Steckdosen in Reihe schalten (kritischer Verbrauch)?

10 Antworten

Grundlegend wichtig wäre hier erst mal die Dauerbelastbarkeit des ersten Mehrfachverteilers ab fest installierter Steckdose. Hier besagt die Norm bei guter Qualität des Mehrfachverteilers eine Dauerlast von max. 230V / 10 A. Mehr darf die gesamte Schaltkaskade insgesamt ( dauerhaft ) nicht aufweisen und insgesamt ganz kurzfristig ( für Sekundenbruchteile ) nicht über 230V / 16 A.

Der erste Verteiler ab Steckdose bestimmt also schon das Limit der gesamten Verteilerschaltung.

Beachte bei "Schaltkaskaden", dass jede zusätzliche Steckverlängerung die Leitfähigkeit und ggf. Fehleranfälligkeit erhöht. Bei Alterung, minderer Qualität und zunehmender Verschmutzung der Kontaktzungen kann es dort durchaus mal zu Lichtbogenbildung bis gar Kontaktabbrand kommen. ( insbesondere unter höherer Stranglast )

Daher wäre es bei zweifelhafter Qualität und hoher Stromlast angebracht, bei solch einem Konstrukt die Steckkupplungen nicht hinterm Mobiliar zu verstecken, sondern immer im Bereich der Sicht und des Zugangs. ( Du nennst gesamt immerhin ca. 2000 Watt )

Das Problem ist die Aneinanderreihung von Übergangswiderständen an den Steckverbindungen. Dies erzeugt bei hohen Lasten einen unzulässigen Spannungsfall, welcher sich durch Erwärmung bemerkbar macht. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Brandgefahr. Selbst ein einzeln angeschlossener 2kW-Heizlüfter kann schon eine normale Mehrfachsteckdose zum Kochen bringen, wenn diese schon etwas älter oder vom Wühltisch ist.

Nächstes Problem: Der Schutzleiterwiderstand darf von der Wandsteckdose bis zum letzten Verbraucher den Widerstand von 1 Ω nicht übersteigen (wobei es hier auch noch eine Staffelung nach Leitungslänge und zulässigem Widerstandswert gibt). Ist der Widerstand zu hoch, so gefährdet dies die sichere Abschaltung im Fehlerfall.

Wenn schon solche Kaskadenschaltungen gebaut werden, dann sollte es maximal eine Mehrfachsteckdose am Anfang geben, von der aus sternförmig die anderen Steckdosen angeschlossen werden. Und da macht es Sinn, jeweils den stärksten Verbraucher auf den Steckplatz an der Leitungseinführung zu setzen.

Noch ein Tipp: Wenn nicht alle Geräte permanent in Betrieb sein müssen, dann Steckdosen mit Schalter benutzen und unbenutze Gerätekombinationen vom Netz trennen. Denn viele "moderne" Geräte haben keinen Ausschalter auf der Primärseite.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Industrieelektriker (Betriebstechnik)

grundlegend ist das keine gute idee, so viel hintereinander zu stecken. jede steckverbindung wirkt wie 30 m kabel und irgendwann ist die B 16er sicherung einfach nicht mehr in der lage, auf grund des hohen schleifenwiderstandes rechtzeitig auszulösen, wenn was schief geht...

also wenn du das so machen willst, BITTE steck wenigstens einen FI Stecker vorne dazuwischen, um im falle eines fehlers wenigstens das rechtzeige abschalten sicherzustellen.

lg, Anna

alles klar dann mach ich das! kannst du mich bite noch über den fi stecker aufklären, was der bringt?

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@iceman962

das ist ein fehlerstromschutz. wenn durch einen kurzschluss z.B. die Phase an das gehäuse eines geerdetten gerätes kommt, dann löst der fi schon bei einem fehlerstrom von 0,03 Ampere aus. um "sofort" auszulösen, braucht die sicherung in dem fall 0,4 Sekunden bei 80 Ampere! und das ist eben mit dem ganzen kabelsalat nicht so einfach...

lg, Anna

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Solche Mehrfach-Steckdosen-Kaskaden solltes du vermeiden, sie sind oft Ursache von Wohnungsbränden. Auch wenn du mit der Gesamtleistung im zulässigen Bereich von 10A/230W bleibst. Jede Kontaktstelle ist eine potenzielle Brandquelle. Deshalb auch auf Qualität achten, nicht die billigsten nehmen.

Bei einer solchen Steckdosenleisten-Kaskade addiert sich keineswegs die Belastbarkeit der einzelnen Leisten, sondern maßgeblich ist die niedrigste Belastbarkeit einer der Leisten.

Häufige Werte sind 3500 W, aber auch 2400 W - bei einer zugelassenen Leiste steht dieser Wert auf einem Aufkleber oder ist auf der Leiste aufgedruckt.

Das heißt, die Belastung insgesamt darf nicht höher sein als die niedrigste Belastbarkeit einer Steckdosenleiste aus dem Verbund.

Zusammen betraegt alles ca 2000 Watt...

Wenn der ca-Wert korrekt ist, dann sollte alles im grünen Bereich sein. Generell solltest Du aber eine solche Steckerleistenkaskade vermeiden, ggf.kannst Du 2 3-er Leisten durch 1x 6er Leiste ersetzen.

vielen dank! ja habe jedes gerät extra nachgesehen mit stromverbrauch etc und kam insg auf ca 1800 watt... also sollte ich laut dir ja noch spielraum haben! danke definitiv

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@iceman962

Ja, das wäre OK - es sei denn, Du hast eine Steckdosenleiste dabei, die 1800 W oder weniger Belastbarkeit hat.

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