Sprache selbstständig beibringen?

4 Antworten

In deinem Fall würde ich dir zu Spanisch raten, denn du gibst es ja als Favoriten an, deine Freunde sprechen es und könnten dir helfen und dir steht Material zur Verfügung.

Sagen wir's mal so: Eine Sprache lernt man richtig, wenn man sich länger im jeweiligen Land aufhält und(!) diese praktisch studiert (oder intensiv lernt).

Aber das ist zumindest ein Anfang. Spanisch rennt dir nicht davon. Alles, was du lernen kannst hilft dir. Grammatik ist am Anfang sehr technisch. Später kommt es dann auf die genaue Unterscheidung an und die Möglichkeiten, welche die spanische Sprache bietet mit einer Vielzahl von Muttersprachlern aus unterschiedlichen Gebieten und Ländern.

Einen Kurs an einer Sprachschule oder eine Sprachreise kannst du auch später noch machen und fängst dann nicht bei Null an. Jetzt nutzt du ja ein Kursbuch und Material deiner Freunde, oder?

Latein hilft dir in manchen Sachen, denn praktisch alle spanischen Wörter sind vom Latein abgeleitet und teilweise die Grammatik. Aber es gab eine starke Entwicklung vom Altspanisch über Mittelspanisch bis zum heutigen Spanisch und auch Einflüsse anderer Sprachen findet man im Spanischen, teilweise sogar je nach Zone verschieden.

Also: Auch wenn Latein kein Freifahrtschein ist, hilft es dir. Aber die anderen 50% musst du schon selbst dazutun.

Erst einmal: Verwechsel Latein nicht mit einer Wunderwaffe. Latein unterscheidet sich fundamental von den romanischen Sprachen!

Man kann eine Sprache immer auch ohne Kurs etc. lernen. Ich würde dir aber empfehlen, dass du ein Lehrbuch kaufst. Ohne Struktur könnte es nämlich ein bisschen chaotisch werden.

Französisch und Spanisch lassen sich beide gut lernen.

Ich habe etwas Spanisch mit der Birkenbihl-Methode gelernt. Das geht weitestgehend alleine. Bin nicht sicher, ob es die alten Kurse aus ihren Lebzeiten - Vera F. Birkenbihl ist 2011 verstorben - noch gibt oder ob »Bizzons« die kompletten Rechte an ihrer Methode erworben hat.

Von Frau Birkenbihl gibt es jede Menge Informationen im Netz; auch auf YouTube. Das gleiche gilt für Bizzons.

Am Beginn ihrer Methode steht das Dekodieren, also die Wort-für-Wort-Übersetzung des fremdsprachigen Textes. Bei den Birkenbihl-Kursen muss man das nicht selbst machen. Man kauft die Texte und Audiodateien zusammen. Diese bestehen aus mehreren Lektionen.

Zu Übungszwecken habe ich das Dekodieren immer mal wieder gemacht. Und zwar in beide Richtungen. Der Sinn des Dekodierens ist, die fremdsprachige Satzstellung zu erfassen und was ein Wort tatsächlich bedeutet.

https://youtu.be/gArcj7xySaM

Gruß Matti

Für Englisch phantastisch, aber Spanisch ist weitaus komplexer.

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@elverano

Frau Birkenbihl beweist, dass die Methode auch mit komplexen Sprachen funktioniert.

»der Sommer« sehr schön.

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@Kuhlmann26

Klar, aber nur wenn sich die Komplexität eben nur in Worten ausdrückt und nicht durch grammatikalische Formen.

Beispiel (Wort für Wort):

  • Fueron = waren
  • Estuvieron = waren
  • Eran = waren
  • Estaban = waren

Mal von der Überschneidung der gleichen deutschen Übersetzung abgesehen, ist im Spanischen auch noch automatisch die Person enthalten. Im Deutschen kann das Infinitiv oder sonst was sein.

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@elverano

Ok, Infinitiv jetzt hier nicht, hatte eher an das Beispiel "essen" gedacht.

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@elverano

Du bist mit Deinem Beispiel schon beim 35. Schritt und lässt die anderen 34 aus. Würdest Du Kleinkinder in dieser Form mit der Muttersprache konfrontieren, würden 80 Prozent von ihnen die Sprache nicht oder fehlerhaft erlernen.

