Spruch" manchmal erziehen eben die Kinder ihre eltern" ?

12 Antworten

Normalerweise bestimmen die Eltern den Ablauf der Unterhaltung mit anderen Erwachsenen. In diesem Fall hat deine quengelige Tochter das Szepter in die Hand genommen und dir das Gespräch "verboten". Und du bist brav darauf eingegangen. Genau das hat deine Nachbarin gemeint. Offenbar ist deine Tochter nicht gewohnt, auch mal zurückzustecken, weil auch die Mutter Bedürfnisse hat. Das solltest du liebevoll einfordern, sonst wird sie vielleicht zur Haustyrannin, die dir manchmal erlaubt, mit den Nachbarn ein, zwei Sätze zu wechseln,

Ich hätte eher geantwortet : "Stimmt, und manchmal erziehen Eltern ihre Kinder zu scheuen Individuen die nicht wagen ihr aktuelles Bedürfnis oder ihre Meinung zu äußern".

Oder aber: "Keine Sorge meine Liebe, ich habe keine Angst vor den Konsequenzen wenn man sein Kind dazu erzieht für sich selbst einzustehen"

Na ist doch so.... Die Bedürfnisse eines kleinen Kindes stehen über jedem nachbarlichen Geschnatter "über sonstwas".

Haben die Erwachsenen dagegen tatsächlich etwas sehr Wichtiges zu besprechen, kann man das Gespräch auf eine bestimmte Uhrzeit ins Zuhause von dem einen oder anderen verlagern. Das Kind ist dann derweil in gewohnter Umgebung, kann mit Spielzeug/ Malzeug beschäftigt werden.

Deine Nachbarin hat entweder einfach nur einen Spruch dahergesagt mit dem sie selbst aufwuchs.... Oder aber sie ist tatsächlich der Meinung das Kinder nur zu sprechen haben/ sich nur bemerkbar machen dürfen wenn ein Erwachsener dies grade wünscht.

Dir wünsche ich ein dickes Fell. Es gibt sie immer und überall, die Menschen die sich über das Aussehen oder Verhalten anderer Leute mokieren und es ungefragt kommentieren. Egal ob sie ein Kind im Supermarkt sehen das einen Schnuller benutzt, oder ein Kind beim Zahnarzt mit Stofftier in der Hand. Egal ob ein Elternteil das eigene Kind grade ignoriert oder aber umsorgt/ auf das Kind eingeht.

Die entsprechenden Reaktionen dieser Leute muss man nicht unbedingt an sich heran lassen.

Edit: Es kommt auch immer darauf an "wie und warum" ein Kind quängelt. Hat es Hunger, Durst, muss aufs Klo, ist es müde, oder vielleicht ist es superkalt und extrem langweilig herumzustehen...?

Dann kommt es darauf an wie lange das Gespräch der Erwachsenen grade stattfindet. Man darf dabei nicht vergessen: Kindergartenkinder haben noch eine andere Wahrnehmung von verstreichender Zeit als Erwachsene. Für sie können 5 Minuten wie eine Ewigkeit sein.

Mit der Zeit erkennt man als Elternteil normalerweise am Tonfall und am Verhalten des Nachwuchses "was los ist". Ob es beispielsweise nur gequengel ist weil man den Kopf durchsetzen will oder weils grad langweilig ist... oder ob wirklich etwas nicht in Ordnung ist mit einem Grundbedürfnis des Kindes".

Ob ein Kind von 5 Jahren wirklich schon Quengelei bewusst als Manipulation einsetzt? Kann ich mir kaum vorstellen, vielleicht ist es möglich ich weiß es nicht.

Insofern würd ich mir da auch nicht durch Außenstehende reinreden lassen. Ich bin die Mutter, ich kenne mein Kind sehr gut und weiß es einzuschätzen. Wenn ich merke "Es ist alles in Ordnung mit dem Kind, das Quengeln ist grade nur Taktik" dann kann "ich" ja entsprechend reagieren. Wenn ich aber merke "dem Kind fehlt tatsächlich grade etwas" oder mich erinnere "Ach ja, wir hatten ja gleich noch etwas Wichtiges vor" dann liegt es in meinem guten Recht auf dieses Quengeln einzugehen und das aktuelle Gespräch abzubrechen/ so kurz wie möglich zu halten"

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Deine Tochter sagt dir deutlich, dass sie nicht will, dass du mit der Nachbarin redest. Du hörst auf deine Tochter und gibst nach, brichst das Gespräch ihr zuliebe ab.

Deine Tochter bestimmt also, was du machen sollst.

Eigentlich sollte es anders herum sein. Du bist die Erziehungsberechtigte und Kinder sollten durchaus lernen, dass sie auch Rücksicht nehmen, wenn sich zwei unterhalten.

Die Reaktion deiner Nachbarin war sehr berechtigt!

Deine Tochter bestimmt mit wem du wie lange reden darfst und du hast dem nichts entgegen zu setzen.

Lies mal das Buch: Warum Kinder zu Tyrannen werden

Was war vorher gewesen, bevor deine Tochter anfing zu quengeln?
War sie müde, hungrig, durstig, gestresst von der Zeit im Kindergarten?
Wollte sie einfach nur nach Hause und nicht noch minutenlang ein langweiliges Gespräch zwischen Erwachsenen anhören?

Ja - viele Fragen, aber notwendig, um zu verstehen, dass der Erziehungsspruch so sinnlos wie Erziehung selbst ist.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Hobbylektorin - "unerzogen" ist eine Lebenseinstellung

Selbstkontrolle ist nicht wichtig?

Heulst du rum, weil du auf Toilette musst, brichst du Gespräche deswegen abrupt ab oder versuchst du diesen Drang zu unterdrücken, bis sich eine günstige Gelegenheit bietet?

Rennst du auf die Straße, wenn du zur Sekunde rüber willst oder kannst du diesen Drang im richtigen Maß unterdrücken, so dass du nicht in ein fahrendes Auto rennst?

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