normal-Bürger vermutlich nicht sofort auffallen.

Es gibt wohlgemerkt auch in diesem Genre sehr sehr gute und talentierte Künstler, aber im Schnitt findet man wirklich schlimme Kompositionen im Pop wesentlich häufiger als in klassischen Stücken.

Komplexere Stilrichtungen wie Klassik oder Jazz erfordern oft ein gewisses Maß an eigenem Können und Wissen, um sie verstehen und genießen zu können. Das ist bei den meisten "einfachen" Musikstücken aus dem Radio-Mainstream oft nicht der Fall, da man sich dabei nur "berieseln" lassen muss.

Ich betone nochmal, dass es sich dabei rein um den Durchschnitt handelt, und es sowohl Negativ-, als auch Positiv-Beispiele in allen Genres gibt! Trotzdem ist das Verhältnis so ungleichmäßig, dass man durchaus zur Verallgemeinerung neigen könnte. :)

Meistens fühlen sich "einfache" Menschen mehr von "einfachen" Dingen angezogen, und "intelligentere" Menschen von "komplexeren" Dingen. Wobei das "einfach" jetzt nicht diskriminierend wirken soll, und auch durch "jung" oder "unerfahren" ersetzt werden kann.

Und das gilt bei weitem nicht nur für Musik! :)

Im Umkehrschluss denken sich dann auch einige Menschen, dass sie intelligenter wirken, wenn sie jetzt plötzlich allen anderen zeigen, wie sehr sie der Klassik zugeneigt sind. Aber so jemand verwechselt Ursache und Wirkung, und ist vermutlich einfach nur jemand, den man als Snob oder Yuppie bezeichnen könnte.

Allein vom Hören klassischer Musik wird niemand intelligenter werden. Aber wer so etwas mit ehrlicher Leidenschaft genießen kann, ohne sich dabei selbst zu betrügen, der ist vermutlich nicht gerade dümmer als der Durchschnitt.

Wie gesagt, es gibt Ausnahmen auf allen Seiten! Bitte nicht vergessen! :)

Und um diese Antwort mit meiner ganz persönlichen Meinung abzuschließen: Ich denke, dass - vor allem junge - Menschen, die ausschließlich Hip-Hop hören im Schnitt über einen wesentlich geringeren IQ verfügen, als welche, die sich für Klassik oder Jazz interessieren, und womöglich noch ein eigenes Instrument erlernen.

Wer über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügt, der bekommt bei obszönen Liedtexten Gänsehaut, vor allem wenn sich das ganze auf Kindergarten- bis Grundschulniveau bewegt.

Das ist zumindest meine Erfahrung ... es gab zwar hier und da ein paar Ausnahmen, aber alles in allem kann man das schon so stehen lassen! :)

Schönen Tag noch! :)

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Im Großen und Ganzen gebe ich dir recht, aber bei einem muss ich dir widersprechen:

 ... eine ganze Reihe von Fehlern zu erkennen

In der Musik wie in jeder Kunst gibt es keine "Fehler"!

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@KunniMAMA

Da hast du schon recht, doch in der Musiktheorie kann man schon von falsch und richtig sprechen. Aber im Endeffekt ist es egal, Hauptsache es klingt gut.

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@KunniMAMA

Ich habe mir schon gedacht, dass jemand diese Aussage bemängeln wird, und eigentlich muss ich dir auch völlig Recht geben! :)

Aaaaaber, ich habe vor einigen Jahren eine Melodie gehört, in der plötzlich irgendein Synthesizer-Instrument, einen Ton direkt zwischen C und C# spielte, der überhaupt nicht zum Rest der Tonleiter passte und offensichtlich sowohl vom Komponisten, als auch von allen danach kommenden Verantwortlichen, "übersehen" wurde.

So ein Ausrutscher tut dann schon sehr weh, wenn man über ein absolutes Gehör verfügt. Und genau so etwas meine ich mit "Fehler". Wenn sich jemand nicht an die "Regeln" der Harmonielehre halten will, ist das dann natürlich kein Fehler!

Sorry, ich hatte mich da wohl unglücklich ausgedrückt! :)

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Ob man Fehler der Harmonielehre erkennt oder nicht, hängt vom musikalischen Gehör ab und wie sehr man sich sowohl mit der Theorie, als auch und vor allem mit der Praxis der Harmonie beschäftigt, ab. Manche haben von Natur aus ein Gefühl dafür, andere nicht. Jemand der in einer musikalischen Familie aufwächst, wird so oft mit den musikalischen Kenntnissen seiner Eltern beschallt (weil es nun einmal deren Interesse ist), dass sie von klein auf ein Gefühl dafür bekommen, welche Melodien und Töne wie auf Menschen wirken. Ich wage zu bezweifeln, dass dieser Umstand mit der Intelligenz zu tun hat. 

Ich habe übrigens kein herausragendes Gefühl für Harmonien, aber ich liebe klassische Musik - genauso wie auch die Musik von JBO und Nanowar of Steel. Ich bin davon überzeugt, dass das, was in einem vorgeht - die Emotionen und die Gedanken - sehr viel mehr Einfluss auf den Musikgeschmack haben, als die Intelligenz. 

Jugendliche lieben meist den Mainstream, weil ihn in dem Moment alle lieben und weil die Musik so chaotisch ist, wie ihr Gefühlsleben.

Die meisten Depressiven fühlen sich zu melancholischer Musik hingezogen. Umso tiefer die Depression, umso geringer wird mitunter sogar das Interesse an Musik.

Rapper und deren Anhänger lieben ihre Musik, weil sie sehr ausdrucksstark ist und diese Menschen ihre Wut über das Weltgeschehen so besonders deutlich spiegeln können.

Freunde alternativer Musik lieben es meistens, Musik zu hören, die sie nicht ständig und überall hören müssen. Sie lieben das Besondere und das was ihre besondere Musik für sie darstellt. Aber auch hier spielen die Gefühle und die Lebensumstände der Hörer eine große Rolle.

Musik stellt nicht unsere Intelligenz zur Schau, sondern unsere tiefsten Gefühle.

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Das möchte ich mal ganz energisch abstreiten. Musik ist und bleibt einfach Geschmackssache. Eine Vorliebe zu benutzen, um damit einen Intelligenzquotienten bestimmen zu können, ist völlig fehl am Platze.

Abgesehen davon ist es ohnehin immer so eine Sache wegen bestimmten Dingen auf Klugheit zu schließen. Derartiges Vergleichsdenken wird immer nur gegenseitigen Neid auslösen. So etwas braucht die Menschheit nicht.

Was allerdings der Fall ist: Es gibt einfache und komplizierte Musik. Um auch zur komplizierten Musik Zugang finden zu können, bedarf es vor allem der Geduld und der Aufmerksamskeitsbereitschaft. Ist man einfache Musik gewohnt ist man nach ein paar Takten schnell dazu bereit das Musikstück zu unterbrechen. Dadurch konditioniert man sich möglicherweise selber solche Musik innerlich abzulehnen. Dies ist aber ein völlig normales menschliches Verhalten und hat nichts mit Intelligenz zu tun.

Ich hab früher viel Musik von Michael Jackson gehört und kann den Moon-Walk bis heute nicht. Was sagt dir das? ;)

Spass bei Seite : Intelligenz hat viele Fassetten. Geschmack gehört aber nicht dazu. Also hat das hören von klassischer Musik auch keinen Einfluss darauf, wie intelligent jmd ist. Solltest du aber selber musizieren, hast du ein Talent und somit Anzeichen auf Intelligenz.

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