Hätte ich einen spanischen Text, bei dem fue él und era él vorkäme, würde ich sie in ihrer deutschen Entsprechung übersetzen. Auch im Deutschen gibt es solche Fälle. Ich übersetze ja auch leben und wohnen mit vivir.

Das war auch einer der wesentlichen Kritikpunkte von Frau Birkenbihl. Sie sagt: Beim Sprachenlernen reden wir viel zu viel über die Sprache, aber wir "tun" sie nicht. Wir reden über das Pfannkuchenbacken, anstatt welche zu backen.

Wäre die Musiktheorie die unbedingte Voraussetzung für das Singen, würden 90 Prozent der Menschheit nicht singen. So ist es aber nicht. Und genauso wenig muss man Kenntnisse vom theoretischen Gerüst eine Sprache haben, um sie zu erlernen. Ein Kleinkind hat auch keine Grammatikkenntnisse. Erst wenn es im Sprachenerwerb schon ziemlich fortgeschritten ist, beschäftigt es sich mit der Grammatik.

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@Kuhlmann26

Danke für die ausführliche Antwort. Ich sehe die Wort-für-Wort-Übersetzung wichtig, um zu wissen, was abläuft, aber als eine von 1000 weiteren Methoden, eine Sprache in sich aufzunehmen.

Muttersprachler plappern als Kinder nach, ohne wirklich zu wissen, was sie ausdrücken. Sie werden von älteren Kindern und Erwachsenen auch ständig verbessert, reden zunächst z.B. vieles regelmäßig (also z.B. rompido statt roto), haben ihre Phasen, als Kleinkind, wo sie zunächst Vokal für Vokal bilden und damit rumspielen dada, tete, bubu, jeder Zu seiner Zeit etc.

Aber als Nichtmuttersprachler hat man kaum 10 Jahre Zeit, um eine Sprache zu lernen und auch gar nicht das Umfeld dazu.

Und dann vergisst man auch die vielen Stunden, welche Kinder in der Schule verbringen und sich über viele Jahre explizit mit Themen auseinandersetzen.

Ohne Theorie geht nichts, außer man übt und übt und übt das nach, was man bereits kennt, ohne sich die Werkzeuge draufzuschaffen, alles universeller einsetzen zu können.

Für Punk mag es langen.

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@elverano

Die Wort-für-Wort-Übersetzung ist nur der allererste Schritt in der Birkenbihl-Methode. Sie nennt das »Dekodieren«. All das, was Du beschreibst sind Dinge, die man im vierten und letzten Schritt praktiziert. Der nennt sich »Aktivitäten«.

Aber als Nichtmuttersprachler hat man kaum 10 Jahre Zeit, um eine Sprache zu lernen

Ich glaube, man kann die Zeit zum Erlernen einer Sprache nicht abkürzen. Es dauert so lange, wie es dauert. Bei dem einen geht es schneller, beim anderen dauert es länger. Wer keine Zeit hat, eine Sprache zu erlernen, lässt es besser.

Wir diskutieren hier übrigens theoretisch. Davon lernt niemand eine Fremdsprache.

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@Kuhlmann26

Gut, wir verbessern unser Deutsch ;-) Aber jede Auseinandersetzung mit dem Thema, natürlich auch theoretisch, bringt einen weiter. Oft muss es auch erst Klick machen und gerade dann, wenn sich 2 völlig unterschiedliche Systeme gegenüberstehen, die jeweils ihre Regeln haben. Ob man sie nun kennenlernen will oder nicht.

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Für Spanisch hast du ja bereits erwähnt, dass du bessere Möglichkeiten in deinem Umfeld hast.

Besonders am Anfang ist es wichtig, dass du die korrekte Aussprache erlernst. Dazu brauchst du jemand, der das richtig einschätzen und deine Fehler korrigieren kann.

Selbstunterricht braucht auch Konsequenz. Grammatik und Vokabeln muss man sich gründlich verinnerlichen. Im Gegensatz zum Unterricht in einer Klasse, einem Sprachurs, kann man auch nicht 'aus Fehlern anderer' lernen, und sich so en passant Wissen aneignen.

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